Preis der Akademie - gestiftet von der Commerzbank-Stiftung 2013

Den Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

– gestiftet von der Commerzbank-Stiftung –

für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Grundlagen des Rechts und der Wirtschaft erhält


Professor Dr. Gerhard Wagner, LL.M. (Chicago).

 

Die Auszeichnung erfolgte im Rahmen einer gemeinsamen Festsitzung der Akademie und der Commerzbank-Stiftung am 5. November 2013 im Akademiegebäude am Gendarmenmarkt.


Gerhard Wagner, Jahrgang 1962, hat in Göttingen und München studiert, wurde 1989 in Göttingen promoviert, erwarb 1995 an der University of Chicago Law School den Master of Law (LL.M.) und habilitierte sich 1997 in Göttingen mit einer Untersuchung über Prozessverträge. Von 1999 bis 2013 war er Professor für deutsches und europäisches Privat- und Prozessrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung in Bonn. Zum Sommersemester 2013 nahm er den Ruf an die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin auf den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Ökonomik an. Er war Visiting Fellow am Institute of Global Law des University College London (2003) und Visiting Professor of Law an der University of Chicago Law School (2010-2011). Er ist Ehrenprofessor an der Renmin University, Beijing und hat den Erasmus Chair of Fundamentals of Private Law an der Erasmus University Rotterdam inne. Er ist Mitherausgeber bedeutender Fachjournale, wie des „Archiv für civilistische Praxis“ und der „Zeitschrift für europäisches Privatrecht“.


Professor Dr. Gerhard Wagner hat wie kein anderer deutscher Zivilrechtswissenschaftler den Glanz und die Kunst der traditionellen Dogmatik in Kerngebieten des Bürgerlichen Rechts mit der interdisziplinären Forschungsrichtung des „law and economics“ zusammengeführt und daraus auf breiter Front Grundlagenforschung zum Vertragsrecht, zum Deliktsrecht, zum Prozessrecht und zum Insolvenzrecht entwickelt. Zentrale Kommentierungen, bedeutende Lehrbücher, gewichtige Monografien und ca. 150 Aufsätze – deutsch- oder englischsprachig, z. T. übersetzt ins Japanische, Chinesische oder Arabische – bilden seine Produktion, die in Breite und Tiefe einmalige Wirkung entfaltet hat.


Zentral ist sein Engagement für die Fortentwicklung des Europäischen Privatrechts. Hier leistete er maßgebliche Beiträge für den Versuch einer europaweiten Harmonisierung des Vertragsrechts. Er hat das Recht unerlaubter Handlungen und das allgemeine Schadensrecht einer umfassenden Bearbeitung zugeführt und bringt seine im Delikt- und Schadensrecht entwickelten Grundannahmen auch in anderen Gebieten des Wirtschaftsrechts zur Geltung, so bei der Arzthaftung, beim Kapitalmarktrecht, beim Kartellrecht oder der Umwelthaftung. Seit seiner Habilitation über Prozessverträge hat er zudem ein umfassendes Œuvre auf dem Gebiet des Verfahrens- und Insolvenzrechts vorgelegt. Ein besonderes Anliegen in diesem Bereich sind ihm die Fortentwicklung des europäischen Prozessrechts, das Recht der Mediation sowie die internationale Schiedsgerichtsbarkeit.

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