Walter de Gruyter-Preis der Akademie 2013

Den Walter de Gruyter-Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

erhält

 

Professor Dr. Markus Rüttermann.
 

Markus Rüttermann (Jahrgang 1965) ist Japanologe mit den Schwerpunkten Sozial- und Kulturgeschichte des japanischen Mittelalters sowie Paläographie. Von 1985 bis 1992 hat er – gefördert von der Studienstiftung des Deutschen Volkes – Japanologie und Geschichte an der Universität Hamburg studiert; 1987/88 verbrachte er ein Studienjahr in Japan an der International Christian University. Von 1996 bis 2002 war er wissenschaftlicher Assistent an der Mori-Ōgai-Gedenkstätte der Humboldt-Universität zu Berlin und habilitierte sich dort 2002 für das Fach Japanologie. Im selben Jahr wurde er an das International Research Center for Japanese Studies in Kyoto berufen: Dort ist er seither am Research Board als Forschungsprofessor tätig, verbunden mit einer Professur an der Graduate University for Advanced Studies (SOKENDAI) in Kanagawa. 2010 und 2012 war er Gastprofessor an der Humboldt-Universität.


1995 wurde Markus Rüttermann mit einer Arbeit über das Dokumentenkonvolut einer japanischen Dorfgemeinde des späten Mittelalters zum Dr. phil. promoviert, nachdem er zuvor zwei Jahre an der Städtischen Universität Osaka und in der Region des nördlich von Kyoto gelegenen Dorfes Suganoura geforscht hatte. Diese Arbeit wurde mit dem Preis der Universitäts-Gesellschaft Hamburg ausgezeichnet.


Im Jahr 2000 erschien seine zweite Monographie mit dem Titel „Unbefangenheit. Keichûs Beitrag zur Wissenschaftstheorie im frühneuzeitlichen Japan“. Gemeinsam mit Klaus Kracht gab Markus Rüttermann 2001 das Standardwerk „Grundriss der Japanologie“ heraus, das einen von ihm erarbeiteten Überblick über die Genese und Struktur des Faches enthält.


2011 erschien schließlich seine dreibändige Habilitationsschrift, sein Opus magnum über „Schreib-Riten (shorei): Untersuchungen zur Geschichte der japanischen Briefetikette“, mit dem er erstmals eine Darstellung der Geschichte der japanischen Briefetikette und ihrer bis heute wirkungsmächtigen Grußrhetorik vorgelegt hat. Dabei ist es ihm gelungen, die Komplexität dieser extrem anspruchsvollen und normierten Kommunikationsform in ihren sozialen, linguistischen und materiellen Dimensionen zu wahrem Leben zu erwecken. Das Werk verspricht über die umfassende Erschließung seines Gegenstandes hinaus durch Querverbindungen und aktuelle Bezüge epochen- und disziplinenübergreifend neue Erkenntnisse.


Indem Markus Rüttermann der diesjährige Walter de Gruyter-Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften verliehen wird, würdigt die Aka-demie seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften.

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