1. Einleitung
2. Abstracts zu den wissenschaftlichen Vorträgen
3. Flyer zum Programm der Festveranstaltung
1. Einleitung
Am 15. September dieses Jahres jährt sich Moritz´ Geburtstag zum 250. Mal. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften nimmt dieses Datum zum Anlaß, an das Wirken ihres ehemaligen Mitglieds zu erinnern und sein Gedenken mit einer zweitägigen Festveranstaltung im Leibnizsaal der Akademie am Gendarmenmarkt, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin, zu ehren.
Die Veranstaltung am 14. und 15. September steht unter dem Motto "Karl Philipp Moritz heute" und umfaßt neben einer internationalen wissenschaftlichen Fachkonferenz ein pädagogisches und ein literarisch-künstlerisches Rahmenprogramm.
Die von den Mitarbeitern der KMA konzipierte Fachkonferenz verfolgt das Ziel, Moritz´ Œuvre auf seine Aktualität, sein Anregungspotential für die Gegenwart zu befragen. Zur Sprache werden dabei u.a. folgende Aspekte kommen: die Wirkungsmächtigkeit seiner radikalen Forderung nach einer Autonomie der Kunst in der Ästhetik der Gegenwart; das Profil des Autors Moritz zwischen "Originalgenie" und gelehrtem Exzerptor; der Einfluß seiner sprachtheoretischen und stilistischen Schriften auf die heutige Linguistik; seine literarische Fernwirkung auf die Literatur der Gegenwart und seine Rezeption im Ausland.
Moritz´ eigener langjähriger Tätigkeit als Lehrer, aber auch der Bedeutung seines Werkes als Gegenstand des modernen Literaturunterrichts will die BBAW in einem Kooperationsprojekt mit mehreren Berliner Gymnasien nachgehen. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden während der Festveranstaltung vorgestellt, wozu insbesondere die Schüler anderer Schulen der Region eingeladen werden.
Das literarisch-künstlerische Programm wendet sich über das Fachpublikum hinaus auch an die wissenschaftlich und kulturell interessierte Öffentlichkeit. Vorgesehen ist u.a. eine besondere musikalische Rarität, die Aufführung einer mehr als 200 Jahre verschollenen Kantate, deren Libretto von Moritz stammt. Lesungen aus ausgewählten Schriften des Autors sowie eine Podiumsdiskussion mit prominenten Moritz-Lesern und -Liebhabern werden die Veranstaltung abrunden.
2. Abstracts zu den wissenschaftlichen Vorträgen
Conrad Wiedemann: Karl Philipp Moritz und der Geist der Urbanität
Nach jugendlichen Leidens- und Wanderjahren, die im „Anton Reiser“
beschrieben sind, kommt Moritz 1783 nach Berlin, wo er, unterbrochen
durch eine Romreise, bis zu seinem Tod 1793 bleibt. Seine Entwicklung
geht also vom typischen „particulier“ (Goethe) und „Selbsthelfer“
(Lenz) der klassischen deutschen Streukultur zum erfolgreichen Agenten
einer aufblühenden Großstadt- und Bürgerkultur. Mein Versuch geht der
Frage nach, ob und auf welche Weise dieser Übergang sich in der
Struktur seines schriftstellerischen Werks und öffentlichen Wirkens
spiegelt. Was verdankt er seiner provinzialen Herkunft, was dem
kulturellen Bürgersinn der großen Stadt? Meine Erwägungen werden sich
auf drei markante Bereiche seines Schaffens konzentrieren: auf seine
autonome Persönlichkeitsformierung als Pädagoge, als Psychologe und als
klassizistisch-idealistischer Ästhetiker. Dabei hoffe ich zeigen zu
können, daß Moritz Werk und Wirken eine sukzessive Urbanisierung
erfährt, in der ein anderes und moderneres Bewußtsein von Gesellschaft
zum Ausdruck kommt als in den dezentralisierten Kulturzentren der
kleinen Residenz- und Universitätsstädte. Als Vergleichsparameter
meiner Überlegungen dienen vor allem die Kulturparadigmen Weimar und
Jena.
Anneliese Klingenberg: Moritz als Kunstadministrator in preußischen Diensten und Mitglied der Berliner Akademien
Der Vortrag gibt Einblick in den 200 Jahre von der Moritz-Forschung
unbeachtet gelassenen umfangreichen Aktenbestand mit den Belegen der
Moritzschen Tätigkeit in beiden Berliner Akademien. Das Material wird
als Band 13 der Kritischen Karl Philipp Moritz-Gesamtausgabe gedruckt.
Als Mitglied der Königlich Preußischen Akademie der Künste und
mechanischen Wissenschaften zu Berlin von 1789-1793, als Sekretär ihres
Senats sowie als Mitglied der Königlich Preußischen Akademie der
Wissenschaften und Sekretär ihrer Deputation für deutsche Sprache von
1791-1793 war Moritz unmittelbar an den nachfriderizianischen Reformen
der beiden bedeutendsten preußischen Staatmänner der Zeit, Friedrich
Anton Freiherr von Heinitz und Friedrich Anton Freiherr von Herzberg,
beteiligt, ja, er geriet durch ungeschicktes Taktieren auf höchster
Ebene in die Auseinandersetzung zwischen der Fraktion der Berliner
Aufklärer und damit auch Heinitz/Herzberg und der des Ministers und
Initiators des Zensur- und des Religionsedikts Wöllner: Es war Wöllner,
der gegenüber dem König Moritz’ Aufnahme in die Akademie der
Wissenschaften befürwortete.
Dennoch: Moritz unterstützte Heinitz’ Bestreben, ein strenges
Unterrichtskonzept für Künstler, Handwerker und Manufakturisten
auszuarbeiten und – nach dem Vorbild des sächsischen Retablissements –
die Arbeit der Akademie der Künste auch auf die Ausbildung letzterer
zu orientieren und damit die Wirtschaft Preußens gegenüber der Englands
und Frankreichs zu stärken. Als Mitglied der Akademie der
Wissenschaften teilte Moritz das Bemühen Herzbergs, das Deutsche als
zweite Verkehrssprache in der französisch sprechenden und
publizierenden Akademie einzuführen und entsprechen dem Auftrag
Leibniz’ Wortschatz und Grammatik des Deutschen zu untersuchen.
Dabei steht Moritz’ Tätigkeit in der Deputation für deutsche Sprache
in ersichtlichem Zusammenhang mit seinem eigenen Werk, sein Einsatz für
die Inanspruchnahme künstlerischer Arbeit für den ökonomischen Nutzen
des Staats bringt jedoch ganz neue Aspekte für die Interpretation
seiner gleichzeitig entstehenden kunsttheoretischen Schriften.
Die Arbeit der Deputation für deutsche Sprache endet 1794 mit der
politischen Ausgrenzung Herzbergs als „Demokrat“, ab 1795 erscheinen
die Publikationen der Akademie wieder französisch. Mit Wilhelm von
Humboldt, Jacob und Wilhelm Grimm werden Untersuchung und Dokumentation
der deutschen Sprache dann jedoch ein Hauptthema der Berliner Akademie
der Wissenschaften.
An der Akademie der Künste erfährt Heinitz’ Unterrichtskonzept von
künstlerischer Seite ein vernichtendes Urteil: die Gründung von
Kunstakademien belege nur den Niedergang von Staaten, urteilt Hans
Christian Genelli 1800 in seiner Heinitz gewidmeten Schrift „Idee
einer Akademie der Künste“. Die Absicht, Kunst lehren zu wollen,
schaffe lediglich langweiliges Mittelmaß. Ob die Orientierung der
Kunstakademie auf die Stärkung der preußischen Manufakturen von Erfolg
gekrönt war, ist von Wirtschaftshistorikern noch zu erkunden.
Annelies Häcki Buhofer: Sprachtheorie als Grundlegung der Kulturtätigkeit
Karl Philipp Moritz hat seine publizistische Karriere mit der
Erörterung von sprachtheoretischen Fragen angefangen - und sie haben
ihn nicht mehr losgelassen. Daraus erklären sich die vielen
Parallelstellen in seinen Werken, die grosse Zahl von Varianten und die
Neuherausgaben seiner sprachtheoretischen Schriften, die er selber an
die Hand genommen hat. Obwohl über seine Lebensführung Einiges bekannt
ist, stossen wir bei der Interpretation der editorischen Befunde nach
wie vor an Grenzen: Grenzen der Kenntnisse über die konkrete
Textproduktion und Textgenese, Grenzen der Identifikation von Quellen
und weitere mehr. Wieweit es möglich ist, die für die Zeit
ungewöhnlichen und neuartigen, zum Teil bis heute aktuellen
sprachtheoretischen Vorstellungen von Karl Philipp Moritz zu fassen und
in einen damaligen und heutigen fachlichen Kontext zu stellen soll an
einigen grammatischen Fragen gezeigt werden.
Susanne Gödde: Moritz und die moderne Mythentheorie
Der Religionshistoriker und Mythenforscher Karl Kerényi bezeichnete
in einem Aufsatz von 1955 die „Zusammenfassung der Gegensätze“ als die
„exemplarische Funktion der Mythologie“ und sah in dieser Hinsicht
Moritz als einen entscheidenden Vorläufer „unserer heutigen
Auffassung“. Und in der Tat zeichnet sich Moritz’ Schrift Götterlehre
oder Mythologische Dichtungen der Alten von 1791 durch einen
ausgeprägten Systematierungswillen aus, der es sich zum Ziel setzt, die
Götter als Positionen in einem wohl komponierten Ganzen zu verstehen,
das es mit dem schönen und in sich selbst vollendeten Kunstwerk
durchaus auf sich nehmen kann. Doch vergißt Moritz nicht, auch Gewalt
und Zerstörung in sein Konzept von der Bildung der Götter und Menschen
auf der einen und des Schönen auf der anderen Seite zu integrieren. Die
sich dahinter verbergende Theorie des Mythos soll im Vortrag mit
Positionen des 20. Jahrhunderts verglichen werden, wobei die Frage nach
dem Umgang mit dem potentiellen Schrecken des Mythos im Zentrum steht.
Hier sind etwa Bezüge zu Blumenbergs Theorem von der Transformation des
Schreckens ins Erträgliche durch den Mythos oder aber zu Girards
Gedanken von der Mimesis an die Gewalt aufschlußreich, um Moritz
Position schärfer zu konturieren. Hilfreich dürfte ebenso die Frage
sein, inwiefern die ‘Zusammenfassung der Gegensätze’ und der Wille zum
geordneten System bereits in der Antike jeden Versuch einer Mythologie
(etwa bei Autoren wie Homer, Hesiod oder Herodot) begleitet.
Anke Bennholdt-Thomsen:
Sprache der Phantasie. Konzeptionelle Gemeinsamkeiten zwischen Moritz'
Erfahrungsseelenkunde und Mythologie
Nicht zuletzt die Überschneidung der Arbeit als Herausgeber des
Magazins zur Erfahrungsseelenkunde mit der Abfassung der Götterlehre
gibt Anlaß zu der Frage, wie sich –bei so verschiedenen Gegenständen –
Moritz’ Position als empirischer Psychologe zu der des Mythologen
verhält: hier Seelenkrankheit, dort das höhere Wesen von Göttern und
Menschen. Um sie zu beantworten, ist zuerst Moritz’ Ansatz von dem der
zeitgenössischen Mythologen abzugrenzen sowie von Goethes Ansichten.
Seine weder allegorische, noch symbolische, noch pädagogische, vielmehr
poetologische Auffassung der Göttergestalten bezeugt eine offene, nicht
auf Systematik zielende Konzeption, wie sie auch dem Magazin zugrunde
liegt. Das Prinzip, sich der Deutung zu enthalten („Fakta, und kein
moralisches Geschwätz“), besagt im Falle der Götterlehre ein
Nacherzählen des von den antiken Dichtern und Künstlern Erzählten und
Dargestellten, wobei die schöne Beschreibung die Gelehrsamkeit
verdeckt. Analytisch ist der Zugriff gleichwohl: Zwar steht das
Postulat der Sprache der Erkenntnis im Programm der Zeitschrift dem der
„Sprache der Phantasie“ im Programm der Mythologie gegenüber, aber das
Verfahren der Rekonstruktion, des Nachvollzugs ist beiden Programmen
gemeinsam: das Erwecken, Herrschend- bzw. Lichtwerden der einen
Vorstellung bei Verdunkelung bzw. Schwächung der anderen. Moritz
verfolgt das Entstehen der durchgebildeten neuen olympischen Götter aus
den alten dunkleren, noch unbestimmten so, wie er für die Eroberung des
inneren Auslands der Seele durch das Ich und damit für die Anerkennung
der Dunkelzonen des aufgeklärten Menschen plädiert. Wenn das von Moritz
mythologisch Akzentuierte eine Symptomatik aufweist, die die
psychologische Diagnostik der Erfahrungsseelenkunde verrät, dann könnte
es eben dadurch auf Nietzsches Kontrapunktik der Antike in Apoll und
Dionysos vorausdeuten. Denn die hellen olympischen Götter bilden den
„harmonischen Einklang“ des „ganz Entgegengesetzten“, es vereint sich
„das Bildende mit dem Zerstörenden“, dem chthonischen Erbe. Wenn die
Mythologie der Alten dank der „Bildungskraft“ der Phantasie die
‚älteste verlorengegangene Geschichte’ der Menschheit überliefern kann,
wie die Seelenheilkunde dank der Beobachtung die „innere Geschichte des
Menschen“ erschließt, dann ließe sich in beiden Fällen die Methode mit
dem Modell der Gedächtniskunst, einschließlich ihrer topographischen
Momente, erhellen, das dem modernen Geschichtsbewußtseins entspricht.
Hartmut Raguse: Moritz – ein Vorläufer der Psychoanalyse?
Freud hat Moritz vermutlich nur als Freund Goethes gekannt, insofern
ist Moritz kein Vorläufer. Der Vortrag soll aber dem Eindruck
nachgehen, der sich bei der Lektüre Moritz’scher Schriften immer wieder
einstellt: dass sie etwas wie ein Vorecho der Psychoanalyse seien.
Ich werde zunächst Moritz’ intuitives Verständnis für eine
psychodynamische Anschauung an einer Reihe von Interpretationen zeigen,
mit denen er menschliches Verhalten kommentiert.
Auf einer etwas abstrakteren Ebene werde ich dann analytische Themen
aufzeigen, die bei ihm anklingen, ich nenne hier Ich-Bildung,
Selbstgefühl, falsches Selbst, Destruktivität,.
Die spätere Theorie der Behandlung wird vor allem durch die
methodisch eingesetzte Ich-Spaltung vorweggenommen, weiterhin durch
den geforderten Verzicht auf zu schnelle Reflexion. Auch Ansätze zum
Erstgespräch sind zu finden, ebenso der Freudsche Grundsatz, von der
Selbsterfahrung des Beobachters auszugehen
Schliesslich sind bei Moritz Einsichten vorweggenommen, die zu den
allgemeinsten Gesichtspunkten der Psychoanalyse gehören: die Bedeutung
frühester Kindheitserinnerungen, die Stiftung einer Kontinuität oder
Diskontinuität im Leben – hier hat der „Anton Reiser“ seinen Platz –,
weiterhin die Betonung der subjektiven Perspektive. Dazu kommen auch
noch manche seiner Einsichten zur Prävention. Für das Freudsche „Es“
steht Moritz vielleicht in einer direkten Ahnenreihe.
Unhistorischer Nachsatz: Moritz hätte mit Freuds Sexualtheorie wenig
Mühe gehabt, wohl aber mit dessen interpretativer Rücksichtslosigkeit.
Sein Hang zur Harmonisierung hat ihn wohl gehindert, einigen seiner
Einsichten noch weiter nachzugehen. Umgekehrt hätte Freud im „Reiser“
und im „Magazin“ eine Unmenge von Beispielen gefunden, wenn er darauf
gestossen wäre.
Alessandro Costazza: Autonomieästhetik heute
Die Idee der Autonomie der Kunst hat im Laufe der Jahrhunderte so
viele, zum Teil auch widersprüchliche Interpretationen erfahren, dass
sie inzwischen auf fast alles angewendet werden kann. Um dieser
Unbestimmtheit des Begriffs zu entgehen, werde ich versuchen, von den
verschiedenen Bedeutungen der Kunstautonomie auszugehen, die sich in
Moritz’ Schriften ausmachen lassen. Eine vereinfachte Form des
Kommunikationsschemas
|
kontext |
|
| sender |
mitteilung |
empfänger |
zugrunde legend, unterscheide ich drei Arten von Autonomie der Kunst bei Moritz:
a) die Autonomie gegenüber dem Empfänger, d.h. gegenüber jeder Berücksichtigung der Wirkung der Kunst;
b) die Autonomie der „Mitteilung“ gegenüber dem „Kontext“ bzw. dem dargestellten Gegenstand;
c) die Autonomie der Kunst gegenüber dem „Sender“ bzw. dem schaffenden Künstler.
Indem ich vom traditionellen Verständnis der Kunstautonomie als
Freiheit der Kunst gegenüber jeder moralischen, religiösen oder
allgemein ideologischen Indienstnahme absehe, werde ich versuchen, in
der modernen Diskussion über Kunst und Literatur Parallelen zu den drei
bei Moritz ausgemachten Auffassungen der Kunstautonomie ausfindig zu
machen. Dabei gehe ich etwa auf die Auseinandersetzung um die
Tabuisierung bzw. Rehabilitation des ästhetischen Genusses ein, streife
den Streit um die Widerspiegelungstheorie und untersuche die Theorie
der „poesie pure“. Es sollen weiterhin auch der in der modernen Kunst
und Literatur immer deutlicher hervortretende Konstruktions- und
Prozesscharakter des Werkes sowie das dazu komplementäre Verschwinden
des Autors bzw. des produzierenden Subjekts beleuchtet werden.
Selbstverständlich sehe ich bei solchen Streifzügen, die weder
Systematik noch Vollständigkeit anstreben, von jeglicher unmittelbarer
Beeinflussung durch die Moritzsche ästhetische Theorie ab, da mein Ziel
nur darin besteht, die Modernität bestimmter Fragestellungen
aufzuzeigen, die Moritz bereits vor mehr als zweihundert Jahren
aufgeworfen hatte.
Tomishige Yoshio: Moritz in Japan
Die Japaner lernten die deutsche Literatur erst in den 80er Jahren
des 19. Jahrhunderts kennen. Damals wurden überwiegend die Werke von
Goethe und Schiller übersetzt und gelesen, und ein wenig später kamen
Lessing, Heine, Kleist, Hauptmann und Nietzsche dazu.
In dieser literarischen Landschaft ist Karl Philipp Moritz noch
nicht vertreten. Aber überraschend früh, nämlich im Jahr 1913, findet
sich schon sein Name: in der GOETHE-Biographie von MORI Ogai, einem der
einflußreichsten japanischen Schriftsteller. Lange kannten wir Japaner
– wie die Deutschen auch – Moritz höchstens als eines der zahlreichen
Wesen um den großen Goethe, und zwar als ein weniger brillantes. Diese
Situation sollte sich erst nach dem zweiten Weltkrieg verändern.
In dem Vortrag wird die Rezeptionsgeschichte von Moritz in Japan
dargestellt. Er behandelt nicht nur die Forschungsgeschichte im engsten
Sinne, sondern auch Übersetzungen, Beschreibungen der
Literaturgeschichte und anderes. Dabei wird sich herausstellen, daß das
Interesse an Karl Philipp Moritz in Japan ständig wächst.
3. Flyer zum Programm der Festveranstaltung: