Preis der Akademie - gestiftet von der Monika Kutzner Stiftung 2020

Den Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

– gestiftet von der Monika Kutzner Stiftung zur Förderung der Krebsforschung –

erhält

Professor Dr. med. Robert Zeiser.


Robert Zeiser, Jg. 1975, studierte von 1995 bis 2001 Humanmedizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, an der Tel Aviv University (Israel) sowie an der University of South Florida, Tampa (FL/USA). Nach Abschluss seines Medizinstudiums hat er seine Facharztausbildung im Bereich der Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Freiburg begonnen, gefolgt von einem dreijährigen Postdoktoranden-Aufenthalt im Labor von Professor Robert Negrin an der Stanford University School of Medicine (USA). Nach seiner Rückkehr nach Deutschland hat Robert Zeiser ab 2013 eine Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in Form eines Heisenberg-Stipendiums, gefolgt von einer Heisenberg-Professur, eingeworben. Neben der wissenschaftlichen Arbeit hat er schließlich die Facharztausbildung für Innere Medizin und Hämatologie/Onkologie in Freiburg erfolgreich absolviert und ist dort als Oberarzt sowie seit 2016 auch als Leiter der Sektion für Tumor-Immunologie klinisch tätig.


Zu Robert Zeisers Hauptforschungsgebieten gehören die allogene Stammzelltransplantation, Tumorimmunologie und Signaling sowie die molekulare Bildgebung. Er hat auf dem Gebiet der Translationalen Krebsforschung im Bereich der Leukämiebehandlung durch allogene Stammzelltransplantation und der Behandlung des malignen Melanoms exzellente wissenschaftliche Beiträge geleistet: So konnte seine Gruppe sowohl im Mausmodell als auch an Patientenmaterial zeigen, dass die Hemmung der onkogenen FLT3 Kinase in myeloischen Leukämiezellen zu einer Freisetzung von Interleukin-15 führt.  Dadurch kann das Überleben und der Metabolismus von leukämiereaktiven T-Zellen verbessert werden. Dies kann wiederum zu einer kompletten Leukämieelimination in Mäusen und Menschen führen – ein Therapiekonzept, das nun in der klinischen Anwendung geprüft wird.


Des Weiteren konnte die Arbeitsgruppe von Robert Zeiser im Mausmodell und an Patienten zeigen, dass die onkogene JAK2V617F-Mutation in myeloischen Zellen über STAT3 Phosphorylierung zur Aktivierung des PD-L1 Promoters führt und somit die Gruppe von KAK2 mutierten myeloproliferativen Erkrankungen empfindlich für Immuncheckpoint-Blockade macht.  Basierend auf diesen Daten des Mausmodells sowie der Auswertung von Patientenfällen, wird derzeit eine klinische Studie an Patienten durchgeführt, die zur Rezidivbehandlung nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation einen anti-PD1-Antikörper erhalten.


2014 konnte die Zeisersche Arbeitsgruppe zeigen, dass neutrophile Granulozyten, die über bakterielle Produkte aus dem Darm aktiviert werden, nach allogener Stammzelltransplantation in leukämietragenden Mäusen zu einer Gewebeschädigung führten. Auch in Darmbiopsien von Leukämiepatienten fanden sich beim Vorliegen einer GvHD (= Graft-versus-Host Disease), d. h. einer Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion, neutropile Granulozyten, sodass hier ein neuer Schritt zum besseren Verständnis der GvHD bei Leukämiepatienten nach allogener Blutstammzelltransplantation geleistet wurde.


Die herausragende wissenschaftliche Qualität und Originalität der Forschungsarbeiten von Robert Zeiser in der Krebsforschung wird auch erkennbar an seiner Förderung durch die DFG, die ihn mit einer Heisenberg-Professur ausgezeichnet hat (s. o.). Außerdem ist er Stellvertretender Leiter des Sonderforschungsbereichs 850, welcher Tumorzell-Metastasierung und Zellmotilität zum Thema hat. Robert Zeiser hat zudem 2016 einen hochkompetitiven ERC-Consolidator Grant der Europäischen Union mit einem Volumen von 2 Mio. EUR eingeworben, der seiner translationalen Leukämieforschung zugutekommt. Seine in hochrangigen Fachjournalen wie z. B. Nature Medicine, Science Trans Med., Cancer Research, Blood sowie dem New England Journal of Medicine publizierten Arbeiten (darunter mehrere Senior-Autorenschaften) zeugen von seiner internationalen Bedeutung in der translationalen Forschung. Überdies wurde Robert Zeiser aufgrund seines Engagements auf dem Gebiet der Hämatologie und Onkologie zum Associate Editor des Journals Blood berufen.

© 2021 Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften