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Alexander von Humboldt Chronologie
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Die hier vorgelegte Chronologie basiert auf der Schrift
ALEXANDER VON HUMBOLDT. Chronologische Übersicht über
wichtige Daten seines Lebens. Bearbeitet von Kurt-R. Biermann, Ilse
Jahn und Fritz G. Lange. 2., vermehrte u. berichtigte Auflage,
bearbeitet von Kurt-R. Biermann unter Mitwirkung von Margot Faak und
Peter Honigmann. Berlin: Akademie-Verlag 1983 (Beiträge zur
Alexander-von-Humboldt-Forschung. Bd. 1).
Dieser Band ist beim Verlag seit Jahren vergriffen. Mit dem
wachsenden Interesse an Leben und Werk Alexander von Humboldts ist auch
der Bedarf an verlässlichen Daten zu seiner Biographie nicht geringer
geworden. Die Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle hat sich deshalb
entschlossen, den Text in einer bearbeiteten Fassung im Internet zu
präsentieren. Die Autoren Prof. K.-R. Biermann, Dr. M. Faak, Dr. I.
Jahn und Dr. P. Honigmann sowie der Akademie Verlag haben diesem
Vorhaben dankenswerterweise zugestimmt. Zu danken ist darüber hinaus
Sabine Müchling für die technische Bearbeitung des Manuskriptes sowie
Dr. Ulrike Leitner und Regina Mikosch für die kritische
Durchsicht des Textes.
Die folgende Übersicht soll als ein work in progress benutzt werden.
Hinweise, Ergänzungen, Berichtigungen werden dankbar entgegengenommen.
Bitte schreiben Sie an schwarz@bbaw.de.
Berlin, im Sommer 2001.
Seit diese Chronologie im Netz verfügbar
ist, sind zahlreiche Anregungen, Korrekturvorschläge, Ergänzungen
etc. bei der Redaktion eingegangen. Zu danken ist hier insbesondere Margot
Faak, Berlin, Maria Hartz, Berlin, Gabriele Liebenow, Parchim, Andreas Graf, Köln, Gaby Huch, Berlin, Sebastian Panwitz, Berlin, Vita von
Wedel, Hamburg, Eberhard Schulz-Lüpertz sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle, Berlin. Die redaktionelle
Umsetzung der aktuellen Fassung lag ursprünglich in den Händen von Christin Behrendt.
Ingo Schwarz
Aus dem Vorwort zur 2. Auflage
"[...] Als sich Alexander von Humboldt gelegentlich äußerte, daß das
Vertrautsein mit den Methoden der geographischen Ortsbestimmung eine
unverzichtbare Vorbedingung für jeden Forschungsreisenden sei, fügte er
hinzu: "Meine Maxime ist es immer gewesen: - Zuerst eine Karte,
gegründet auf sichere Beobachtungen, damit man sich orientiren könne.
Was hilft alle Erzählung von Merkwürdigkeiten aus dem Naturreiche und
dem Menschenreiche, wenn nicht der Fleck der Erde, an den diese oder
jene Merkwürdigkeit gebunden ist, nachgewiesen werden kann nach seiner
Lage unter dem oder dem Himmelsstriche!" [Beck, Hanno, Hrsg.: Gespräche
Alexander von Humboldts. Berlin 1959, S. 320.] Analoges gilt für die
biographische Forschung und Lektüre. Was nützt die Kenntnis von
Erlebnissen und Leistungen, wenn nicht gesagt wird, wann und wo sie
erfolgte und dadurch erst ihr Zusammenhang hergestellt werden kann. Was
die Karte für den Wanderer ist, das ist die Chronologie für den
biographisch Interessierten. So will diese Übersicht nicht nur ein
Instrument für die Humboldt-Forschung, sondern darüber hinaus den
zahlreichen Humboldt-Verehrern ein Orientierungsmittel sein. Sie stellt
viele falsche Daten in der Humboldt-Literatur richtig und korrigiert
auch Irrtümer Humboldts selbst, die ihm, meist bei der Erwähnung lange
zurückliegender Ereignisse, unterlaufen sind. Hingegen kann und will
sie weder eine Humboldt-Biographie noch eine Humboldt-Bibliographie
ersetzen.
Unverändert gilt für diese Übersicht, was in den Vorbemerkungen zur
1. Auflage gesagt wurde und daher hier wiederholt sei: Die
Reihenfolge der auf den Reisen berührten Orte ist nicht immer
gesichert, weil gelegentlich nicht zu ermitteln war, ob es sich um auf
der Reiseroute nacheinander aufgesuchte Ortschaften oder hier und da um
Exkursionen von einem vorübergehenden Standort aus gehandelt hat. Die
Sigle B weist darauf hin, daß nicht das Datum des Beginns oder des
Endes einer Reise oder eines Ereignisses feststellbar ist, jedoch ein
Datum oder mehrere Daten während des Ablaufs belegt sind. Die
zahlreichen, aber nicht vollständig bekannten Inspektionsreisen während
Humboldts Tätigkeit im fränkischen Bergbau (1792-1796) konnten
ebensowenig durchgängig berücksichtigt werden wie die späteren, von
Humboldt selbst als "Pendelschwingungen" bezeichneten ungezählten
Fahrten von Berlin nach Potsdam und zurück sowie seine Besuche in Tegel
und seine Ausflüge nach Paretz. Bei der Wiedergabe der großen Reisen
konnte nur eine kleine Auswahl der besuchten Orte aufgeführt werden.
Dagegen wurden auch eine Anzahl zusätzlicher Informationen einbezogen,
soweit dies der Zweckbestimmung dienlich schien, und zwar vor allem in
solchen Zeitabschnitten, aus denen verhältnismäßig wenige Informationen
vorliegen. Die ungezählten Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten
konnten nur in Auswahl erwähnt werden - kennen wir doch heute über 2500
Personen [2001: mehr als 2700], mit denen Humboldt in Beziehung
gestanden hat. Möglichst vollständig wurden die Humboldtschen Vorträge
auf Sitzungen der Pariser und der Berliner Akademie erfaßt sowie die
datierten Vorworte und dgl. Sonst wurden Schriften und Leistungen
Humboldts nur dann in die Aufstellung einbezogen, wenn besondere Gründe
eine Ausnahme angebracht erscheinen ließen. Ferner blieben alle Daten
unberücksichtigt, die aus gebräuchlichen Übersichten und Tabellen zur
politischen, Kultur- und Wissenschaftsgeschichte entnommen werden
können. Der zeitgeschichtliche Hintergrund, vor dem sich Humboldts
Leben abgespielt hat, wird nur dann deutlich gemacht, wenn Humboldt
selbst handelnd oder wenigstens als unmittelbarer Zuschauer an den
Ereignissen beteiligt war. [...]
Jeder Hinweis auf erforderliche Ergänzungen oder Änderungen wird auch künftig dankbar begrüßt werden.
Berlin, im Herbst 1980
Prof. Dr. rer. nat. habil. Kurt-R. Biermann Leiter der Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle der Akademie der Wissenschaften der DDR." *)
*) Kurt-R. Biermann (1919-2002) war von 1969 bis 1984 Leiter der A.-v.-Humboldt-Forschungsstelle.
Die Chronologische Übersicht
Bearbeitungsstand: 24. Februar 2012
Die letzten Änderungen betreffen vor allem Einträge zu den Reisen Humboldt im Gefolge der preußischen Könige.
Verwendete Abkürzung:
H. Alexander von Humboldt
Untergliederung nach Jahrzehnten
1766-1790 Jugendjahre
1791-1800 Studium, Bergdienst, Vorbereitung und Beginn der Amerikareise
1801-1810 Amerikareise, Auswertung der Reise in Paris
1811-1820 Auswertung der Reise in Paris
1821-1830
Auswertung der Reise in Paris, Rückkehr nach Berlin,
Kosmos-Vorlesungen, Rußland-Reise, Förderung der Wissenschaften
1831-1840 Berlin, Förderung der Wissenschaften, Reisen nach Paris
1841-1850 Berlin, Förderung der Wissenschaften, Reisen nach Paris, Arbeit am "Kosmos"
1851-1859 Berlin, Förderung der Wissenschaften, Arbeit am "Kosmos"
1766-1790
1766 | 1767 | 1769 | 1775 | 1777 | 1778 | 1779 | 1781 | 1783 | 1784 | 1786 | 1787 | 1788 | 1789 | 1790 |
1766-10-19
Marie Elisabeth, geb. Colomb, verwitwete von
Hollwede (geb. 8.12.1741 in Berlin) und der Obristwachtmeister (Major)
a.D. und preußische Kammerherr Alexander Georg von Humboldt (geb.
22.9.1720 in Zamenz, Kreis Neustettin) heiraten auf dem Gut Lancke im
Kirchenkreis Bernau bei Berlin. 1767-06-22
Wilhelm von Humboldt wird in Potsdam geboren. Er hat einen Halbbruder
aus der ersten Ehe der Mutter: Heinrich Friedrich Ludwig Ferdinand von
Hollwede (1763-1817). 1769-09-14
Alexander von Humboldt wird in Berlin, Jägerstraße
Nr. 22 (heute Sitz der Berlin-Brandenburgischen Akademie der
Wissenschaften) geboren. Der Geburtsort steht nicht mit letzter
Sicherheit fest; es könnte auch Schloss Tegel bei Berlin sein. 1769-10-09 Taufe im Berliner Dom. H. erhält die Vornamen Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander. 1775 Beginn der Unterrichtung H.s durch Hauslehrer (u.a. Joachim Heinrich Campe). 1777
Gottlob Johann Christian Kunth übernimmt die
Erziehung der Brüder Wilhelm und Alexander. Neben Kunth erteilen auch
andere Berliner Gelehrte Unterricht. 1777-09-25
Tod des Mathematikers und Philosophen Johann Heinrich Lambert (geb.
1728); H. wird zur Aufbahrungsstätte geführt, um ihn ""pedantisch an
den Anblik von Leichen zu gewöhnen" (Brief an Emil du Bois-Reymond,
4.9.1851). 1778-05-20 Goethe zu Gast in Tegel, wo H. seine Kindheit verbringt. 1779-01-06
Tod Alexander Georg von Humboldts; Beisetzung
zunächst in der Dorfkirche von Ringenwalde/Neumark, später in der
Dorfkirche in Falkenberg bei Berlin. 1779-01-09
Die "Königlich privilegirte Berlinische Staats- und gelehrte Zeitung"
meldet, dass am 6. 1. früh um 2 Uhr der "Königl. Preußische Cammerherr
und Major, Herr von Homboldt [sic!]" verstorben ist. 1781-07-30
Der Arzt Ernst Ludwig Heim erklärt in Tegel den
Brüdern Wilhelm und Alexander von Humboldt die 24 Klassen des
Linnéschen Pflanzensystems. 1783-04-08 H. fertigt eine Zeichnung der "Halbkugel der neuen Welt" (Amerika, Ozeanien) an. 1783-04-10 H. entwirft eine zeichnerische Veranschaulichung des "Copernicanischen Planetensystems". 1784-06-24 Maria Elisabeth von Humboldt übergibt Tegel einem Pächter. 1786-01-07 H. nimmt an der Leichenfeier für den Philosophen Moses Mendelssohn teil. 1787-10-01
Immatrikulation H.s und seines mit ihm am 29.9.
eingetroffenen Bruders Wilhelm an der Universität Frankfurt/Oder. Die
Brüder studieren das erste Semester unter der Aufsicht von Kunth. 1788-02-13
H. schließt einen "Freundschaftsbund" mit dem
Theologiestudenten Wilhelm Gabriel Wegener in Frankfurt/Oder. 1788-03-20
Ende des Studiums in Frankfurt/Oder. H. kehrt nach
Berlin zurück; sein Bruder bezieht die Universität Göttingen. Kunth,
der Wilhelm von Humboldt nach Göttingen begleitet hatte, kehrt am 5.5.
zu H. zurück. H. wird in Berlin durch verschiedene Gelehrte in
Technologie, Physik, Mathematik, Zeichnen, Griechisch und Philosophie
weiter unterrichtet. Daneben betreibt er mit Karl Ludwig Willdenow
botanische Studien. H. und Willdenow schließen Freundschaft. 1788-07-14 H. reitet mit Kunth über Rüdersdorf nach Frankfurt/Oder, wo sie sich zwei Tage aufhalten. 1788-07-18 H. wieder in Berlin. 1788-08/09
H. reist mit dem Geistlichen Johann Friedrich
Zöllner, seinem Lehrer in Technologie, über Eberswalde nach dem
Humboldtschen Gut Ringenwalde/Neumark (B: 4.9.). 1788-09-27 H. sieht in Berlin den Ballonaufstieg Jean-Pierre Blanchards. 1789-01-05
In der "Gazette littéraire de Berlin" erscheint H.s
erste Veröffentlichung, die Übersetzung einer botanischen Abhandlung
aus der lateinischen in die franz. Sprache mit eigenen Anmerkungen
(Fortsetzung am 12.1.). 1789-04-10 H. reist mit
Kunth von Berlin ab, um in Göttingen an der Universität seine Studien
fortzusetzen. Reiseroute: Magdeburg (5 Tage), Besuch der Salzwerke zu
Schönebeck, Groß-Salze und Frohse, Herrnhuter-Kolonie Gnadau, Harbke
(Veltheimsche Baumzucht), Helmstedt (Besuch bei dem Mathematiker Johann
Friedrich Pfaff), Braunschweig (8 Tage; Zusammentreffen mit dem Bruder). 1789-04-25
Immatrikulation an der Universität Göttingen. Von
Göttingen mehrere Reisen ins Hessische, durch Niedersachsen, in den
Harz und ins Eichsfeld. 1789-06-01
H. auf dem Brocken (Beleg: Grosse, W.: Die
Stammbücher des Wolkensacks, und: Brockenwanderer der Jahre 1809 bis
1849 [nach Auszügen aus dem Wernigeröder Intelligenz- bzw.
Wochenblatt]. In: Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und
Altertumskunde. Jg. 61. 1928, S. 125.) 1789-07-19
H. übergibt dem Philosophen Friedrich Heinrich
Jacobi in Bad Pyrmont ein Empfehlungsschreiben seines Bruders Wilhelm.
Er bleibt 8 Tage. 1789-09-Anf. H. wieder in Göttingen. 1789-09-24
H. verläßt Göttingen mit dem holländischen Arzt und
Botaniker Steven Jan van Geuns (1767-1795) zu einer "naturhistorischen"
Studienreise. Reiseroute: Kassel, Marburg, Gießen, Frankfurt/Main,
Darmstadt, der Bergstraße folgend über Heppenheim und Weinheim bis
Heidelberg, Speyer, Bruchsal, Philippsburg, Mannheim, Alzey, Mörsfeld,
Besuch von Quecksilberbergwerken in Pfalz-Zweibrücken. Dann nach Mainz,
wo sie 8 Tage im Hause Georg Forsters leben, auf dem Rhein bis Bonn, zu
Land nach Köln und Pempelfort, wo sie 8 Tage bei Friedrich Heinrich
Jacobi verbringen, Duisburg, Münster, Warendorf, Rietberg, Paderborn,
Kassel. 1789-12-14 H. und sein Bruder treffen
sich in Gotha. Sie bleiben zwei Tage im Hause ihres früheren Lehrers
Josias Friedrich Christian Löffler, bei dem sie in Frankfurt/Oder
gewohnt hatten. H. reist am dritten Tag nach Erfurt weiter. 1789-12-16 Ankunft in Erfurt. Verlobung Wilhelm von Humboldts mit Caroline von Dacheröden (1766-1829). 1789-12-18 H. reitet nach Göttingen zurück. 1789-12-Ende H. erkrankt in Göttingen an Masern. 1790-02-14
H. schickt den ersten Teil des Manuskripts für das
Buch "Mineralogische Beobachtungen über einige Basalte am Rhein" an den
Verleger. Der Rest folgt am 21.2.; das Werk erscheint im gleichen Jahr
in Braunschweig. 1790-03-18 H., der seine Studien in Göttingen beendet hat, reist nach Mainz. 1790-03-21 H. trifft in Mainz bei Georg Forster ein. 1790-03-25
Beginn der Reise H.s mit Forster. Reiseroute
(Übernachtungsorte, soweit bekannt, kursiv): 7 Uhr Abfahrt mit dem
Schiff von Mainz, Eltville, Bingen, Bacharach, Kaub, St. Goar, Boppard
(20 Uhr). 1790-03-26 Ehrenbreitstein (von hier
bis Düsseldorf begleitet sie der Schauspieler August Wilhelm Iffland),
bis 13.30 Uhr in Koblenz, Neuwied, Andernach (mineralogische Exkursion). 1790-03-27
Abfahrt bald nach 4 Uhr, Basaltbruch gegenüber Unkel
(9 Uhr), Bonn, Köln (bis zum Einbruch der Dunkelheit im Dom). 1790-03-28 Mit dem Schiff bis Düsseldorf, Aufenthalt in Pempe1fort bis zum 30.3. bei F. H. Jacobi. 1790-03-30
Besuch der Galerie in Düsseldorf (3 Stunden). Nachts
von Pempelfort nach Jülich, Aachen. Aufenthalt dort bis zum 3.4. mit
Abstechern nach Vaals und Burtscheid. 1790-04-03 Früh Abreise von Aachen nach Clermont, Lüttich. Aufenthalt dort bis zum 5.4. 1790-04-05 Lüttich, St. Trond, Tirlemont, Löwen. 1790-04-06 Löwen, Mecheln, Vilvoorde, Brüssel. 1790-04-07 Stadtbesichtigung von Brüssel. 1790-04-09 Exkursion von Brüssel nach Schooneberg, 1790-04-11 Weiterfahrt von Brüssel nach Enghien. Besuch bei Herzog Ludwig Engelbert von Aremberg (1750-1820). 1790-04-12 Enghien, Ath, Leuze, Tournai, über die franz. Grenze nach Pont à Tressain, Lille. 1790-04-13 Lille, Armentières, Bailleul, Cassel, Bergen, Dünkirchen. 1790-04-14 Dünkirchen, über die französisch-österreichische Grenze, Fürnen. 1790-04-15 Fürnen, Nieuwpoort, Ghisiel, Ostende. 1790-04-16 Ostende, Jabick, Brügge, Gent. 1790-04-17 Gent, Lokeren, St. Nikolas, Antwerpen. 1790-04-18 Besichtigung einer Salzsiederei. 1790-04-19
Um 4.30 Uhr Abreise von Antwerpen, über die
holländische Grenze, Zevenbergen, Moerdyk, Übersetzen über Hollandsch
Diep, Weiterreise über Stryen nach Katendrecht (?). 1790-04-20 Über die Nieuwe Maas nach Rotterdam. 1790-04-21 Rotterdam, Delft, Den Haag, am 21.4. Spaziergang nach Scheveningen. 1790-04-27
Abfahrt von Den Haag um Mitternacht (auf dem Schiff
geschlafen), an Hartekamp vorbei, Haarlem, mit Kutsche bis Amsterdam.
Aufenthalt dort bis zum 1.5. 1790-04-29 Ausflug von Amsterdam nach Zaandam. 1790-05-01 Um 5 Uhr Abfahrt von Amsterdam, Haarlem, Leiden (22 Uhr). Aufenthalt dort bis zum 4.5. 1790-05-04 Leiden, Delft, Maassluis. 1790-05-05
Maassluis, über die Maas, Insel Rozenburg, über den
anderen Maasarm, Brielle, Hellevoetsluis (13 Uhr). Um 16 Uhr
Einschiffung an Bord der "Nancy" (Fischerboot aus Harwich), Überfahrt
nach England. 1790-05/06 Reisen in England:
London (3.6.), Besuch der Westminster-Abbey, Aufführung des "Messias"
von Georg Friedrich Händel, (5.6.), Westminster Hall, (bei diesem oder
dem zweiten Aufenthalt in der Stadt Besuch des botanischen Gartens von
Kew), Windsor, Reading, Bath, Bristol (Ankunft 7.6., abends), über
Worcester, Droitwich, Gloucester, nach Birmingham (9.-11.6.), über
Cheadle und Buxton nach Castleton, Middteton (13.6.), Chatsworth,
Matlock (14.6.), über Cromford nach Derby (15.6.), über Buxton,
Coventry und Warwick nach Stratford (16.6.), über Shipston und Chapel
nach Woodstock (17.6.), über Blenheim nach Oxford (18.-20.6.), H. lernt
den letzten Schüler Linnés, Adam Afzelius (1750-1837), kennen. London
(27.6.), Dover (28.6.). Überfahrt nach Frankreich: Calais (29.6.),
Paris; dort Aufenthalt bis zum 6.7. (Diese Daten sind den Briefen und
Berichten Georg Forsters entnommen.) 1790-07-06 Abreise von Paris, Livry, Claye, Meaux. 1790-07-07 Um 3 Uhr Abreise von Meaux, Marnetal bis Epernay (10 Uhr), Châlons-sur-Marne (16 Uhr). 1790-07-08 Châlons-sur-Marne, Clermont-en-Argonne, Verdun. 1790-07-09 Verdun, Mauheule, Metz (14.30 Uhr). 1790-07-11 Ankunft in Mainz. 1790-07-25
H. sendet seine Schrift "Mineralogische
Beobachtungen über einige Basalte am Rhein" an Abraham Gottlob Werner. 1790-07-26 Abreise (geplant) von Mainz, Aschaffenburg, Vogelsgebirge, Rhön, Göttingen (B: 10.8.), Hamburg. 1790-08-10 H. besucht Georg Christoph Lichtenberg in Göttingen und berichtet ihm von seiner Reise. 1790-08-Mitte
H. setzt an der Handelsakademie von Johann Georg
Büsch (1728-1800) in Hamburg seine Studien fort. 1790-09 H. macht eine achttägige Reise zur Insel Helgoland. 1790-10-03
H. sendet seine "Mineralogischen Beobachtungen über
einige Basalte am Rhein" an Georg Christoph Lichtenberg. zurück
1791-1800
1791 | 1792 | 1793 | 1794 | 1795 | 1796 | 1797 | 1798 | 1799 | 1800
1791-04-26
H. nach Beendigung seiner Studien an der Hamburger
Handelsakademie auf der Durchreise nach Berlin in Escheburg. 1791-05 H. setzt in Berlin seine botanischen Exkursionen mit Karl Ludwig Willdenow fort. 1791-05-14 H. bittet um eine Anstellung im preußischen Bergdienst. 1791-06-03
H. reist von Berlin ab, um sich nach Freiberg in
Sachsen an die dortige Bergakademie zu begeben. Aufenthalt in Dresden. 1791-06-14 H. nimmt sein Studium an der Bergakademie in Freiberg (Sachsen) auf. 1791-06-29
In Erfurt heiraten Caroline von Dacheröden und
Wilhelm von Humboldt. H. reist deshalb am 24.6. nach Thüringen und
verbindet die Reise auf Anraten seines Freiberger Lehrers, des Geologen
Abraham Gottlob Werner, mit "geognostischen" Beobachtungen um Naumburg,
Bottendorf/Unstrut (Kupferflöze), Bretleben bei Artern, Bad Kösen und
Sulza. 1791-07-05 Befahrung der Grube "Neu-Beschert-Glück" in Freiberg (Sachsen). 1791-07-07
H. wird auf Vorschlag Karl Theodor Freiherr von
Dalbergs außerordentliches Mitglied der "Churfürstlichen Mayntzischen
Academie nützlicher Wissenschaften" zu Erfurt. 1791-08-09
H. entdeckt bei einer Grubenbefahrung in Freiberg
(in der "Radstube") einen neuen Gang, der die Trivialbenennung
"Humboldter Spat" erhält. 1791-08-Mitte H.
unternimmt (nach dem 9.8.) eine Reise durch das Böhmische Mittelgebirge
mit seinem Kommilitonen Johann Karl Freiesleben, mit dem er sich in
Freiberg angefreundet hatte. Reiseroute: Freiberg, Frauenstein,
Altenberg, Klostergrab, Teplitz/Teplice, Dux /Duchcov, Ossegg, Teplitz,
Steinkohlenwerk Kutterschütz/Chuderice bei Bilin/Bílina (zeitweise
begleitet sie der Biliner Arzt und Naturforscher Franz Ambros Reuß),
Bilin (Flaschenfabrik), Hrobschitz/Hrobcice, Meronitz/Merunice
(Granatgruben), Kamaikberg/Kamýk bei Wschechlapp/Vsechlapy,
Schelkowitz, Granatenschenke (Granátka), Podseditz/ Podsedice
(Granatenschleifereien), Koschow/Chozov, Berge bei Koschow und
Werschowitz/Vrsovice, Laun (Erdbrände), an der Eger/Ohre entlang bis
Koschtitz/Kostice, Hasenberg/Hazmburk bei Klappay /Klapý, zurück über
Trebnitz/Trebnice, Tepley/Teplá, Watislaw/Vlatislav,
Milleschau/Milesov, nach Teplitz/ Teplice. Über Zinnwald nach Freiberg
(B: 25.8.). 1791-11-25 Begegnung mit Leopold von Buch (1774-1853) in Freiberg. 1791-11-27 H. reist nach Grünthal (wohl bei Olbernhau im Erzgbirge). 1791
Marie Elisabeth von Humboldt kauft das Gut
Falkenberg bei Berlin von einem Oberstleutnant von Lochau. Nach dem
Umbau der Dorfkirche läßt sie die sterblichen Überreste ihrer Ehemänner
und einer Tochter aus erster Ehe in den im Kirchturm eingerichteten
Begräbnisplatz überführen. 1792-02-26
H. feiert mit Freunden seinen Studienabschluß in
Freiberg. Abreise wohl am selben Tag um 18 Uhr über Meißen nach Berlin. 1792-02-27 H. trifft nach Beendigung seines Studiums in Freiberg wieder in Berlin ein. 1792-02-29 H. wird Assessor im preußischen Bergdepartement. 1792-03-06
H. erhält die am 29.2. ausgefertigte Ernennung zum
Assessor cum voto im preußischen Bergdepartement. 1792-03-19 9-12 Uhr Session in der Berg-Administration Berlin. 1792-04-Anf.
H. mit dem Reichsfreiherrn Karl vom und zum Stein
(1757-1831) und Friedrich Wilhelm Graf von Reden (1752-1815) in
Freiberg. Sie fahren am 8.4. von Freiberg über Dresden, Elsterwerda,
Annaburg und Beelitz "in 2 Tagen und 1 Nacht" zurück. 1792-04-10 H. trifft in Potsdam ein. 1792-04-11 H. wieder in Berlin; an den Wochenenden in Tegel. 1792-06-04
H. bricht von Berlin über Tegel (5.6. bei seiner
Mutter in Tegel) zu einer fünf- bis sechstägigen Inspektionsreise auf:
Linurn (Torfstecherei), Zehdenick (Ziegelei), Rheinsberg
(Fayence-Herstellung), dort am 6.6. eingetroffen. 1792-06-12 Etwa von diesem Tage an besichtigt H. die Berliner Porzellanmanufaktur. 1792-06-17
H. verfasst in Berlin einen Bericht über die Fayence-
und Steingutmanufaktur zu Rheinsberg - sein erstes
wissenschaftlich-technisches Gutachten. 1792-06-29
H. bricht von Berlin zu einer Dienstreise nach
Franken auf. Er reist über Zehlendorf und Potsdam nach Erfurt, wartet
dort fünf Tage auf ein Commissoriale aus Bayreuth und begibt sich
unterdes mit dem Bruder nach Jena (6.7.), von dort über Uhlstädt nach
Saalfeld. 1792-06 H. stellt Versuche über das
Leuchten des Holzes und das Keimen der Pflanzen an (Brief an
Freiesleben, 5.6.1792). 1792-06 H. arbeitet über Kristallisation, hat einen Ofen für chemische Experimente gebaut. 1792-07-03
H. nimmt an einer Sitzung der "Churfürstlichen
Mayntzischen Academie nützlicher Wissenschaften" zu Erfurt teil. 1792-07-07
H. besichtigt in Saalfeld das Wagnersche
Blaufarbenwerk und die Zeche "Pelikan" bei Saalfeld. Er fährt weiter
über Schwefelloch bei Schmiedefeld, Kreis Neuhaus, nach Gräfenthal an
der Zopte, wo er am 11.7. eintrifft. 1792-07-12 H. trifft in Ludwigstadt ein. 1792-07-13 Weiterreise über Lehesten (Thüringer Wald), Kreis Lobenstein, Wurzbach, Steben nach Naila. 1792-07-14 Grubenbefahrungen in der Nähe von Steben. 1792-07-15
H. besichtigt das Loewelsche Vitriolwerk in der
"Hölle", die Gruben im Selbitztal, Höllengrund, Kemlas an der Saale,
bei Gottmannsgrün, Berg Hadermannsgrün und auf dem Keilingstein. 1792-07-16
H. besichtigt die Roteisenstein-Gruben bei
Dürrenwaid, Gruben bei Geroldsgrün, Hochöfen bei Marxgrün, Lichtenberg,
Geroldsgrün und Thiemitz. 1792-07-17 Weiterreise von Naila über Münchberg ins Goldkronacher Revier. 1792-07-20 H. reist weiter ins Wunsiedler Revier. 1792-07-23 H. in Arzberg. 1792-07-30 H. besichtigt die Saline Schwäbisch-Hall. 1792-08-01 H. im Vitriol- und Alaunwerk Crailsheim. Besichtigung der Porzellanmanufaktur Bruckberg. 1792-08-26
H. erstattet dem Chef des preußischen Bergwesens
Friedrich Anton Freiherrn von Heinitz in Bayreuth mündlich Bericht. 1792-09-05
H. nimmt an einer Beratung in Ansbach teil, bei der
Karl August von Hardenberg (damals Chef der Verwaltung der 1791 an
Preußen abgetretenen fränkischen Fürstentümer Ansbach-Bayreuth, später
Staatskanzler) und Friedrich Anton von Heinitz (Chef des preußischen
Bergbaus) anwesend sind. 1792-09-06 H. wird zum Oberbergmeister in den fränkischen Fürstentümern befördert. 1792-09-22
H. schließt seinen umfassenden "Bericht über den
Zustand des Bergbaus und Hüttenwesens in den Fürstentümern Bayreuth und
Ansbach" ab. Am gleichen Tage verabschiedet er sich in Ansbach von
Hardenberg, um zu einer bergmännisch-halurgischen Besichtigungsreise
aufzubrechen. Reiseroute: Bayreuth (23.9.), München (29.9.-1.10.),
Rosenheim, Traunstein (B: 4.10.), Reichenhall (insges. 12 Tage),
Berchtesgaden (B: 12.10.), Hallein (Besichtigung des Salzbergwerkes
Hallein-Dürrenberg, B: zwischen 15. und 21.10.), Salzburg, Linz, Wien
(27.10.-9.11.). Rückreise durch Mähren (ohne Aufenthalt), Troppau in
Schlesien (Opava) (12.11.), Tarnowitz (Tarnowskie Góry) (B:
16.11.-16.12.), Abstecher nach Krakau, Wieliczka (B: 7.12. Besichtigung
des Salzbergwerks), Ojców, und wahrscheinlich auch Bochnia. Abreise von
Tarnowitz (17.12.) nach Malapane - Breslau (B: 23.12.). 1792-12-Ende
H. hält sich für drei Wochen in Breslau bei Graf von
Reden auf und unternimmt eine Exkursion ins Riesengebirge,
Waldenburg/Walbrzych, Kupferberg/Miedzianka am Bober. 1793-01-13 H. trifft auf Redens Gut Buchwald (bei Schmiedeberg) ein. Rückreise nach Berlin für den 15.1. vorgesehen. 1793-01-Mitte H. wieder in Berlin, wo er vier Monate bleibt. 1793-03-Ende-04-09 H. krank, "bettlägerig". 1793-04-25 (?) H. für einige Tage in Schönebeck, um Bauten für das dortige Salinenwesen anzuordnen. 1793-05-Anf. H.s "Florae Fribergensis specimen" erscheint in Berlin. 1793-05-Mitte
H. trifft sich in Berlin mit seinem Bruder Wilhelm,
der zu diesem Zweck am 5.5. von Erfurt abgereist ist. 1793-05-um20 H. in Leipzig bei Freiesleben und Gotthelf Fischer von Waldheim (1771-1853). 1793-05-24 H. reist von Berlin nach Bayreuth, um seinen Dienst als Oberbergmeister in Franken anzutreten. 1793-05-25 H. auf der Durchreise in Leipzig; er wird Mitglied der dortigen "Linnéischen Societät". 1793-05-26 H. auf der Durchreise in Erfurt. Weiterreise in der Nacht zum 27.5. 1793-05-30 H. übergibt in Bayreuth Hardenberg ein Schreiben. Er tritt seinen Dienst als Oberbergmeister an. 1793-06-10 H. auf der Goldmühle bei Kronach. 1793-06-20 H. wird Mitglied der "Leopoldinisch-Karolinischen Akademie der Naturforscher". 1793-06-Ende H. besucht Göttingen (B: 24. und 27.6.). 1793-07-11
H. wieder in Steben nach einer Reise u.a. durch
Schmalkalden und Kamsdorf. H. nennt zum ersten Male Sibirien als
Reiseziel (Brief an Vladimir Jurevic Sojmonov, 11.7.1793). 1793-07-Mitte
H. erhält die Kursächsische Prämienmedaille für
Kunst und Wissenschaft in Gold für seine dem Kurfürsten Friedrich
August III. übersandte "Flora Fribergensis" (Berlin 1793). 1793-07-30 H. in Falkenstein. 1793-08-04 H. in Steben. 1793-08- 27 H. wird zum Mitglied der "Gesellschaft naturforschender Freunde" in Berlin gewählt. 1793-10-06 H. reist von Ansbach nach Crailsheim. 1793-10-07 H. besichtigt die Vitriolschiefergrube und das Vitriolwerk in Crailsheim. 1793-10-12 H. in Solnhofen an der Donau. 1793-10-21 H. rastet auf der Rückreise in Erlangen. 1793-10-24 H. in Streitberg. 1793-11-28 H. in Goldmühl bei Goldkronach. 1793-11-30 H. 14 Tage krank in Bayreuth ("Flußfieber und Nervenübel"). 1793-11-Ende H. errichtet aus eigener Initiative und aus eigenen Mitteln eine freie Bergschule in Steben. 1793-12-12 H. in Issigau. 1793-12-19 H. in Kaulsdorf. 1793-12-25 H. während der Weihnachtsfeiertage in Bayreuth. 1794-01 H. ist 3 Wochen lang bettlägerig (Fieber). 1794-02-17 H. für 9 Tage im Goldkronacher Revier (Generalbefahrung). 1794-02-26 H. für 8 Tage im Kaulsdorfer Revier (Generalbefahrung). 1794-03-06 H. besucht bis zum 10.3. seinen Bruder Wilhelm in Jena. 1794-03-09 Goethe sucht H. in Jena auf. 1794-03-13
H. verfasst in Steben ein Promemoria zur Umwandlung
der freien Bergschule in eine staatliche Institution. 1794-03-16
H. für 9 Tage im Nailaer Revier (Generalbefahrung).
Der preußische Offizier Reinhard von Haeften (nach Wegener, Willdenow
und Freiesleben der vierte enge Freund H.s) besucht ihn bis zum 22.3.
in Steben. 1794-03-26 H. hält sich für 6 Tage im Wunsiedler Revier auf (Generalbefahrung). 1794-04-02 H. erwähnt seinen Plan einer russisch-sibirischen Reise (Brief an Freiesleben, 2.4.1794). 1794-04-15 H. an diesem und am nächsten Tag wiederum in Jena. 1794-05-08
H. bricht um den 8.5. von Berlin aus zu einer neuen
bergmännisch-halurgischen Reise auf. Reiseroute: Berlin, Kolberg
(12.5.), Thorn, Slonsk, Nessau (Nieszawa), Racionzek (Raciazek),
Woluszewo, Ciechocinek, Lenczictz (Leczyca), Inowraclaw (Inowroclaw),
Strzelno, Tremessen (Trzemeszno), Gnesen (Gniezno), Posen (Poznan),
Glogau (Glogów), Prag, Eger, Bayreuth. 1794-06-08 H. in Muggendorf. 1794-06-10 H. "seit wenigen Tagen" in Goldkronach. 1794-06-13 H. wieder in Bayreuth. 1794-07-07 H. in Ansbach. 1794-07-10 H. in Ansbach. 1794-07-12 H. reist mit Hardenberg über Streitberg, Bayreuth, Ansbach (16.-19.7.) nach Frankfurt/Main. 1794-07-20
H. und Hardenberg treffen in Frankfurt/Main ein. H.
folgt eine Zeitlang, teilweise in Begleitung Hardenbergs, mit
diplomatischen Aufträgen dem Feldmarschall Wichard Joachim Heinrich
Graf von Möllendorf, Oberbefehlshaber der preußischen Armee am Rhein,
und berührt dabei u.a. Monzernheim, Dahlheim (5.8.), Nieder-Flörsheim
(6.8.) und Koblenz. 1794-08-01 H. in Cleve. 1794-08-08 H. in Frankfurt/Main. 1794-08-17
H. reist nach Westfalen und den Niederlanden ab; er
wird auf der Reise zeitweilig durch von Haeften begleitet, dessen
Familienbesitz im Clevischen liegt. 1794-08-30 H. in Erprath bei Xanten. 1794-09-10 H. im englischen Hauptquartier in Uden (Brabant). 1794-09-14 H. reist in die Grafschaft Altenkirchen ab. 1794-09-19 H. in Altenkirchen. Er hält 14 Tage Generalbefahrung in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen. 1794-10-10 H. an diesem und am folgenden Tage in Frankfurt/Main. 1794-10-15 H. in Mainz. 1794-10-16 H. besucht das Hauptquartier des Feldmarschalls Graf Möllendorf in Wörrstadt. 1794-10-17 Rückkehr H.s von Mainz nach Frankfurt/Main. 1794-Herbst H. in der Eifel (am Laacher See). 1794-11-08 H. wieder in Bayreuth. 1794-11-12 H. bis 21.11. in Goldkronach (Generalbefahrung). 1794-11-21 H. in Bayreuth. 1794-12-10 H. in Steben. Er reist von dort zur Generalbefahrung nach Kaulsdorf und Lauenstein. 1794-12-14
H. weilt bis zum 19.12. zu Besuch in Jena.
Zusammentreffen mit Goethe und Schiller. Am 20.12. will H. bis
Kaulsdorf und Lauenstein, am 21.12. bis Steben reiten. 1794-12-24 H. in Steben. 1795-01-27 H. in Bayreuth. 1795-01-29 H. in Berneck, reitet am 30.1. nach Bayreuth zurück. 1795-02-03 H. wird die Leitung des schlesischen Bergbaus angetragen; er lehnt am 27.2. ab. 1795-02-05 H. wieder in Berneck. 1795-02-14 H. kehrt nach Bayreuth zurück. 1795-02-27 H. in Steinach/Fichtelgebirge. 1795-03-03 H. wieder in Bayreuth. 1795-03-26 H. bittet um Entlassung aus den Pflichten eines Oberbergmeisters. 1795-04-02
H. reitet von Steben bis Hof und reist dann mit
Extrapost nach Leipzig weiter, wo er am 4. oder 5.4. eintreffen will. 1795-04-05 H. weilt für 6 Tage in Leipzig bei Freiesleben. 1795-04-16
H. bleibt bis 20.4. auf der Durchreise in Jena und
nimmt seine in den Vorjahren begonnenen galvanischen Versuche wieder
auf, an denen sich jetzt auch sein Bruder Wilhelm und Goethe beteiligen. 1795-04-28 H. verfasst in Steben einen Bericht über das Nailaer Bergamtsrevier. 1795-04-29 H. in Schwarzenbach am Walde. 1795-04-30 H. in Bayreuth. 1795-05-01 H. wird zum Oberbergrat ernannt und von den Pflichten eines Oberbergmeisters entbunden. 1795-06-04 H. in Bayreuth. 1795-06-08 H. in Goldkronach. 1795-06-12 H. in Arzberg (Generalbefahrung). 1795-06-15 H. wieder in Bayreuth. 1795-06-29 H. in Goldkronach. 1795-07-04 H. in Bayreuth. 1795-07-17
H. bricht an diesem Tage von Bayreuth aus zu einer
Reise nach Oberitalien sowie in die Schweizer und franz. Alpen auf.
Reiseroute des ersten Teils der Reise (gemeinsam mit von Haeften):
München, Innsbruck, Hall in Tirol, Trient (B: 28.7.), Treviso, Venedig,
Verona, Padua, Euganeen, Vicenza, Parma, Mantua, Genua, Pavia, Mailand
(B: 26.8.), Lago Maggiore, St. Gotthard, Luzern (B: 2.9.), Grindelwald,
Genf, Bern, am 12.9. nach Thun (von hier bis Basel als Begleiter
Hardenbergs), über den Thuner See nach Unterseen, Interlaken und nach
Grindelwald, Besichtigung des Gletschers (13.9.), nach Lauterbrunnen,
über den Thuner See zurück nach Thun (14.9.), durch das Emmental und
über Langnau, über die Hasenmatt (höchste Erhebung im Kanton Solothurn) und Burgdorf (15.9.), nach Solothurn,
Besteigung des Weissenstein mit Hardenberg, Übernachtung in einer
Sennhütte (16.9.), nach Basel (17.9.), am 18.9. von Basel über
Schaffhausen (etwa 20.9.) nach Konstanz (?), von wo von Haeften allein
zurückreist. Reiseroute des zweiten Teils der Reise (gemeinsam mit J.
K. Freiesleben): Zürich, Aarau, Bern (B: 30.9.), Genf, Servoz,
Chamonix, Tal von Chamonix, Vallorcine, durch das Wallis auf den St.
Bernhard, Bourg-St. Pierre (2 Tage), Bex-les-Bains, Aigle, Vevey,
Fribourg, Bern (B: 17.-20.10., 17.10. erneutes Zusammentreffen mit
Hardenberg), Thun, Interlaken, Lauterbrunnen, Grindelwald, Brienz,
Haslital und Sachseln am Sarner See, Altdorf, St. Gotthard, Airolo,
Faido, zurück über Luzern, Zürich (31.10. abends), Schaffhausen (B:
5.11., Abreise für den 6.11. vorgesehen), Öhningen am Bodensee,
Bayreuth (B: 20.11.). 1795-11 H. in Steben,
Sichersreuth (B: 2.12.), Lauenstein, Goldkronach und Arzberg bis Anfang
Februar 1796 tätig. 1795-12-14 H. in Bayreuth. 1796-01-24
"Je conçus l'idée d'une physique du monde." (Brief
H. an M.-A. Pictet, 24.1.1796). Erster Beleg für die wohl schon zuvor
vorhandene Absicht, eine "physische Weltbeschreibung" zu verfassen. 1796-02-16
H. reist von Bayreuth nach Berlin, wohin ihn
Hardenberg zur Bearbeitung Bayreuther Angelegenheiten (vorwiegend
Finanz- und Münzfragen) im Ministerium gerufen hat. Ankunft etwa 27.2.
Er trifft in Tegel Bruder und Schwägerin, die dort bei seiner an
Brustkrebs erkrankten Mutter weilen. 1796-03-26 H. hinterlegt sein Testament beim Stadtgericht Berlin. 1796-04-05 Mittagessen der Brüder H. mit Ernst Ludwig Heim bei Hardenberg. 1796-04-07
H. nimmt an einer Konferenz zur "Wegschaffung des
Preußischen Courants aus den Fränkischen Fürstenthümern" unter
Anwesenheit Hardenbergs teil. 1796-04-17 H. kehrt
über Jena nach Bayreuth zurück, wo er mehrere Wochen an einer fiebrigen
Erkrankung leidet. 1796-05-03 H. in Bayreuth. 1796-07
H. wird zum Fürsten Friedrich Ludwig von
Hohenlohe-Ingelfingen nach Ingelfingen gesandt, um von dort aus mit
militärischer Eskorte den Befehlshaber der in Württemberg eingerückten
Truppen, General Jean-Victor Moreau, aufzusuchen und mit ihm über die
Beachtung der Neutralität der Fränkischen Fürstentümer und der
Hohenloheschen Besitzungen zu verhandeln (B: 17.7.: Ingelfingen; 18.7.:
Ansbach; 21.7.: Ingelfingen; ? Juli: Stuttgart). 1796-07-31 H. von seiner erfolgreichen Mission zurück und wieder in Ingelfingen. 1796-08-02 Abreise H.s von Ingelfingen. 1796-08-22 H. wieder in Bayreuth. 1796-10-16 Unfall H.s bei Versuchen mit dem von ihm konstruierten Lichterhalter im Alaunwerk zu Berneck. 1796-10-18
H. liest in der "Gesellschaft der naturforschenden
Freunde" in Berlin bei Bergrat Karsten: "Versuch über die Natur des
Lichtstoffs und dessen Entbindung". 1796-11-Anf.
H. bereist mit Bergmeister Friedrich Killinger und Münzmeister
Christian Friedrich Gödeking (1770-1851) 8 Tage lang die Oberpfalz und
das Fichtelgebirge und entdeckt den Magnetismus des Haidbergs bei
Gefrees (B: 14.11., Brief an A. G. Werner, 21.12.1796). 1796-11-19 Tod Marie Elisabeth von Humboldts. 1796-11-22
In der "Königlich privilegirten Berlinischen Zeitung
von Staats- und gelehrten Sachen" erscheint die Anzeige des Todes von
Marie Elisabeth von Humboldt. "Ich mache diesen Todesfall allen
Verwandten und Freunden unsers Hauses für mich und im Namen meiner
Brüder, des Legationsraths und des Oberbergraths von Humbold [sic!],
hierdurch ergebenst bekannt, verbitte aber alle schriftliche Bezeigung
einer Theilnahme, deren ich bei jedem, welcher die Verewigte näher
kannte, ohnehin versichert bin. Berlin, den 19ten Novbr., 1796.
Rittmeister [Ferdinand] v. Holwede." 1796-11-24 H. erhält die Nachricht vom Tode seiner Mutter. 1796-12-03
Beisetzung Marie Elisabeth von Humboldts in der
Dorfkirche von Falkenberg. Wilhelm und Alexander sind nicht anwesend.
(Die Kirche wird 1945 zerstört; am Eingang zur Gruft befindet sich eine
Gedenktafel). 1796-12-21 "Ich bereite mich jetzt
ernsthaft zu einer großen Reise außerhalb Europas." (Brief an A. G.
Werner, 21.12.1796). 1796-12-Ende H. scheidet auf eigenen Wunsch aus dem Bergdienst aus. 1797-01-02 Wilhelm und Caroline von Humboldt erwarten H.s Besuch in Jena. 1797-01-12
Der Mathematiker Jean Trembley (1749-1811) verliest
in der Berliner Akademie der Wissenschaften einen Brief von H. an
Pictet über seine Beobachtung des Magnetismus des Serpentinsteins im
Fichtelgebirge. 1797-01-13 Goethe trifft H. in Jena bei Wilhelm und Caroline von Humboldt. 1797-01-24 H. bis Ende Februar in Bayreuth (B: 26.2.). 1797-03-01
H. erneut in Jena; Begegnungen mit Goethe, der vom
20.2.-31.3. in Jena weilt, am 1., 3., 4., 5., 6., 8., 11., 16., 19.,
27.3. und mit Schiller. H. bleibt, von kurzen Reisen abgesehen, in Jena
und stellt umfangreiche Versuchsreihen über Galvanismus und Wirkung von
Chemikalien auf Tiere und Pflanzen an (im Laboratorium der
Naturforschenden Gesellschaft Jena und im Anatomischen Theater bei
Justus Christian Loder, wo er "täglich fast 6-7 Stunden" präpariert);
er beendet den ersten Band der "Versuche über die gereizte Muskel- und
Nervenfaser" (Posen und Berlin 1797). 1797-03-03
H. hält am Abend Goethe in Jena einen Vortrag über das galvanische
Fluidum. "Fortsetzung über den Galvanismus" (5./6.3.). 1797-03-08 H. führt dem Herzog Carl August von Weimar, der in Jena weilt, Experimente vor. 1797-04-18
H. bis 25.4. in Weimar (Begegnungen mit Goethe: 19.,
20., 21., 23., 24.,25.4.), dann erneut in Jena. 1797-05-11 H. mißt mit dem Senkbarometer die Höhe des Fuchsturmes bei Jena. 1797-05-23
H. besucht den wieder in Jena weilenden Goethe;
desgl. am 26.5. (Gespräch über Weberei in der Antike). Am 29.5. trifft
H. mit Goethe bei dem Anatomen Justus Christian von Loder zusammen. 1797-05-26 H. bis zum 28.5. mit Loder und R. von Haeften in Rudolstadt. 1797-05-30
H. reist an diesem Tag (B: Goethes Tagebuch) oder am
31. mit Caroline von Humboldt, deren Kindern und der Familie von
Haeften von Jena ab. Sie treffen etwa am 3.6. in Dresden ein. Wilhelm
von Humboldt war am 11.6. von Berlin nach Dresden aufgebrochen. In
Dresden wird das Erbe der Mutter zwischen den Brüdern unter Mitwirkung
von Kunth geteilt. 1797-06-14 H. stellt auf dem
Königstein Höhenmessungen an, wohin er von Dresden aus einen Ausflug
unternommen hat. 1797-06-20 H. in Freiberg. 1797-06-21 H. in Tharandt. 1797-06-26
H. soll dem Kurfürsten Friedrich August III. von
Sachsen vorgestellt werden (B: H. an J. K. Freiesleben, 21.6.1797, W.
v. H. an Schiller, 25.6.1797). 1797-06-26 H. reist von Dresden nach Freiberg und am 27.6. weiter nach Marienberg. 1797-06-28
H. hält sich 3 Tage bei Freiesleben in Marienberg
auf und will auf der Rückreise noch bis etwa 4.7. in Freiberg bleiben. 1797-07-04
Besuch des Amalgamierwerks in Halsbrücke und der
Grube "Beschert Glück" durch H. gemeinsam mit dem Ehepaar von Haeften. 1797-07-08 H. führt in Dresden auf dem Schlossturm barometrische Messungen aus. 1797-07-12 H. besucht erneut das Amalgamierwerk in Halsbrücke; am Abend wieder in Dresden. 1797-07-20 H. in Freiberg. 1797-07-25
H. reist von Dresden nach Wien ab. Reiseroute:
Teplitz (Teplice; 27.7.), Prag (30.7.; Besuch der Sternwarte). 1797-08-Mitte
H. bereitet sich bis Mitte Oktober in Wien (B:
19.8.) auf die geplante Reise nach "Westindien" vor (Brief an
Freiesleben, Ende Aug. 1797). Wahrscheinlich von Wien aus Reise nach
Ödenburg (B: 25.8. zwischen Esterhaz und Ödenburg) über die ungarische
Ebene, gemeinsam mit von Haeftens und dem mit H. von der Hamburger
Handelsakademie her befreundeten Nicolaus Diedrich Böthlingk
(1773-1839). 1797-10-21 H. reist an diesem oder
am nächsten Tage von Wien über Linz nach Salzburg, mit Aufenthalt in
Gmunden, am Traunfall und Traunsee. 1797-10-26 H. trifft in Salzburg ein; beginnt am 27.10., die Polhöhe zu bestimmen. 1797-11-07
H. reist von Salzburg über Fuschler See, St. Gilgen
nach Ischl. Hier trifft er mit dem Geologen Leopold von Buch zusammen.
Weitere gemeinsame Reiseroute: Ischler Salzberg (8.11.), Hallstatt
(9.11.), Hallstätter Salzberg und mutmaßlich noch bis Aussee (10.11.),
Aussee und Altaussee sowie Saline Aussee und Bergwerk am Sandling
(11.11.), Aussee, Grisern, St.Gilgen (12.11.). 1797-11-13 H. trifft wieder in Salzburg ein. 1797-11-28 H. besucht mit Leopold von Buch die Eiskapelle am Fuße des Watzmann. 1797-12-03 H. in Berchtesgaden. 1797-12-18 Höhenmessung des Gaisbergs bei Salzburg. 1798-02
Der zweite Band der "Versuche über die gereizte
Muskel- und Nervenfaser" (Posen und Berlin 1797 [!] ist abgeschlossen. 1798-03
H. schreibt seine "Einleitung über einige
Gegenstände der Pflanzenphysiologie" zu der deutschen Übersetzung des
Werkes "Über Ernährung der Pflanzen und Fruchtbarkeit des Bodens"
(1798) von Jan Ingenhousz (1730-1799). 1798-03-04 H. besteigt den Gaisberg bei Salzburg. 1798-04-03
H. teilt Joseph von Utzschneider (1763-1840) aus
Salzburg mit, dass er ihn am 7.4. in Berchtesgaden besuchen wird und
fordert ihn auf, mit nach München und Stuttgart weiterzureisen. 1798-04-07
H. bis zum 17.4. in Berchtesgaden (6 Tage auf dem
Schloss Adelsheim und bei Joseph von Utzschneider). 1798-04-08 H. in Reichenhall (ebenso am 13.4.). 1798-04-16
H. mißt am Königssee Lufttemperatur und
Luftfeuchtigkeit sowie mit einer Thermometersonde die Wassertemperatur
in verschiedenen Tiefen. 1798-04-22 H. verkauft das ihm als Erbteil zugefallene Gut Ringenwalde für 72.000 Taler. 1798-04-24
H. reist von Salzburg nach Paris ab. Reiseroute:
Berchtesgaden, München (26.4.; Besichtigung des militärischen
Arbeitshauses), Augsburg (28.4.), Stuttgart, Rastatt, Straßburg. 1798-05-12
H. trifft in Paris ein, wo sich Bruder und
Schwägerin schon seit dem 17.11.1797 aufhalten. Er wohnt Hôtel Boston,
Rue du Colombier n. 7. Mit dem Mathematiker Jean Charles de Borda
bestimmt H. die magnetische Inklination auf dem Pariser Observatorium. 1798-05-25
H. liest im "Institut de France" (künftig hier mit
"Institut" bezeichnet; es handelt sich, von den wechselnden offiziellen
Benennungen abgesehen, stets um die "Académie des Sciences", eine der
dem "Institut" angehörenden Akademien) über "expériences sur le gaz
nitreux et ses combinaisons avec le gaz oxygène". 1798-05-30 H. liest im "Institut" über "l'état exact de l'atmosphère". 1798-06-02
H. ist anwesend, als in Lieusaint bei Paris die
Basismessung für den Meridianabschnitt zwischen Dünkirchen und
Barcelona, u.a. zur Festlegung des standardisierten Urmeters, beendet
wird. 1798-06-03 H. wiederholt vor der
Galvanismus-Kommission des "Institut" eine Reihe seiner galvanischen
Experimente. 1798-06-30 H. beobachtet mit dem
Physiker Jean-Claude Delamétherie, dem Astronomen Alexis Bouvard, dem
Mineralogen Louis-Benjamin Fleuriau de Bellevue und dem Meteorologen
Louis Cotte im Observatoire National die magnetische Inklination, er
steigt mit den Genannten in die Höhlen unterhalb des Observatoriums, um
das Thermometer abzulesen. 1798-07-18 Wiederholung der magnetischen Beobachtungen vom 30.6. 1798-07-19 H. liest im "Institut" über die "combinaison ternaire du phosphore, de l'azote et de l'oxygène". 1798-07-24
H. veranstaltet galvanische Experimente bei
Delamétherie in Anwesenheit seines Bruders Wilhelm u.a. 1798-10-12 H. liest im "Institut" über die "absorption de l'oxygène par les terres simples". 1798-10-15
H. erhält von der preußischen Gesandtschaft in Paris
einen für 18 Monate gültigen Pass, in dem er als Reiseziele Marseille
und Algier hat eintragen lassen. 1798-10-20 H.
reist mit dem von ihm als Begleiter für die große Reise vorgesehenen
Aimé Bonpland von Paris nach Marseille ab. Mittags in Melun, abends in
Villeneuve-sur-Yonne. Die Nacht bringen H. und Bonpland im Wagen zu.
Weitere Reiseroute: 1798-10-21 Mittags in Auxerre, abends in Lucie-le-Bois. 1798-10-22 Mittags in Saulieu, abends in Arnay-le-Duc. 1798-10-23 Mittags in Chalon-sur-Saône, abends in Mâcon. 1798-10-24 H. und Bonpland fahren mit einer Barke auf der Saône weiter und treffen um 18 Uhr in Lyon ein. 1798-10-25 2 Uhr morgens: Aufbruch von Lyon. Mittags in Péage, abends in Valence. 1798-10-26 Nachts in Avignon. 1798-10-27 Mittags in Lambesc, um 18.30 Uhr Eintreffen in Marseille. 1798-10-Ende
H. und Bonpland warten bis Mitte Dezember vergeblich
auf eine Überfahrtmöglichkeit nach Nordafrika. Sie botanisieren in der
Umgebung von Marseille; H. besucht mehrfach die Sternwarte. Folgende Exkursionen werden unternommen: 1798-11-10 Ausflug nach Toulon, Eintreffen dort um 18 Uhr. 1798-11-11
Besichtigung von Hafen und Arsenal in Toulon; H. auf
La Boudeuse, dem Expeditionsschiff von Louis Antoine de Bougainville. 1798-11-12 Abstecher nach Hygères und Rückkehr nach Toulon. 1798-11-13 Rückkehr nach Marseille. 1798-11-14
H. und Bonpland bleiben bis Mitte Dezember in
Marseille, von wo aus sie einige Exkursionen z. B. zu den Gipsbrüchen
von Allauch und zur Insel Pomègues unternehmen. - Wegen der
Kriegerklärung des Dey von Algier an Frankreich beschließt H., nach
Tunis überzusetzen, erhält aber aus Sicherheitsgründen kein Visum dafür. 1798-12-04 H. entschließt sich, den ihm vorgeschlagenen Weg über Spanien zu wählen. 1798-12-15
H. und Bonpland reisen über Nimes (B: 21.12.),
Montpellier (B: 24.12.) und Perpignan (B: 4.1.1799) nach Spanien. 1799-01-05 H. betritt wohl an diesem Tage spanischen Boden und reist über Gerona (B: 7.1.) nach Barcelona. 1799-01-08
H. trifft in Barcelona ein ( B: 15. und 26.1.) und
macht von dort aus vom 18.-25.1. eine Exkursion zum Montserrat (B:
20.1.). 1799-01-28 H. reist von Barcelona über
Valencia nach Madrid. Reiseroute: Venta de Lionet (28.1.), Los Munjos
(29.1.), Figuereta (29.1.), Cambrils (30.1.), Castilla und Col de
Balaguer (31.1.), Venta della Sienita (2.2.), Alcal de Chisvert (2.2.),
Valencia (B: 5.-8.2.), über den Río Jucar, Puerto de Almanasa,
Albacete, La Roda, Minaya, Povencio, Pedernoso, EI Toboso, Quintanar de
la Orden, Ocaña, Aranjuez, Val de Moro. 1799-02-23
H. und Bonpland treffen in Madrid ein; H. quartiert
sich wahrscheinlich bei dem preußischen Geschäftsträger David de
Tribolet-Hardy ein. 1799-03 H. ist mehrfach am
spanischen Hof in Aranjuez; er wird dem spanischen König Karl IV.
(1748-1819) vorgestellt. 1799-03-04 H. beginnt
seine astronomischen Beobachtungen in Madrid, im Palast des Herzogs von
Infantado y Lerma (Pedro d'Alcantara de Toledo, Duque de Infantado y
Lerman). 1799-03-11 H. reicht sein Gesuch um
Erlaubnis zu einer Forschungsreise durch die spanischen Kolonien beim
spanischen König ein. Die Bittschrift wird durch den sächsischen
Gesandten Philipp Baron von Forell (1758-1808) befördert. 1799-03-15
Der sächsische Gesandte Baron von Forell erhält die
Mitteilung, man werde H. die Erlaubnis zum Studium der Bergwerke und zu
anderen Forschungen in den spanischen Kolonien erteilen. 1799-04-20 H. in Aranjuez. 1799-05-02 H. nochmals in Aranjuez. 1799-05-07 H.s Reisepass wird unter diesem Datum in Aranjuez ausgestellt. 1799-05-13
H. bricht mit Bonpland von Madrid nach La Coruña
auf. Reiseroute: EI Escorial, Guadarrama, Puerto de Guadarrama,
Villacastín, Medina del Campo, Tordesillas, Villalpando, Benavente, La
Bañeza, Astorga, Puerto Manzanal, Bembibre, Villafranca del Bierzo,
Lugo, La Coruña. 1799-06-05 H. hat sich mit
seinem Begleiter auf der spanischen Korvette "Pizarro" eingeschifft und
bricht zu seiner großen Reise auf. 1799-06-16 Die Kanarischen Inseln kommen in Sicht. 1799-06-17
Das Schiff trifft vor Graciosa ein. H. geht in einem
Boot an Land; er betritt zum erstenmal außereuropäischen Boden. 1799-06-19 H. landet in Santa Cruz auf Teneriffa; er bleibt bis zum 25.6. auf der Insel. 1799-06-20 H. reist über La Laguna nach La Orotava. 1799-06-21 Besteigung den Pico de Teide. 1799-06-22 H. beobachtet am Abhang des Pico das "Schwanken" der Sterne. Nachts: Rückkehr vom Pico de Teide. 1799-06-24 Rückkehr nach Santa Cruz und Einschiffung. 1799-06-25 Abfahrt von Santa Cruz. 1799-06-27 Die "Pizarro" schneidet den Wendekreis des Krebses. 1799-07-04 H. sieht zum ersten Mal das Kreuz des Südens. 1799-07-16
H. landet in Cumaná. Wegen einer auf dem Schiff
ausgebrochenen Seuche setzt er die Reise nicht, wie vorgesehen, nach
Cuba fort. Er hält sich in Cumaná mit Unterbrechungen (s. u.) bis zum
18.11.1799 auf. 1799-08-19 H. besucht an diesem und dem folgenden Tage die Halbinsel Araya und die dortige Saline. 1799-08-21 H. bis zum 3.9. wieder in Cumaná. 1799-09-04
H. unternimmt eine Reise zu der Kapuziner-Mission
bei den Chaymas-Indianern im Süden von Cumaná: auf dem Imposíbile
(4.9.), Mission San Fernando (5./6.9.), Cumanacoa (vier Tage
Aufenthalt), Cocollar (12./13.9.), Besteigung des Tumiriquiri (13.9.),
Mission San Antonio (15.9.), Mission Guanaguana (südlichster Punkt,
16.9.), Kloster Caripe (17.9.), von dort Besuch der Höhle der Guácharos
(18.9.). Die Höhle der Guácharos wird durch H. weltbekannt. 1799-09-22
Rückreise von Caripe über die Mission Catuaro (23.9.) nach Cariaco
(23./24.9.). Von dort zu Schiff nach Cumaná; Landung bei dem Gehöft
Pericantral. 1799-09-24 H. bis zum 18.11. erneut in Cumaná. 1799-10-27 Überfall auf H. und Bonpland durch einen Zambo; Bonpland wird leicht verletzt. 1799-10-28 H. beobachtet in Cumaná die Sonnenfinsternis. 1799-11-04 H. erlebt ein Erdbeben in Cumaná. 1799-11-11 H. beobachtet in der Nacht zum 12.11. in Cumaná einen Meteorfall. 1799-11-18
H. bricht zu Schiff von Cumaná nach Caracas auf.
Reiseroute längs der Küste: Nueva Barcelona (kurze Landung 19.11.),
Higuerote (Zwischenlandung 20.11.). 1799-11-21 H. landet in La Guaira, dem Hafen von Caracas 1799-11-22
Weiterreise nach Caracas, wo H. bis zum 7.2.1800
bleibt. Er wird mit den Familien der politisch maßgebenden Hacendados
(Großgrundbesitzer) der Stadt bekannt: dies sind die Familien der
Marqueses Rodriguez del Toro, der Grafen Tovar und der Marqueses de
Ustáriz y Tovar. H. wird von ihnen auf ihre Haciendas in der Umgebung
eingeladen. 1799
In diesem Jahr erscheinen in Braunschweig im Verlag von Friedrich
Vieweg H.s Monographien "Versuche über die Chemische Zerlegung des
Luftkreises" und, mit einer Vorrede Wilhelm von Humboldts, "Über die
unterirdischen Gasarten und die Mittel, ihren Nachtheil zu vermindern." 1800-01-01
H. übernachtet auf der Kaffeeplantage des Vicente
Gallegos am Fuße der Silla bei Caracas. An diesem und dem folgenden
Tage besteigt er die Silla. 1800-01-17 Exkursion
nach La Guaira, dem Hafen von Caracas: Tacagua (17.1.), Quebrada de
Tipe (Topo) (17.1.), La Guaira (23.-25.1.), danach Rückkehr nach
Caracas. 1800-02-07 H. und Bonpland brechen von
Caracas aus zur Orinocoreise auf. Reiseroute: Gneisgebirge EI Higuerote
(8.2.), Hacienda des José de Manterola im Tal des Río Tuy (9.-11.2.),
Victoria am See von Valencia (11.-12.2.), La Concepción, Hacienda der
Familie Ustáriz (13.2.), Maracay (13./14.2.), Tapatapa am Vorgebirge EI
Portachuelo (14.2.), Hacienda de Cura, Besitz des Grafen Domingo Tovar
(1762-1807), (14.-21.2., am 18.2. Besuch der heißen Quellen von
Mariara), Punta Zamora, Guacara (21.2.), Mocundo (22.2.), Nueva
Valencia (22.-26.2.), Trinchera (heiße Quellen, 27.2.), Puerto Cabello
(27.2.-1.3.), Barbula (l.3.), Guacara (Familie des Marqués del Toro,
4.-6.3.), zurück nach Nueva Valencia (6.-8.3.), Guige (8.3.), Villa de
Cura (9./10.3.). Eintritt in die Llanos (Savannen). San Juan de los
Morros (11.3.), Parapara, Ortiz Flores, Mesa de Paja (12.3.), El Caimán
(La Guadelupe; 13.3.), Calabozo (14.-24.3.; Versuche mit Zitteraalen). 1800-03-27
H. trifft in San Fernando am Apure ein, dem Hauptort
der Kapuzinermissionen in der Provinz Barinas. Abschluß der Reise über
die Llanos. 1800-03-30 Beginn der Flußfahrt. H. verläßt um 16 Uhr San Fernando in einer Piroge flußabwärts. 1800-03-31 Diamante, Vuelta del Joval. 1800-04-01 Santa Barbara de Arichuna. 1800-04-04
H. erreicht die Einmündung des Río Apure in den
Orinoco. Weitere Reiseroute der Bootsfahrt auf dem Orinoco
flußaufwärts: Insel Encaramada (5./6.4.), Insel Boca de Tortuga (6.4.),
Beobachtung der "Schildkröteneierernte". Das Boot füllt sich beim
Absegeln durch eine Ungeschicklichkeit des Steuermanns mit Wasser und
gerät in Gefahr, unterzugehen. Die Insassen werden "wie durch ein
Wunder gerettet". Missionsdorf und Gebirge Encaramada, La Urbana.
Der Franziskanermönch Ramón Bueno macht H. auf Petroglyphen aufmerksam,
die er für Buchstaben hält und später in den "Vues des Cordillères"
abdruckt. 1800-04-09 Pararuma, Carichana (11./12.4.),
Einfluß des Río Meta (12.4.), San Borja (12.4.), Playa Guaripa (13.4.),
Insel Guachaco (14.4.), Insel Panumana (14.4.), Stromschnellen
(Raudales) des Orinoco bei Atures (15.-17.4.), Garcita (17.4.) und
Maipures (18.-21.4.), Insel Piedra del Ratón (21.4.), Boca de Zama
(22.4.), Aricagua (23.4.), Siquita (24.4.), San Fernando de Atabapo
(24.4.). 1800-04-26 Abfahrt von San Fernando auf
dem Atabapo: Guapasoso (26.4.), Mendaxari (28.4.), San Baltasar de
Atabapo (29./30.4.), Einfahrt in den Río Temi (30.4.), von diesem in
den Río Tuamini (l.5.), San Antonio de Yavitá (1.-5.5.). Landtransport
der Piroge zum Río Pimichin. 1800-05-06 Reise auf
dem Río Pimichin und dem Río Negro abwärts bis San Carlos del Río Negro (Maroa,
San Miguel de Davipe am 6.5., vorbei an der Casiquiare-Mündung). Nach Aussagen einheimischer Indios
glaubt H., dass die Quellen des Río Negro nicht mehr weit entfernt seien. 1800-05-07 San Carlos del Río Negro, der südlichsten Punkt dieser Reise (bis 10.5.). 1800-05-10
Abreise von San Carlos, den Río Negro flussaufwärts zurück bis
zur Einmündung des Casiquiare: San Francisco Solano, Piedra de
Culimacari (11.5.), Mandavaca (12.5.), Wasserfall Cunuri (13.5.),
Pasiba (14.5.). Fahrt auf dem Río (Brazo) Casiquiare flußaufwärts bis
zum
Ausfluß aus dem Orinoco (20.5.). H. bestätigt die ältere Erkenntniss,
dass der Casiquiare ein Arm des
Orinoco ist, der durch die Bifurkation (Gabelung) des Flusses
entsteht. Der Casiquiare mündet in den Río Negro und verbindet damit
die Stromsysteme des Orinoco und des Amazonas. H. vermutete als Ursache
für die Gabelteilung eine von der
heutigen Forschung bestätigte Bodenerhöhung im Bett des Orinoco. 1800-05-21
H. fährt den Orinoco aufwärts bis Esmeralda und
bleibt dort bis zum 23.5. Er mißt den Gipfel des Cerro Duida und
glaubt, nicht weit von den Quellen des Orinoco entfernt zu sein. 1800-05-24
Rückreise stromabwärts nach Angostura: Santa Barbara del Alto, Isla
deMinisi (26.5.), San Fernando de Atabapo (26./27.5.). Von hier an
passiert H. bis Encaramada den gleichen Flußabschnitt, auf dem er bei
der Hinreise schon flußaufwärts gefahren war: Mündung des Río Meta
(28.5.), Mataveni (29.5.), Raudales von Maipures (29.-31.5.) und Atures
(31.5.), am Raudal von Atures Besuch der Knochenhöhle von Ataruipe, dem
"Nationalbegräbnis" der Atures-Indianer. H. nimmt trotz des latenten
Protestes der Indios drei Skelette und einige Schädel für seinen
Göttinger Lehrer Johann Friedrich Blumenbach (1752-1840) mit.
Carichana, La Urbana (6./7.6.), Insel Cucuruparu (7.6.), San Rafael del
Capuchino (8.6.), Encaramada, Caicara (9./10.6.), Puerto de los Frailes
(11.6.), Boca del Infierno, Real Corona, Insel Ceiba (12.6.), Angostura
(13.6.). Abschluß der 75tägigen Flußfahrt, bei der rund 2.250 km
zurückgelegt wurden. 1800-07-10 H. bricht nach
einem insbesondere für Bonpland notwendigen Genesungsaufenthalt auf der
Hacienda von Juana Bonalda von Angostura zur Rückreise nach Nueva
Barcelona auf dem Landweg auf: Cari (13.7.), Begegnung mit einer großen
Gruppe von Kariben, die H. für den bedeutendsten Indiostamm nach
Azteken und Inkas erklärt. Villa del Pao (16.7.). 1800-07-17
H. wird auf der Gesamtsitzung der Königlich Preußischen Akademie der
Wissenschaften zu Berlin zum außerordentlichen Mitglied gewählt. 1800-07-23 H. bleibt bis 26.8. in Nueva Barcelona. 1800-08-04
Die Wahl H.s zum außerordentlichen Mitglied der
Preußischen Akademie der Wissenschaften wird durch König Friedrich
Wilhelm III. bestätigt. 1800-08-26 H. fährt an diesem und dem folgenden Tage entlang der Küste nach Cumaná. 1800-08-27 Erneuter Aufenthalt in Cumaná (bis 16.11.). 1800-09-07 In Cumanacoa (bis 8.9.). 1800-11-03 Besuch der Halbinsel Araya (bis 5.11.). 1800-11-06 In Manicuare(s). 1800-11-17 Küstenfahrt in 6 Stunden von Cumaná nach Nueva Barcelona. H. bleibt bis zum 24.11. dort. 1800-11-24 H. sticht von Nueva Barcelona nach Cuba in See. 1800-12-19
H. landet in La Habana auf Cuba. Er macht die
Bekanntschaft zahlreicher Familien und Persönlichkeiten der Stadt,
darunter der Jurist Francisco de Arango y Parreno (1765-1837), der Graf J. de Jaruco y Mompox sowie der Graf Pedro Pablo
de Oreilly. H.s erster Aufenthalt auf Cuba dauert bis zum 15.3.1801. zurück
1801-1810
1801 | 1802 | 1803 | 1804 | 1805 | 1806 | 1807 | 1808 | 1809 | 1810
1801-01
H. unternimmt eine Exkursion in das Innere Cubas; er
besucht u.a. die Hacienda del Fondadero (B: 1./2.2.), die Hacienda de
Río Blanco (B: 14.2.), die Hacienda del Almirante (B: 15./16.2.), die
Hacienda de San Antonio (B: 17.2.). Kurz danach trifft H. wieder in
Havanna (B: 21.2.) ein. H. ändert seinen ursprünglichen Reiseplan,
zunächst Mexico aufzusuchen und sich von dort nach den Philippinen zu
begeben. Statt dessen wählt er den Landweg nach Perú, in der nicht in
Erfüllung gehenden Hoffnung, sich der Weltreise des Kapitäns
Thomas-Nicolas Baudin anzuschließen. H. teilt seine und Bonplands
Pflanzensammlungen in drei, ungefähr die gleichen Species enthaltende
Teile, von denen einer in Havanna verbleibt. Die beiden anderen für
London und Paris bestimmten Sendungen gehen verloren. 1801-03-05
Abreise von Havanna nach Cartagena (Columbien).
Reiseroute: Zur Südküste nach Batabanó (dort am 9.3. vor Sonnenaufgang
unter Segel), Cayo Buenito (10.3.), Cayo Flamenco, Cayo de Piedras
(11.3.), Jagua (13.3.), Trinidad auf Cuba (Zwischenlandung und
Übernachtung am 14.3., Weiterreise am 15.3.). Zwischenlandung im Golf
von Darién an der Mündung des Río Sinú. 1801-03-29
Auf der Weiterfahrt nach Cartagena gerät das Schiff
in Seenot; H. kommt, wie ein Jahr zuvor auf dem Orinoco, wieder in
große Gefahr. 1801-03-30 H. landet in Cartagena. Er bleibt dort bis zum 6.4. 1801-04-06
H. reist nach Turbaco, wo er sich bis zum 19.4.
aufhält (Besuch der Schlammvulkane). Trägt Notizen in sein Tagebuch
ein, die er im "Kosmos" zitiert (17.-18.4.) 1801-04-19
Weiterreise über Mahates (20.4.) und Barrancas
Nuevas am Río Magdalena. Von dort fährt H. zu Schiff ab 21.4. den
Magdalenenstrom aufwärts: Insel Cotoreo (22.4.), Tenerife (23.4.),
Pinto (24.4.), Mompós (25.4.-5.5.), El Regidor (12.5.), Morales
(13./14.5.), Badillas (16./17.5.), Barranquillas (17.5.), Hacienda
Paturia 19.5.), Insel Brujas (23.5.), Garapatas (30.5.), EI Resguardo
de Carare (2.6.), Nare (3./5.6.), Guarumo (9./10.6.). 1801-04-20 mit diesem Tag endet die Humboldtsche Reisebeschreibung in der "Relation historique". 1801-06-15
H. verläßt das Schiff in Honda. Exkursion über
Mariquita (17.6.) zu den südlich davon gelegenen Gruben von Santa Ana
(18.6.). H. bleibt in Honda bis zum 22.6. 1801-06-23
H. reist in einem Kanu bis Las Bodegitas, dann auf
dem Landweg über Guaduas (24.-29.6.) nach Santa Fe de Bogotá weiter.
Dort trifft er, von Facatativá über Fontibón kommend, am 8.7. ein. Er
wohnt bei dem Botaniker José Celestino Mutis und diniert mehrfach bei
dem Vizekönig Pedro Mendinueta y Múzquiz. H. führt auf der Hochebene
von Bogotá Höhenbestimmungen und mehrere Exkursionen aus, u.a. besucht
er am 17. und 18.7. die Salzwerke von Zipaquirá, die er begutachtet. Er
besteigt die Berge Guadalupe (25.7.) und Montserrate (15.8.); am
26./27.8. besichtigt er den Wasserfall von Tequendama. 1801-08-04
H. schreibt autobiographische Erinnerungen an seine
Jugend bis zur Rückkehr aus England nach Mainz im Juli 1790 auf
(Biermann, Kurt-R., Hrsg.: Alexander von Humboldt. Aus meinem Leben.
Leipzig/Jena/Berlin bzw. München 1987, S. 32-40). 1801-09-08
Abreise von Bogotá nach Quito. Reiseroute: San
Fortunato (9.9.), Fusagasugá (10.-12.9.), Pandi (13./14.9.), die
natürliche Brücke von Icononzo (14.9.), Pass von Fusagasugá (15.9.),
Espinal (16.9.), Contreras (17.-20.9.), Río Cuello, San Bonifacio de
Ibagué (21.9.), Hochebene von Combaima (22.9.), Ibagué (22.-29.9.),
über den Quindíu-Pass (5.10.), Cartago (13.-21.10.), Buga (26./27.10.),
Hacienda de Guavas (28.10.), Vilela (29.10.), Cali, Popayán (B: 9.11.;
Exkursion zum Dorf Puracé 16.-19.11.; Besteigung des Vulkans Puracé
18.11.; Abreise von Popayán 27.11.), Almaguer (7.12.), Pasto (B: ab
19.12.; die für den 21.12. geplante Besteigung des Vulkans von Pasto
kommt wegen schlechten Wetters nicht zustande; Exkursion nach Voisaco,
Abreise am 22.12.), Teindala (22./23.12.), Santa Rosa (23.12.),
Chillanquer (24.12.), Guachucal (26.12.), H. überschreitet die heutige
Grenze zwischen Columbien und Ecuador, Ibarra (2./3.1.1802:
Zusammentreffen mit dem Naturforscher Francisco José de Caldas). 1802
In diesem Jahr geht H. dazu über, seine
Tagebucheintragungen nicht mehr in deutscher, sondern in franz. Sprache
abzufassen. 1802-01-06 H. trifft in Quito ein. Er
hält sich bis 9.6. in der Stadt bzw. in ihrer Umgebung auf. Er bleibt
vom 16.2.-19.3. in Chillo bei Quito auf dem Sommersitz von Juan Pío
Montúfar, Marqués de Selva Alegre (gest. 1818). Dessen Sohn, Carlos
Montúfar (1780-1816), schließt sich H. und Bonpland zur Weiterreise an. 1802-03-14
Exkursion von Chillo bei Quito zum Antisana. (14.3.
auf der Hacienda von José Aguirre in Pintag; 16.3. Besteigung des
Antisana und Besuch der Hacienda von Joaquin Sánchez; am 18.3. erneut
in Pintag). 1802-03-21 Exkursion zu den Pyramiden
von Yaruquí, die an die 1736-1742 erfolgte Meridianmessung durch Pierre
Bouguer (1698-1758), Charles-Marie de la Condamine (1701-1774) und
Louis Godin (1704-1760) erinnern (bis 22.3.). 1802-04-14 Erste Besteigung des Pichincha (Gipfel Guaguapichincha). 1802-04-28 Aufstieg auf den Cotopaxi; Mulaló (29.4.). 1802-05-26 Zweite Besteigung des Pichincha (Gipfel Rucupichincha mit Krater). 1802-05-28 Dritte Besteigung des Pichincha (Gipfel Rucupichincha) mit Bonpland. 1802-06-05
Ausflug zum Dorf und Berg San Antonio de Lulumbamba
nördlich von Quito. H. sendet Gesteinsproben an die Naturalienkabinette
von Paris, Madrid und Florenz. 1802-06-09 Abreise von Quito; abends in Mulaló. 1802-06-11 H. in Latacunga. 1802-06-12 Weiterreise über Ambato nach Riobamba; dort Aufenthalt mit Exkursionen (17.-28.6.). 1802-06-18 Von Riobamba zum Tunguragua, über die Seilbrücke bei Penipe. 1802-06-19 Aufstieg auf den Tunguragua, jedoch nicht bis zum Gipfel. 1802-06-22 Von Riobamba über Licán nach Calpi; dort Übernachtung. 1802-06-23
H., Bonpland und Carlos Montúfar versuchen, den
Chimborazo, der damals als höchster Berg der Welt gilt (6.310 m), zu
besteigen. H. ermittelte eine erreichte Höhe von 3.031 Toisen = 5.906
m. Nach Reinhold Messner und Marco Cruz, die den Aufstieg rekonstruiert
haben, mussten H. und seine Begleiter bei 5.600 m umkehren. 1802-06-29 Von Guamote nach Alausí durch das Tal von Tiocajas. 1802-06-30 Besuch des Schwefelbergwerks im Berg Cuella bei Tixán. 1802-07-01 Von Alausí über Guasunto nach Pumallacta. 1802-07-02 Von Pumallacta nach Azuay; Übernachtung in Turche. 1802-07-03
Von Turche zur "Festung von Cañar" (Inkafeste), dann
über den Páramo de Voeste nach (Tambo de) Burgay (Übernachtung). H.
besichtigt auf der Weiterreise wiederholt Überreste von Palästen und
Straßen der Inkas. 1802-07-04 Von Burgay über Deley nach Cuenca; dort Aufenthalt. 1802-07-17 Von Cuenca nach Tarqui. 1802-07-18 Über Cumbe, Xaboncillo, Tinajillas und den Páramo de Sanar nach Nabón. 1802-07-20 Von Oña nach Saraguru. 1802-07-21 Vinoyacu. 1802-07-22 Weitere Reiseroute nach Lima: Zalapa bei Loja. 1802-07-23 Vormittags: Ankunft in Loja. 1802-07-23
Besuch der Chinarindenwälder (bis 28.7.), auf die H.
in Bogotá hingewiesen worden war, mit eingehendem Studium der
Wachstumsbedingungen und der Verbreitung. 1802-07-28 Abreise von Loja nach Malacatos. 1802-07-30
Ankunft in Gonzanamá. H. überquert den Río Catamayo,
über die Ebenen von Trigopamba und EI Salto del Fraile. 1802-07-31 Aufstieg auf den Tablón zusammen mit Carlos Montúfar. 1802-08-01 Durch den Río Calvas bei Lucarque in das heutige Peru. 1802-08-02 Ayabaca (bis 4.8.). 1802-08-05 Durch das Tal des Río Cutaco zur Hacienda Olleros am Fuße des Cerro Aypate. 1802-08-06 Gualtaquillo. 1802-08-07
San Pablo, Patagrande, Chulucanas. Im Tal des Río
Chulucanas besichtig H. die Bäder des Inka (Los Baños de Inca) und die
Ruinen einer Inka-Stadt. Von Chulucanas bis Hunacabamba zählt er
insgesamt neun Inka-Häuser. 1802-08-08
Huancabamba (bis 10.8.); über den Páramo de Guamani, die Wasserscheide
zwischen dem Stillen und den Atlantischen Ozean. 1802-08-11 Übernachtung in Sondorillo. 1802-08-14 Aufenthalt in San Felipe in der Provinz Jaén (bis 17.8.). 1802-08-19 Las Huertas de Pucara. 1802-08-22
Von Chamaya, nach dem Übergang des Río Huancabamba
in den Río Chamaya, Flußfahrt den Río Chamaya abwärts bis zur
Einmündung in den Río Marañón, den Oberlauf des Amazonas. 1802-08-23
Flußfahrt auf drei Flößen den Río Marañón abwärts
bis Tomependa an der Mündung des Río Chinchipe; in Tomedenda (bis
31.8.). Von dort sendet H. einen Brief mit der "schwimmenden Post" der
Indios an José Ignacio Checa, den Bruder des Carlos Muntúfar. Dieser
macht ihn mit dem in der Nähe lebenden Stamm der freien
Jibaros-Indianer bekannt. 1802-08-31 Rückreise von Tomependa den Río Marañón und Río Chamaya entlang über Bujao nach Chamaya. 1802-09-01 Übernachtung am Strand des Chamaya. 1802-09-02 Weiterreise zu Lande nach Süden: Übernachtung in Cavico. 1802-09-03 Übernachtung in Cabramayo. 1802-09-04 Übernachtung in Huanca. 1802-09-05 Weiterreise den Río Chotano (bei H.: Chota) aufwärts nach Süden, Übernachtung in Querocotillo. 1802-09-06 Über Sigues nach Moyobamba, hier Übernachtung. 1802-09-07 Weiterreise nach Guambos und Hacienda de Montán. 1802-09-09
Micuipampa am Fuße des Cerro de Hualgayoc.
Besichtigung und Begutachtung der Bergwerke von Hualgayoc. Unterwegs
Besuch einer Grube in Fuentestina. H. lernt den Leiter der dort
weilenden deutschen Bergwerkskommission, Fürchtegott Leberecht Freiherr
von Nordenflycht, und weitere Expeditionsmitglieder kennen. 1802-09-10 H. besucht den Stollen von Espinachi. 1802-09-11 Besichtigung von Gruben. 1802-09-12 Besuch eines Bergwerkes, dann Abreise nach Cajamarca. 1802-09-15
Besuch der warmen Quellen von Cajamarca (13.-18.9.).
In Cajamarca findet H. die Reste des Inka-Palastes, in dem der von
Pizarro ermordete letzte Inka-Fürst Atahualpa lebte. Er lernt dessen
Nachkommen, die in den Ruinen wohnende Familie Astorpilco, kennen. Von
Cajamarca aus Beginn des Abstiegs von den Anden. Von einer Anhöhe beri
Huangamarca erblickt H. zum ersten Mal den Stillen Ozean. 1802-09
Beim Abstieg an der Küste
findet H. ausgetrocknete Flußbetten und in der Ebene Spuren von
Bewässerungskanälen der Inkas, die die Spanier zerstört hatten. Im
Norden von Mansiche siehrt er die Ruinen der von den Inkas zerstörten
Chimu-Stadt Chanchán. 1802-09-24 Trujillo (14
Tage Aufenthalt); von dort Exkursion nach Huamang an der Küste des
Pazifik (25./26.9.). 1802-10-07 Abreise von Trujillo; Übernachtung in Moche. 1802-10-08 Garita. 1802-10-08/09 Santa Elena. 1802-10-13 Huambacho, Casma. 1802-10-15 Huarmayo. 1802-10-19 Huaura. 1802-10-21 Chancay. 1802-10-23
H. trifft in Lima (Peru) ein. Er bleibt dort und in
der Umgebung bis 24.12. Er erhält Zutritt zum Staatsarchiv, in dem er
sich über die Entwicklung von Wirtschaft und Bergbau informiert; er
macht sich Auszüge aus einer ihm zugänglich gewordenen Denkschrift des
Forschungsreisenden Thaddaeus Haenke über die Provinz Cochabamba. 1802-11-07 H. in Callao; Vorbereitungen für Beobachtung des Merkurdurchgangs. 1802-11-09
H. beobachtet den Merkurdurchang vor der Sonne in
Callao. Bestimmung des Längenunterschieds zwischen Lima und Callao. 1802-11-29
H. hält für 24 Stunden den Sternhaufen des Toucan
für einen Kometen und ist über die vermeintliche Entdeckung beglückt. 1802-12-04 H. läßt bis zum 11.12. sein Chronometer durch einen Feinmechaniker überprüfen. 1802-12-14 Zweimalige Bestimmung des Längenunterschieds zwischen Lima und Callao. 1802-12-24
H. begibt sich mit seinen Begleitern in Callao an
Bord der spanischen Fregatte "La Castora", um an der Küste entlang nach
Guayaquil (Ecuador) zu segeln. H. setzt seine in Callao begonnenen
Messungen fort und stellt die niedrige Temperatur der Meeresströmung an
der Küste Perus fest. Die Strömung wird später nach ihm
"Humboldt-Strom" genannt. 1803-01-04
H. geht in Guayaquil an Land. Er bleibt dort bis zum
17.2. Vom 31.1.-7.2. Fahrt auf dem Río de Guayaquil (Río Babahoyo) in
das Landesinnere, um den Ausbruch des Cotopaxi (seit 4.1.) zu
beobachten; Insel Los Cales (31.1.), Samborondón (l.2.), Garzal
(4.-6.2.), Las Bodegas de Babahoyo (6.2.). Am 7.2. wieder in Guayaquil. 1803-02-17
Erneute Einschiffung an Bord der "Orue" oder
"Atlante" zur Fortsetzung der Reise nach Acapulco (Mexico). H.
überquert zum zweiten und letzten Mal den Äquator (26./27.2.). 1803-03-16 H. beobachtet einen Sternschnuppenfall in der Südsee. 1803-03-22
Landung in Acapulco. H. reist am 29.3. auf dem
Landwege nach Mexico-Stadt weiter. Reiseroute: La Moxonera (l.4.),
Chilpancingo (2.4.), Zumpango, Sopilote (3.4.), Mezcala, Estola (4.4.),
Tepecoacuilco (6.4.), Taxco, Tehuilotépec (6./8.4.), Puente de
Ixtla (9./10.4.). 1803-04-12 H. trifft in Mexico-Stadt ein. Von Exkursionen abgesehen, bleibt er dort bis zum 20.1.1804. 1803-05-13
H. tritt eine bis zum 26.5. dauernde Exkursion zu
den Bergwerken von Pachuca, Real del Monte und Morán an. Reiseroute:
Carpio (13./14.5.), San José Gasave, Pachuca (15.5.), Morán
(15.-18.5.), Gruben des Grafen von Regla (19.-21.5.; am 20.5. Aufstieg
auf den Cerro Las Navajas), Atotonilco (21./22.5.), Actopan
(23.-25.5.); Rückkehr nach Mexico-Stadt über Tisayuca und Carpio
(25./26.5.). 1803-05-28 H. in San Agustín de las Cuevas am See von Xochimilco (B: bis 2.6.). 1803-06-08
Von diesem Tage an beschäftigt sich H. mit der
konfiszierten Sammlung mexikanischer Bilderhandschriften des Mailänders
Lorenzo Boturini im Archiv des vizeköniglichen Sekretariats. 1803-08-01
Abreise aus Mexico-Stadt; Exkursion bis Ende
September, zunächst nach Huehuetoca, erste Besichtigung des Real
Desagüe (Entwässerungsanlage) bei Mexico-Stadt (1./2.8.). 1803-08-02 Nach Arroyo Sarco, Querétaro (bis 5.8.) 1803-08-07
Nach Salamanca und zu den Bergwerken von Guanajuato
(bis 10.9.; H. gibt ein sehr ausführliches Gutachten ab). Abschluß der
bergbaulichen Untersuchungen am 6.9.; H. bezeichnet diese Zeit als eine
der anstrengendsten seines Lebens. 1803-09-7/8 Exkursion zu den heißen Quellen von San José de Comanjillas.
Weitere Reiseroute: Übergang über den Río Grande,
Valle de Santiago (11.9.), Valladolid (14./15.9.), Besteigung des
Jorullo (19.9.). Rückreise: Pátzcuaro (21.9.), Valladolid (23./24.9.),
Acámbaro, Maravatío, Ixtlahuaca, Stadt und Vulkan Toluca (Vulkan
Toluca: 28.- 29.9.). 1803-09-29 4 Uhr früh: Abreise von der Stadt Toluca nach Mexico-Stadt. 1803-10-17
H. nimmt bis 21.10. an Prüfungen im Colegio de
Minería teil, mit dessen Direktor und Gründer Fausto de Elhuyar
(1755-1833) er näher bekannt wird. Er erneuert seine Bekanntschaft mit
dem Bergingenieur Manuel Del Río (1764-1849), der in Freiberg sein
Kommilitone war. H. erhält eine an die Gründung des Tribunal de Minería
erinnernde Medaille. 1804-01-09
H. besichtigt mit dem Vizekönig José de Iturrigaray
(1742-1815) zum zweiten Mal die Entwässerungsanlage (Real Desagüe) von
Mexico-Stadt (bis 11.1.). 1804-01-20 H. bricht
mit seiner Begleitung von Mexico-Stadt auf, um nach Veracruz zu reisen.
Reiseroute: Puebla (22.-25.1.; 24.1. trigonometrische Höhenmessung des
Popocatépetl und des Iztaccihuatl im Llano de Tetimba), Cofre de Perote
(Besteigung 7.2.), Jalapa (10.-15.2.). 1804-02-06
H. wird Korrespondierendes Mitglied der "Section de physique générale"
der 1. Klasse des "Institut" in Paris. 1804-02-19 Bis 7.3. in Veracruz. 1804-03-07
H. schifft sich mit seinen Begleitern auf der
spanischen Fregatte "O" ein und segelt erneut nach Cuba. 1804-03-19 H. trifft zum zweiten Aufenthalt auf Cuba in Havanna ein. 1804-04-13
H. verliest in Havanna vor der "Sociedad Económica
de Amigos del País" ein vom 7.4. datiertes mineralogisches Gutachten,
betreffend den Cerro de Guanabacoa bei Havanna. Eine Kopie wurde 1822
und 1859 in Havanna gedruckt. 1804-04-17 Zur
Überfahrt nach Charleston wird zunächst die Fregatte "Middelton"
beladen. Die Abfahrt verzögert sich durch Zollschwierigkeiten. 1804-04-29
H. segelt von Havanna mit dem Frachtschiff
"Concepción" nach Philadelphia in den Vereinigten Staaten. 1804-05-09
Das Schiff gerät in einen schweren Sturm. H.
bezeichnet den Tag als den "schlimmsten seines Lebens" neben dem
6.4.1800, an dem er beinahe im Orinoco ertrunken wäre. 1804-05-20
H.s Schiff trifft auf dem Delaware River vor
Philadelphia ein. H. hält sich bis zum 30.6. in den Vereinigten Staaten
auf. 1804-05-24 H. unterzeichnet eine
Zollerklärung, aus der ersichtlich ist, dass er außer Kisten mit
Kleidungsstücken und Bettzeug 27 Behälter mit getrockneten Pflanzen bei
sich hat. 1804-05-29 H., Bonpland und Carlos
Montúfar reisen von Philadelphia nach Washington ab. Reiseroute:
Chester, Wilmington, Charlestown, Havre de Grace, Baltimore
(30.5.-1.6.), Vanville, Bladensburg. Washington (1.-13.6., mehrfaches
Zusammentreffen mit Präsident Thomas Jefferson und Mitgliedern seines
Kabinetts). Rückreise über Lancaster (16.-18.6.), Downing Town. 1804-06-18 H. wieder in Philadelphia. 1804-06-30
H. schifft sich mit seinen Begleitern in New Castle
am Delaware auf dem Schiff "Favorite" ein, um die Heimreise anzutreten. 1804-07-02 H. mißt auf dem Delaware gegenüber Brandywine die Wassertemperatur. 1804-07-09 Ausfahrt aus der Mündung des Delaware. 1804-07-20 H. wird Mitglied der "American Philosophical Society" in Philadelphia. 1804-08-01 H.s Schiff trifft in der Garonnemündung vor Bordeaux ein. 1804-08-03 H. betritt in Bordeaux nach mehr als fünfjähriger Abwesenheit europäischen Boden. 1804-08-27
H. trifft in Paris ein und nimmt dort seinen
vorläufigen Wohnsitz (Rue des Augustins, Faubourg St. Germain) bis
Anfang März 1805. Er lernt Simón Bolívar, den späteren Freiheitshelden
Südamerikas, kennen. 1804-09-12? H. liest zum ersten Male den Anfang einer Reisebeschreibung im "Institut" (vgl. 1798-05-25). 1804-09-17
H. liest im "Institut" eine "relation abrégée de son
voyage" (Fortsetzungen 24.9. und 15.10., Schluß 29.10.). 1804-09
H. sitzt dem Maler Francois Gérard in den ersten
Wochen nach seiner Rückkehr zu einem Porträt, das 1805 von Auguste Desnoyers
gestochenen wird (Brustbild, sitzend). 1804-10-28 H. wird auf einer großen diplomatischen Audienz Napoleon I. vorgestellt. 1804-11-17
H. führt mit dem Chemiker und Physiker Joseph-Louis
Gay-Lussac bis zum 23.12. chemische Luftanalysen durch. 1804-11-19 H. liest im "Institut" über "Tableau géologique de la Cordillère des Andes". 1804-11-26 H. liest im "Institut" über die "limite inférieure de la neige perpétuelle". 1804-12-17
Der Physiker Jean-Baptiste Biot liest im "Institut"
die mit H. gemeinschaftlich verfasste Arbeit "Sur les variations du
magnétisme terrestre à différentes latitudes". 1805-01-07 H. liest im "Institut" "Discours préliminaire: Essai sur la géographie des plantes". 1805-01-21
H. und Gay-Lussac lesen im "Institut" über
"Expériences sur les moyens eudiométriques, et sur la proportion des
principes constituans de l'atmosphère." 1805-02-11
H. liest im "Institut" über "deux nouveaux genres de
poissons de l'ordre des Apodes" und über eine "espéce de silure, vomie
quelquefois par les volcans dans les environs de Quito". 1805-02-19 H. wird ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 1805-02-25 H. liest im "Institut" über eine "nouvelle espèce de sagouin nommée simia leonina". 1805-03-04 H. liest im "Institut" über die "longitude de la capitale du Mexique". 1805-03-10
H. spricht von seinen asiatischen Reiseplänen (Brief
an D. L. G. Karsten, 3.10.1805). Von nun an vergeht bis 1822 kaum ein
Jahr, ohne dass sich H. mit seinem Projekt einer Forschungsreise nach
Indien und Innerasien beschäftigt hätte. 1805-03-11
H. reist mit Gay-Lussac und dem späteren
Ingenieur-Geographen Franz August O'Etzel von Paris nach Rom zu seinem
Bruder Wilhelm. Reiseroute: Sens, Villeneuve-sur-Yonne (12.3.),
Lucie-le-Bois (13.3.), Chalon-sur-Saône, Tournus, Mâcon, Lyon
(16.-21.3.), Bourgoin, Les Échelles, St.-Hibou-des-Coups, Chambéry
(22.3.), Montmelian, La Chabane, Aiguebelle, St. Jean-de-Maurienne,
St.-Michel (23.3.), Modane (24./25.3.), Villarodin, Bramant, Termignon
(25.3.), Lansle-Bourg (26.3.), Mt. Cénis (26.-31.3.), Turin
(Zusammentreffen mit dem Geographen und Statistiker Adriano Balbi und
dem Naturforscher Antonio Maria Vassalli-Eandi) und Alessandria (5./
6.4.), Voltagio, Passo di Bocchetta (6.4.), Genua und Umgebung
(6.-10.4.), Campo Mazone, Pietra Lovezare, Bocchetta, Voltaggio, Novi
Ligure, Voghera (11.4.), Pavia (11./12.4.), Mailand (12.-16.4.), Lodi
(16./17.4.), Piacenza (17.4.), Fiorenzuola (17./18.4.), Parma (18.4.),
Reggio nell'Emilia (18./19.4.), Modena (19.4.), Bologna (20.4.),
Faenza, Forlimpopoli (21.4.), Rimini (22.April), Pesaro (23.4.),
Fossombrone, Passo del Furli (24.4.), Cagli (24./25.4.), Scheggia
(25.4.), Costacciaro (25./26.4.), Nocera Umbra (26.4.), Foligno,
Spoleto, Terni (27./28.4.), Rom (30.4.). 1805-05-01
H. hält sich bis zum 16.7. in Rom auf (Palazzo
Tommati); erneutes Zusammentreffen mit Bolívar. H. in Tivoli (4.-6.6.).
Am 5.7. trifft Leopold von Buch ein. 1805-06-23
H. beabsichtigt, für mehrere Tage nach Civitavecchia und Tolfa zu
reisen, um seine Versuche über das Meerwasser u.a. fortzusetzen. 1805-07-16
H. reist mit Gay-Lussac, L. von Buch und O'Etzel über
Gaeta nach Neapel. Vesuvbesteigungen: 20. und 28.7., 4.8. (am Abend des
12.8. Beobachtung des Ausbruchs des Vesuvs von Portici bzw. Torre del
Greco aus), 14. und 17.8. Am 8.8. sind Leopold von Buch und Gay-Lussac
allein auf Ischia, da H. krank ist. H. besucht mit L. von Buch und
Gay-Lussac die Thomsonsche Mineraliensammlung in Neapel. 1805-08-04 H. wird von der Universität Frankfurt/Oder zum Dr. phil. promoviert. 1805-08-10 H. schreibt am 10.8. aus Neapel, Abreise nach Berlin für 2./3.9. geplant. 1805-08-19 Rückkehr von Neapel nach Rom, von wo aus O'Etzel allein weiterreist. 1805-09-18
H. reist von Rom mit Gay-Lussac und L. von Buch nach
Berlin ab. Reiseroute: Foligno, Nocera Umbra (20.9.), Arezzo, Florenz
(22.-26.9.), Bologna (27.9.), Modena, Parma (30.9.), Piacenza, Mailand
(1. bis etwa 7.10.; Treffen mit Bonpland, der in Pisa gewesen war, und
am 2.10. mit dem Physiker Alessandro Volta; Weiterreise 10.10.), Como,
Lugano, Airolo, St. Gotthard (14./15.10.), Altdorf, Luzern, Zürich
(17.-23.10.), Basel, Tübingen (Besuch bei dem Verleger Johann Friedrich
von Cotta), Heilbronn (B: 28.10.), Heldelberg, Kassel, Göttingen
(4.-7.11.; Besuch bei dem Naturforscher Johann Friedrich Blumenbach,
einem seiner Lehrer während der Göttinger Studienzeit). 1805-11-16 H. trifft nach über neunjähriger Abwesenheit wieder in Berlin ein. 1805-11-19
H. erhält durch Kabinettsorder eine Pension von
jährlich 2500 Talern, davon 500 Taler als Mitglied der Akademie der
Wissenschaften zu Berlin aus deren Fonds. 1805-11-21
H. hält seine Antrittsrede in der Akademie der
Wissenschaften zu Berlin. Bis Ende Dezember erkrankt an einem
"masernartigen Ausschlag" mit Fieber. Die Umstellung auf das Berliner
Klima fällt ihm offenbar schwer. 1805-11-24 H. und Gay-Lussac besuchen die mineralogische Sammlung in Berlin. 1805-12 H.s Wohnung in Berlin: Friedrichstraße 189. 1805-12 H. wird zum Kammerherrn ernannt. 1806-01-16
H. hält in der "Philomatischen Gesellschaft" in
Berlin, der er seit dem 21.11. 1805 angehört, einen Vortrag über "die
Urvölker von Amerika und die Denkmäler, welche von ihnen übrig
geblieben sind." 1806-01-30 H. hält seinen ersten
Vortrag in der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften zu
Berlin. Er liest über Physiognomik der Pflanzen. 1806-02-06 H. in großer Gesellschaft bei Hardenberg. Ernst Ludwig Heim sitzt zwischen H. und Wittgenstein. 1806-02
Ende des Monats zieht H. in ein Häuschen im Garten
des Brennereibesitzers und Spirituosenkaufmanns Benjamin George
(1739-1823), Friedrichstraße 142 (an dieser Stelle befindet sich heute
der Bahnhof Friedrichstraße). 1806-03-20 H. liest
in der Berliner Akademie "Beobachtungen über die Abnahme der Wärme in
der oberen Region des Luftkreises und über die unterste Grenze des
ewigen Schnees". 1806-04-02 Abreise von Gay-Lussac aus Berlin. 1806-04-03
H. demonstriert in der Berliner "Philomatischen
Gesellschaft" Kupferplatten zu seiner Reisebeschreibung und spricht
über "Naturgegenstände, welche er selbst an Ort und Stelle skizzierte." 1806-05
Beginn erdmagnetischer Messungen in Berlin;
beteiligt sind der Astronom Jabbo Oltmanns, der "Bau-Conducteur"
Mämpel, Friedrich Friesen, Nathan Mendelssohn und Leopold von Buch
("Kosmos", Bd. 4, S. 196). 1806-06-14 Wilhelm Olbers (1758-1840), Arzt und Astronom in Bremen, sucht H. in Berlin auf. 1806-06-16 H. beobachtet die Sonnenfinsternis in Berlin. 1806-07-08 H. wird von König Friedrich Wilhelm III. in Charlottenburg empfangen. 1806-08-02 H. besucht die Pépinière und wohnt einer Prüfung der künftigen Militärärzte bei. 1806-08-05 Prinz Louis Ferdinand will abends mit dem Grafen d'Antraigues, Johannes von Müller und H. speisen. 1806-09-08
Gay-Lussac trägt im "Institut" über die von ihm und
H. in Frankreich, in der Schweiz, in Italien und Deutschland
vorgenommenen Beobachtungen der magnetischen Intensität und Inklination
vor. 1806-09-24 H. beobachtet in der Nacht ein
"magnetisches Ungewitter". Die erdmagnetischen Messungen werden bis
Ende Juni 1807 fortgesetzt. 1806-10-27 Napoleon I. zieht in Berlin ein. 1806-10-30
Suzette Henry geb. Chodowiecka gibt dem franz.
Generaldirektor der Künste und Museen Denon ein Frühstück in
Anwesenheit von H. 1806-11-26 H. speist in Berlin
bei Friedrich von Müller, bei dem auch Johannes von Müller täglich zu
Gast ist. 1806-12-20 H. führt mit dem Jabbo Oltmanns in Berlin während eines Nordlichts magnetische Messungen durch. 1807-01-29 H. liest in der Berliner Akademie "Über die Wüsten". 1807-04-23 H. wird Mitglied der Svenska Akademi. 1807-05 H. widmet seinem Bruder Wilhelm seine "Ansichten der Natur" (1. Auflage). 1807-05 Aimé Bonpland für einige Monate in Berlin zu Besuch bei H. (B: 1.5., Aug.). 1807-05-01 Ernst Ludwig Heim speist bei Friedrich Wilhelm Graf von Reden; H. und Bonpland sind anwesend. 1807-06 Ende der erdmagnetischen Messungen in Berlin (vgl. 1806-05). 1807-07-09 H. wird im Mitgliederverzeichnis der "Société d'Arcueil" genannt. 1807-08-06 H. liest in der Berliner Akademie über die großen Katarakte des Orinoco. 1807-09-17
H. liest in der physikalischen Klasse der Berliner
Akademie "Über die Abnahme der Wärme in den obersten Regionen der Luft
und über die unterste Grenze des ewigen Schnees". 1807-09-28
Der franz. Generalintendant in Preußen, Pierre
Antoine Noël Bruno Daru, wird mit seiner Frau von H. bei einem Besuch
des Ateliers des Bildhauers Johann Gottfried Schadow begleitet. 1807-10-04
Der Freiherr vom Stein schlägt H. als Begleiter des
Prinzen Wilhelm (1783-1851; Bruder von König Friedrich Wilhelm III.)auf
einer Reise nach Paris vor. 1807-10-29 H. wird
zum Mitglied einer Kommission gewählt, die Vorschläge für die
Reorganisation der Berliner Akademie ausarbeiten soll. 1807-10
H. trifft den Juristen und
Landwirt August Wilhelm Jacob von Wedel (1770-1812). Vermittelt wird
diese Begegnung durch den Juristen Wilhelm von Burgsdorff
(1772-1822), einen Freund Wilhelm von Humboldts. Gesprächsthemen sind
eine mögliche Verlegung der Universität nach Berlin sowie
handelspolitische Fragen. 1807-11-02 An diesem Tag und am 11.11. verfasst H. Vorschläge zur Reorganisation der Berliner Akademie. 1807-11-13
H. reist in der Nacht zum 14.11. von Berlin nach
Paris ab. H. hat den Auftrag, die Mission des Prinzen Wilhelm
vorzubereiten, der bei Napoleon eine Milderung der auferlegten
Zahlungsverpflichtungen erreichen soll. Reiseroute: Homburg vor der
Höhe, Frankfurt/Main (15.11.-3.12.). Zusammentreffen mit dem Geographen
Carl Ritter. 1807-12-08 H. trifft am Abend in Paris ein. 1807-12-24
Am Mittag gibt der franz. Minister des Inneren
Emmanuel Cretet (1747-1809) ein Diner für den Kaufmann und
Philanthropen Kaspar Freiherr von Voght (1752-1839), an dem auch H.
teilnimmt. 1807-12-25 H. ißt zu Mittag bei dem
russischen Gesandten Petr Aleksandrovic Graf Tolstoj (1769-1844) in
Paris, anwesend: Voght, mehrere deutsche Prinzen, der österreichische
u.a. Gesandte. H. will nach Tibet und zu den Indus-Quellen reisen. 1807-12-27
H. ißt zu Mittag bei dem Hamburger Bankier Markus
Abraham Heckscher (1763-1823); anwesend: Voght, der franz. Schauspieler
François Joseph Talma (1763-1826) und der in Paris ansässige Phrenologe
Franz Joseph Gall (1758-1828). 1808-01-03 Prinz Wilhelm trifft in Paris ein. 1808-01-06
H. speist bei dem franz. Schatzminister François
Nicolas Comte de Mollien (1758-1850) in Paris; anwesend: Voght, Frau
Mollien, der franz. Schriftsteller Joseph Joubert (1754-1824) und der
franz. Staatsmann Dominique Vivant Baron Denon (1747-1825). 1808-01-17 14 Uhr, H. stellt Voght dem Prinzen Wilhelm vor. 1808-02-14 Gemeinsam mit Gay-Lussac führt H. hygrometrische Versuche aus. 1808-02-19 H. am Abend in Paris bei Touston; anwesend u.a. Talma und Voght. 1808-02-29
H. liest im "Institut" über die "réfractions dans la
zone torride" (Fortsetzung 7.2.; Schluß 14.3.). 1808-03-16 Voght und Pictet besuchen H. in der "École polytechnique". 1808-05-10 H. ißt zu Mittag beim russ. Gesandten Graf Tolstoj, anwesend: Baron Dégérando und Voght. 1808-05-12
H. frühstückt bei Baron Dégérando in Paris,
anwesend: Voght, der russ. Legationsrat Karl Robert Graf Nesselrode und
der Besitzer einer Baumwollspinnerei für Blinde namens Herrmann. 1808-05-17
H. speist um 17 Uhr bei Baron Dégérando. Anwesend
u.a.: Voght, der franz. Naturforscher Joseph Philippe François Deleuze
(1753-1835), der franz. Historienmaler François André Vincent
(1747-1816), das Ehepaar Montbrisson sowie die engl. Schriftstellerin
Frances d'Arbly, geb. Burney (1752-1840). 1808-06-01 H. mit Prinz Wilhelm in Sèvres bei Paris; er kehrt am nächsten Tag nach Paris zurück. 1808-06-05
H. ißt zu Mittag bei dem franz. Schriftsteller Jean
Baptiste Antoin Suard (1734-1817), er verspätete sich wegen eines
Unfalls von Gay-Lussac; anwesend: Voght, der Astronom Jean
Baptiste-Joseph Delambre (1749-1822), der Physiker Jean Baptiste Biot
(1774-1862) und der Anatom Georges Cuvier (1769-1832). 1808-09-18
Prinz Wilhelm verläßt Paris. Damit endet H.s
diplomatischer Auftrag. Er behält bis April 1827 seinen festen Wohnsitz
in Paris, um sich unter Mitarbeit zahlreicher Gelehrter und Künstler
der Herausgabe seines Reisewerks und anderen wissenschaftlichen
Arbeiten zu widmen sowie um eine (in der ursprünglich geplanten Form
nicht verwirklichte) asiatische Forschungsreise vorzubereiten. Das
Erscheinen des großen amerikanischen Reisewerks zieht sich von 1805 bis
1835 hin. Es umfasst 34 Bände: Abt. 1 (Relation historique) 7 Bände;
Abt. 2 (Zoologie) 2 Bände; Abt. 3 (Neuspanien) 3 Bände; Abt. 4
(Astronomie) 3 Bände; Abt. 5 (Pflanzengeographie) 1 Band; Abt. 6
(Botanik) 18 Bände. H. wohnt in Paris: École polytechnique, Montagne Sainte
Geneviève (wohl bis März 1808; H. gibt aber auch noch danach
gelegentlich "à I'École polytechnique Mtge Ste Geneviève" als
Ortsbezeichnung an); Hôtel et Rue de la Grange Battelière (ab März
1808), Rue St. Dominique d'Enfer n. 20 (B: 21.10.1808-Februar 1809). 1808-11-19 H. spricht von der Nähe seiner "Thibetanischen Expedition" (Brief an J. F. von Cotta, 19.11.1808). 1808-12-23
H. ißt zu Mittag bei dem franz. Außenminister Jean
Baptiste Nompère de Champagny (1756-1834). Anwesend: Voght und der
russ. Minister Graf Nikolaj Petrovic Romancov (1754-1826). H. will in
zwei Jahren nach Fertigstellung seines Reisewerkes nach Tibet und ins
nördliche Indien reisen. Romancov hat den Auftrag, H. die Übernahme der
Reisekosten durch die russ. Regierung anzubieten, H. will jedoch aus
Gründen seiner Unabhängigkeit lieber auf eigene Kosten reisen. 1808-12-27 Mittagessen bei Suard in Paris, H. spricht über die Mexikaner. Anwesend: Voght und Cuvier. 1808
H. lernt in Paris August von Hedemann (1785-1859)
kennen, der wohl zum Gefolge des Prinzen Wilhelm gehört. Hedemann
heiratet 1815 Adelheid von Humboldt (1800-1856), eine Tochter von
Wilhelm und Caroline von Humboldt. 1809-01-08
H. speist zu Mittag bei dem franz. Schriftsteller
André Morellet (1727-1819). Anwesend: Voght, Cuvier und Delambre. 1809-03-04
H. bei dem Dichter Stanislaus Jean Marquis de
Bouflers (1738-1815). Sie sehen sich gemeinsam mit Voght Zeichnungen
H.s an, die bei der Fortsetzung des amerikanischen Reisewerks
Verwendung finden werden. 1809-03-06 H. trägt im "Institut" eine Mitteilung über die "respiration des crocodiles" vor. 1809-04-20
H. sucht Ludwig Graf von Senfft-Pilsach (1774-1853)
auf, um sich für die Aufhebung der Beschlagnahme seines und seines
Bruders Besitzes im Herzogtum Warschau durch den König von Sachsen zu
bedanken. 1809-07 H. macht die Bekanntschaft des
Physikers und Astronomen François Arago (1786-1853), mit dem er bald
enge Freundschaft schließt. Außer mit Arago hat H. sich nur mit
Bonpland (mit diesem aber noch nicht während der amerikanischen Reise),
mit Gay-Lussac und dem Physiker und Mathematiker Siméon-Denis Poisson
geduzt (von Jugendfreunden und -bekannten sowie Familienmitgliedern
abgesehen). H. wohnt in Paris: Rue de la vieille Estrapade n. 11 (B:
20.5.1809-Mai 1811). 1809-08-27 H. spricht in
einem Brief an den Astronomen Bernhard von Lindenau die Hoffnung aus,
1811 in Kalkutta und Benares zu sein. 1809-09-02
H. besucht ("abends um 11 Uhr") den Botaniker Friedrich Siegmund Voigt
(1781-1815) aus Jena, im Hôtel d'Europe in Paris Rue de Lycée, den H.
am Tage im "Institut", wo "alle Gelehrten von Paris beisammen" waren,
eingeführt hat. 1809-09-07 H. hat den Botaniker
Friedrich Siegmund Voigt auf Grund der Empfehlungsschreiben Goethes und
Carl Augusts gütig aufgenommen und ihm "schon mehrere halbe Tage seiner
kostbaren Zeit geschenkt". H. verschafft Voigt bei Cuvier einen
"ungewöhnlich günstigen Empfang." 1809-09-09 H.
hofft, 1811 seine neue Reise antreten zu können (Brief an J. F. von
Cotta, 9.9.1809). Er spricht bereits jetzt von der "rheumatischen
Lähmung" seiner rechten Hand, die bis zu seinem Tode anhält und auf die
er seine schlechte Schrift zurückführt. 1809-10-15 H. verspricht, sich für die Verlängerung von Voigts Studienaufenthalt in Paris zu verwenden. 1809-12-29
H. teilt J. F. von Cotta mit, es sei noch
unentschieden, ob er über Samarkand oder um das Kap der guten Hoffnung
fahren werde. 1809-12 H. lernt in Paris Joseph
Frh. von Hammer-Purgstall kennen, der sich hier von Dezember 1809 bis
Mai 1810 aufhält. 1810-01-18
H. erhält den Roten Adler-Orden III. Klasse zusammen
mit seinem Bruder Wilhelm, Hufeland, Karsten, Willdenow und Iffland. 1810-05-14 H. wird "Associé étranger" des "Institut" in Paris. 1810-Sommer
H. lehnt einen Vorschlag Hardenbergs ab, sich als
Nachfolger seines Bruders Wilhelm von Humboldt zum "Director des Kultus
und der wissenschaftlichen Anstalten" mit der Aussicht auf den
Ministertitel nach Berlin berufen zu lassen. 1810-12-17 Leopold von Buch wohnt in Paris bei H. zurück
1811-1820
1811 | 1812 | 1813 | 1814 | 1815 | 1816 | 1817 | 1818 | 1819 | 1820
1811-02-07 H. wird Mitglied der "Real Academia" in Madrid. 1811-02-20
H. bei dem Minister des Innern Jean Pierre Bachasson
Comte de Montalivet (1766-1823); große Gesellschaft sieben bis
achthundert Menschen. 1811-04-08 H. liest im "Institut" über die "mouvements propres de quelques étoiles". 1811-07-29
H. liest im "Institut" über "le zodiaque et le
calendrier mexicain" (Fortsetzungen 5. und 19.8., Schluß 26.8.). 1811-10-10
H. reist in der Nacht zum 11.10. mit dem
Altphilologen Carl Benedikt Hase (1780-1864) von Paris ab, um seinen
Bruder, damals preußischer Gesandter in Wien, zu besuchen und um ein
finanzielles Arrangement mit ihm zu treffen, das jedoch nicht zustande
kommt. 1811-10-21 H. trifft in Wien ein
(Aufenthalt bis 24.11.), trifft hier erneut mit Hammer-Purgstall
zusammen. Von Wien aus unternimmt H. um den 29.10. mit seinem Bruder
eine Reise nach Preßburg (Anwesenheit dort B: 5.11.), weil das
österreichische Kaiserpaar ihn zu sehen wünscht; Rückkehr nach Wien für
den 12.11. vorgesehen; am 13.11. wieder in Wien. 1811-11-24 H. reist mit K. B. Hase von Wien ab und trifft am 27.11. um 21 Uhr in München ein.
1811-11- Ende H. nimmt an der Taufe des späteren Königs Maximilian II.
Joseph von Bayern (geb. am 28.11.) teil (Beleg: H. an den
Nürnberger Bibliothekar Friedrich Wilhelm Ghillany vom 18.12.1852). 1811-12-02
H. verläßt München nach einem Aufenthalt von vier
Tagen. Er fährt über Stuttgart (Besuch von J. F. von Cotta) nach
Straßburg (B: 6.12.). 1811-12-19 H. wieder in Paris. Er wohnt Rue d'Enfer n. 67 (B: Dezember 1811-27.4. 1813). 1812-01-07
H. läßt der russischen Regierung ein
Forschungsprogramm für eine Expedition durch Sibirien unter seiner
Leitung von 6 bis 8 Jahren Dauer vorlegen (Brief an Alexander Baron von
Rennenkampff, 7.1.1812). 1812-02-23 H. am Sterbelager des Physikers Étienne-Louis Malus. 1812-05-04
H. liest im "Institut" über die "singes qui habitent
l'Orénoque, le Cassiquiaré et le Río Negro" (Schluß 11.5.). 1812-05-25 H. liest im "Institut" über die "animaux carnassiers de la Guyane". 1812-11-23 H. liest im "Institut" über "deux nouvelles espèces de crotales propres à la nouvelle Andalousie". 1813-04-27
Bis zu diesem Datum ist als H.s Pariser Wohnung
belegt: Rue d'Enfer n. 67. Ferner wird als Adresse genannt: Hôtel
d'Anjou, Rue des Francs-Bourgeois (B: Alexander von Humboldt. Bruhns,
Karl, Hrsg.: Alexander von Humboldt. Eine wissenschaftliche Biographie.
Bd. 2. Leipzig 1872, S. 61). 1813-04-30 H. liest
in der "Classe d'histoire et de littérature ancienne" des "Institut":
"Considérations générales sur les peuples indigènes de l'Amérique,
leurs langues et leur marche vers la civilisation". 1813-07
Von nun an wohnt H. in Paris: Quai Malaquais n. 3
(B: bis November 1816). Dort befindet sich heute eine Gedenktafel. 1813 H. lebt bis 1827 mit Karl Sigismund Kunth in einer Wohnung (Brief an Cotta, 14.4.1850). 1814-04-01
H. sieht nach dem Einzug der verbündeten Truppen in
Paris seinen Bruder Wilhelm wieder. Er verwendet sich mit Erfolg bei
der preußischen Kommandantur für den Schutz des "Muséum d'Histoire
naturelle". 1814-04-14 H. und sein Bruder werden
dem König Louis XVIII. von Frankreich vorgestellt. H. muss dem König
Friedrich Wilhelm III. von Preußen als Begleiter und Vorleser dienen;
er steht "in der höchsten Gnade". 1814-06 H. und
sein Bruder Wilhelm weilen mit König Friedrich Wilhelm III. in London
(B: ab 21.6.; Rückkehr nach Paris etwa 28.6.). Wilhelm von Humboldt
reist von Dover aus allein in die Schweiz weiter, während H. mit dem
König nach Paris zurückkehrt. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: Abreise nach London 4.6., Ankunft 7.6., Abreise Dover 26.6., Ankunft Paris 28.6. 1814-07-06 H. erhält eine Gratifikation von 3.000 Talern für die dem König geleisteten Dienste. 1814-10-03
H. liest im "Institut" über das "résultat des
observations physiques et géologiques faites dans les plaines de
Jorullo, en Mexique". 1814-10-10 H. liest im
"Institut": "considérations générales sur la végétation des îles
Canaries" (Schluß 17.10.). 1815-01-26
H. trifft in Paris mit John Quincy Adams
(1767-1848), dem zukünftigen 6. Präsidenten der USA (1825-1829),
zusammen. 1815-07-07 Die Verbündeten Truppen
ziehen zum zweiten Male in Paris ein; H. verwendet sich wiederum
erfolgreich bei der preußischen Kommandantur, um das "Muséum d'Histoire
naturelle" vor Einquartierung zu schützen. Er muss sich in der Folgezeit
auf Bitten der franz. Gelehrten noch mehrfach einschalten, um
Übergriffe von Soldaten oder Konfiskationen zu verhindern. H. trifft
wieder seinen Bruder Wilhelm, der bis Ende November in Paris bleibt. 1815-Sommer H. begleitet erneut Friedrich Wilhelm III., bis dieser am 8.10. Paris verläßt. 1815-08-18 H. lernt den Geographen Heinrich Berghaus persönlich kennen. 1815-09-15
H. begleitet Friedrich Wilhelm III. beim Besuch des
Ateliers des Bildhauers Jean-Antoine Houdon (1741-1828) in Paris. 1815-09
H. unterschreibt (wenn er lateinische Buchstaben
benutzt): humboldt. Diese Art von Unterschrift ist belegt von September
1815 an bis zum 3.1.1822. Er ist aber nicht immer konsequent; so treten
z. B. am 1.8.1820 beide Varianten (humboldt und Humboldt) auf; am
3.5.1816 und 3. 6.1818 unterzeichnete er: Humboldt. 1815-10-07 H. diniert mit Benjamin Constant. 1815-11-06
H., der sich für das Verbleiben von acht durch
Napoleon I. aus dem Dom zu Aachen nach Paris gebrachten Säulen im
Louvre einsetzt, wird im "Rheinischen Merkur" beschuldigt, ihm habe
"die Freundschaft der Franzosen mehr gegolten als die Ehre seines
Volkes". 1815-11-22 H. protestiert an diesem und
am folgenden Tage energisch gegen die im "Rheinischen Merkur" erhobenen
Vorwürfe. H. wird durch Hardenberg der preußische Gesandtenposten in
Paris angetragen; er lehnt ab. 1816-01-29 H. liest im "Institut" über "le nombre et la distribution des formes végétales". 1816-04-06 H. wird "Fellow of the Royal Society" in London. 1816-11-18
H. liest im "Institut" im Namen einer Kommission ein
"projet d'instruction pour le voyage autour du monde par M. [Louis de]
Freycinet". 1816-11-23 Bonpland reist von Le Havre nach Südamerika ab; er wird nicht nach Europa zurückkehren. 1817-03-03 H. liest im "Institut" über einen "oiseau d'un genre nouveau, esteatornis". 1817-03-10
H. liest im "Institut" über die "cavernes considérés
dans leur rapport avec les roches dans lesquelles elles se trouvent". 1817-04-19
H. zum Diner bei Madame de Staël; anwesend u.a. der
Staatsmann Achille Charles Léonce Victor Herzog von Broglie
(1785-1870), die Herzogin Albertine von Broglie (1797-1838), Sir
Humphry Davy, Lady Jane Davy, der Herzog von Laval, August Wilhelm
Schlegel, Auguste de Staël, der amerikanische Literaturhistoriker
George Ticknor (1791-1871). 1817-05-14 H. liest
bei dem Schriftsteller Benjamin Constant aus seinem noch
unveröffentlichten Reisebericht über den Orinoco in Anwesenheit George
Ticknors u.a. 1817-05-16 Ticknor besucht H. in seiner Pariser Wohnung. 1817-05-26 H. liest im "Institut" über die "lignes isothermes" (Fortsetzungen am 2. und 9.6., Schluß 16.6.). 1817-06-01 H. am Sonntag bei Helen Maria Williams; Gespräche über die Emanzipation Südamerikas. 1817-06-19
H. sucht George Ticknor morgens in dessen Pariser
Wohnung auf, um ihn vor einem als Spitzel bekannten Engländer zu warnen. 1817-06-30 H. liest im "Institut" ein "Mémoire géographique sur l'Orénoque". 1817-10-31
H. trifft in London ein, um seinen Bruder Wilhelm
(preußischer Gesandter) zu besuchen. H. wird von Arago begleitet, der
in dessen Gegenwart am Greenwicher Hügel den Rotationsmagnetismus
entdeckt. 1817-12-02 H. reist nach Paris zurück. 1817-12-25
H. in Paris zu Gast beim Gesandten der Vereinigten
Staaten Albert Gallatin; anwesend Madame de Staël, Chateaubriand, die
Herzögen von Richelieu und Broglie. 1818-02-23
H. wird Ehrenmitglied der Petersburger Akademie der
Wissenschaften. H. wohnt in Paris Quai de l'École n. 26 (erstmalig
belegt: 21.4.1817) bis zu seiner Übersiedlung nach Berlin 1827. 1818-03-09 H. liest im "Institut" über "le lait de l'arbre de la vache". 1818-06-29
H. liest im "Institut" über "l'influence de la
déclinaison du soleil sur le commencement des pluies équatoriales". 1818-08-24 H. und Jöns Jacob Berzelius lernen sich in Paris kennen. 1818-09-14
H. reist mit dem Zoologen Achille Valenciennes
(1794-1865) nach London, um dort erneut seinen Bruder zu besuchen. 1818-09-19 H. trifft in London ein. 1818-10-08 H. verläßt London, um sich nach Aachen zu begeben. 1818-10-14
H. hält sich während des Kongresses zu Aachen dort
auf, um über die von seinem Bruder gewünschte Abberufung aus London und
über die Unterstützung seiner eigenen asiatischen Reisepläne zu
verhandeln. 1818-10-19 Der in Aachen anwesende
König Friedrich Wilhelm III. sichert H. für seine beabsichtigte Reise
"nach der indischen Halbinsel und dem indischen Archipelagus" für vier
bis fünf Jahre je 12.000 Taler sowie das (Staatseigentum bleibende)
Instrumentarium zu. H. begleitet Friedrich Wilhelm III. und Zar
Alexander I von Rußland zu einer Truppenbesichtigung nach Valenciennes
(B: 23.10.) und zu einem kurzen Besuch von Paris (1.11.: Besuch des
"Panorama de Londres"); er kehrt von dort im Gefolge der Souveräne nach
Aachen zurück (wohl nach 5.11.). Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: Abreise von Aachen 20.10. bis Naumur, 21.10. bis Valenciennes und hier bis 24.10., am 24.10. bis Maubeuge, am 25.10. bis Sedan und hier bis 27.10., am 27.10. bis Soisson, am 28.10. bis Paris und hier bis 3.11., am 3.11. von Paris bis Roye, 4.11. bis Mons, 5.11. bis Huy, 6.11. über Lüttich bis Aachen und hier bis 20.11., am 28.11. wieder in Potsdam. 1818-11-03 Wilhelm von Humboldt trifft ebenfalls in Aachen ein. 1818-11-23
H. verfasst ein Promemoria über die "Aufnahme und
Verbesserung des Berg- und Hüttenwesens in dem Hauptbergbaudistrict der
rheinischen Provinzen". 1818-11-25 Etwa an diesem Tage reist H. wieder nach Paris zurück. 1819-01-11
H. bei der Herzogin von Broglie zu einer
Abschiedsgesellschaft für George Ticknor; anwesend: der Schriftsteller
und Maler Louis Nicolas Philippe Auguste Comte de Forbin (1777-1841),
der Staatsmann und kirchliche Würdenträger Dominique Defour Baron de
Pradt (1759-1837), der Marquis de Lafayette (1757-1834). 1819-07-03
H. ist am Abend der Erscheinung des "großen Kometen"
auf der Pariser Sternwarte und überzeugt sich ebenso wie Mathieu und
Bouvard von der "Ungleichartigkeit der Lichtstärke im Polariscop, wenn
dasselbe Cometenlicht empfing". 1819-07 H.
empfängt vom preußischen Staat 12.000 Taler zur Vorbereitung der
asiatischen Reise. Als Reisebegleiter sieht H. den Botaniker Karl
Sigismund Kunth und den Geodäten Johann Jakob Baeyer vor (Brief an
M.-A. Pictet, 11.7.1819). - Nach dem Bekanntwerden seiner Reisepläne
erhält H. so viele Zuschriften mit Anfragen, Bitten und Ratschlägen,
dass er sich für einige Zeit der Hilfe eines Sekretärs bedienen muss.
Danach hat er erst an Krankheitstagen seines höchsten Alters wieder
Briefe diktiert. 1819-09-20 H. liest im
"Institut" über die "signes numériques des Mexicains, des Égyptiens et
des différents peuples". 1820-03-13 H. liest im "Institut" über die "causes de l'accroissement nocturne du son". 1820-02-12
H. verzichtet auf 48.000 Francs Honorar für sein
Reisewerkes, um bei seiner "bevorstehenden Reise nach Persien und
Indien die Vollendung der Werke zu erleichtern". 1820-06-01
H. spricht von seiner "bevorstehenden Reise nach
Persien und Indien" (Brief an Altenstein, 1.6.1820). 1820-07-10
H. liest im "Institut" über "limite inférieure des
neiges perpétuelles depuis l'équateur jusque vers le milieu des zones
tempérées". zurück
1821-1830
1821 | 1822 | 1823 | 1824 | 1825 | 1826 | 1827 | 1828 | 1829 | 1830
1821-02
H. noch bei der Vorbereitung der asiatischen Reise,
die aber aus bisher noch nicht restlos geklärten Ursachen nicht
zustande kommt; die East India Company erteilt keine Reisegenehmigung. 1821-02-01
H. trifft General Maximilen Sébastien Foy
(1775-1825), Arago u.a. im Hause des Fabrikanten Guillaume Louis Baron
Ternaux (1763-1833). 1821-02-12 H. legt im
"Institut" eine Karte der Insel Cuba vor, die u.a. auch auf seinen
geographischen Ortsbestimmungen beruht. 1821-02-19
H. gibt im "Institut" bekannt: "Nouvelles recherches
sur les lois que l'on observe dans la distribution des formes
végétales". 1821-04-09 H. macht im "Institut"
"quelques remarques sur les cartes géographiques des pays qu'il a
décrits dans le Tome II de son Voyage, et sur les positions des lieux
qu'il a déterminés astronomiquement". 1821-05-28
H. trifft mit dem nordamerikanischen Historiker, Diplomaten und
Politiker George Bancroft (1800-1891) im Hause des franz.
Schriftstellers und Kammerdeputierten Henri Benjamin Constant de
Rebeque (1767-1830) zusammen. 1822
H. macht in Paris die Bekanntschaft des
Mathematikers Adolphe Quetelet (1796-1874), den er im "Institut"
einführt und seinen Freunden vorstellt. 1822-01-05
H. datiert einen Empfehlungsbrief für C. G. Jung an
den Magistrat von Basel aus Paris, quai de l'Ecole 26. 1822-01-30 H. wird Mitglied der "American Academy of Arts and Sciences". 1822-09-13
H. reist von Paris ab, um sich in Italien dem
Gefolge Friedrich Wilhelms III. anzuschließen, der am Kongreß von
Verona teilnimmt. Reiseroute: Genf (H. macht dort die Bekanntschaft des
Chemikers Jean-Baptiste-André Dumas) und Coppet (zwei Tage), Bex (1
Tag, Besuch der Bergwerke), durch das Wallis, über den Simplon nach
Domodossola und zum Lago Maggiore (dort zwei Tage mit Besuch der
Borromäischen Inseln und der Steinbrüche von Baveno und Candoglio),
Mailand (um den 21.9. eingetroffen, am 23.9. Abreise), Verona (ein Tag
Aufenthalt mit Besichtigung der für Friedrich Wilhelm III. vorgesehenen
Unterkunft), Vicenza, Padua, Battaglia, Abano (Besuch der Euganeen),
Etschtal (Trient und Neumarkt), Fleimstal (Cavalese und Predazzo;
30.9.), Ala, Rovereto, Verona (3.10.); H. bleibt mit Leopold von Buch,
der mit ihm in Verona zusammentrifft, fünf Tage in Verona. Fußtour mit
von Buch in die Umgebung von Verona (Basalttäler von San Giovanni und
Roncá, Monte Bocca). H. reist Friedrich Wilhelm III. nach Mailand
entgegen. 1822-10-09 H. meldet sich bei dem in
Mailand eingetroffenen Friedrich Wilhelm III.; H. bleibt bis 14.10. in
Mailand. 1822-10-14 H. reist im Gefolge des Königs nach Verona zurück, wo er am folgenden Tage eintrifft. 1822-10-17
H. erwägt den Gedanken, nach Mexiko überzusiedeln
und dort eine Akademie der Wissenschaften für die lateinamerikanischen
Länder zu gründen (B: H. an Wilhelm von Humboldt). Etwa zu dieser Zeit
wird ihm klar, dass die asiatische Reise in ihrer bisherigen Konzeption
(über Indien und Tibet) nicht zu verwirklichen ist. 1822-10-24
Der König trifft in Venedig ein; Abreise 28.10.; H. gehört zum Gefolge des Königs. 1822-10-28 H. trifft im Gefolge des Königs wieder in Verona ein. 1822-11-05 An diesem Tag reist H. im Gefolge des Königs über Rom (B: 19.11.) nach Neapel ab. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: Ankunft in Rom 11.11., Abreise 19.11. 1822-11-21
H. trifft an diesem Tage in Neapel ein, Abreise am 5.12. Der Vesuv wird am 22.11. , 25.11. und 1.12. in
Fußmärschen besucht. 1822-12-04 Besuch der Königlichen Eisengießerei in San Georgio bei Portici. 1822-12-05 H. reist im
Gefolge Friedrich Wilhelms III. von Neapel ab; 5.12. bis Capua; H. und nimmt an einem
Raketenmanöver in den Ebenen von Capua teil. Die
Weiterreise kann nicht wie geplant stattfinden, da die Brücke über den Garigliano durch ein Hochwasser zerstört worden ist. H. bleibt mit dem
Gefolge zwei Tage in Sant' Agata bei Sessa, von wo aus er geologische
Ausflüge in die benachbarten Berge unternimmt. Der König ist am 6.12. wieder in Neapel. 1822-12-07 Abreise des Königs von Neapel bis Terracina. 1822-12-08 Ankunft in Rom; H. ist im Gefolge des Königs. 1822-12-11
H. reist im Gefolge Friedrich Wilhelms III. von Rom
nach Berlin. Reiseroute: Florenz (B: , 15., 17.12.), Parma (B: 19.12.), Verona
(B: 21.12.), Innsbruck (B: 25. und 26.12.), Dresden. 1822-12-15 H. in Florenz, Hotel de Schneider. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 11.12. Abreise von Rom, 12.12. Foligno, 13.12. Arezzo, 14.-16.12. Florenz, 17.12. Abreise, Übernachtung in Covigliajo, 18.12. bis Bologna, 19.12. bis Parma, 20.-21.12. Verona, 22.12. bis Trient, 23.12. bis Brixen, 24.-26.12. Innsbruck, 26.12. bis St. Johann, 27.12. Salzburg, 28.12. Wels, 29.12. Coplitz, 30.12. Tabor, 31.12. Prag, 1.1.1823 Teplitz, 2.1. Großenhain, 3.1. Potsdam.
1823-01-03 H. zum ersten Mal seit 1807 wieder in Berlin. 1823-01-04 H. wohnt bis zum 10.2. bei seinem Bruder im Schloss Tegel. 1823-01-11 Ernst Ludwig Heim speist bei Wilhelm von Humboldt, wo er sich mit Alexander "angenehm" unterhält. 1823-01-18 H. erhält 1.000 Friedrichsd'or vom preußischen König als Geschenk, (Cabinetsordre). 1823-01-24
H. liest in der Berliner Akademie über "den Bau und
die Wirkungsart der Vulkane in verschiedenen Erdstrichen". Die Akademie
gibt ein Diner zu Ehren H.s. 1823-02-03 Der Bildhauer Christian Daniel Rauch (1777-1857) beginnt die Arbeit an der Büste H.s. 1823-02-10
H. kehrt nach Paris zurück. Reiseroute
(Übernachtungsorte, soweit bekannt, kursiv): Wittenberg, Leipzig,
Schleiz, Holfeld bei Bamberg, Bruchsal, Straßburg (15.2.). 1823-02-19 H. wieder in Paris. 1823-02-25 H. trifft General Foy bei Madame de Béranger, der früheren Herzogin von Chatillon. 1823-03-01
H. trifft die Herzogin von Broglie, General Foy und
General Jean Joseph Paul Augustin Marquis de Dessoles (1767-1828) bei
Madame de Saint Aignan. 1823-04-23 Cuvier, Foy und H. im Hause von Marie Anne Pierette Comtesse de Rumford (1758-1836). 1823-08-11 H. liest im "Institut" ein "Mémoire explicatif" zu zwei von ihm vorgelegten Profilen Spaniens. 1823-08-18
H. gibt im "Institut" bekannt: "Les résultats des
expériences récentes qu'il a faites sur les actions galvaniques, et sur
les effets de la section longitudinale de la ligature des nerfs". 1823-11-01
H. und der nordamerikanische Schriftsteller
Washington Irving (1783-1859) treffen sich im Hause des britischen
Generalkonsuls in Paris, David Richard Morier (1784-1877). 1823-11-26 H. ist zu einem Essen bei Malte-Brun eingeladen. 1823-12-20
H. erwähnt, dass er mit dem Botaniker K. S. Kunth,
der den botanischen Teil des Reisewerks bearbeitet, zusammenwohnt.
Später schreibt H., er habe in Paris von 1810 bis 1827 mit Kunth in
einer Wohnung zusammengelebt (Brief an G. von Cotta, 14.4.1850). 1824-01-14
H. auf einem Diner bei der Duchesse de Rumford; er
trifft dort das Ehepaar Arago, Cuvier, die Politiker Charles Dupin
(1758-1843), Arnail François Marquis de Jaucourt (1757-1852) und
Auguste Gallois (1783-1861) [möglicherweise handelt es sich bei
Jaucourt und Gallois auch um andere Personen dieses Namens]. 1824-01-28 H. trifft General Foy bei Madame de Béranger. 1824-02-11
H. lädt K. B. Hase ein, an diesem Tage mit "vielen
deutschen Chemikern" und dem Dichter Michael Beer (1800-1833) aus
Berlin um 18.15 Uhr bei Prevost im Palais Royal zu dinieren. 1824-03-16
Johann Christian Poggendorff teilt dem Verleger
Barth mit, dass der Mineraloge Gustav Rose "unter Vermittlung des Herrn
v. Humboldt" in Paris Verbindungen angeknüpft hat, um franz.
Originalbeiträge für die Annalen der Physik und Chemie zu erhalten. 1824-03-22 H. macht im "Institut" die Bekanntschaft des Chemikers Justus Liebig, den er später fördert. 1824-03-26
H. lädt K. B. Hase ein, mit ihm und Valenciennes um
18.15 Uhr im "Glaubens-Caffé"(Caffé de Foy in Paris) zu speisen. 1824-04-03 H. bei Madame de Béranger. 1824-04-06 H. trifft Washington Irving im Hause der Duchesse Claire de Duras. 1824-08-12
H. regt bei J. F. von Cotta brieflich an, monatlich
oder vierteljährlich eine geographische Zeitschrift herauszugeben. Es
spricht davon, Europa zu verlassen. 1824-09-16 H. besucht eine Abendgesellschaft bei Arago in Paris. 1825-03-07
H. liest im "Institut" über "quelques phénomènes
physiques et géologiques qu'offrent les Cordillères des Andes de Quito
et la partie occidentale de l'Himalaya" (Schluß 14.3.). 1825-03-28 H. bei Madame de Rumford zum Essen. 1825-05-09
H. erstattet im "Institut" Bericht über das "Tableau
des corps organisés fossiles" von Jacques-Louis Marin Defrance
(1758-1850). 1825-06-13 H. liest im "Institut":
"Esquisse d'un tableau géognostique de l'Amérique méridionale" und
"Discussion des variations horaires du baromètre sous toutes les zones,
depuis le niveau de la mer jusqu'à 1400 toises de hauteur". 1825-06-28
H. schreibt die Einleitung und die Schlußbemerkung
zu den von ihm veröffentlichten Briefen von Richard Grandsire aus
Paraguay. 1825-07 H. unternimmt mit K. S. Kunth
eine Exkursion in die Bretagne. Reiseroute: Paris, Rennes, St. Brieux,
Paimpol, Insel Bréhat, Morlaix, Brest (B: 13.-16.7.), Carnac, Vannes,
Nantes, Orléans, Paris (etwa 25.7.). H. hält ab Ende 1825 bis Anfang
1827 einen größeren Zyklus von "Kosmos-Vorlesungen" für eine gemischte
Zuhörerschaft bei der Marquise de Montauban. 1825-08-07 H. trifft Washington Irving im Hause von des Malers François Gérard (1770-1837). 1825-08-25
H. trifft Washington Irving im Hause von François
Gérard; anwesend der Komponist Giacomo Meyerbeer (1791-1864) und sein
Bruder, der Dichter Michael Beer. 1825-09-19 H.
erstattet im "Institut" Bericht über die "Flore du Brésil méridional"
von Auguste de Saint-Hilaire (1779-1853). 1825-10-28 H. erwähnt J. F. von Cotta gegenüber, dass er sich zu einer neuen Reise rüste. 1825/Herbst
Etwa um diese Zeit beginnt H., bei
Jean-Marie-Constant Duhamel für rund 16 Monate täglich Privatunterricht
in mathematischer Physik zu nehmen. 1826-04-09
Réunion bei François Gérard; anwesend: H., die
italienischen Sänger Dominico Donzelli (1791-1873) und Carlo Zucchelli
(1793-1879), Madame Pasta, Charles André Comte Pozzo di Borgo
(1764-1842), der Dichter Tommaso Sgricci (1788-1836) u.a. 1826-04-29
Schinkel und Beuth begeben sich in Paris zu H. und
Kunth. Von beiden wurden sie ins "große Museum und in eine andere
Sammlung von Herrn Passalacqua für ägyptische Sachen" geführt. 1826-04-30
Schinkel und Beuth haben die Absicht, mit H. in
Paris den Archäologen Antoine Chrysostôme Quatremère de Quincy
(1755-1849), den Architekten Charles Percier (1764-1838) u.a.
aufzusuchen. 1826-05-03 Schinkel und Beuth
begeben sich in Paris ins Café de la Rotonde im Palais Royal, wo sie K.
S. Kunth abholt, "um in einer Gelegenheitskutsche mit Herrn von
Humboldt zum Prinzen Dolgorukij aufs Land nach Courbevoie zu fahren." 1826-05-04
H. begleitet Schinkel und Beuth zu dem Archäologen
und Historiker Raoul Rochette (1789-1854), "welcher auf der Bibliothek
für die Inschriften angestellt ist, er zeigt uns die Kammer der
Inschriften und den Tierkreis aus dem Tempel von Dendera (Tentyra)". 1826-05-05
H. und Schinkel besuchen den Grafen Louis Nicolas
von Forbin (1777-1841), Direktor des Museums, und Alexandre Achille
Alphonse de Cailleux (1788-1876), Sekretär des Museums. 1826-05-06 H. führt Schinkel in Paris um 2 Uhr ins "Institut" ein. 1826-05-08 H. führt Schinkel in Paris zum Grafen Pourtalés, Place Vendôme und zu dessen Sammlung. 1826-05-10 H. besucht in Paris mit Schinkel den Comte de Clarac. 1826-05-11
H. zum Mittagessen bei dem Architekten
Jacques-Ignace Hittorff (1792-1867). Gäste: Schinkel, Percier, Thibaut,
Ingrea, Père, sein Schwiegervater, dessen Frau und ihr Vater, Madame
Hittorff. 1826-05-18 H. zum Mittagessen beim
preußischen Gesandten in Paris Wilhelm Freiherr von Werther
(1772-1859). Gäste: Schinkel, Beuth, Gérard, Hittorff, Hase. 1826-05-19
Abendessen im Palais Royal bei Verri. Große
Gesellschaft: H., Schinkel, Beuth, Quatremère, Percier, Fontaine, Hase,
Hittorff, Comte Forbin, Gérard, Dolgorukij, Arago, Delessert,
Gay-Lussac, Cuvier, Klaproth, Koreff, Werther. 1826-06-05
H. gibt zum Abschied für Christian Daniel Rauch in
Paris ein Diner. Gäste u.a.: Werther, Gérard, der Historienmaler
François Marius Granet (1775-1849), der Bildhauer Raggi. 1826-09-18
H. hat zwar die Abreise nach Berlin auf den
12.9.1826 angesetzt, ist aber am 18.9.1826 noch in Paris. 1826-09
H. begibt sich um den 23.9. in Begleitung von
Valenciennes nach Berlin, um seine endgültige Rückkehr dorthin
vorzubereiten. Reiseroute: Metz (25.9., magnetische Messungen gemeinsam
mit dem Mathematiker Jean-Victor Poncelet), Frankfurt/Main (zweimaliger
Besuch des Senckenberg-Museums, Besuch der Stadtbibliothek und des
Anatomen Samuel Thomas von Sömmerring), Gießen (B: 26.9., Besuch bei J.
Liebig), Kassel, Göttingen (Besuch bei dem Mathematiker Carl Friedrich
Gauß; mißt mit Gauß zusammen am Abhang des Hainberges die magnetische
Inklination, B: 28.9. - Besuch bei dem Altertumsforscher Carl Otfried
Müller). 1826-10-02 H. hält sich für die nächste
Zeit in Tegel auf, wo sich auch Adelheid und August von Hedemann sowie
Theodor von Humboldt-Dachroeden mit seiner Familie zu einem längeren
Treffen einfinden. König Friedrich Wilhelm III. besucht Tegel. H.
trifft Abmachung für seine Übersiedlung von Paris nach Berlin. 1826-11-04
Der Physiker Paul Erman gibt eine Teegesellschaft
für H.; anwesend sind der Zoologe, Botaniker und Paläontologe Christian
Gottfried Ehrenberg, der Dichter und Botaniker Adelbert von Chamisso,
der Astronom Johann Franz Encke, der Geograph Karl Ritter. 1826-11-14 H. besucht Ernst Ludwig Heim. 1826-11-18
H. gibt in den Fragmenten des sibirischen
Reise-Journals auf Seite 5 an, dass er in Berlin, Garten Bellevue, mit
Prof. Encke magnetische Messungen durchgeführt hat. 1826-11-16
H. trägt in der Berliner Akademie einen Bericht vom
13.11. über die Reise von Christian Gottfried Ehrenberg und Friedrich
Wilhelm Hemprich durch Ägypten, Syrien, Arabien etc. (1820-1825) vor. 1826-12-01
H. mißt "im Garten von Bellevue bei Berlin" mit J.
F. Encke und Paul Erman die magnetische Inklination. 1826-12-03
H. reist mit Valenciennes von Berlin nach Paris
zurück. Reiseroute: 1826-12-06 Dresden: die Reisenden besuchen u.a. den Mediziner, Naturforscher und Maler Carl Gustav Carus (1789-1869), der ihnen "die schöne Entdeckung des Blutkreislaufs in den Insektenlarven zeigte". (Beleg: Brief an Wilhelm von Humboldt vom 6.12.1826). Weitere Stationen: Freiberg (6.12., abends
eingetroffen; Besuch bei Freiesleben. Am 7.12. Besichtigung der Grube
"Beschert Glück". Am 8.12. Besuch des Amalgamierwerks Halsbrücke und
der Hüttenanlagen; Besuch des Grabes von A. G. Werner und der
Bergakademie), Chemnitz, Jena (9.-11.12.), Weimar (11.-13.12., H. ist
täglich mit Goethe zusammen), Gotha, Frankfurt/Main (17.12.). 1826-12-21 H. und Valenciennes treffen wieder in Paris ein. 1827-03-10
H. lädt K. B. Hase ein, um 18 Uhr im Caffé de
Chartres in Paris mit ihm, Pertz und von Türke (aus Hildburghausen,
Neffe eines "Pestalozzischen Erziehungsrats" aus Potsdam) zu essen. 1827-03-23 H. wird "président honoraire" der "Société de géographie" zu Paris. 1827-04-14
H. verläßt Paris. Er wird von Heinrich von Bülow
begleitet, der sich nach London begibt, um sein Amt als preußischer
Gesandter anzutreten. Reiseroute: Calais (16.4.), Dover (16./17.4.),
London (17.4.-5.5.). 1827-04-23 H. nimmt an einem
vom engl. Premierminister George Canning gegebenen Dinner teil, bei dem
auch Albert Gallatin, der Gesandter der USA in London, anwesend ist. 1827-04-26
H. besichtigt am Morgen mit Jeremias Bentham,
General Voroncov und Marc Isambard Brunel den im Bau befindlichen
Themsetunnel. 1827-05-05 Abreise H.s aus London. 1827-05-08
H. in Altona bei dem Astronomen Heinrich Christian
Schumacher. Zusammentreffen mit dem Physiker Hans Christian Örsted. 1827-05-10 Abreise H.s aus Altona. 1827-05-12
H. trifft in Berlin ein. Er wohnt bis Mai 1841
Hinter dem neuen Packhofe Nr. 4, 1. Etage, Haus des Hofzimmermeisters
Glatz (auf der heutigen Museumsinsel). 1827-05-30 H. wird Mitglied der "Märkisch-Ökonomischen Gesellschaft" in Potsdam. 1827-06-17 H. nimmt am Stiftungsfest des Berliner Gartenvereins teil. 1827-06-21
H. schlägt der Berliner Akademie als Themen für eine
Preisfrage vor: "Die Untersuchung von Grubenwettern; die Bestimmung
geringer Mengen von Kohlenstoff in Mineralien; die Einwirkung der
Temperatur auf die Schwingungen von Magnetnadeln". 1827-07-03
H. liest in der Berliner Akademie über "die
Haupt-Ursachen der Temperatur-Verschiedenheit auf dem Erdkörper". 1827-08-05
H. unternimmt mit dem Chemiker Jöns Jacob Berzelius,
der für 14 Tage in Berlin weilt, eine geologische Exkursion nach
Rüdersdorf. 1827-08-07 H. mit Berzelius in Tegel zu einem "Déjeuner dinatoire". 1827-08
H. fungiert als Vorsitzender der Königlichen
Immediat-Kommission zur Prüfung der Unterstützungsgesuche junger
Künstler. Die Aufgaben der Kommission gehen am 13.4.1829 in die
Akademie der Künste über. 1827-08 H. wohnt dem
33. Stiftungsfest des Medizinisch-chirurgischen
Friedrich-Wilhelms-Instituts zur Ausbildung von Militärärzten bei; auch
später nimmt er an diesem Fest teil, das meist um den 10.8. begangen
wurde, so 1828, 1830, 1837, 1838. 1827-09-08 H.,
mit Versuchen "über die Wärmestrahlung der oberen Sandschichten auf
einem freien Platz" beschäftigt, beobachtet um 20.40 Uhr in Berlin ein
Nordlicht. 1827-10-04 H. speist beim Fürsten Wittgenstein in Gesellschaft von Heim, Ehrenberg und von Kamptz. 1827-10-17 H. und Christian Carl Josias Bunsen in Paretz; der König ist an diesem Tag in Potsdam; im Tagebuch des Königs ist kein Ausflug nach Paretz (wie sonst üblich) verzeichnet. 1827-11-03
H. beginnt an der Universität in Berlin seine
Vorlesungen über physikalische Erdbeschreibung ("Kosmos-Vorlesungen").
Er hält insgesamt 61 Vorlesungen. Als Assistent fungiert der Physiker
Ernst Knorr (1805-1879). 1827-11-13 H. wird
"Geassocieerde" des "Koninklijk Nederlandsch Instituut van
Wetenschappen, Letteren en Schone Kunsten", dem er schon seit 1809 als
Korrespondent angehört. 1827-12-06 H. hält in der
Singakademie zu Berlin den ersten öffentlichen Vortrag zum gleichen
Thema wie in der Universität. Er spricht hier insgesamt 16 mal. 1827-12-09
H. schreibt eine Notiz, in der er bekannt gibt, dass er jede Publikation
von Nachschriften seiner Vorlesungen "als einen Eingrif in mein
Eigenthum" betrachten werde (Spenersche Zeitung Nr. 288, 8.12.1827, S. [7]). 1827-12-12 H. wird von der Universität Dorpat zum Dr. med. h.c. promoviert. 1827-12-19 Kronprinz Wilhelm schreibt an seine Schwester Charlotte (Kaiserin Aleksandra Fedorovna von Russland): " Von den Humboldtschen Vorlesungen [...] muß ich nun bemerken, daß dies eine affaire de mode oder de bon tone geworden ist, denn die ganze beau monde findet sich in dem schönen neuen Lokale der Singakademie ein, um diesen gewiß sehr interessanten Vorlesungen beizuwohnen. [...] Niemand von der ersten Gesellschaft, Damen und Herren fehlt. Papa fand es lächerlich, daß alles hinströmte - kommt aber von heute an selbst hin ..." (Karl-Heinz-Börner, Hrsg.: Prinz Wilhelm von Pteußen an Charlotte. Briefe 1817-1860. Berlin 1993, S. 128.) 1828-01-02 H. wird Ehrenmitglied der Königlichen botanischen Gesellschaft. 1828-01-04 Der Bildhauer Christian Daniel Rauch beendet das Modell einer Medaille zu Ehren H.s. 1828-02-26
H. nimmt den Vorschlag des russischen
Finanzministers Georg Graf von Cancrin an, 1829 eine Forschungsreise
nach Rußland und Russisch-Asien durchzuführen. 1828-03-12 H. schließt mit G. von Cotta einen Vertrag über die Veröffentlichung der "Kosmos"-Vorlesungen. 1828-04-20 H. nimmt am Fest-Diner zum 50jährigen Dienstjubiläum des Plankammer-Inspektors Reymann teil. 1828-04-26 Letzte Vorlesung H.s an der Universität. 1828-04-27 Letzter Vortrag H.s in der Singakademie. 1828-05-31
Großherzog Carl August von Weimar weilt bis zum
13.6. in Potsdam und Charlottenburg. H. begleitet ihn während des Aufenthaltes. 1828-07
H. zum ersten Mal in Begleitung Friedrich Wilhelms
III. in Teplitz. Er wohnt im Herrenhaus am Badeplatz. (H. begleitet den
König insgesamt zehnmal auf diesen jährlichen Badereisen: 1828, 1830
und von 1832-1839; s. u.). 3.7.: H. in Nollendorf auf der Durchreise
(barometrische Höhenmessung) 11.7.: Messung der magnetischen
Inklination auf dem Spitalberg bei Teplitz. H. reist von Teplitz nach
Prag (19. und 20.7.; erdmagnetische und barometrische Messungen mit dem
Physiker und Astronomen Cassian Hallaschka) und Obrzistwy
(Verhandlungen wegen des Ankaufs der Antikensammlung des verstorbenen
Generals Franz Freiherr von Koller durch Preußen). Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 1.7. Abreise, 2.7. 5:45 Uhr Ankunft in Teplitz. 1828-07-21
H. wieder in Teplitz. Er macht, begleitet von dem
Bau-Kondukteur Ferdinand Böhm, eine Exkursion durch das Böhmische
Mittelgebirge und stellt barometrische Höhenmessungen an. 1828-07-23
H. von Teplitz aus in Altenberg. Er besteigt den
Geisingberg zu Höhenmessungen und führt Temperaturmessungen in einem
Schacht von Hinter-Zinnwald durch. 1828-07-26 H. misst auf dem Porphyrschieferberg die magnetische Inklination. 1828-07-29 H. erneut in Nollendorf zu Höhenbestimmungen. 1828-07-30
H. besucht Freiberg in Sachsen und die Bergakademie.
Er führt erdmagnetische Messungen (am 30.7. auch unter Tage und am
31.7.) aus. Er wohnt (30./31.7.) im "Schwarzen Ross". 1828-08-Anf.
H. auf der Rückreise mit dem späteren König Wilhelm
I. von Preußen bei dem späteren König Johann von Sachsen. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 29.7. Rückreise über Pillnitz, Diner bei König Johann von Sachsen, 30.7. Ankunft in Potsdam. 1828-08-03 H. führt in Dresden eine Vergleichung seines Barometers durch. 1828-08-05 H. nach einem Monat Abwesenheit wieder in Berlin. 1828-08-30
H. muss um 11 Uhr nach Schloss Grunewald, wo Friedrich
Wilhelm III. den Geburtstag der Fürstin von Liegnitz feiern möchte. Déjeuner dinatoire auf Schloss Grunewald. 1828-08-Ende
J. J. Berzelius reist in Begleitung von Gustav
Magnus nach Berlin und besucht zuerst H. in Potsdam, der ihn dem
Kronprinzen (dem späteren König Friedrich Wilhelm IV.) vorstellt. 1828-09-03
H. gibt ein Frühstück für den in Berlin zur
Naturforscherversammlung anwesenden Charles Babbage. Gäste u.a.: der
Physiker Paul Erman, der Geologe Friedrich Hoffmann, der Mathematiker
Peter Gustav Lejeune Dirichlet. Während des Frühstücks kommt auch Felix
Mendelssohn Bartholdy. 1828-09-06 H. wird von der Universität Bonn zum Dr. med. h.c. promoviert. 1828-09-14 Carl Friedrich Gauß trifft um 20 Uhr in Berlin ein. Er wohnt bei H. 1828-09-15
Gauß möchte Babbage kennenlernen. H. lädt daher
Babbage zusammen mit Encke, Crelle und Dirichlet zum Frühstück in seine
Wohnung ein. 1828-09-18 VII. Versammlung der
Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte
("Naturforscherversammlung") bis 24.9. in Berlin. H. führt den Vorsitz
der Veranstaltung, an der etwa 600 Personen teilnehmen; H. hält die
Eröffnungsrede am 18.9. in der Singakademie. Um 14 Uhr gibt H. in der
Gaststätte von Bayermann ein Diner; eingeladen sind: Babbage, Head,
Dirichlet, Encke, Lichtenstein. Am Abend gibt H. einen Tee-Empfang im
Konzertsaal des Schauspielhauses mit Musik und Gesang; König FW. III. ist anwesend. C. F. Gauß, der
bedeutendste Teilnehmer, wohnt bei H. H. gibt mehrfach zu Ehren
namhafter Teilnehmer ein Frühstück. - Am 20.9. eröffnet H. die Sitzung
der mineralogischen Sektion; am 24.9. zeigt er auf der Sitzung der
zoologischen Sektion Versuche über die galvanische Wirkung bei
Unterbindung der Nerven; am gleichen Tage schließt er die Versammlung. 1828-09-28 H. fährt nach Paretz ( bis 2.10.). Der König ist am 26./27.9. und vom 3. bis 6.10. in Paretz. 1828-10-10
H. beantragt bei Friedrich Wilhelm III. den Ankauf
des großen Fraunhoferschen Refraktors für die Berliner Sternwarte. 1828-Herbst
Im Garten des Stadtrats Abraham
Mendelssohn Bartholdy (1776-1835) in der Leipziger Straße Nr. 3 (heute
befindet sich dort das Gebäude des Bundesrates) stellt H. zusammen mit
befreundeten Gelehrten in einem auf seine Veranlassung errichteten
"eisenfreien magnetischen Häuschen" regelmäßige Beobachtungen der
magnetischen Abweichung und Intensität an, die mit gleichfalls von H.
angeregten Messungen anderer Stationen in und außerhalb Deutschlands
korrespondieren (vgl. 1830-02-11). 1829-01-08
H. liest in der Berliner Akademie über "den Stoff,
der als Manna in Persien gefallen ist, und andere naturhistorische
Gegenstände". 1829-02-18 H. nimmt als Pate an der Taufe von Valentin Rose, Sohn von Gustav Rose, teil. 1829-03-02
H. liest in der physikalischen Klasse der Berliner
Akademie über "das indische Zahlensystem nach Dezimalstellen". 1829-03-03 Der von H. beantragte Fraunhofersche Refraktor trifft in Berlin ein. 1829-03-24
H. hat die Abweichung der Magnetnadel 33 Stunden
lang, mit Freiberg (in der Grube) korrespondierend, von Stunde zu
Stunde in dem eisenfreien Häuschen (Leipziger Straße) beobachtet. 1829-03-26 H.s Schwägerin Caroline, geb. von Dacheröden (geb. am 23.2.1766 in Minden) stirbt in Tegel. 1829-04-01 Achille Valenciennes in Berlin; er wohnt bei H. 1829-04-02 H. liest in der Berliner Akademie über "den periodischen Wechsel der Magnetnadel". 1829-04-06 H. erhält den Charakter eines Wirklichen Geheimen Rats mit dem Prädikat "Exzellenz". 1829-04-09
H. erwähnt in den Fragmenten des sibirischen
Reisejournals auf S. 5 magnetische Messungen vom 9.4.1829 in Berlin,
Garten von Bellevue. 1829-04-12 H. bricht um 23
Uhr von Berlin zu seiner russisch-sibirischen Reise auf. Ihn begleiten
der Biologe Christian Gottffried Ehrenberg und der Mineraloge Gustav
Rose sowie H.s Diener Johann Seifert. Reiseroute: Dirschau (14.4.),
Überquerung der Weichsel, Weiterreise in der Nacht, Marienburg (15.4.,
Besichtigung der Burg), Königsberg (16.4., 8 Uhr, bis 18.4., morgens;
Besuch bei dem Astronomen Friedrich Wilhelm Bessel, am 17.4.
magnetische Messungen mit Bessel), Übernachtung in Sarkau 18./19.4.,
über die Kurische Nehrung, wegen Eisgang Aufenthalt im Wirtshaus
Sandkrug (19.-22.4.); Bestimmung der Strömungsgeschwindigkeit des
Wassers und geomagnetische Messungen, Memel (22.4., Stadtbesichtigung),
Polangen (russische Grenzstation), Mitau (24.4., Übernachtung), Riga
(25.4.), Dorpat (27./28.4., Besuch wissenschaftlicher Einrichtungen,
Besprechungen mit Professoren der Universität, Diner des Rektors Gustav
Ewers), Narva (29./30.4.). 1829-04-22 H. wird Ehrenmitglied der Berliner Akademie der Künste. 1829-05-01
H. trifft mit seinen Begleitern in St. Petersburg
ein. Er bleibt hier bis zum 20.5., wird mehrfach vom Zaren Nikolaus I.
empfangen, bereitet in Gesprächen mit dem Finanzminister Graf Georg von
Cancrin u.a. seine weitere Reise vor und führt geographische
Ortsbestimmungen sowie geomagnetische Messungen durch. 1829-05-06 H. wird Mitglied der Petersburger Mineralogischen Gesellschaft. 1829-05-09 H. wird Mitglied der Ökonomischen Gesellschaft in Petersburg. 1829-05-11 H. wird "Akademiker", d.h. Mitglied der Petersburger Akademie. 1829-05-17 H. nimmt an einer Sitzung der Mineralogischen Gesellschaft teil. 1829-05-20
Abreise von St. Petersburg um 9 Uhr morgens nach
Moskau. Neben seinen deutschen Begleitern, der Bedienung und
mehrfach wechselnden russischen Reisegefährten begleitet ihn auf der
ganzen Reise der russische höhere Bergbeamte Nikolai Stepanowitsch Menschenin.
Reiseroute: Nowgorod (21.5.), Waldai (21. und 22.5.), Twer (23.5.). 1829-05-24
H. trifft in Moskau ein. Er bleibt hier mit seinen
Begleitern bis zum 28.5. Er besichtigt die Stadt, besucht die
Universität und wissenschaftliche Einrichtungen. Am 27.5. geben ihm die
Professoren der Moskauer Universität, deren Ehrenmitglied er wird, ein
Essen, an dem 74 Persönlichkeiten teilnehmen. Es sprechen drei
Vertreter der Gastgeber; H. nimmt auch selbst das Wort. 1829-05-28
H. bricht mit seiner Begleitung von Moskau zum Ural
auf, zunächst geht die Reise nach Katharinenburg. Reiseroute: Pokrow
(Übernachtung 28./29.5.), Wladimir (29.5.), Murom (30.5.), Nishnij
Novgorod (31.5. ab 15 Uhr und 1.6.), auf der Wolga nach Kasan (4.6., 6
Uhr; H. trifft den ihm von Paris her bekannten Astronomen Ivan M.
Simonov und lernt den Mathematiker Nikolaj I. Lobatschewski kennen; er
besucht wissenschaftliche Einrichtungen der Universität, deren
Ehrenmitglied er wird; Ausflug zu den Ruinen von Bulghar auf der Wolga
am 5.6. 15 Uhr, Rückreise in der Nacht vom 6. zum 7. und am 7.6. mit
dem Wagen über Spask und Laischew nach Kasan (20 Uhr); Abreise von
Kasan am 9.6. (7.30 Uhr), Malmysch (9.6.), Debesy (11.6.), Ochansk
(11.6.), Werchne-Mulinsk (12.6. morgens, bis 13.6.), Perm (13.6., 11
Uhr), Kungur (13.6.), Atschitskaja (14.6.). 1829-06-15
H. trifft abends in Jekaterinburg ein. Er hält sich
hier bis zum 25.6. auf und besichtigt Sammlungen, Einrichtungen der
Stadt und unternimmt einige Exkursionen; so besucht er u.a. das
Goldseifenwerk Schabrowskoi (17.6.), die Goldgrube und die Eisenhütte
Beresowsk und die benachbarten Goldseifen (18.-20.6.), die Kupfergrube
Gumeschewskoi (22./23.6.) und Marmorbrüche bei Jekaterinburg. 1829-06-25 H. bricht von Jekaterinburg zu einer größeren Exkursion in den nördlichen Ural auf. Reiseroute:
Newjansk (26. und 27.6.), Nishne-Tagilsk (27.-30.6., Besichtigung der
Demidovschen Werke, Ausflüge zu den benachbarten Platin- und
Goldseifen), Kuschwinsk (30.6. und 1.7., Besichtigung des Hüttenwerks),
Nishne-Turinsk (2.7., Besichtigung des Hüttenwerks), Bogoslowsk (3.7.,
23 Uhr bis 6.7., Besichtigung der Kupfergruben, Untersuchung des
Dauerfrostbodens). Von diesem nördlichsten Punkt geht die Rückreise
nach Jekaterinburg über Werchoturje (7.7.), die Eisenhütte von
Alapajewsk (8.7.), die Steinbrüche von Totschilnaja (9.7.), das
Hüttenwerk von Reschewsk (Nacht vom 9. bis zum 10.7.), Mursinsk (10.7.;
Besuch der Edelsteinbrüche) und die Turmalinbrüche von Schaitansk
(10.7.). 1829-07-11 H. trifft 7 Uhr morgens mit
seinen Begleitern wieder in Jekaterinburg ein. Sie unternehmen noch
kleinere Ausflüge, ordnen und verpacken die bisher gesammelten
Gegenstände und führen Messungen aus. 1829-07-18
Abreise 9 Uhr morgens von Katharinenburg nach Tobolsk in Westsibirien.
Reiseroute: Kamyschloff (18.7. abends), Tjumen (19.7., 15 Uhr). 1829-07-20
H. trifft am Abend mit seinen Begleitern in Tobolsk
ein. Stadtbesichtigung und Beobachtungen; kleinere Ausflüge. H. fasst
den Entschluss, nicht, wie ursprünglich vorgesehen, die Rückreise
anzutreten, sondern zum Altai weiterzureisen. 1829-07-24
H. reist 7 Uhr morgens von Tobolsk zum Altai ab.
Reiseroute: Wikulowo (25.7.), Tara (Nacht zum 27.7.), Wosnesensk am Om
(28.7.), Kainsk (29.7.), Kargatzkoi (30.7.), Kotkowa (31.7.), Oserki
(1.8.). 1829-08-02 H. erreicht am Morgen um 5 Uhr
Barnaul. Besichtigung der Silber- und Bleischmelzhütte, des Museums und
privater Sammlungen an diesem und den folgenden beiden Tagen. 1829-08-04
H. verläßt Barnaul am Abend um 22 Uhr, um in den
Altai einzudringen. Reiseroute: Tschistjunskaja (5.8.), Schlangenberg
(6., mittags, bis 9.8.; Besichtigung der Erzlagerstätten, einer
Steinschleiferei von Kolywansk am 7.8. und eines Schachtes), Riddersk
(10.8. abends 19 Uhr bis 12.8., 10 Uhr morgens; Befahrung der
Silbergrube), Ust-Kamenogorsk (13.8., 4 Uhr morgens). 1829-08-14
H. unternimmt von Ust-Kamenogorsk einen Abstecher zur
chinesischen Grenze. Reiseroute: Sewernoi (14./15.8.), Buchtarminsk
(15.8.), Sirjanowsk (16.8.; Befahrung der Silbergrube), Übernachtung in
Krasnojarsk, in Baty freundschaftliches Zusammentreffen mit den
chinesischen Grenzposten am Irtysch (17.8., 13-16 Uhr), Übernachtung in
Krasnojarsk, Buchtarminsk (18.-19.8., 8 Uhr morgens), auf dem Irtysch
nach Ust-Kamenogorsk (19.8., abends, 21.30 Uhr, und 20.8.). 1829-08-20
H. verläßt am Abend um 21 Uhr Ust-Kamenogorsk, um zum
südlichen Ural weiterzureisen. Reiseroute: Semipalatinsk (21.8., 23 Uhr
bis 22.8., 17 Uhr, geographische Ortsbestimmungen und Gespräche über
Handelsverbindungen; Besichtigung seltener Tiere), Semijarsk (23.8.),
Tschernojarsk (24.8.), Omsk (25.8., 23 Uhr bis 28.8., 9 Uhr;
Besuch der Kosakenschule, einer Tuchfabrik und verschiedener
öffentlicher Anstalten), Petropawlowsk (29.8., 15 Uhr, bis 30.8., 17
Uhr), Alabugskoi (31.8.), Ustuiskaja (l.9.), Troizk (2.9., Besichtigung
des Tauschhofes), Miask (=Miass) (Ankunft am 3.9., 15 Uhr). 1829-09-03
H. bleibt bis zum 16.9. in Miask und unternimmt von
hier aus Exkursionen zu den Goldseifen am oberen Mias (4.9.), in das
Ilmengebirge (5.9.) und nach Slatoust (7.-10.9.; Besichtigung der
Degenfabrik und anderer Werke); Kyschtimsk (11.9., nachmittags, bis
12.9.). H. und seine Begleiter ordnen und verpacken die gesammelten
Mineralien und Pflanzen in Miask ab 13.9., 17 Uhr, bis 15.9. 1829-09-14 H. begeht seinen 60. Geburtstag in Miask. 1829-09-16
H. reist über Rissajewa (17.9.), Sirtinskoi (18.9.)
und Orsk (19.9., Besichtigung eines Jaspis-Bruches) nach Orenburg
weiter, wo er am 21.9. morgens eintrifft. Am 22.9. unternimmt er einen
Ausflug zum Salzwerk von Ilezkaja Saschtschita, das er eingehend
besichtigt. Er wohnt am 25.9. Vorführungen der Kirgisen bei. H. ändert
die Reiseroute abermals und entscheidet sich für einen Abstecher zum
Kaspi-See. 1829-09-26 H. verläßt morgens
Orenburg, um nach Astrachan zu reisen. Reiseroute: Uralsk (27.9., 17
Uhr, bis 28.9., 16 Uhr; Besichtigung des Fischfangs auf dem Ural-Fluß),
Busuluk (29.9.), Samara (30.9., morgens 9 Uhr, vor der Stadt
Besichtigung einer Schwefelquelle), Sysran (1.10.), Wolsk (2.10.,
Ausflüge in die Umgebung), Weiterfahrt durch die deutschen Siedlungen
auf dem linken Wolga-Ufer (3.10.), Saratoff (3.10. nachts bis 5.10.
morgens; magnetische Messungen, Besichtigung der Stadt und des
Gymnasiums), Bjeloglinskaja (6.10.), Dubowka (7.10., 6 Uhr morgens,
Exkursion zum Elton-See mit Besichtigung der dortigen Salzgewinnung am
8.10.; wieder in Dubowka am 9.10., 7 Uhr morgens), Zarizyn, Sarepta
(9.10., 16 Uhr bis 10.10., 15 Uhr, Besichtigung der Einrichtungen der
Herrnhutergemeinde und folkloristischer und anderer Sammlungen),
Jenotajewsk (11.10., 18 Uhr), Astrachan (Ankunft am 12.10., 16 Uhr). 1829-10-14
H. unternimmt mit seinen Begleitern eine Exkursion
mit einem privaten Dampfboot von Astrachan aus zu den Wolga-Mündungen
und dem Kaspi-See. Besuch einer Insel (15.10., geographische
Ortsbestimmung und geomagnetische Messungen) und Fahrt auf dem
Kaspi-See mit einem staatlichen Dampfboot (15.10. und Nacht zum
16.10.). Auf der Rückfahrt besucht H. noch eine weitere Insel,
besichtigt die Fischereianlagen in einem östlichen Wolga-Arm und trifft
in der Nacht vom 17. zum 18.10. wieder in Astrachan ein, wo er bis zum
20.10. verschiedene Einrichtungen besichtigt. 1829-10-20 Gay-Lussac berichtet im "Institut" über den bisherigen Verlauf der Reise H.s. 1829-10-21
H verläßt früh um 8.30 Uhr Astrachan, um auf dem
östlichen Wolga-Ufer den Kalmückenfürsten Sered-Dschab zu besuchen, mit
dem er am 22.10. in Tumeniewka zusammentrifft. Er lernt dort auch den
Khan der "inneren Kirgisenhorde" Dschangir kennen. Nach erneuter
Überquerung der Wolga schlägt er über Sarepta (24.10., Temperatur- und
Luftdruckmessungen) bis Zarizyn zunächst den auf der Reise nach
Astrachan benutzten Weg ein und reist dann nach St. Petersburg zurück.
Reiseroute: Tischanskaja (25.10., Abstecher zum Don; Höhenmessungen),
Nowochopersk (27.10.), Woronesh (28./29.10., magnetische Messungen und
Ortsbestimmung), Tula (l./2.11. bis 15 Uhr, Besichtigung der
Waffenfabrik), Moskau (3.11., 19 Uhr, bis 9.11., 17 Uhr; Archivstudien;
am 6.11. magnetische Messungen in einem Garten bei Moskau, am 7.11.
glanzvoller Empfang durch Universität und Naturforscher-Gesellschaft). 1829-11-13
H. trifft um 15 Uhr mit seinen Begleitern wieder in
St. Petersburg ein. Er wird vom Hof und den Gelehrten gefeiert. Er
verwendet sich erfolgreich für polnische und andere politische
Verbannte. 1829-11-28 H. berichtet auf einer ihm
zu Ehren abgehaltenen außerordentlichen Sitzung der Petersburger
Akademie der Wissenschaften über seine Reise, auf der rund 15.000 km
zurückgelegt, 658 Poststationen passiert und 12.244 Pferde gewechselt
wurden. 1829-12-06 Geomagnetische Messungen im Botanischen Garten. 1829-12-10 H. besucht das P. P. Svinin-Museum in St. Petersburg. 1829-12-15 H. tritt seine Rückreise nach Berlin an. Reiseroute: Dorpat, Riga, Memel, Königsberg (24.12.). 1829-12-28
22 Uhr: H. trifft mit seinen Begleitern nach einer
Abwesenheit von 8 1/2 Monaten wieder in Berlin ein. 1830-01-20
H., während seiner Reise nach Rußland und Sibirien
zum Ehrenmitglied der Berliner Akademie der Künste gewählt (siehe
22.4.1829), wird in deren Plenum willkommen geheißen; er spricht
Erwiderungsworte. 1830-02-03 H. vermittelt dem
Bildhauer Christian Daniel Rauch die Bestellung einer mythologischen
Marmorstatue durch den Zaren Nikolaus I. 1830-02-11
In der Nacht zum 12.2. wird in das eisenfreie Häuschen im Garten
Leipziger Str. 3 eingebrochen; dabei werden wichtige Instrumente
gestohlen, andere beschädigt (siehe 1828-Herbst). 1830-02-16
H. veröffentlicht eine Notiz in der Presse: er
bittet die Optiker und Mechaniker Berlins auf zum Kauf angebotene
Instrumente oder Teile zu achten, die aus dem eisenfreien
Häuschen gestohlen worden sind. 1830-05-01
H., Berzelius und S. de Sismondi werden durch König Louis Philippe von
Frankreich zu Offizieren der Ehrenlegion ernannt. 1830-05-13 H. liest in der Berliner Akademie über "die Gebirgsketten und Vulkane im Innern von Asien". 1830-05-21
H. reist im Gefolge des preußischen Kronprinzen, des
späteren Königs Friedrich Wilhelm IV., von Berlin nach Warschau
(Eröffnung des polnischen Reichstages). Am 3.6. nimmt H. an einer
Sitzung der Warszawskie Królewskie Towarzystwo Przyjaciol Nauk teil,
deren Ehrenmitglied er ist, und reist in derselben Nacht mit dem
Kronprinzen über Posen, Schmiedeberg (B: 6. und 9.6.), Buchwald im
Riesengebirge (B: 8.6.; Besuch bei Friederike Gräfin von Reden) nach
Schloss Fischbach (15./16.6.). Von dort besucht er das schlesische Gut
seines Bruders in Ottmachau (B: 21./22.6.) und fährt am 23.6. nach
Berlin zurück. 1830-06-27 Arago berichtet im "Institut" über H.s russisch-sibirische Reise. 1830-07-10 H. reist mit König Friedrich Wilhelm III. nach Teplitz. Reisedaten: Friedrich Wilhelm III.: 12.7. Abreise, 13.7., 5:25 Uhr Ankunft in Teplitz. Am 2. und 3.8. der übliche Geburtstagsausflug nach Schandau 1830-08-03 Rückkehr nach Berlin. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 5.8. Abreise, 6.8. Ankunft in Charlottenburg. 1830-08-17
Der kolumbianische Politiker und spätere Präsident
von Großkolumbien Francisco de Paula Santander (1792-1840) trifft H.
zufällig im Museum in Berlin. 1830-08-18 H. besucht Santander. 1830-08-22 Santander frühstückt bei H. 1830-09-26
H. verfasst ein Vorwort zu "Correspondirende
Beobachtungen über die regelmäßigen stündlichen Veränderungen und über
die Perturbationen der magnetischen Abweichung im mittleren und
östlichen Europa" von Heinrich Wilhelm Dove. 1830-09-28
H. schreibt an diesem Tage zum letzten Mal einen
Brief mit deutschen Buchstaben; künftig bedient er sich auch für Briefe
in deutscher Sprache fast ausschließlich lateinischer Lettern. Von
dieser für die Datierung von H.-Briefen wichtigen Regel sind bisher nur
wenige Ausnahmen bekannt geworden. 1830-09-28 H.
reist von Berlin nach Paris ab. Bei seiner Übersiedlung von Paris nach
Berlin 1827 hatte er sich von König Friedrich Wilhelm III. die
Genehmigung für längere Reise nach Paris ausbedungen. Mit der
Verwirklichung seiner eigenen wissenschaftlich-literarischen Absichten
verbindet H. auf allen Paris-Reisen (1830/31, 1831/32, 1835, 1838,
1841, 1842/43, 1845, 1847/48; s.u.) die Erfüllung diplomatischer
Aufträge. Er trifft am 3.10. in Paris ein und bleibt bis zum 17.1. 1831
dort. Er wohnt: Hôtel d'Angleterre, Rue Colombier. 1830-10-11
H. liest im "Institut" eine Mitteilung über "le
voyage qu'il a fait en Sibérie" und gibt außerdem eine "analyse des
travaux auxquels se sont livrés ses deux associés, MM. Gustav Rose et
Ehrenberg". 1830-11-22 H. macht im "Institut" eine mündliche Mitteilung zur "Choléra-Morbus". 1830-12-06 H. liest im "Institut" über die "montagnes et les volcans de l'Asie centrale" (Schluß 20.12.). zurück
1831-1840
1831 | 1832 | 1833 | 1834 | 1835 | 1836 | 1837 | 1838 | 1839 | 1840
1831-01-03 H. liest im "Institut" über "observations sur les chiffres indous et sur leur valeur de position". 1831-01-10
H. liest im "Institut" über "quelques phénomènes
physiques et géognostiques de l'Asie septentrionale, dans le parallèle
d'Orenbourg". 1831-01-15 H. besucht Giacomo
Meyerbeer, Rue Rivoli n. 50. Er verspricht, König Friedrich Wilhelm
III. über die Arbeit an der Oper "Robert le Diable" zu unterrichten und
die Verzögerung der Übersendung der Partitur nach Berlin zu
entschuldigen. 1831-01-17 H. tritt die Rückreise
von Paris nach Berlin an. Er reist über Weimar, wo er am 26. und 27.1.
Goethe besucht. Er trifft vor dem 31.1. in Berlin ein. 1831-02-22
H. reist erneut nach Paris, wo er Ende Februar
eintrifft und bis zum April 1832 bleibt. Er wohnt in Paris: Hôtel
d'Angleterre, Rue Colombier. 1831-02-28 H. legt in der Pariser Akademie Proben von Vanadium vor. 1831-03-05
H. lädt K. B. Hase ein, mit ihm und Valenciennes um
18.00 Uhr oder 18.15 Uhr im Caffé de Foy zu essen. 1831-03-21 H. legt im "Institut" seine "carte hypsométrique de la Cordillère des Andes" vor. 1831-04-21 Santander besucht H. 1831-05-23 H. liest im "Institut" über die "causes physiques des inflexions des lignes isothermes". 1831-07-18
H. liest im "Institut" "considérations sur le climat
de l'Asie et sur la température du sol dans ses rapports avec la
conservation des parties molles des animaux antédiluviens". 1831-09-13
Johannes Müller und Jacob Henle zeigen in einem Pariser
Gasthaus H. und seinen Begleitern Experimente mit Fröschen zum Nachweis
des Bellschen Satzes. 1831-10
H. trifft mit dem Wirtschaftredakteur und Historiker Carl Christian
Becher (gest. 1836) zusammen und übergibt ihm
Empfehlungbriefe für dessen Reise nach Mexiko (1832-1833). 1831-12? Diner bei Meyerbeer in Paris. Gäste: Ludwig Börne, Heinrich Heine, H. 1831
H. schlägt "eine verbindliche Einladung" des Zaren
Nikolaus I. zu einer zweiten russischen Reise "schon 1831" aus. 1832-02-07
Der Botaniker Alexander Braun (1805-1877) und sein
Schwager, der Naturforscher Louis Agassiz (1807-1873) besuchen H. 1832-03-05
H. macht im "Institut" verschiedene "communications
sur la géologie, sur la zoologie et sur la physique". 1832-03-06
H. nimmt an der Beisetzung des Ägyptologen Jean
François Champollion (geb. 1790) teil; er gehört zu den Personen, die
das Bahrtuch halten. 1832-03-08 H. und Meyerbeer besuchen gemeinsam den Choreographen der Pariser Oper Filippo Taglioni. 1832-03-18
H. holt Meyerbeer ab und begibt sich mit ihm zu
Taglioni, der die Tänze in "Robert le Diable" inszeniert. 1832-03-19
H. berichtet im "Institut" über Nachrichten aus
Havanna, wonach man dort seine Bitte um magnetische Messungen durch die
"Real Sociedad Patriótica" erfüllen wird. 1832-03-30 "Seit 2 Tagen haben wir nun auch die Cholera [in Paris]." (Brief an Encke, 30.3.1832). 1832-Frühjahr
H. findet in der Bibliothek von Charles-Athanase
Walckenaer in Paris eine Karte wieder, die Juan de la Cosa im Jahre
1500 von der Neuen Welt angefertigt hatte. 1832-05-01
H. reist nach Berlin zurück. Reiseroute: Metz
(3.5.), Frankfurt/Main (9.5.), Seeberg bei Gotha, Weimar. Am 16.5. ist
er wieder in Berlin. 1832-08-12 H. weilt von diesem Tage an mit dem König in Paretz. Friedrich Wilhelm III. kehrt am 16.8. nach Potsdam zurück. 1832-09-27
H. reist nach Teplitz, wo er mit Friedrich Wilhelm
III. bis Mitte Oktober (B: 16.10.) bleibt. Auf der Hin- oder Rückreise
besucht er Carl Gustav Carus in Dresden. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 28.9. Abreise, 29.9. Ankunft in Teplitz; 20.10. Abreise von Teplitz, 21.10. Ankunft in Potsdam. Hin- und Rückreise über Dresden. 1832-10-22
Grundsteinlegung der neuen Sternwarte in Berlin
(Lindenstraße), an deren Vorbereitung und Ausstattung H. maßgeblichen
Anteil hat. (Beendigung des Baues: 4.12.1835). 1833-01-10
H. muss sich nach Tegel begeben, um seinen Bruder Wilhelm wegen des
Brandes der Tegeler Mühle zu trösten (Brief an S. H. Spiker).
1833-04 H. befasst sich mit der Vorbereitung der
Chronometer-Expedition (Ostseeküste) des russischen Geodäten General
Fedor Fedorovic Schubert (1789-1865). H. leidet an einer Grippe (mit Rückfall). 1833-05-10
In Hs. Wohnung wird Wilhelm Seifert (1833-1842), der Sohn von Emilie
und Johann Seifert, durch den Hofprediger Friedrich Strauß (1786-1863) getauft (Beleg: H. an Ehrenberg,
10.5.1833)
1833-06-03
H. liest in der physikalisch-mathematischen Klasse
der Berliner Akademie über "Strömungen der Südsee". 1833-06-27
H. liest in der Berliner Akademie über
"Meeresströmungen im allgemeinen und besonders über eine kalte
Meeresströmung an der Westküste von Südamerika". 1833-07 5 Tage in Paretz (B: 14.7.). Der König fährt am 13.7. nach Paretz und am 16.7. zurück nach Potsdam. 1833-07-24
H. reist von Berlin nach Teplitz ab, Ankunft 26.7.
Anfang August in Begleitung Friedrich Wilhelms III. Exkursion in die
Sächsische Schweiz; Rückreise nach Teplitz vom Großen Winterberg über
Schandau und Peterswalde; am 3. und 4.8. Zusammentreffen mit Kaiser Nikolaus
I. von Russland in Lobositz. H. verfasst in Teplitz am 20.8. ein
Gutachten über die "Herantreibung des Meissner Stollens in die
Freiberger Erzreviere". Abreise von Teplitz etwa 24.8. Auf der
Rückreise besucht er in Dessau das Schloss Luisium (B: 29.8.) und den
Apotheker, Botaniker und Astronomen Samuel Heinrich Schwabe (B:
31.Aug.). Wahrscheinlich hat H. bei dieser Gelegenheit auch Wörlitz
besucht. Am 2.9. ist er wieder in Berlin. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 24.7. Abreise, 15.7., Ankunft in Teplitz. Am 2. und 3.8. der übliche Geburtstagsausflug nach Schandau. 3.8. zurück nach Teplitz, Diner mit 240 Kurgästen. Treffen mit Kaiser Franz I. von Österreich. 14.8. Fahrt nach Theresienstadt, das Diplomatische Corps folgt den Herrschern. 24.8. Abreise von Teplitz über Herzberg, 25.8. Ankunft in Potsdam. 1833-09-14? Johannes Müller besucht H. 1833-09-15
H. reist von Berlin in Begleitung von Karl Sigismund
Kunth nach Breslau ab, um an der XI. Versammlung der "Gesellschaft
deutscher Naturforscher und Ärzte" teilzunehmen. Er trifft am 17.9. in
Breslau ein und hält mehrere Vorträge: Am 18.9. über den Einfluß, den
eine Richtung der modernen Literatur, die Landschaftsmalerei und der
Anbau exotischer Gewächse auf die Belebung des Naturstudiums ausgeübt
haben, am 19.9. über ein Farbenschema L. von Buchs für geognostische
Karten und über Pasigraphie im allgemeinen, am 21.9. über die Bildung
der Steinkohle, am 23.9. über Meeresströmungen im allgemeinen, sowie
über einen Strom kalten Wassers in der Südsee, über einen heißen Strom
im Golf von Florida und den Einfluß desselben auf die benachbarten
Länder, am 23.9. über das Vorkommen von Robben im Kaspi-, Aral-,
Baikal- und Balkaschsee, ferner über Delphine in den überschwemmten
Uferwäldern des Orinoco und über Fische im Kaspi-See. Außerdem ergreift
er in mehreren Sitzungen das Wort zu Diskussionsbemerkungen. Am 27.9.
ist er wieder in Berlin. H. wird Ehrenmitglied der Královská Ceská
Spolecnost Náuk v Praze. 1833-Winter Im
Wintersemester 1833/34 hört H. die Universitätsvorlesungen des
klassischen Philologen August Böckh über griechische Altertümer und
nimmt an einem Kolleg des Chemikers Eilhard Mitscherlich sowie an
dessen Experimenten mit einem galvanischen Apparat teil. In den
folgenden zwei Jahren hört er August Böckhs Vorlesungen über
griechische Literaturgeschichte. 1834-02-28 Ankuft des Herzogs Leopold IV. von
Anhalt-Dessau und der Herzogin Friederike von Anhalt-Dessau in Berlin (Abreise: 9.3.1834).
H. zeigt dem Herzog "einige Kunstsachen". 1834-05-16
H. leidet an "Kaltem Fieber" und ist kranker
als je zuvor (Briefe an J. F. von Cotta und Carus). 1834-06-05
H. trägt in der Berliner Akademie eine
Zusammenstellung der "neuesten geographischen Entdeckungen am Nordpol"
vor. 1834-06-22 H. reist von Berlin für einige Tage nach Paretz. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 21.6. Fahrt nach Paretz, 25.6. zurück nach Charlottenburg. 1834-06-28 H. reist nach Teplitz; Rückreise am 29.7. Am 3.8. ist H. wieder in Berlin. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 1.7. Abreise, 2.7. Ankunft in Teplitz, 29.7. Abreise, 30.7. Ankunft in Charlottenburg. 1834-08-23
H. reist nach Königsberg (bis Königsberg mit
Friedrich Wilhelm III.) und Danzig mit dem russischen Dampfschiff
"Ischora" (Ижора), und zwar zu Schiff von Stettin nach Königsberg (Besuch bei
Friedrich Wilhelm Bessel, B: 29.8., H. stellt unter Bessels Leitung zum ersten Mal mit
dem Heliometer Doppelsternbeobachtungen an), von Königsberg nach Danzig
(B: 2.9.) und dann wieder von Danzig nach Stettin mit dem preußischen
Dampfschiff "Friedrich Wilhelm". Ankunft in Berlin: 8.9. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 24.8. Einschiffung auf dem Dampfschiff "Ischora", 25.8. nach Swinemünde, 26.8. Ankunft in Königsberg, 3.9. Abreise von Königsberg, 4.9. Ankunft n Marienburg. 1835-04-08 Wilhelm von Humboldt stirbt in Tegel. H. weilt in den letzten Tagen mehrfach bei ihm. 1835-06-10 H. in Paretz (B: 10. und 12.6.; am 26.6. wieder in Berlin eingetroffen); Friedrich Wilhelm III. ist seit dem 9.6. in Paretz, am 12.6. reist er über Spandau nach Charlottenburg, 19.6. Pfaueninsel, 20.6. Paretz, 23.6. zurück nach Charlottenburg. 1835-07-01 H. reist früh 4 Uhr von Berlin nach Teplitz ab. Rückkehr um den 29.7. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 30.6. Abreise, 1.7. Ankunft in Teplitz, 24.7. Abreise, 25.7. Ankunft in Potsdam. 1835-07-21 Von Teplitz aus auf dem Milleschauer. 1835-08-06
H. reist von Berlin nach Paris ab. Reiseroute:
Altona (7.8.; Besuch bei Schumacher), mit dem Dampfschiff in 55 Stunden
von Cuxhaven nach Le Havre. Von dort reist er am 12.8. auf dem
Wasserwege mit A. Valenciennes nach Rouen. H. trifft am 15.8. in Paris
ein und bleibt bis Ende Dezember dort. Er wohnt kurze Zeit im Hôtel des
Princes, dann im Hôtel de Londres, Rue des Petits Augustins n. 3. H.
erhält in Paris den Auftrag des Königs Friedrich Wilhelm III., während
der Abwesenheit des preußischen Gesandten unmittelbar über die Zustände
und Ereignisse in Paris zu berichten. 1835-08-17
H. liest im "Institut" eine "Note sur des empreintes de pieds d'un
quadrupède, dans la formation de grès bigarré de Hildburghausen". 1835-09-14 H. trifft Meyerbeer in Paris. 1835-09-21 H. legt im "Institut" Ehrenbergs "Naturreich des Menschen" vor. 1835-12-28 Etwa an diesem Tage tritt H. seine Rückreise von Paris nach Berlin an. 1836-01-01
An diesem und dem folgenden Tage weilt H. auf der
Durchreise von Paris nach Berlin in Frankfurt/Main, wo er mit dem
Forschungsreisenden Eduard Rüppell zusammentrifft. H. reist über Weimar
(5.1.) und trifft am 9.1. oder kurz davor wieder in Berlin ein. 1836-02-06
Carl Ritter trägt in der Berliner Gesellschaft für
Erdkunde Notizen H.s über die ältesten Karten von Amerika und den
frühesten Gebrauch dieses Namens zur Bezeichnung jenes Erdteils vor. 1836-02-10
H. ist in Berlin bei der Beisetzung des am 6.2. verstorbenen Minralogen Friedrich Hoffmann (geb. 1797) anwesend.
1836-03-28
H. von 11-13.30 Uhr bei Karl August Varnhagen von
Ense (1785-1858). Man bespricht u.a. die Vorrede zu Wilhelm von
Humboldts Werk über die Sprachen. 1836-04-23 H.
gibt durch einen Brief an den Präsidenten der "Royal Society" in
London, den Herzog von Sussex, den Anstoß zur weltweiten Einrichtung
geomagnetischer Stationen. 1836-05-11 H. ganz
früh bei Varnhagen von Ense; bleibt 11/2 Stunden. Hauptgegenstand des
Gesprächs ist der Besuch der französischen Prinzen (Ferdinand-Philippe d'Orléans (1810-1842), Louis d'Orléans, duc de Nemours (1814-1896), die Preußen besuchen
werden. 1836-05-15 Sonnenfinsternis; der
Kronprinz und die in Berlin anwesenden französischen Prinzen wollen sie auf
der Sternwarte beobachten. (Beleg: H. an Johann Franz Encke, 14.5.1836). 1836-05-25 H. bis zu diesem Tag in Potsdam beim König. Friedrich Wilhelm III. ist seit dem 5.5. in Potsdam, geht am 8.5. nach Berlin, am 23.5. nach Potsdam, am 25.5. nach Berlin. 1836-05-26 H. besucht George Ticknor in Berlin. Gespräche über Ancillon und H.s Vorliebe für Paris. 1836-05-27
H. holt um 11 Uhr mit seinem Wagen Ticknor ab, um
ihm die Bau-Akademie und die naturwiss. Sammlung in der Universität zu
zeigen. Zum Dinner sind H. und Ticknor bei dem engl. Gesandten Lord
William Russel. 1836-07-11 H. in Paretz. Der König geht am 10.7. nach Paretz und kehrt am 11.7. nachmittags nach Charlottenburg zurück. 1836-07-Mitte H. in Teplitz (B: 16.7.). Er gebraucht zum ersten Mal in seinem Leben den Kissinger Brunnen. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 14.7. Abreise, 15.7. 5 Uhr morgens Ankunft in Teplitz, 11.8. Abreise von Teplitz, 12.8. Ankunft in Potsdam. 1836-07-25
H. gibt an die Presse eine Aufforderung weiter, sich
an den von Victor-Charles Lottin auf Island vom 10.-15.8. geplanten
Messungen der magnetischen Variation durch korrespondierende
Beobachtungen zu beteiligen. 1836-07 Der französ. Botaniker Adolphe-Théodore Brongniart (1801-1876) weilt für einen Tag in Teplitz bei H. 1836-08-02
Auf einem Ausflug von Teplitz reist H. mit Friedrich
Wilhelm III. von Tetschen auf der Elbe nach Schandau. Am nächsten Tage fahren sie
auf der Elbe von Schandau über Rathen zur Bastei. Am 4.8. speisen sie in Pillnitz
und sind am Abend dieses Tages wieder in Schandau. Am 15.8. ist H.
wieder in Berlin. Abreise des Königs von Teplitz am 11.8., am 12.8. in Potsdam, weiter nach Charlottenburg. 1836-09-12 H. lädt Christian Daniel Rauch ein, mit ihm am 14.9. nach Tegel zu fahren. 1836-09-21
H. reist in der Nacht zum 22.9. nach Jena, um an der
XIV. Versammlung der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte
teilzunehmen. Er spricht am 23.9. über "die Verschiedenartigkeit des
Naturgenusses und die wissenschaftliche Entwicklung der Weltgesetze".
Diesen Vortrag wiederholt er am 24.9. abends auf einem Empfang bei dem
Universitätskurator Anton Freiherr von Ziegesar. Am gleichen Tage hat
er zuvor Mitteilungen über verschiedene wissenschaftliche Fragen
gemacht und Bilder des Malers Johann Moritz Rugendas vorgelegt. Am
25.9. besucht er den Philosophen Karl Hermann Scheidler. Am 26.9. hält
H. einen weiteren Vortrag über "zwei Versuche, den Gipfel des
Chimborazo zu erreichen". 1836-11-10 H. lobt die Jenaer Naturforscherversammlung im Gespräch mit Varnhagen von Ense. 1836-11-20
In der Nacht zum 21.11. wird H. auf der Rückreise
von Potsdam beinahe durch vom Sturm umgeworfene Pappeln erschlagen.
[NB: Jahr noch unsicher!] 1837-01-Ende H. leidet an Grippe. 1837-02-09 H. liest in der Berliner Akademie über "die Vulkane des Hochlandes von Quito". 1837-02-13 Leopold Zunz besucht H. 1837-02-25
Prinzessin Augusta von Preußen (1811-1890) zeigt H.,
Adelheid und August von Hedemann sowie Gabriele von Bülow das neue
Palais ihres Gemahls, des Prinzen Wilhelm (später König von Preußen und
deutscher Kaiser, 1797-1888). Das Palais, später als "Altes Palais"
bezeichnet, befand sich am Opernplatz Unter den Linden in Berlin. 1837-02-28
H. unterhält sich im Salon der Fürstin Lucie von
Pückler-Muskau (1776-1854) in Anwesenheit von Rebecca Dirichlet
(1811-1858) mit Eduard Gans (1798-1839). 1837-04-10
Im Beisein H.s wird die von Christian Friedrich
Tieck (nach Bertel Thorvaldsen) angefertigte Büste seines Bruders
Wilhelm in der Vorhalle des Alten Museums aufgestellt. Anwesend:
Hedemann, Brühl, Tieck u.a. Künstler. 1837-05-03 H. hält in Berlin bei der Fürstin Lucie von Pückler-Muskau eine Privatvorlesung. 1837-05-30
H. auf der Berliner Sternwarte zur Beobachtung des
Saturn. Argelander betrachtet auf der Durchreise nach Bonn ebenfalls
den Saturn. 1837-06-Mitte H. in Paretz. Friedrich Wilhelm III. hält sich vom 17. bis zum 20.6. in Paretz auf. 1837-07-03
H. reist von Berlin nach Teplitz ab. Er ist dort
acht Tage mit Karl Friedrich Schinkel zusammen. Vermutlich besichtigt
er auf der Hin- oder Rückreise die im Bau befindliche Eisenbahnstrecke
Leipzig - Dresden. Am 1.8. ist H. wieder in Berlin. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 6.7. Abreise nach Teplitz, 7.7. Ankunft in Teplitz, 28.7. Abreise von Teplitz, 29.7. in Potsdam. 1837-08-04 Meyerbeer besucht H. 1837-08-17 H. fährt von Berlin über Sanssouci nach Paretz, um dort bis zum 21.8. zu bleiben. Friedrich Wilhelm III. fährt am 18.7. nach Paretz, am 21.8. zurück nach Potsdam. 1837-09-Mitte
H. reist über Mägdesprung, Alexisbad und Stolberg
nach Göttingen, um an den Feierlichkeiten anläßlich des 100jährigen
Bestehens der Universität teilzunehmen. Er richtet eine Ansprache an
die Göttinger Studenten (15.9.), besucht mehrfach C. F. Gauß (B:
19.9.), nimmt am 20.9. an der Gründungsversammlung eines deutschen
Philologen-Vereins im Hause des klassischen Philologen Carl Ferdinand
Ranke teil und reist am 23.9. nach Hannover, wo er zwei Tage die
Astronomin Caroline Herschel (1750-1848) besucht, dann nach Berlin
zurück, wo er in der Nacht vom 27. zum 28.9. eintrifft. 1837-09-30
Im Einvernehmen mit C. F. Gauß fordert H. öffentlich
alle Physiker und Astronomen auf, durch Beobachtungen zwischen dem 12.
und 15.11. zu ergründen, ob der Sternschnuppenfall mit den
Erscheinungen des Erdmagnetismus "in bemerkbarem Zusammenhange stehe". 1837-10-16
H. kehrt aus Paretz, wo er einige Tage im Gefolge
Friedrich Wilhelms III. geweilt hatte, nach Berlin zurück. Der König fuihr am 15.10. von Potsdam nach Paretz, kehrt am selben Tag nach Potsdam zurück, am16. nach Charlottenburg. 1837-11-02
Die Berliner Akademie der Wissenschaften nimmt
einstimmig einen Vorschlag H.s an, Hauptfächer festzulegen, die durch
Mitglieder vertreten sein müssen, und für alle übrigen Stellen freie
Wahl zuzulassen. 1837-11-13 H. nimmt in der
physikalisch-mathematischen Klasse der Berliner Akademie Einfluß auf
die seinem Antrag gemäß vom Plenum beschlossene Einrichtung von festen,
bestimmten Wissenschaftsdisziplinen vorbehaltenen Stellen. 1837-11-24 H. in Berlin; wird durch die "morgende Ankunft des Kronprinzen (Wilhelm)" nach Potsdam gerufen. Der König geht am 25.11. nachmittags nach Potsdam. 1837-12-01
H. wegen der Ankunft des Astronomen Emile Plantamour
(1815-1882) und durch "das Hereinkommen der ganzen Familie von Tegel
überbeschäftigt". 1837-12-02 H. will an diesem
Tage zusammen mit Gustav Rose und Ignaz von Olfers die "Deppische
Sammlung" besichtigen. 1837-12-07 Der
nordamerikanische Physiker Alexander Dallas Bache (Urenkel Benjamin
Franklins) ist in Berlin, um preußische Unterrichtseinrichtungen zu
studieren. Geomagnetische Messungen mit H. 1837-12-20 Der Architekt Wilhelm Bessel ( Sohn v. F. W. Bessel) frühstückt bei H. 1827-12-25 H. übergibt Bache ein Empfehlungsschreiben für Carl Friedrich Gauß. 1838-03
Wilhelm Weber auf der Reise nach London in Berlin. H. lädt Weber und
Poggendorff zu einem Mittwoch um 10 Uhr zum Frühstück ein. 1838-03-18 Meyerbeer trifft H. 1838-03-19
H. liest in der physikalisch-mathematischen Klasse
der Berliner Akademie über "die Hochebene von Bogotá". 1838-03-28 Meyerbeer trifft H. 1838-04-02 Meyerbeer um 10.30 Uhr bei H. 1838-05-02 Meyerbeer trifft H. 1838-05-05
H. hält in der Gesellschaft für Erdkunde in Berlin
zur Feier des Stiftungsfestes einen Vortrag über "die Hochebene von
Bogotá". 1838-05-10 H. liest in der Berliner
Akademie eine zweite Abhandlung mit "geognostischen und physikalischen
Beobachtungen des Hochlandes von Quito". 1838-05-16
H. übergibt dem in Berlin weilenden franz. Politiker
und Historiker Camille-Pierre-Alexis Paganel (1797-1859) einen
Empfehlungsbrief an Christian Daniel Rauch. 1838-05-19
H. will mit Christian Daniel Rauch nach Tegel
fahren, da an diesem Tage Kaiserin Aleksandra Fedorovna von Russland eintrifft. Der König geht zu deren Empfang nach Friedrichsfelde, dann nach Potsdam. 1838-06-29
H. reist in der Nacht zum 30.6. nach Teplitz,
nachdem er zuvor 14 Tage an "gastrisch-rheumatischem Fieber" erkrankt
war. Er ist am 28.7. wieder in Berlin. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 30.6. Fahrt von Erdmannsdorf nach Freiburg, 4.7. in Teplitz, 26.7. Abreise von Teplitz, 27.7. Ankunft in Berlin. 1838-08-03 H. verbringt sechs Tage auf der Pfaueninsel und in Potsdam. Der König ist am 3. und 4.8. auf der Pfaueninsel, am 5.8. in Paretz, am 9.8. zurück nach Charlottenburg. 1838-08-14
H. reist (früh um 5 Uhr) zum vierten (und während
der Regierungszeit Friedrich Wilhelms III. letzten) Mal nach Paris ab.
Auf der Reise macht er kurze Station in Weimar. Er trifft am 20.8. früh
in Paris ein und bleibt dort bis zum 3.1.1839. Seine Adresse: Hôtel de
Londres, Rue des Petits Augustins n. 3. 1838-09-10
H. nimmt an der Vorführung eines
Telegraphen-Apparats durch den Erfinder Samuel Finley Breese Morse
(1791-1872) im "Institut" teil. 1838-09-17 Meyerbeer trifft H. in Paris. 1838-09-21
H. beabsichtigt, für einige Tage mit einem Dampfboot
auf der Seine nach Rouen und Le Havre zu fahren. 1838-10-03 H. bittet in einem Brief an einen bisher unbekannten Empfänger um die Adresse von Charles Darwin. 1838-10-08 Meyerbeer trifft H. 1838-10-15 Meyerbeer trifft H. 1838-11-07 Meyerbeer trifft H. 1838-11-Anf.
Meyerbeer lädt Heinrich Heine zu einem Diner mit dem
Historienmaler Peter Ritter von Cornelius (1783-1867) und H. ein. 1838-11-14
H. vollendet sein "Examen critique de l'histoire de
la géographie du Nouveau Continent", dessen 5. Band in der
Oktav-Ausgabe gerade erscheint. 1838-12-10 H. holt Meyerbeer um 7 Uhr ab. 1839-01-03
H. reist von Paris nach Berlin; Frankfurt/Main (7.1.). Am 11.1. ist er
wieder in Berlin und besucht Gabriele von Bülow (ebenso am 12.1. und
16.1.). 1839-01-07 Arago trägt im "Institut" in
Paris das positive Ergebnis der Prüfung der Erfindung der
Daguerreotypie (Vorläufer der Photographie) vor. Dazu war eine
Kommission eingesetzt, der außer Arago noch H. und Biot angehörten. H.
hatte noch kurz vor seiner Abreise am 3.1. die erste Aufnahme des
Mondes zu Gesicht bekommen. Künftig fördert er systematisch die Nutzung
der photographischen Möglichkeiten auf Forschungsreisen. 1839-04-21 H. fährt mit der Eisenbahn von Berlin nach Potsdam. Der König fährt am 8.5. zum ersten Mal mit der Bahn (die Gesamtstrecke war bereits am 29.10.1838 eingeweiht worden). 1839-05
H. verhandelt mit Johann Jakob Baeyer über den
beabsichtigten Bau einer Telegraphen-Versuchsanlage. In einem Gutachten
tritt er für die Verwirklichung ein: "Der preußische Staat muß alles
haben, was auf Intelligenz gegründet ist!" H. ist den halben April und den ganzen Mai grippekrank. 1839-06-18 H. in Paretz. Der König seit dem 14.6. in Paretz, 18.6. zurück nach Charlottenburg. 1839-07-16
H. reist zum zehnten und letzten Mal nach Teplitz.
Am 3.8. weilt er mit Friedrich Wilhelm III. auf der Bastei. 8.8.(Abreise. Rückreise nach Berlin über Dresden und Leipzig. Am 11.8. ist er
wieder in Berlin. Reisedaten Friedrich Wilhelm III.: 16.7. Abreise nach Teplitz, 17.7. Ankunft, 2.8. nach Schandau, 3.8. zur Bastei und zurück nach Schandau, 4.8. Königstein und über Peterswalde zurück nach Teplitz, 8.8. Rückreise über Erdmannsdorf, 23.8. Ankunft in Berlin. 1839-08-21 Christian Gottfried Ehrenberg, führt, von H.
begleitet, in den Neuen Kammern in Potsdam mehreren
Fürstlichkeiten seine Präparate unter dem Mikroskop vor. H. wohnt im
Schloss Charlottenhof. 1839-10-08 Sir Edward Sabine besucht H. und reist am 14.10. weiter nach Göttingen zum "Magnetischen Kongreß". 1839-10-11
H. lädt Johann Franz Encke ein, an diesem Tag bei
ihm "mit den Sabinern" - das sind Sir Edward Sabine (1788-1883) und
Lady Elizabeth Juliana Sabine ( 1807-1879) - zu frühstücken.
Wahrscheinlich ist auch der irische Physiker Humphrey Lloyd (1800-1881)
anwesend. 1839-10-26 H. verfasst Vorschläge für die Instruktion einer englischen Antarktis-Expedition. 1839-10-30 Rudolf Virchow begegnet H. am "Stiftungstag des Instituts" in Berlin. 1839-11-28
H. liest in der Berliner Akademie über "die drei
großen Naturbegebenheiten, welche die Hochebene von Quito ganz
verändert haben, besonders die große Katastrophe von Riobamba am
4.2.1797". 1840-01-27
H. schickt den Philologen Paul Ackermann (1812-1846), den im "als
Litterator dringend empfohlenen Franzosen", zu Christian Daniel Rauch. 1840-03-10 H. anläßlich des Geburtstages der Königin Luise beim Kronprinzen von Preußen (19-22.30 Uhr). 1840-05-28
H. gibt zu Ehren des Geologen Sir Roderick Murchison
ein Frühstück; anwesend: Olfers, Verneuil, Meyendorf, Salm-Dyck und der
Duc de Valençay. 1840-05-31 H. besucht Gabriele von Bülow in Tegel. 1840-06-01
H. hält auf einem anläßlich der Säkularfeier der
Thronbesteigung Friedrichs II. von der Berliner Akademie der
Wissenschaften veranstalteten Festmahl eine kurze Ansprache.
Grundsteinlegung des Denkmals für Friedrich II. von Christian Daniel
Rauch. 1840-06-07 Tod Friedrich Wilhelms III.;
sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm IV., zieht H. noch stärker zum
Hofdienst heran, ohne sich jedoch politisch von ihm beeinflussen zu
lassen. 1840-06-14 H., Rauch und ein junger Architekt in Tegel. 1840-08-08
An diesem und dem folgenden Tage empfängt H. den
russ. Historiker Aleksandr Ivanovic Turgenev (1785-1846) in Sanssouci.
H. bestellte bei Turgenev Kopien von Briefen von Leibnitz an Zar Peter
I. 1840-08-25 H. reist von Berlin über Stettin nach Königsberg ab. 1840-08-27
H. trifft in Königsberg ein, um an der Krönungsfeier
Friedrich Wilhelms IV. teilzunehmen. Er bleibt dort bis 12.9. Am 4.9.
nimmt H. an einem Stapellauf teil; am 5.9. geben ihm zu Ehren die
Professoren der Universität ein Festessen. Während des Aufenthalts
unternimmt er einen Ausflug an die "Bernsteinküste". Friedrich Wilhelm IV. 4.9. Teilnahme an einem Stapellauf, 5.9. Fahrt zum Manöver und Besuch des Grafen August von Dönhoff (1779-1874) auf Schloss Friedrichstein, 11.9. Fahrt mit mit einem Dampfboot in Begleitung H.s und der Prinzen nach Schloss Holstein und auf das Frische Haff, zurück nach Königsberg. 1840-09-13
H. weilt bis zum 16.9. in Danzig, um an einer durch
die "Naturforschende GeselIschaft" zu seinem 71. Geburtstag
veranstalteten Feier teilzunehmen. Am 14.9. wird ihm das Diplom als
Ehrenmitglied der Gesellschaft überreicht; am gleichen Tag gibt man ihm
zu Ehren in Zoppot ein Festessen, an dem 46 Personen teilnehmen; H.
spricht Dankesworte. In der Nacht zum 17.9. trifft er wieder in Berlin
ein. Der König geht am 12.9. über Marienburg nach Danzig. 1840-11-03 H. besucht zweimal den in Berlin weilenden Grafen Georg von Cancrin. 1840-11-30
H. veröffentlicht die Bitte, künftig Bücher,
Kunsterzeugnisse und Gesuche, die für den preußischen König bestimmt
sind, nicht mehr an seine Adresse zu schicken. 1840-12-08 H. wird Mitglied des preußischen Staatsrates. zurück
1841-1850
1841 | 1842 | 1843 | 1844 | 1845 | 1846 | 1847 | 1848 | 1849 | 1850
1841-01-11
H. speist mit Gabriele von Bülow und dem preußischen
Politiker Eduard Heinrich von Flottwell (1786-1865) beim Prinzen von
Preußen (dem späteren König und Kaiser Wilhelm I.).
1841-03-29 H. empfängt, nachdem er eine Grippe
überwunden hat, Wilhelm Grimm in seiner Wohnung. Jacob Grimm nimmt, da
er sich unwohl fühlt, nicht an der Begegnung teil (Quelle: Unveröff.
Tagebuch W. Grimms).
1841-04-03 H. wird Mitglied der "Académie Royale des Sciences et Belles-Lettres" zu Brüssel. 1841-05-10
H. schreibt im Stadtschloss zu Potsdam sein Testament
und hinterlegt es bei dem Hausvogtei-Gericht in Berlin; er vermacht
seine ganze Habe seinem Kammerdiener Johann Seifert (1800-1877) bzw.
dessen Erben. 1841-05-15 H. schreibt in Potsdam das Vorwort zu den gesammelten Werken seines Bruders Wilhelm. 1841-05-17
H. mietet in der Werderschen Rosenstraße Nr. 3
("Hinter der Werderschen Kirche") vier Zimmer, die er bis Juni 1842
bewohnt. Hausbesitzerin: Friederieke Schröder; jährliche Miete: 160
Taler. 1841-05-18 H. reist von Berlin ab, um zum
ersten Mal während der Regierungszeit Friedrich Wilhelms IV. nach Paris
zu fahren. Reiseroute: Burgörner (Besuch bei seiner Nichte Adelheid von
Hedemann; für den 23.5. angesagt), Weimar, Frankfurt/Main. 1841-05-30 H. in Paris (Hôtel de Londres, Rue des Petits Augustins n. 3). Er bleibt hier bis zum 8.11. 1841-06-15 H. empfängt den späteren Erforscher Australiens Ludwig Leichhardt (1813-1848). 1841-08-23 H. führt mit Arago Experimente an einem artesischen Brunnen durch. 1841-10-13 H. begibt sich für drei Tage nach Fontainbleau, wo er im Schloss wohnt. 1841-11-08
H. tritt von Paris aus die Rückreise nach Berlin an.
Reiseroute: Frankfurt/Main (11.11., von Mainz mit dem Zuge kommend,
drei Tage Aufenthalt), Erfurt (B: 15.11., zwei Tage Aufenthalt),
Weimar, Leipzig, von dort mit der Bahn nach Berlin. 1841-12-08 H. besucht Meyerbeer. 1841-12-11 Diner bei Amalie Beer; anwesend H., Meyerbeer und Schelling. 1842-01-15
H. reist im Gefolge Friedrich Wilhelms IV. über
Ostende nach England zur Taufe des späteren Königs Eduard VII. Er
trifft am 11.2. wieder in Berlin ein. Reisedaten Friedrich Wilhelm IV.: 16.1. Abreise, 21.1. Ankunft in London, 5.2. Weiterrreise nach Den Haag, 16.2. Ankunft in Berlin. 1842-03 H.
protestiert bei dem preußischen Minister Anton Graf von
Stolberg-Wernigerode gegen das beabsichtigte diskriminierende
"Judengesetz". 1842-04-05 H. nimmt an einem Diner
teil, das der in Berlin weilende König Ernst August von Hannover dem
König von Preußen gibt. 1842-05-02
H. nimmt in Berlin im Odeum an einem Festmahl des
Lehrkörpers der Universität zum Beginn der Vorlesungen teil; vgl.
"Spenersche Zeitung" Nr. 103 (6.5.1842), S. [3].
1842-05-31 H. wird erster
Kanzler der von Friedrich Wilhelm IV. neu gestifteten Friedensklasse
des Ordens Pour le mérite. Er hatte an der Ausarbeitung der Statuten
und an der Auswahl der ersten ernannten Ritter maßgeblichen Anteil. Von
da ab ergänzt sich der Orden durch Wahl der neuen Ritter. H. behält das
Kanzleramt bis zu seinem Tode. 1842-07-01 H.
bezieht in der Oranienburger Straße Nr. 67 eine neue Wohnung. Am 28.
Juni gibt er bereits diese Adresse an, "unter allen Gräueln des
Umziehens". Vermutlich war die Übersiedlung in die neue Wohnung noch
nicht erfolgt, und H. hat nur die künftige Anschrift schon benutzt. Er
behält diese Wohnung bis zu seinem Tode. 1842-07-12
H. versieht Gotthelf Fischer von Waldheim und dessen
Sohn mit einem Empfehlungsbrief an Valenciennes in Paris. 1842-07-18
H. liest in der physikalisch-mathematischen Klasse
der Berliner Akademie über den "Versuch, die mittlere Höhe der
Kontinente zu bestimmen". 1842-08-16 H. begibt sich nach Potsdam. 1842-08-30
H. reist von Berlin nach Köln, wo der vorausgereiste
König am Domfest teilnimmt. H. wohnt im Schloss Brühl bei Köln (B: ab
7.9.) und reist am 12.9. nach Bonn, wo er August Wilhelm von Schlegel
besucht und wo er übernachtet. Am 13.9. reist er von Stolzenfels über
Koblenz nach Paris. 1842-09-16 H. und sein Diener
Johann Seifert treffen in Paris ein. Adresse: Hôtel de Londres, Rue des
Petits Augustins n. 3. 1842-09-19 H. reist nach
Schloss Eu, wo er König Louis Philippe am 20.9. ein Handschreiben
von Friedrich Wilhelm IV. überreicht. Im Anschluss daran besichtigen Louis
Philippe, Marschall Nicolas Jean-de-Dieu Soult (1769-1851) und H. Küstenbatterien in Tréport. 1842-09-24 H. wird von Louis Philippe zum "Grand officier de la Légion d'honneur" ernannt. 1842-10-08 H. bei Louis Philippe in St. Cloud. 1842-11-05 H. beabsichtigt, an diesem Tage mit Olfers bei Guizot zu frühstücken. 1842-11-16 H. in Paris mit Olfers und Lord Brougham zusammen. 1842? H. trifft mit dem Komponisten Hector Berlioz zusammen, der sich auf einer Deutschlandreise befindet. 1843-02-19
H. tritt von Paris aus die Rückreise nach Berlin an. Reiseroute: Metz
(einige Stunden geschlafen), Saarbrücken (21.2.), Frankfurt/Main (22.2.
abends), Erfurt (25.2.), Weimar, Halle (einige Stunden geschlafen).
Ankunft in Berlin am 28.2. 1843-02-28 H. erhält die Insignien eines "Grand Officier de la
Légion d'honneur".
1843-02-28 H. nimmt an einem glänzenden Hoffest auf dem
Berliner Schloss teil. 1843-03-01 Der
Berliner Physiologe Emil du Bois-Reymond (1818-1896) besucht H.; er
überreicht ihm eigene Arbeiten und bittet um empfehlende Weitersendung
einer französischen Arbeit nach Paris. 1843-03-10 Zweiter Besuch Emil du Bois-Reymonds bei H.; Gespräch über "tierische Elektrizität". 1843-06-13
H. begleitet den König auf einer Reise durch
Vorpommern und nach Rügen. H. reist allein voraus über Angermünde,
Prenzlau (Besuch des Geographen Carl Eduard Meinicke) und Pasewalk. 1843-06-14 H. richtet eine Ansprache an die Greifswalder Studenten. 1843-06-15 Besichtigung der Landwirtschaftlichen Schule in Eldena. - Eintreffen des Königs. 1843-06-16
H. besichtigt das Salzwerk bei Greifswald und die
Universitätsinstitute, auch Eldena nochmals; Überfahrt nach Rügen. 1843-06-17
Der König Christian VIII. von Dänemark (1786-1848)
trifft in Putbus ein, wo H. wohnt. Besichtigung von Stubbenkammer im
Gefolge des Königs. 1843-06-18 Abends nach Stralsund in Begleitung von König Christian VIII. 1843-06-22 H. trifft um den 22.6. wieder in Berlin ein. 1843-07-05
H. ist für eine Nacht von Potsdam nach Berlin
gekommen, um an einer Soirée bei Eichhorn teilzunehmen. 1843-09-15
Der Ständige Sekretär der Petersburger Akademie der
Wissenschaften, Paul Heinrich Fuß, und sein Bruder, der Astronom Georg
Albert Fuß, weilen in Berlin. H. meldet sie bei König Friedrich Wilhelm
IV. an. 1843-10-14 Aufführung von Shakespeares
"Sommernachtstraum" im Theater im Neuen Palais in Potsdam. H. befindet
sich unter den Geladenen. 1843-10-17 Georg Graf von Cancrin besucht H. in Potsdam. 1844-01 Meyerbeer setzt sich mit H. in Verbindung, um seine Entpflichtung vom Theaterdienst zu erreichen. 1844-01-21 H. erhält die Brillanten zum Roten Adler-Orden. 1844-01-25
Ehrenberg trägt in der Berliner Akademie eine von H.
verfasste Note über den Meteorsteinfall von Kleinwenden bei Nordhausen
vor. 1844-03-05 Lateinische Aufführung der
"Gefangenen" von Plautus durch Berliner Studenten in Anwesenheit des
Königs und H.s, der den Leiter der Veranstaltung Karl Eduard Geppert
bei den Vorbereitungen unterstützt hat. 1844-03-12 Meyerbeer besucht H. 1844-05-16 H. besucht Meyerbeer. 1844-05-23 H. wird am Vormittag zweimal von Meyerbeer besucht. 1844-06-07 H. besucht Meyerbeer. 1844-06-14 H. läßt einen Aufsatz über physikalische Geographie des Himalaja anonym erscheinen. 1844-07-30 H. trifft den in Berlin weilenden dänischen Dichter Hans Christian Andersen. 1844-08-04
Eine Abordnung der Berliner Akademie beglückwünscht
H. zum 40. Jahrestag der Rückkehr von seiner Amerika-Reise. 1844-08-05
Die Akademie gibt ein Essen zur Feier der 40jährigen
Wiederkehr H.s nach Europa. Die Festrede hält Carl Ritter. H. spricht
Erwiderungsworte. Anwesen ist auch der Zoologen Charles Bonaparte
(1803-1857). 1844-08-06 H. führt Charles
Bonaparte in Begleitung des Physiologen Johannes Müller (1801-1858) und
des Zoologen Hinrich Lichtenstein (1780-1857) nach Charlottenhof, zum
Neuen Palais und nach Sanssouci. 1844-08-15 H.
trägt in der Berliner Akademie Mitteilungen von F. W. Bessel über die
"Veränderlichkeit der Bewegung der Sterne" vor. 1844-09-13
Ankunft des Königs auf der Stettiner Eisenbahn. H.
muss ihn dort empfangen; geht dann für einige Tage nach Sanssouci. 1844-09-14 H. verlebt seinen 75. Geburtstag in Sanssouci. Am 15.9. reist Friedrich Wilhelm IV. nach Halle und Merseburg. 1844-10-14 H. reist nach Paretz, König FW. III. reist am 16.10. nach Halle und Merseburg. 1844-11
H. schreibt in Potsdam das Vorwort zum ersten Band
des "Kosmos". Die Absicht, den Druck dieses Werkes zu beginnen, hat er
schon Ende 1828 geäußert (Brief an F. W. Bessel. 20.12.1828); mit der
Ausarbeitung des Manuskripts hat er 1833/34 begonnen (Brief an Bessel,
14.7.1833; Brief an Varnhagen von Ense, 24.10.1834). 1844-12-27 H. besucht Varnhagen von Ense. 1844-12-28
H. reist von Berlin nach Paris ab. Reiseroute:
Hannover (Nacht vom 28. zum 29.12.), Soest (Nacht vom 29. zum 30.12.),
Lennep (Nacht vom 30. zum 31.12.), Köln, (Besichtigung des Dombaus
31.12., früh), Aachen (31.12. abends), Brüssel (B: 1.1.; Besuch beim
König Leopold I. sowie beim Astronomen und Statistikers Adolphe
Quetelet), Valenciennes, Cambrai. 1845-01-04 H. trifft nach 22 Uhr in Paris ein. Adresse: Hôtel de Londres, Rue des Petits Augustins n. 3. 1845-01-07 Audienz bei König Louis Philippe. 1845-01-27 H. nimmt an einer Sitzung der franz. Kammer teil.
1845-02-10 H. trifft den englischen Botaniker Joseph
Dalton Hooker (1817-1911) (Quelle: The correspondence of Charles
Darwin, Vol. 3, S. 141.) 1845-03-15 Der Druck des "Kosmos", Bd. 1, ist beendet (in Juni 1845 vergriffen!). 1845-03-17
Georg Graf von Cancrin besucht eine populäre
Vorlesung über Astronomie von F. Arago im Pariser Observatorium und sitzt
neben H., der ihm George Sand zeigt. 1845-05-03 Die "Société de Géographie" zu Paris wählt H. zu ihrem Präsidenten. 1845-05-19 H. tritt die Rückreise nach Berlin an. Reiseroute: Frankfurt/Main, Erfurt, Weimar. 1845-05-26 H. trifft wieder in Berlin ein. 1845-06-07 Meyerbeer trifft H. 1845-06-12
H. hört mit seinen Freunden Rauch und Meyerbeer bei
dem Generalintendanten der Berliner Staatstheater, Friedrich Wilhelm
Graf von Redern, in Görlsdorf bei Angermünde die Sängerin Henriette
Sontag (1803-1854). 1845-06-14 H. trifft Wilhelm Grimm in der Conditorei Fuchs, Berlin Unter den Linden; Gespräch über Hs. Arbeit am zweiten Teil des "Kosmos" und über Hs. Absicht, den König nach Kopenhagen zu begleiten (Beleg: Wilhelm Grimms Tagebuch). 1845-06-16 H. trifft in
Stettin mit Friedrich Wilhelm IV. zusammen, den er auf einem
viertägigen Besuch in Kopenhagen begleitet. Am 17.6. mit dem Schiff nach Kopenhagen.
Rückkehr nach Berlin am 23.6. Reisedaten Friedich Wilhelm IV.: 17.6. von Stettin mit dem Postdampfschiff "Königin Elisabeth§ nach Swinemünde, am Nachmittag Abfahrt nach Kopenhagen, 18.6. Ankunft in Kopenhagen, 19.-20.6. Kopenhagen und Friedensburg, 21.6. Abreise über Stettin nach Berlin, 23.6. Sanssouci. 1845-07-06 Meyerbeer besucht H. um 14.45 Uhr. 1845-07-15
Erneute Aufführung eines Stückes von Plautus durch
Studenten unter Leitung von Karl Eduard Geppert und in Anwesenheit H.s. 1845-07-24 H. zu Gast bei Amalie Beer in der Villa im Tiergarten. 1845-07-24
In der Nacht zum 25.7. verlässt H. Berlin, um an der
Enthüllung des Beethoven-Denkmals in Bonn teilzunehmen. Reiseroute:
Hannover, Paderborn. H. wohnt in Horchheim (gegenüber Stolzenfels) bei
Joseph Mendelssohn (B: bis 14.8.) und besucht den Fürsten Metternich im
Schloss Johannisberg bei Rüdesheim. Am 4.8. besucht er seine Nichte
Gabriele von Bülow und deren Ehemann Heinrich von Bülow in
Frankfurt am Main. Rückreise nach Horchheim am 7.8. Am 10.8. fährt er nach
Schloss Brühl. 1845-08-12 H. nimmt an der Einweihung des Denkmals für Ludwig van Beethoven in Bonn in Anwesenheit von König FW. IV. der Königin Victoria von
Großbritannien teil. 1845-08-21 Im Anschluss an
die Hoffeste auf Schloss Brühl und Stolzenfels unternimmt H. bis etwa
23.8. eine "kleine geognostische Reise" zusammen mit Ehrenberg und dem
Geologen Heinrich von Dechen in die vulkanischen Landschaften der
Eifel. Auf der Rückreise besucht H. in Hannover Caroline Herschel und
den Altertumsforscher Georg Friedrich Grotefend. 1845-08-28 H. trifft wieder in Berlin ein. 1845-09-17 H. erwähnt die Ankunft der Kaiserin von Rußland. 1845-10-23 Wilhelm Beer besucht H. in Potsdam. 1845-10-31 H. wird durch die Universität Tübingen zum Dr. phil. h.c. promoviert. 1846-01-23 H. besucht Meyerbeer. 1846-02-09
H. nimmt an der Beisetzung Heinrich von Bülows (geb.
1791, gest. am 6.2.1846) im Schlosspark Tegel teil; anwesend ist der
nachmalige deutsche Kaiser Wilhelm I. 1846-02-24 H. übergibt König Friedrich Wilhelm IV. eine Zeichnung von Elisabeth Concordia Crola (1809-1878), Henriette Herz darstellend. Die Zeichnung hatte H. von Marianne Mendelssohn (1799-1880) erhalten. 1846-02-28 H. besucht den Fürsten Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) im Schloss Branitz bei Cottbus. 1846-04-13
Der Schauspieler Ludwig (Louis) Schneider (1805-1878) liest dem König im Stadtschloss
Potsdam seine Erzählung "Die Quitzows" in Anwesenheit H.s vor (2.
Osterfeiertag). 1846-05-04 Meyerbeer gibt ein
Diner für Raoul Rochette; anwesend: Böckh, Toelken, Dieffenbach,
Olfers, Joseph Mendelssohn, Martens, Graf Wielhorski, Marquis Lucchesini,
Human, Chelard, H. 1846-05-11 H., Rauch und Raoul Rochette besuchen Tegel. 1846-05-13 Meyerbeer sucht H. in Potsdam auf. 1846-05-23
Erneute Aufführung eines Stückes von Plautus durch
Studenten unter Leitung von Geppert, wiederum wohl in Anwesenheit H.s. 1846-06-06
Meyerbeer besucht H.; abends liest H. bei Ludwig
Tieck (1773-1853) aus dem noch ungedruckten 2. Teil des "Kosmos"; anwesend sind
Meyerbeer und Wilhelm Beer. 1846-06-14 H. ist Gast der Feier zur Silberhochzeit von Alexander Mendelssohn (1798-1871) und Marianne, geb. Seeligmann (1799-1880) in Charlottenburg (Beleg: H. an Ludwig von Massow, Potsdam, 14.6.1846). 1846-07-01 H. reist nach Putbus. 1846-07-02
H. befindet sich mit Friedrich Wilhelm IV. auf
Rügen. Rückkehr am 5.7., sehr erkältet. Erst Anfang August ist H.
wiederhergestellt. Er nennt als periodisch, ohne äußere Veranlassung
oft wiederkehrendes Leiden: "Kleines Schnupfenfieber mit Magenübel
verwebt" (Beleg: H. an Johann Franz Encke, 2.8.1846). 1846-07-09 Meyerbeer sucht H. in Potsdam auf. 1846-07-30 H. trifft Rauch im Hause von Amalie Beer beim Mittagessen. 1846-09-06
Rauch soll mit Karl von Steuben und dessen Frau an
diesem Sonntag einige Stunden am Nachmittag nach Tegel fahren. H. muss
am Abend nach Potsdam zurück. 1846-09-07 H. mit Rauch in Görlsdorf bei Angermünde zu Besuch bei Graf von Redern; auch die Majestäten. 1846-09-09
H. muss schwedische Prinzen nach Potsdam begleiten
und daher ein vereinbartes Treffen mit dem engl. Musiker Henry Hugh
Pierson (1815-1873) auf den 11.9. verschieben. 1846-09-15 Meyerbeer sucht H. in Potsdam auf. 1846-09-19
H. nimmt in Berlin an der Aufführung des Schauspiels
"Struensee" von Michael Beer (Musik von Meyerbeer) teil. 1846-09-24 Diner bei Amalie Beer. Anwesend: Pauline Viardot, H., Meyerbeer. 1846-09-28 Meyerbeer besucht H., er bringt ihm als Geburtstagsgeschenk einen "Briefdrücker" mit. 1846-09-29
H. reist am 29. oder 30.9. über Bunzlau
(Übernachtung) nach Erdmannsdorf ab, wo er sich bis zum 13.10. im
Gefolge des Königs aufhält (B: 4.10.). Rückreise über Bunzlau, Sorau,
Sagan nach Sanssouci. Dort trifft H. am 14.10. abends ein. Reisedaten Friedrich Wilhelm IV.: 16.9. Abreise von Berlin bis Bunzlau, weiter über Löwenberg, Spiller, Hirschberg, 17.-19.9. Erdmannsdorf, 20.6. von Erdmannsdorf über Schweidnitz, Ohlau, Frankenstein, Camenz, Patschkau bis Neisse, 21.9. von Neisse nach Oppeln, 22.9. von Oppeln bis Breslau, weiter über Nimkau, Wohlau bis Herrnstadt, 23.24.9. Herrnstadt, 25.9. von Herrnstadt über Trachtenberg und Trebnitz nach Breslau, 26.9. Breslau, 27.9. von Breslau über Domslau bis Groß Tinz, 28.-29.9. Groß Tinz, 30.9. von Groß Tinz nach Oberschlesien. 1846-10-01
Nach seiner eigenen Aufstellung hat H. an diesem Tag
5.888 Taler Schulden. Er hat sein gesamtes ererbtes Vermögen (rd.
100.000 Taler) für seine Reisen und wissenschaftlichen Arbeiten sowie
für Unterstützungen verbraucht und sieht sich im Alter von 77 Jahren
gezwungen, einen Kredit bei der "Preußischen Seehandlung" (Staatsbank)
aufzunehmen und ihn aus den Einnahmen aus literarischer Tätigkeit
abzuzahlen. Seine staatlichen Bezüge (5.000 Taler im Jahr) reichen
nicht aus, um die laufenden Ausgaben zu bestreiten. 1846-10-07
H. besteigt in Begleitung von König Friedrich
Wilhelms IV. die Schneekoppe; anwesend: Fürstbischof Melchior von
Diepenbrock. 1846-10-15 H. in Paretz. 1846-11-09
Christian Daniel Rauch: "zur Mittagstafel bei I. M.
der Königin [Elisabeth von Preußen] zu Sans Souci. Abends las H. aus
dem V. Bande gesammelter Schriften seines Bruders dessen Ansicht über
Musik." Der König ist zu dieser Zeit zur Jagd in Letzlingen. 1846-11-25 Meyerbeer besucht H. 1846-12-05
Erster Verhandlungstag des Staatsrates. Diner bei
König Friedrich Wilhelm IV. in Anwesenheit von H., Friedrich Karl von
Savigny und Ernst Ludwig von Gerlach. 1846-12-06 H. kündigt für diesen Tag seine Anwesenheit in Charlottenburg an. 1846-12-15
H. nimmt an einer Abendgesellschaft im Hause des
Ägyptologen Richard Lepsius (1810-1884) teil; H. ist Tischherr der Frau
des Hauses. 1847-01-17 H. beim Joseph Mendelssohn zum Diner; Zusammentreffen mit Kurd von Schlözer. 1847-01-18 H. wir Ritter des Schwarzen-Adler-Ordens; dies ist höchste preußische Auszeichnung (Brief von König FW. IV. an Humboldt, Berlin, 18.1.1847 ). 1847-04-08 Meyerbeer besucht H. 1847-05-Mitte
H. wegen eines "Blutgeschwürs", das erste "seit
Sibirien", 14 Tage bettlägerig (Brief an Galle u.a.). 1847-05-25 Meyerbeer besucht H. 1847-05-26 Meyerbeer besucht H. in Potsdam. 1847-05-30
Domingo Faustino Sarmiento reist mit der Bahn nach
Potsdam, um H. zu besuchen. Er zahlt am 31.5. in Berlin 60 Taler für
ein Bildnis H.s. 1847-06-06 Meyerbeer sucht H. in Potsdam auf. H. soll dem König mehrere Wünsche von Hector Berlioz vortragen. 1847-06-15
Der Maler Wilhelm von Kaulbach (1805-1874) um 3 Uhr
in Sanssouci zur königlichen Tafel, sitzt zwischen H. und Olfers. H.
zeigt ihm nach der Tafel Sanssouci. 1847-06-27 Meyerbeer und Hector Berlioz besuchen H. 1847-07-02 Der nordamerikanische Forschungsreisende John Loyd Stephens (1805-1852) besucht H. in Potsdam. 1847-07 Besuch des Botanikers Charles Grenier bei H. 1847-09-02
H. hört mit Christian Daniel Rauch bei F. W.
Graf von Redern in Görlsdorf bei Angermünde die Sängerin Henriette
Sontag. 1847-09-10 Der englische Astronom George Biddell Airy (1801-1892) besucht H. in Potsdam. 1847-09-14
H. verbringt seinen Geburtstag in Tegel bei Gabriele
von Bülow. Prinzessin Augusta von Preußen ist anwesend. Meyerbeer
besucht H. zu seinem Geburtstag. Tagebucheintragung: "H., den ich wie
ein höheres Wesen bewundere, wie einen Vater verehre und liebe. Ich
[...] verehre ihm einen Baumkuchen (den er gern ißt) mit einem
Blumenkranz". 1847-09-17
Der Dichter Bernhard von Lepel (1818-1885), Freund
Theodor Fontanes, besucht H., um ihm die Ode "An Humboldt"
vorzulesen. H. seinerseits liest aus "Kosmos", Bd. 2. (vgl. Brief
von
Lepel an Fontane, Berlin, 18.9.1847 in: Theodor Fontane und Bernhard
von Lepel. Der Briefwechsel. Kritische Ausgabe, Bd. 1, hrsg. v.
Gabriele Radecke. Berlin, New York 2006, S. 64-66, Text der Ode und
Kommentar: Bd. 2, S. 937-944).
1847-09-21 Auf Hs. Empfehlung liest
B. v. Lepel dem Dichter Ludwig Tieck die Ode "An Humboldt" in
Potsdam vor (vgl. Brief von Lepel an Fontane, 21./23.9.1847 in:
Fontane-Lepel, Briefwechsel, a.a.O., Bd. 1, S. 66-67).
1847-09-22 H. gibt bekannt, dass der Druck von Bd. 2 des "Kosmos" beendet sei.
1847-09-25
Meyerbeer lädt Franz Grillparzer für den 26.9., 4
Uhr zum Essen bei Amalie Beer ein, H. ist anwesend. 1847-10-04
H. reist zum achten und letzten Mal seit seiner
Übersiedlung von Paris nach Berlin in die französische Hauptstadt (zum
vierten Mal unter Friedrich Wilhelm IV.). Reiseroute: Hannover,
Bielefeld, Köln, Horchheim (am 7.10., abends bei Joseph Mendelssohn
eingetroffen; er bleibt dort bis zum 10.10. und trifft am 9.10. mit
Georg von Cotta zusammen), mit dem Dampfboot nach Bonn (10.10.; Besuch
der Sternwarte und beim Universitätskurator August von
Bethmann-Hollweg), Köln (10.10., abends), mit der Eisenbahn nach Aachen
(11.10.). Am 12.10., 9 Uhr, mit der Eisenbahn in rund 18 Stunden (mit 2
Stunden Aufenthalt in Brüssel) nach Paris. H. bleibt dort vom 13.10.
früh bis zum 12.1. 1848. Er wohnt: Hôtel de Londres, Rue des Petits
Augustins n. 3. 1847-11-10 Beim Eintreffen von
Bd. 2 des "Kosmos" in Leipzig erfolgt ein Ansturm auf den dortigen
Kommissionär des Verlages Cotta. 1847-11-14 Meyerbeer besucht H. in Paris. 1847-11-22
H. unternimmt einen Ausflug zum Schloss Dampierre bei
Versailles, wo er Honoré d'Albert Duc de Luynes besucht. 1847-11-24
Meyerbeer besucht H. in Paris. Am Tage zuvor hatte
er auf Veranlassung H.s die Herzogin von Orléans besucht. 1847-11-26 H. stellt Meyerbeer dem preußischen Gesandten in Paris, Baron von Arnim, vor. 1847-11-28 Meyerbeer zum Diner bei dem Bankier August Leo. H. ist anwesend. 1847-11-Ende Der 2. Bd. des "Kosmos" erscheint. 1847-12-07 Diner beim preußischen Gesandten in Paris; anwesend: H., Meyerbeer. 1847-12-10 H. besucht Meyerbeer in Paris. 1848-01-07 H. signiert die Porträtzeichnung (Halbfigur, sitzend), zu der er Rudolf Lehmann in Paris gesessen hat. 1848-01-12
H. reist von Paris nach Berlin zurück.
Übernachtungsorte: Brüssel, Deutz bei Köln (14.1.), Hannover. 1848-01-16 H. trifft in Berlin ein. 1848-01-18 H. nimmt an einem Kapitel des Schwarzen Adler-Ordens im Berliner Schloss teil. 1848-01-26
H. wird auf der Gesamtsitzung der Kaiserlichen
Akademie der Wissenschaften zu Wien zum Ausländischen Ehrenmitglied
gewählt (Bestätigung am 1.2.1848). 1848-02-Mitte H. an Grippe erkrankt und bettlägerig. 1848-03-18
H. begibt sich früh in das Berliner Schloss, um
während der Revolutionsereignisse vermittelnd auf König Friedrich
Wilhelm IV. einzuwirken. 1848-03-22 Beisetzung
der Märzgefallenen im Berliner Friedrichshain; H. geht im Trauerzug. H.
gehört bis 1850 dem "freien Handwerkerverein" an. 1848-05-21 Meyerbeer besucht H. in Potsdam. 1848-07-Ende
H. leidet an "Wechselfieber mit gastrischen
Komplikationen", die ihn im Potsdamer Schlosse "sehr isolirt" halten.
(B: Brief an Christian Carl Josias Bunsen vom 29.7.1848) 1848-08-04
H. informiert Alexander Mendelssohn über seine
Einkünfte seit 1804. Der Tag zuvor war "der letzte kritische Tag, der
21. ganz ohne Fieber." 1848-08-11 H. besucht den Maler Wilhelm von Kaulbach in dessen Atelier in Berlin. 1848-08-12
H. reist mit Friedrich Wilhelm IV. nach Köln.
Reiseroute. Magdeburg (Übernachtung), Minden (Übernachtung). 1848-08-14
H. trifft in Köln ein. Am folgenden Tage finden dort
die Domfeier und ein Diner auf Schloss Brühl statt. H. bleibt noch
einige Tage in Horchheim (B: 21.8. Ehrenbreitstein) und reist über
Hannover (Übernachtung) zurück. 1848-08-24 H. trifft in Potsdam ein. 1848-08-28 H. wird durch die Universität Prag zum Dr. phil. h.c. und zum Dr. med. h.c. promoviert. 1848-08-Ende H. geht es gesundheitliche wieder besser (Beleg: Jacob Grimm an H., 31.8.1848).
1848-09-04 Erster Besuch von Friedrich Althaus bei H. in Potsdam, Stadtschloss. 1848-10-11 H. trägt am Hofe in Sanssouci eine aus alten Quellen zusammengestellte Beschreibung Babylons vor. 1848-10
H. verfasst eine Einführung zu dem Bericht des
Prinzen Adalbert von Preußen über seine Reisen in Südeuropa und
Brasilien. 1848-11-03 Richard Lepsius ist am
Abend mit H. bei Friedrich Wilhelm IV. in Sanssouci, um über die
Finanzierung des ägyptischen Werkes zu verhandeln. 1848-11
Wilhelm Beer sucht H. mehrmals in Potsdam wegen
einer Kantate auf, die Meyerbeer zur Silberhochzeit von König Friedrich
Wilhelm IV. komponiert. 1848-12-09 Meyerbeer besucht H. 1848-12-25 H. im Stadtschloss Potsdam. 1849-01-17 H. nimmt an einem "kleinen" Kapitel des Schwarzen Adler-Ordens im Schloss zu Berlin teil. 1849-02-26
Die Familie von Hedemann aus Magdeburg, Leopold
Freiherr von Loën (1817-1895) aus Dessau, Christian Daniel Rauch und H. feiern in Tegel des 50jährigen Dienstjubiläums des Generals August von Hedemann (1785-1859). 1849-03 H. verfasst das Vorwort zur 3. Auflage seiner "Ansichten der Natur". 1849-04-06 H. begegnet im Schloss Charlottenburg den 32 Frankfurter Deputierten. 1849-04-17 H.s Diener Carl, drei Tage zuvor gestorben, wird in H.s Anwesenheit beigesetzt. 1849-05-23 Richard Lepsius am Abend bei Friedrich Wilhelm IV. in Charlottenburg. Später trifft auch H. ein. 1849-08-03 H. begleitet Friedrich Wilhelm IV. auf der Reise nach Swinemünde. 3.8. Reise nach Stettin, 4.8. Swinemünde, 6.8. Rückreise von Stettin nach Sanssouci. 1849-08-14
H. lernt an der Tafel Friedrich Wilhelms IV. in
Sanssouci den österreichischen Diplomaten Ludwig Freiherrn von
Biegeleben kennen, der zwischen ihm und General von Gerlach sitzt. 1849-08-24 H. verfasst in Potsdam eine Anzeige für die dritte Auflage seiner "Ansichten der Natur". 1849-08-28
H. verliest auf einem öffentlichen Festmahl das
Vorwort, das er zu einem Album für die Dichterzimmer im Weimarer Schloss
geschrieben hat. 1849-09-14 Feier der Vollendung
des 80. Lebensjahres H.s in Tegel. Das Königspaar nimmt "mit kleinem
Gefolge" teil. Außerdem sind Christian Daniel Rauch und der Maler
Wilhelm von Kaulbach anwesend. H. erhält die ersten Exemplare der 3.
Aufl. seiner "Ansichten der Natur". 1849-10-03 H.
lädt den gerade in Berlin weilenden Humphrey Lloyd ein, ihn an diesem
oder am folgenden Tage in Potsdam aufzusuchen. 1849-10-18 H. nimmt an einem Kapitel des Schwarzen Adler-Ordens im neuen Palais in Potsdam teil. 1850-01-26 H. abends 5-6 Uhr bei Johannes Müller 1850-02-04 Friedrich Althaus besucht H. in der Oranienburger Straße 67. 1850-02-07 H. abends bei Johannes Müller. 1850-03-13 Friedrich Althaus besucht H. in der Oranienburger Straße 67. 1850-03-22 Der Botaniker Karl Sigismund Kunth (geb. 1788) begeht Selbstmord. 1850-05-04
Die Preußische Akademie der Wissenschaften bestellt
bei Christian Daniel Rauch eine Marmorbüste H.s zur Aufstellung in der
Akademie. 1850-05-26 Friedrich Althaus besucht H. in der Oranienburger Straße 67. 1850-05-Ende H. bettlägerig wegen Grippe und Magenbeschwerden. 1850-06-06
H. trägt sich in Berlin in ein Gedenkalbum für die
bei der Unterdrückung der Revolution 1848/1849 ums Leben gekommenen
preußischen Soldaten ein. 1850-06-29 Friedrich Althaus besucht H. in der Oranienburger Straße 67. 1850-08-03 Der Schauspieler Louis Schneider liest in Anwesenheit H.s dem König Friedrich Wilhelm IV. vor. 1850-08-04
Eine Delegation der Berliner Akademie der
Wissenschaften sucht H. anläßlich seiner 50jährigen Mitgliedschaft in
Potsdam auf. H. speist mit den Delegierten im Bahnhofsrestaurant. Die
Geselligkeit dauert sechs Stunden. 1850-08-06 Friedrich Althaus besucht H. in der Oranienburger Straße 67. 1850-08-20
H. setzt sich in einer Botschaft an die
Schriftführer des Friedenskongresses zu Frankfurt/Main für "Entwicklung
und Vervollkommnung freier Institutionen" und gegen jeden "rohen
Ausbruch der Gewalt" ein. 1850-09-01 H. trifft
Varnhagen von Ense in der Berliner Kunstausstellung und läßt ihn
wissen, das George Ticknor ihn besuchen wolle. 1850-09-13
Carl Gustav Carus besucht H.; am Abend reist H. für
einige Tage nach Magdeburg, um bei Adelheid und August von Hedemann
seinen Geburtstag (14.9.) zu verleben und so allen Feierlichkeiten aus
dem Wege zu gehen. Am 16.9. ist er wieder in Potsdam. 1850-10-15 H. reist für zwei bis drei Tage mit Friedrich Wilhelm IV. nach Paretz. 1850-12-15
Um den 15.12. erhält H. die ersten Exemplare der 1.
Lieferung des 3. Bandes des "Kosmos" (Kap. 1-6). 1849-10-21 H. dankt Magistrat und Stadtverordneten von Potsdam für die ihm erteilte Ehrenbürger-Würde. zurück
1851-1859
1851 | 1852 | 1853 | 1854 | 1855 | 1856 | 1857 | 1858 | 1859
1851-01-18
H. nimmt am Kapitel des Schwarzen Adler-Ordens (150.
Wiederkehr des Jahrestages der Stiftung des Ordens und zugleich
Krönungs- und Ordensfest) im Schloss zu Berlin teil. 1851-02-22 H. spricht von seinem "tiefeingewurzelten Magenübel" (Brief an Gauß, 22.2.1851). 1851-03-20
H. spricht in der Berliner Akademie der
Wissenschaften über die Beobachtungen des "Schwankens der Sterne",
welche am 22.6.1799 von ihm selbst am Abhang des Pico de Teide
(Teneriffa) und später vom Prinzen Adalbert von Preußen angestellt
worden sind, und verliest einen eingegangenen Bericht über eine neue,
am 20.1.1851 in Trier vorgenommene Beobachtung. 1851-04-28 Der Bildhauer Christian Daniel Rauch beginnt die Arbeit an einer neuen Büste H.s. 1851-05-06
Der Zoologen Achille
Valenciennes, H.s alter Pariser Freund, besucht Berlin und wohnt bei H. (bis zum 23.5.). 1851-05-09
15 Uhr: H. gibt zu Ehren A. Valenciennes ein Essen in seiner Wohnung; eingeladen sind Hermann
Abich, August Boeckh, Emil du Bois-Reymond, Christian Gottfried
Ehrenberg, Alexander Mendelssohn, Eilhard Mitscherlich, Johannes
Müller, Wilhelm Peters. 1851-05-14 Der französische Gesandte in Berlin, Armand-Edouard Lefebvre (1800 oder 1807 bis 1864), gibt für A. Valenciennes ein Diner; H. ist anwesend. 1851-06-14 H.für mehrere Stunden in Magdeburg (Brief an C. F. F. von Werder, 16.6.1851), wo sich auch der König aufhält. 1851-07
H. reist wegen seiner Arbeit am "Kosmos" nicht mit
Friedrich Wilhelm IV. nach Ostpreußen zur Beobachtung der am 28.7.
sichtbaren totalen Sonnenfinsternis. 1851-07-19
H. hat die franz. Astronomen Victor Mauvais (1809-1854) und
Jean-Jacques-Emile Goujon (1823-2856) gemeinsam mit Encke, Galle und
Dirichlet in Berlin in H.s Wohnung zum Mittagessen eingeladen. H.
übergibt Mauvais und Goujon, die am Abend abreisen, einen
Empfehlungsbrief an Argelander. 1851-08-12 H.
macht die Bekanntschaft des Statistikers Joseph Camp Griffith Kennedy
(1813-1887) und des Pädagogen und Bibliothekars Joseph Green Cogswell
(1786-1871), beide aus den USA. 1851-08-28 H. besucht in Begleitung von Emil du Bois-Reymond das Labor von Werner Siemens. 1851-09-14
H. feiert mit Christian Daniel Rauch und Wilhelm von
Kaulbach im Familienkreis in Schloss Tegel seinen 82. Geburtstag. 1851-09-23
H. hält vor den neuen Stadtverordneten von Potsdam
eine Ansprache, in der er seinen Dank für die Verleihung des
Ehrenbürgerrechts erneuert und für eine Verbesserung des Schulwesens
eintritt. Am selben Tag schickt H. den Straßburger Philosophen
Christian Bartholmess mit einem Empfehlungsbrief zu Rauch. 1851-10-01
H. beabsichtigt, an diesem Tage mit Rauch nach Tegel
zu fahren und um 7 Uhr am Abend mit der Eisenbahn nach Potsdam
zurückzukehren. 1851-10-02 H. nimmt in Berlin an der Leichenfeier für den am 28.9. gestorbenen Prinzen Wilhelm (geb. 1783), Bruder von Friedrich Wilhelm III., teil. 1851-11-01 "Ich bin durch grosse
Anstrengung so glüklich gewesen, meinen 3ten Theil [des "Kosmos"] ganz
zu vollenden." (Brief an Alexander Mendelssohn, 1.11.1851). 1851-11-11 Friedrich Althaus besucht H. in der Oranienburger Straße 67. 1851-12 Die 2. Abteilung des 3. Bandes des "Kosmos" erscheint. 1851-12-24 H. gibt in einem Brief an Alexander Mendelssohn eine Aufstellung seiner Schulden. 1852-01-18 H. nimmt an einem Kapitel des Schwarzen Adler-Ordens im Schloss zu Berlin teil. 1852-01-25 Alexander Baron von Rennenkampff, auf der Durchreise in Berlin, will H. besuchen. 1852-02-10 H. vermittelt dem Maler Moses Wight (1827-1895) aus Boston die Bekanntschaft Rauchs. 1852-02-22? Friedrich Althaus besucht H. in der Oranienburger Straße 67. 1852-02-24 H. sitzt dem nordamerikanischen Maler Moses Wight für ein Porträt. 1852-02-28 H. kritisiert an der Tafel Friedrich Wilhelms IV. die "Abscheulichkeiten der Mormonen". 1852-03-15 Friedrich Althaus besucht H. in der Oranienburger Straße 67. 1852-04-12 H. ist Gast der Hochzeitsfeier von Alexandrine Mendelssohn (1833-1900), einer Urenkelin Moses Mendelssohns, und des englischen Kaufmanns Joe Horsfall (1818-1869). 1852-04-26
H. hält bei der Aufstellung einer Büste Hinrich
Lichtensteins im Zoologischen Museum zu Berlin eine Ansprache. 1852-04-30
Friedrich Althaus besucht H. in der Oranienburger
Straße 67. H. erwartet am gleichen Tag David d'Angers zu Tisch. 1852-05-13 H. beabsichtigt, an diesem Tage mit Hedemann und Rauch in Tegel zu speisen. 1852-05-Ende
Richard Lepsius widmet H. die "Briefe aus Ægypten,
Æthiopien, und der Halbinsel Sinai" (vgl. Stevens: The Humboldt
Library. London 1863, Nr. 5864) und bringt ihm ein Prachtexemplar nach
Sanssouci. Die Widmung lautet: "Alexander von Humboldt in tiefster
Verehrung und Dankbarkeit zugeeignet." 1852-06-08
H. begibt sich mit Friedrich Wilhelm IV. zu der
Herzogin Dorothea von Sagan. H. bleibt einige Tage in Sagan, während
der König am 9.6. nach Erdmannsdorf und Breslau weiterreist. Am 12.6. ist H. wieder in Potsdam. 1852-08-04
H. reist mit Friedrich Wilhelm IV. nach Putbus auf
Rügen. Ausflug nach Arkona (14.-15.8.); Vorlesung von Louis Schneider
im Wirtshaus Stubbenkammer (16.8.). H. liest in Putbus Friedrich
Wilhelm IV. vor. Am 23.8. verlässt er Putbus und trifft, von Stettin
kommend, sehr unwohl wieder in Berlin ein. Er muss mehrere Tage das Bett
hüten. Reisedaten Friedrich Wilhelm IV.: Begleiter: Hausminister Graf Anton zu Stolberg-Wernigerode, Generaladjutant Leopold von Gerlach, Kriegsminister General Eduard von Bonin, Oberst Friedrich Ludwig Robert Johann von Schöler (Flügeladjutant), Hauptmann Leopold von Loën (Flügeladjutant), Geh. Kabinettsrat Ernst Emil Illaire, Leibarzt Heinrich Gottfried Grimm, Geh. Kämmerier Eduard Schöning, Hofrat Louis Schneider (Vorleser), Hofrat Maahs, Kammerdiener Thiele, zwei Leibjäger, Garderobier Wegener. H. stand an zweiter Stelle auf der Liste, ist gestrichen, dann offenbar doch mitgereist. 6.8. Abreise, 13.8. von Neustrelitz über Anklam nach Greifswald, weiter nach Putbus, 14.8. Soirée bei Fürsten Malte zu Putbus (1783-1854), 16.-17.8. Stubbenkammer, 18.8. Putbus, 23.8. Abreise des Königs nach Stralsund, Rückreise durch Pommern.
1852-09-14 H. feiert seinen Geburtstag mit
dem ehemaligen Finanzminister Eduard Heinrich von Flottwell 1786-1865),
dessen Frau Auguste (1796-1862), Christian Daniel Rauch, Wilhelm von
Kaulbach und dem Hofgärtner Sello (wohl Hermann Ludwig Sello,
1800-1876). 1852-09-25 F. Althaus besucht H. im Potsdamer Stadtschloss. 1852-10-14
H. kommt für einige Stunden nach Berlin, um an der
Beisetzung des Mathematikers Gotthold Eisenstein (geb. 1823)
teilzunehmen. 1852-10-15 H. in Paretz zum Geburtstag von König Friedrich Wilhelm IV. (geb. am 15.10.1795) 1852-10-19 H. erwähnt in einem Brief an Alexander Menddelssohn, dass die Wohnung im Erdgeschoss des Hauses Oranienburger Str. 67 durch den Kaufmann und Fabrikanten Adolf Reichenheim (1810-1886) und seine Frau Cäcilie, geb. Solmitz (1817-1884) bezogen wird. 1852-10-23 Die Silberhochzeit von Emilie und Johann Seifert wird im Hause Oranienburger Str. 67 gefeiert; H. ist anwesend. 1852-11-14 H. zu Besuch im Hause Lepsius. 1852-12-01 H. erscheint für eine Stunde auf einem Ball im Hause Ehrenberg. 1852-12-17 H. kündigt Friedrich Wilhelm IV. für diesen Tag die Ankunft des Kaisers Franz Joseph I. an. 1852-12-Mitte
Der preußische Gesandte in London Christian Carl
Josias Freiherr von Bunsen nimmt für H. die höchste Auszeichnung der
"Royal Society", die Copley-Medaille, in Empfang. 1852-12-22
H. berichtet, dass der Kaisers Franz Joseph I. ihm
das Großkreuz des Franz-Joseph-Ordens verliehen hat. 1852-12-31 H. wird Ehrenmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 1853-01-18 H. nimmt an einem Kapitel des Schwarzen Adler-Ordens im Berliner Schloss teil. 1853-02-03
H. läßt in der Berliner Akademie eine Mitteilung
über einen neuen Versuch zur Bestimmung der größten Meerestiefen
verlesen.
1853-03-09 H. nimmt an der Trauerfeier für
Leopold von Buch (geb. 1774) in Berlin, Hinter dem Gießhaus Nr. 1, teil. 1853-03-26 Die Universität Saint Andrews in Schottland promoviert H. zum Doctor of Laws ehrenhalber.
1853-04-24 H. nimmt am "25jährigen Stiftungsfest der
hiesigen geographischen Gesellschaft" im Mäderschen Saal in Berlin
teil; es sprechen Carl Ritter und Heinrich Wilhelm Dove
(Spenersche Zeitung, Nr. 95, 26.4.1853, S. [2]).
1853-04
H. unterzeichnet eine Petition mit über tausend
Unterschriften an die Berliner Abgeordneten gegen die Beschränkung der
Glaubensfreiheit. 1853-05-01 H. nimmt an der Trauerfeier für Ludwig Tieck (geb. 1773) in Berlin teil. 1853-06-12 H. beabsichtigt, an diesem Tage mit Rauch "in das Fliedermeer nach Tegel" zu fahren. 1853-06 Vermutlich der erste Aufenthalt der Malerin Emma Gaggiotti-Richards (1825-1912) in Berlin. 1853-07-13
König Maximilian II. von Bayern hat für diesen Tag
einen Besuch bei H. von 13 bis 14 Uhr angekündigt (Oranienburger Straße
67). 1853-08 H. schreibt in Berlin das Vorwort zu den von ihm herausgegebenen 352 Sonetten seines Bruders Wilhelm. 1853-09-13
An diesem Tage will H. sich mit den
nordamerikanischen Ozeanographen Matthew Fontaine Maury (1806-1873) in
Berlin treffen. 1853-09-14 H. schreibt an seinem
in kleinem Kreise gefeierten Geburtstag in Tegel das Vorwort zu seinen
"Kleineren Schriften". 1853-09-20 H. ergänzt sein
Testament vom 10.5.1841 durch einen Zusatz, durch den das Versiegeln
seines Nachlasses nach seinem Tode verhindert werden soll, da seine
"ganze sachliche Habe" an den Kammerdiener Johann Seifert und dessen
Familie fällt. 1853-09-24 H. wird Korrespondierendes Mitglied der "Academia Romana Pontificia de' Nuovi Lincei". 1853-10
H. fördert mit großem Nachdruck die Forschungsreise
der Gebrüder Hermann, Adolf und Robert Schlagintweit nach Indien und
Tibet (1854-1857). H. hatte eine ähnliche Expedition geplant, jedoch
nicht realisieren können. Er verschafft den Brüdern die finanziellen
Voraussetzungen und die Erlaubnis für die Reise. 1853-12-10
H. kehrt "endlich" aus Potsdam nach Berlin zurück.
Der Aufenthalt hatte sich durch ein Unwohlsein der Königin verlängert. 1853-12-20 H. erhält die ersten Exemplare seiner "Kleineren Schriften" und des dazugehörigen Atlas. 1853-12-24
H. schreibt in vier Nächten (bis 28.12.) die
Einleitung zur Werkausgabe seines am 2.11. verstorbenen Freundes Arago
nieder (Brief an Gauß, 6.3.1854). 1854-01-22 H. nimmt an einem Kapitel des Schwarzen Adler-Ordens (zugleich Ordensfest) im Berliner Schloss teil. 1854-02-06
H. verfasst ein Gutachten über J. J. Baeyers
Konzeption der Anfertigung einer genauen Karte der östlichen Provinzen
Preußens. 1854-02-10 H. ist bei der Feier des 87.
Geburtstages von Amalie Beer in der Beer'schen Villa im Tiergarten
anwesend. 1854-02-19 Taufe des 4. Kindes von
Lepsius auf die Namen Bernhard Richard Alexander. Als erster Gast
erscheint H., der sich bedankt, dass das Kind seinen Namen erhält. 1854-02-20
Beisetzung von Gabriele von Loën, geb. von Bülow
(Enkelin Wilhelm von Humboldts, geb. 1822, gest. am 16.2.1854) in
Anwesenheit H.s. 1854-04-09 H. ist für diesen Tag bei General von Wrangel eingeladen und will der Einladung Folge leisten. 1854-04-29
H. gibt ein Abschiedsessen für Emma
Gaggiotti-Richards und deren Mutter. Anwesend Ignaz von Olfers,
eingeladen ferner Rauch und der Maler Eduard Hildebrandt (1818-1868). 1854-05-19 Der Archäöloge Honoré Théodoric Paul Joseph d'Albert, Duc de Luynes (1802-1867) besucht H. 1854-06 H. plant ein neues Werk: Pflanzengeographische Fragmente. 1854-07-04
H. teilt Karl August Varnhagen von Ense mit, dass er
aus dem preußischen Staatsrat ausgeschieden sei. Er bleibt ehrenhalber
Mitglied, nimmt aber an keiner Sitzung mehr teil. 1854-07-13 H. besucht Henriette Mendelssohn, geb. Meyer (1776-1862), die Witwe von Joseph Mendelssohn; H. wirkt "kräftiger und besser aussehend als früher." (Brief von Franz Mendelssohn an seinen Onkel Georg Benjamin Mendelssohn, 14.7.1854) 1854-07-30
H. trifft mit dem preußischen Gesandten in den USA,
Friedrich von Gerolt (1797-1879), zusammen, den er nach Tegel einladen
will. 1854-08-27 H. beabsichtigte, an diesem Tage mit Rauch nach Tegel zu fahren. 1854-09-14 H. verlebt seinen Geburtstag in Tegel mit Rauch und "der ganzen Flottwellschen Familie". 1854-10 (?) H. hatte den Schriftsteller und Reisenden Balduin Möllhausen (1825-1905) nach dessen Rückkehr
aus Amerika vorübergehend in seiner Wohnung "mit lebendigen Waschbären
und zwei kleinen mich beißenden Füchsen" aufgenommen. Er ist erfreut,
dass König Friedrich Wilhelm IV. Möllhausen als Kustos der Schlossbibliothek in Potsdam
anstellt. 1854-10-16 H. weilt für einige Tage mit Friedrich Wilhelm IV. in Paretz. 1854-12-18
H. verfasst ein Vorwort zum Erinnerungsbuch an die
Reise des Prinzen Waldemar von Preußen nach Indien 1844/1846. 1855-01-08 H. erwähnt einen kürzlich erfolgten Besuch Georg von Cottas in Berlin. 1855-01-10
H. besucht Leopold von Ranke, um ihm von seiner Wahl
als Ritter des Ordens Pour le mérite (Friedensklasse) Kenntnis zu geben. 1855-01-18 H. nimmt an einem "kleinen" Kapitel des Schwarzen Adler-Ordens im Schloss zu Charlottenburg teil. 1855-02-01 H. nimmt an einem Hoffest teil. 1855-02-06
Balduin Möllhausen und Caroline Seifert (1830-1924),
Tochter von H.s Diener, heiraten. Die Feier findet in der Oranienburger
Straße 67 statt. 1855-02-17 H. erfährt auf einem
Essen zu Ehren des 50jährigen Dienstjubiläums E. H. von Flottwells, dass
der König einen größeren Betrag zur Verfügung stellt. 1855-03 H. sitzt Emma Gaggiotti-Richards, die mehrere Porträts von ihm gemalt hat, zu einem Bild. 1855-03-01
H. bittet Sir Charles Lyell (1797-1875), ihn noch am
selben Tag zu empfangen und ihn Lady Lyell vorzustellen. 1855-04-12
H. hält Friedrich Wilhelm IV. einen Vortrag über das
Germanische National-Museum in Nürnberg und beantragt eine jährliche
Zuwendung von 400 bis 500 Taler. 1855-05-02 H.
berichtet Cotta, dass er eine Abhandlung über Meeresströmungen, die nur
zu einem Achtel schon veröffentlicht sei, fertiggestellt habe. (Die
Abhandlung war für Bd. 2 der "Kleineren Schriften" bestimmt.) 1855-06-03 H. aus Potsdam zurück. 1855-06-10
H. beabsichtigt, ein Essen in seiner Wohnung zu
geben; eingeladen sind: Gabriele von Bülow, Emma Gaggiotti-Richard mit
Mutter, Graf von Dönhoff, Loën, Hildebrandt und Rauch. 1855-06-14 Der mexikanische Gelehrte José Fernando Ramírez (1804-1870) besucht H. 1855-07-08
H. beabsichtigte, am 6.7. aus Potsdam zurückgekehrt,
diesen Tag mit Rauch nach Tegel zum Essen zu fahren. 1855-07-18 H. mit der Malerin Emma Gaggiotti-Richards bei strömendem Regen in Tegel. 1855-07-26
H. liest in der Berliner Akademie über "einige
Erscheinungen in der Intensität des Tierkreislichtes" nach seinem
Reisejournal von 1803. 1855-07-29 Die Fürstin Wittgenstein besucht Tegel. H. will gleichfalls dorthin fahren und lädt Rauch ein. 1855-08-08
H. hat eine etwa einstündige Unterredung unter vier
Augen mit dem Prinzen von Preußen; Gegenstand ist der Krimkrieg. 1855-08-30
H. besucht die "Sammet- und Seidenwaren Fabrik" von
Johann Adolf Heese (1783-1862) an der Ecke Schloss- und Grunewaldstraße
in
Steglitz (bei Berlin). In seiner Begleitung sind die Gräfin
Dönhof, die Frau des Generals
von Wrangel, der Baron Wrangel mit Frau und die Baronin Sanden. Nach
halbstündigem Aufenthalt fährt H. mit der Gräfin Amélie von Dönhof
(Hofdame der Königin) nach Potsdam weiter; bis Zehlendorf wird er von
den
übrigen Persönlichkeiten begleitet. (Vgl. "Spenersche Zeitung" Nr. 209
(5.9.1855), S. [7].) 1855-09-05
Die Zeitungen veröffentlichen den Brief H.s an Nees von Esenbeck (vom
18.8.1855), mit dem dieser sich für die Erneuerung seines
Mitglieds-Diploms der Leopoldina bedankt. 1855-09-14
H. fährt an seinem Geburtstag von Potsdam nach
Berlin und besucht Alexander Mendelssohn; außer ihm ist noch Eduard
Hildebrandt anwesend; Rauch ist erkrankt. H. am selben Tag im Atelier
von Emma Gaggiotti-Richards. Um 20 Uhr nach Potsdam zurückkehrend,
verbringt H. den Abend bei Flottwells. 1855-09-27
H. wählt zusammen mit 60 Postillionen, die zu dem seiner Wohnung
gegenüber befindlichen Posthof gehören. Er nimmt an einer drei Stunden
dauernden Versammlung der "Urwähler" zur Zweiten Kammer seines
Wahlbezirkes teil. 1855-10-14 H. empfängt den Afrikareisenden Heinrich Barth zu einer längeren Unterredung. 1855-11-07
Der Philologiestudent Junius M. Fishburn (1830-1858)
aus Virginia besucht H. um 13 Uhr im Schloss in Potsdam. Er bleibt über
eine halbe Stunde bei ihm. H. nimmt an
einem Diner für die verwitwete Königin von Holland teil. Er nennt den
Kabinettsrat Markus von Niebuhr "schielende Wanze". 1855-11-17 H. trifft in Begleitung der Königin nach längerem Aufenthalt in Potsdam wieder in Berlin ein. 1855-12-06
H. gibt anläßlich des Berlinbesuchs des französischen Ägyptologen
Auguste Mariette (1821-1881) ein Essen, zu dem ebenfalls eingeladen werden:
der Ägyptologe Heinrich Brugsch, der Komponist Franz Liszt, der Landschafrtsmaler
Eduard Hildebrandt, der Biologe Christian Gottfried Ehrenberg, der Bildhauer Christian Daniel
Rauch und der Bankier Alexander Mendelssohn. 1855-12-31
H. verfasst eine Besprechung der deutschen
Übersetzung der Werkausgabe seines verstorbenen Freundes François Arago. 1856-01-02
H. nimmt im Kreis der Familie des verstorbenen
Johann Gottfried Schadow (1764-1850) an der Feier des 79.
Geburtstages von Christian Daniel Rauch (1777-1857) teil (Belege:
Brief an
G. von Cotta, 2.1.1856; Brief an Carl Gustav Carus, 4.1.1856). 1856-01-18 H. nimmt an einem "kleinen" Kapitel des Schwarzen Adler-Ordens im Schloss zu Berlin teil. 1856-01-24
H. erhält das Ehrenbürgerrecht von Berlin. Die
Verleihungsurkunde, die ihm in seiner Wohnung überreicht wird, scheint
12.1. datiert gewesen zu sein. 1856-01-25 Der Prinz von Preußen (der spätere König Wilhelm I.) und die Prinzessin von Preußen (Augusta) machen H. einen längeren Besuch. Quelle: Vossische Zeitung vom 31.1.1856, S. 4. 1856-01-26 H.
macht seine "15 Bürger-Visiten", Besuche anlässlich der Verleihung
der Ehrenbürgerwürde von Berlin. 1856-01 Der Panamakanal-Projektant Frederick M. Kelly aus New York sucht H. auf. 1856-02-01
H., Wrangel und der Polizeipräsidenten von Berlin
Karl von Hinckeldey (1805-1856) auf einem Universitätsball im
Arnimschen Lokal Unter den Linden. 1856-03-13 H. nimmt am Begräbnis des am 10.3. bei einem Duell erschossenen Karl von Hinckeldey teil. 1856-04?
Der Arzt Reinhold Bernhard Brehm (1830-1891), sein
Bruder Alfred Eduard Brehm (1829-1884) und drei Freunde besuchen H. vor
ihrer Abreise nach Spanien. H. übergibt ihnen einen Empfehlungsbrief an
den preußischen Gesandten in Madrid Graf von Galen und erteilt ihnen
den Auftrag zu geologischen Forschungen in Spanien. 1856-04-09
H. hält anläßlich des Dienstjubiläums des früheren
Ober-Berghauptmanns Ernst Graf von Beust eine Ansprache. 1856-05-22 H. legt in der Berliner Akademie der Wissenschaften die neuesten photographischen Erzeugnisse vor.
Während H. zuvor häufig seine Grippeerkrankungen und
immer wiederkehrende Magen- und Darmbeschwerden erwähnte, beginnt er
nun, über Pruritus senilis (altersbedingtes Hautjucken) und Abnahme der
Kräfte (Schwäche beim Gehen) zu klagen. 1856-05-30
H. in Sanssouci. Gleichzeitig dort anwesend Zar
Alexander II. von Rußland (1818-1881) und dessen Mutter Charlotte
(Zarin Aleksandra Fedorovna; 1798-1860). 1856-06-09
Vorlesung von Louis Schneider in Sanssouci vor der
Kaiserin-Mutter (Zarin Aleksandra Fedorovna) in Anwesenheit von H. 1856-07-29 Friedrich Althaus besucht zum letzten Mal H. in der Oranienburger Straße. 1856-07-25
H. veröffentlicht in der "Spenerschen Zeitung"
(Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen) einen
Protest gegen die Weglassung des gegen die Sklaverei gerichteten
Kapitels des "Essai politique sur l'île de Cuba" in der in New York
erschienenen englischen Übersetzung von John S. Thrasher (1817-1879). 1856-08-23 Der nordamerikanische Maler und Erfinder Samuel F. B. Morse sucht H. auf. 1856-09-14
H. begeht seinen Geburtstag in Tegel; in Anwesenheit
von Eduard Hildebrandt, Christian Daniel Rauch und Wilhelm von Kaulbach
werden die Marmormedaillons der Brüder Humboldt von C. D. Rauch und C.
F. Tieck durch C. Baratta aufgestellt. 1856-09-14 Besuch George Ticknors in Berlin bis 19.9.; zahlreiche persönliche Begegnungen mit H. 1856-09-18
H. zu Dinner in Potsdam beim Friedrich Wilhelm IV.
aus Anlass der Ankunft des Großherzogs von Baden. 1856-11-09
H. und dem neben ihm stehenden Robert Remak fällt
bei einer Kunstausstellung ein Gemälde auf den Kopf. H. wird durch
seinen Hut geschützt. 1856-11-21 H. schreibt für den
Kunstliebhaber Fürst Gregor Ypsilanti (1835-1886) Empfehlungsbriefe an Christian Daniel Rauch und Ignaz von Olfers. 1856-11-25
Der nordamerikanische Schriftsteller Bayard Taylor
(1825-1878) besucht H. in der Oranienburger Straße 67 und sieht im
Treppenhaus den Fürsten Ypsilanti, der auch Gast bei H. war. 1856-12-06 Kurd von Schlözer besucht H. "und verlebte dort eine höchst interessante Stunde". 1856-12-12
Robert Avé-Lallemant besucht H. in der Oranienburger
Straße 67 wegen der von ihm gewünschten Teilnahme an der
"Novara-Expedition". 1856-12-14 Adelheid von Hedemann stirbt (geb. 1800). 1856-12-16
H. teilt Alexander Mendelssohn mit, er habe ein
Antisklaverei-Gesetz für Preußen durchgesetzt. H. hat in diesem Jahr
gegen 4.000 Briefe und Billets geschrieben. Er "läßt sein schönes
Talent, immer Angenehmes und Beißendes zu sagen, ungestört walten". Das
Schreiben der Briefe ist "ihm eine große Last, aber auch ein großes
Vergnügen" (Varnhagen von Ense: Tagebücher, Bd. 13. 1870, S. 293.) 1856-12-18
H. beabsichtigt, an diesem Tage mit Rauch am
Begräbnis Adelheid von Hedemanns in Tegel teilzunehmen. 1857-01-18
H. nimmt an einem Kapitel des Schwarzen Adler-Ordens (zugleich
Krönungs-Ordensfest) im Schloss zu Berlin teil (vgl. Schneider, L.: Das
Buch vom Schwarzen Adler-Orden. Berlin 1870, S. 149).
1857-01-20 H. leidet an einer Erkältung , die
er sich bei dem Ordensfest im Schloss zugezogen hat (Brief an Alexander
Mendelssohn, 20.1.1857). 1857-01-27
Karl von Scherzer, aus den USA und Nicaragua
zurückgekehrt und für die "Novara-Expedition" vorgesehen, besucht H. 1857-02-24 H. hat in der Nacht zum 25.2. einen Schwächezustand, der als leichter Schlaganfall gedeutet wird. 1857-03-08 H.s Befinden ist noch immer bedenklich, er soll auf Anraten seines Arztes keinen Besuch empfangen. 1857-03-24
Das an diesem Tag veröffentlichte Gesetz, wonach
jeder Sklave beim Betreten preußischen Bodens frei ist, war von H.
leidenschaftlich in der Vorbereitungszeit unterstützt worden. 1857-03-30
Varnhagen von Ense und seine Nichte Ludmilla Assing
besuchen H., der vollkommen wiederhergestellt ist. 1857-03
H. schreibt eine Einführung zu Balduin Möllhausens
"Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee"
(Leipzig 1858). 1857-04-07 H. vollendet in der
Nacht zum 8.4. eine Instruktion für die österreichische
"Novara-Expedition" um die Erde (1857-1859). 1857-04-17
H. zum Mittagessen bei Henriette (Hinni) Mendelssohn; anwesend: Georg Benjamin Mendelssohn (1794-1874) aus Bonn, dessen Frau Rosamunde, geb. Richter (1804-1883) und Pflegetochter Betsy Thormann (gest. 1905),
Wilhelm Mendelssohn (1831-1892) aus Ratibor und Helene Varnhagen. 1857-05
Prinz Napoléon (Napoléon Joseph Charles Bonaparte, 1822-1891) ernennt H. in Berlin (der
genaue Tag ist nicht bekannt) zum "Grand officier de la Légion
d'honneur", was dieser seit dem 24.9.1842 bereits ist. Vgl. H. an J. G. v. Cotta, 25.5.1857. Prinz Napoléon kam am 8.5., aus Köln kommend, in Berlin an, incognito als Graf von Meudon. Weiterreise nach Magdeburg. 1857-06-03
H. besucht am Nachmittag Emma Gaggiotti-Richards in
der Jägerstraße 63; anschließend Varnhagen von Ense. 1857-06-12
Die Zeitungen melden, dass H. nun das Großkreuz der
Ehrenlegion bekommen hat. "So ist der Mißgriff des Prinzen Napoleon und
Walewski's wieder gutgemacht". 1857-07-05 H. mit Wilhelm von Kaulbach in Tegel. 1857-08-27 Wilhelm Hornay besucht H. im Schloss in Potsdam. 1857-09-13 Adolphe Quetelet besucht H. in Potsdam. 1857-09-14 H. ist von Potsdam auf ein paar Tage in Berlin. 1857-09-16
Wolfgang von Goethe (Enkel des Dichters, 1820-1883)
besucht Varnhagen von Ense. Er ist nur H.s wegen nach Berlin gekommen
und findet diesen sehr frisch und munter, fast unverändert. 1857-10-21
Meyerbeer führt Ludwig August Frankl bei H. ein.
Dieser überreicht H. ein Exemplar seines "Cristoforo Colombo" mit
poetischer Widmung (abgedruckt in: Stevens: The Humboldt Library.
London 1863, S. 226). 1857-11-13 H. hat sich wie viele andere Deutsche "berücken lassen", Radetzky zu feiern (Radetzky-Album). 1857-10-25
H. kann noch 3-4 Stunden stehen, ist aber im Gehen
unsicher in der Richtung und läßt sich auf allen Treppen führen (Brief
an Galle, 25.10.1857). 1857-12-12 H. erhält die ersten Exemplare seines "Kosmos", Bd. 4. Er leidet noch an Grippe. 1857-12-14
H. kommt von Charlottenburg nach Berlin zurück. In
Charlottenburg hatte ihn der König allein sprechen wollen. Das Gespräch
drehte sich u.a. um Brugsch und den Tod Rauchs. 1858-02-22 An George Washingtons Geburtstag ist H. Gast in der Gesandtschaft der Vereinigten Staaten in Berlin. 1858-03 H. verfasst eine Untersuchung über den Flächeninhalt Mexicos. 1858-04-09 Varnhagen von Ense und dessen Nichte Ludmilla Assing besuchen H. 1858-04-23
H. zum Mittagessen bei Henriette (Hinni) Mendelssohn;
anwesend sind u.a. ihr Sohn Alexander Mendelssohn (1798-1871) mit Frau Marianne, geb. Seeligmann (1799-1880), eine Tochter mit ihrem Ehemann, der Maler Eduard Hildebrandt, die Brüder Robert und
Hermann von Schlagintweit. 1858-04-29 Vermählung
der Prinzessin Stephanie (1837-1859), Tochter des Fürsten Karl Anton
von Hohenzollern-Sigmaringen mit dem König von Portugal. H. nimmt an
der Trauung in der Hedwigskirche teil. 1858-05-01 H. nimmt an der Beerdigung des Physiologen und Anatomen Johannes Müller teil. 1858-05-24
H. pflanzt im Garten des neuen, Ende 1855 bezogenen
Hauses von Richard Lepsius (Bendlerstraße 18) eine Pyramideneiche
(Quercus pyramidalis). 1858-05-27 H. nimmt an der Beisetzung des Publizisten Samuel Heinrich Spiker (geb. 1786) teil. 1858-05-29
Auf ausdrücklichen Wunsch Friedrich Wilhelms IV.
fährt H. nach Potsdam, um einige Tage in der Nähe des Königs zu
verbringen. 1858-06-26 H. speist beim Prinzen von
Preußen (der spätere König und Kaiser Wilhelm I.) und befragte ihn
wegen der drohenden Ausweisung Ferdinand Lassalles. 1858-07-12 H. veröffentlicht Mitteilungen über seinen einstigen Reisegefährten in Amerika, Aimé Bonpland. 1858-08-03
H. nimmt an der jährlichen Gedächtnisfeier der
Berliner Universität für den Stifter, König Friedrich Wilhelm III., im
großen Saal des Universitätsgebäudes teil. 1858-08-06
H. nimmt an der Trauung der ältesten Tochter seines
"sibirischen Reisebegleiters Gustav Rose" in Berlin teil. 1858-08-09
H. erfährt durch einen Brief von Sir Woodbine Parish (1796-1882),
datiert 5.8.1858, vom Tod Aimé Bonplands (Bonpland war am
4.5.1858 gestorben). 1858-08-10 H. gibt Bonplands Tod in der "Spenerschen Zeitung" bekannt. 1858-08-12
Die Vossische Zeitung berichtet, dass H. dem hier
anwesenden Arzt de Lima aus Venezuela eine Audienz erteilt, und dass
dieser bewundert habe, wie gut H. noch spanisch spreche. 1858-08-13
Die Kreuzzeitung druckt einen Brief H.s an Chaim
Selig Slonimski, worin er für Juden bürgerliche Rechte fordert. 1858-08-21
H. nimmt an einem Fest bei Borsig teil. Am selben
Tag empfängt er den Besuch des russischen Schriftstellers Petr A.
Vjazemskij. 1858-08-24 H. ist bei der britischen Königin Victoria ins Schloss Babelsberg eingeladen (Aufenthalt der
Königin Victoria und des Prinz-Gemahls Albert im Schloss
Babelsberg vom 13.-28.8.). 1858-09-13 "H. in
Sanssouci. Königin Elisabeth von Preußen will ihn am 14.9. zu seinem
89. Geburtstag beglückwünschen. 1858-09-14 Die Zeitungen würdigen H., der in sein 90. Lebensjahr tritt. 1858-10-05 H. besucht zum letzten Mal die Berliner Sternwarte, um den Donatischen Kometen zu sehen. 1858-10-11
H. nimmt in Potsdam von dem erkrankten Friedrich
Wilhelm IV. Abschied, für den sein Bruder Wilhelm (späterer König und
Kaiser Wilhelm I.) schon am 23.10.1857 die Stellvertretung und am
7.10.1858 die Regentschaft übernommen hat. 1858-11-25
H. überträgt durch gerichtlichen Vertrag seine Habe
mittels Schenkung an seinen Diener Seifert und behält sich bis zu
seinem Tode nur den Nießbrauch vor. Ausgenommen werden davon die
wissenschaftlichen Aufzeichnungen und Materialien, u.a. seine
"Reisetagebücher" und die Kästen mit seiner Materialsammlung zum
"Kosmos". 1858-11/12 H. leidet an einer Grippe
mit Rückfall. Ab 19.12. verspürt er "volle, sichere Genesung" (Brief an
G. v. Cotta, 22.12.1858). 1859-01
Der nordamerikanische Student und spätere
Bergbauingenieur Rossiter Worthington Raymond (1840-1918) besucht
H. und berichtet darüber in der New York Times vom 6.6.1859. 1859-03-02 H. liefert zum letzten Mal einen Teil des "Kosmos"-Manuskripts (für den 5. Band) zur Abschrift. 1859-03-15
H. schreibt einen "Hilferuf" zur Veröffentlichung in
der Presse: die Postsendungen haben im Jahresdurchschnitt einen Anzahl
von 1.600 bis 2.000 erreicht. Er bittet, ihm "einige Ruhe und
Muße zu eigener Arbeit" zu lassen. 1859-03-26 H.
verfasst das Vorwort zu der von Hermann Hauff bearbeiteten Übersetzung
seiner "Reise in die Aequinoctial-Gegenden des neuen Continents". 1859-03-28
H. beendet die Durchsicht der Abschrift für das
"Kosmos"-Manuskript, durch eigenhändige Zusätze vermehrt. 1859-04-05
H. entschuldigt sich bei Emilie (Mila) Seifert, der
Frau seines Kammerdieners, dass er ihr "nur ein so elend kleines
Festgeschenk" machen könne, und hofft, ihr bald "durch neuen eigenen
Fleiß errungen" weitere 500 Taler schenken zu können. 1859-04-13 H. beendet die Durchsicht der Abschrift seiner jüngsten Zusätze zum "Kosmos"-Manuskript. 1859-04-21 H. ist bettlägerig. 1859-05-03 Ärztliche Bulletins unterrichten von diesem Tage an über das schnelle Schwinden der Kräfte H.s. 1859-05-06
Um 14.30 Uhr stirbt H. in seiner Wohnung in der
Oranienburger Straße 67. Gabriele von Bülow und August von Hedemann
sind bei ihm. Im Bibliothekszimmer erfolgt eine öffentliche Aufbahrung. 1859-05-10
Früh wird der Sarg in feierlichem Zuge über die
Friedrichstraße und die Straße Unter den Linden zum Dom geleitet, wo
ein Staatsakt stattfindet. In der Nacht zum 11.5. wird der Sarg nach
Tegel überführt. 1859-05-11 Beisetzung H.s in der Ruhestätte der Familie im Park von Schloss Tegel. zurück
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