Leibniz-Medaille 2013

Die Leibniz-Medaille wird verliehen an

 

das Kuratorium des Fonds der Chemischen Industrie

 

in Anerkennung der besonderen Verdienste um die Förderung der Wissenschaften.

 

Mit der Verleihung der Leibniz-Medaille an das Kuratorium des Fonds der Chemischen Industrie würdigt die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften dessen herausragende Verdienste um die Förderung der Wissenschaften.

 

Der 1950 gegründete Fonds der Chemischen Industrie (abgekürzt: FCI) ist eine national und international einzigartige Institution zur Förderung der chemischen Grundlagenforschung und Nachwuchsförderung in der Chemie. Finanziert durch Mitgliedsbeiträge, fördert der Fonds mit vielfältigen und ineinandergreifenden Instrumenten schwerpunktmäßig die Chemieausbildung – von der Breitenförderung an Schulen bis hin zur Spitzenforschung an Hochschulen. Darüber hinaus steht die Nachwuchsförderung im Zentrum des FCI. Bemerkenswert ist dabei, dass die Förderung allein auf dem Leistungsprinzip basiert und kein Einfluss auf Forschungsthemen genommen wird. So ist sein Wirken ein hervorragendes Beispiel für Public Private Partnership zwischen Industrieforschung und akademischer Wissenschaft – eine Erfolgsgeschichte, die ganz entscheidend auch von dem hohen persönlichen Einsatz der in den Entscheidungsgremien tätigen Personen aus Industrie und Hochschulen geprägt ist.

 

Seit seiner Gründung agiert der Fonds als Förderwerk des Verbandes der Chemischen Industrie. Die besondere Bewährungsprobe der deutschen Wiedervereinigung konnte der FCI vor allem durch die außergewöhnliche Einsatzbereitschaft seiner Kuratoriumsmitglieder und Mitarbeiter bestehen. So wurde sofort nach dem Mauerfall mit den Vorbereitungen einer Forschungsbeihilfe für ostdeutsche Lehrende begonnen, so dass bereits im Sommer 1990 Fördermittel in erheblichem (!) Umfang bewilligt werden konnten.

 

Im Zuge seiner engagierten Nachwuchsförderung vergibt der FCI seit 1965 zahlreiche Stipendien, um den besten Nachwuchs im Bereich der Chemie zu fördern – darunter das Liebig-Stipendium für den Hochschullehrernachwuchs sowie Stipendien für Doktoranden und Lehramtsstudenten. Überdies lobt der FCI Preise und Auszeichnungen wie das begehrte Dozentenstipendium aus, das als eine Art von ‚Ritterschlag‘ für angehende Professorinnen und Professoren gilt.

 

Auf besondere Weise fördert der Fonds auch die Gemeinschaft der Forschenden und Lehrenden im akademischen Bereich: So entstanden auf Anstoß des Kuratoriums des FCI die „Steinheimer Gespräche“, eine mehrtägige Veranstaltung, welche über aktuelle Themen aus Wissenschaft und Industrie berichtet und Raum für Vorträge über wissenschaftskulturelle und -politische Fragen bietet. Unter den Teilnehmern sind Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie und Wissenschaft, Stipendiaten und angehende Hochschullehrer, so dass diese Gespräche den Nachwuchs aus allen Bereichen der Chemie zusammenbringt und Grundlage für viele erfolgreiche Kooperationen ist.

 

Im Kuratorium des FCI sind Forschungsvorstände großer Chemie-Unternehmen und führende Hochschulchemiker vereint. Es ist das Entscheidungsgremium des Fonds, das in bestimmten Fragen vom Forschungsbeirat unterstützt wird. Diese gelebte Gemeinschaft von Forschenden und Lehrenden aus dem industriellen und dem akademischen Bereich spiegelt sich auch in der Wahl des gegenwärtigen Vorsitzenden, Dr. Andreas Kreimeyer, und seines Stellvertreters, Professor François Diederich, wider.

 

Andreas Kreimeyer ist seit 2003 Mitglied im Vorstand der BASF SE, Sprecher der Forschung und derzeit für die Bereiche Crop Protection & Coatings, die Region Südamerika, Biological & Effect Systems Research, BASF Plant Science sowie BASF New Business verantwortlich. Unser Akademiemitglied François Diederich ist seit 1992 Ordentlicher Professor für Organische Chemie am Laboratorium für Organische Chemie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich.

 

Indem die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften dem Kuratorium des Fonds der Chemischen Industrie ihre Leibniz-Medaille verleiht, würdigt sie dessen beispielhaftes, eindrucksvolles und nachahmenswertes Engagement und herausragende Verdienste um die Förderung der Wissenschaften.

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