Leibniz-Medaille 2017

© Foto: Hector Stiftungen

Die Leibniz-Medaille der Akademie erhält

 

das Ehepaar Senator e. h. Dr. h. c. Hans-Werner Hector und Josephine Hector.

 

Mit der Verleihung der Leibniz-Medaille 2017 an Dr. h. c. Hans-Werner Hector und Frau Josephine Hector würdigt die Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften deren außerordentliches und erfolgreiches Engagement als Förderer von wissenschaftlicher Forschung und Bildung im Allgemeinen und von Spitzenforschung und Lehre an den Universitäten im Besonderen.


Hans-Werner Hector, der 1940 in Kaiserslautern geboren wurde, ist Diplom-Mathematiker und gehört zu den Gründern des Software-Unternehmens SAP, dessen Vorstand er auch lange Jahre angehörte. Damit zählt er zu den großen Pionieren der elektronischen Datenverarbeitung. Die 1972 gegründete SAP ist die einzige deutsche Firma, die in diesem Bereich zu den Weltmarktführern gehört.


Doch mit seiner unternehmerischen Leistung allein hat sich Hans-Werner Hector nicht begnügt, denn es war ihm stets ein wichtiges Anliegen, von seinem persönlichen Erfolg auch etwas an die Gesellschaft zurückzugeben: Und so hat er gemeinsam mit seiner Frau Josephine Teile seines erworbenen Vermögens in verschiedene Stiftungen eingebracht. Neben der Unterstützung im sozialen Bereich erstreckt sich das philanthropische Engagement der im Jahre 1995 gegründeten gemeinnützigen H.W. & J. Hector Stiftung auf ein breites Spektrum nachhaltiger und innovativer Initiativen im Bereich von Wissenschaft, Bildung und Kunst. Ergänzend erfolgte 2008 die Gründung der Hector Stiftung II, die ihrerseits größer dimensionierte Projekte unterstützt und befördert.


Die bildungs- und forschungsfördernden Programme der Stiftungen richten sich vor allem auf die Förderung hochbegabter Gymnasiastinnen und Gymnasiasten (die sog. „Hectorianer“) sowie auf interdisziplinäre Projekte mit besonderem Schwerpunkt im Bereich von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, den sog. MINT-Fächern. Durch Projektförderungen und Forschungspreise wird darüber hinaus auch die Krebs- und Aids-Grundlagenforschung finanziert und unterstützt.


Mit ihren Stiftungen engagieren sich Josephine und Hans-Werner Hector mit einer Vielzahl von Aktivitäten und Projekten für die Förderung von Bildung und Wissenschaft: So wird mit den Hector Kinderakademien unter der Trägerschaft des Kultusministeriums in Baden-Württemberg das Ziel einer ganzheitlichen Begabtenförderung für Grundschulkinder verfolgt, und das Hector Seminar fördert seinerseits hochbegabte Schülerinnen und Schüler in den MINT-Fächern.


Mit dem seit 2009 verliehenen Hector Wissenschaftspreis werden Professorinnen und Professoren deutscher Universitäten und Forschungseinrichtungen, die in den MINT-Fächern sowie in Medizin und Psychologie tätig sind, für ihre herausragenden Forschungsleistungen und ihr besonderes Engagement in der Lehre und in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgezeichnet. Zum Hector Fellow ernannt, wirken sie alsdann als Mitglieder aktiv in der 2013 ins Leben gerufenen Hector Academy mit. Durch die Vernetzung dieser herausragenden Forscher über Institutionen und Fächergrenzen hinweg werden neue wissenschaftliche Fragestellungen angestoßen, Impulse für Innovationen gesetzt und zukunftsweisende gesellschaftspolitische Diskurse initiiert.


Mit jährlich mehreren Promotionsstellen, auf die sich internationale Nachwuchswissenschaftler der MINT-Fächer mit einem selbst entwickelten Forschungsprojekt bewerben können, leistet die Stiftung überdies einen herausragenden Beitrag zur Förderung der Spitzenforschung an Universitäten.


Erwähnt werden sollte auch das jährliche Engagement der Hector Stiftungen für das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in maßgeblicher Höhe sowie die Unterstützung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar.


In den vergangenen Jahren sind Hans-Werner Hector, der auch Ehrendoktor und Ehrensenator der Universität Karlsruhe ist, und seine Frau Josephine in Würdigung ihrer zahlreichen Verdienste mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande (2003), der Ehrenbürgerschaft der Stadt Weinheim (2011) und mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg (2013).

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