Email des Präsidenten vom 24.5.2020

Betr.: Schrittweiser Übergang in den eingeschränkten Betrieb: Nachtrag

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

da mich nach meinem Rundschreiben vom 20.5. mehrere Anrufe und
auch heute noch
E-Mails bzgl. "genauer Anweisungen beim Übergang
in den eingeschränkten Betrieb" erreicht haben und ich nicht die Zeit
habe, jeder Person alles individuell zu erklären, möchte ich hiermit noch
einen kleinen Nachtrag zu meinem Rundbrief vom 20. Mai versenden
und auf die Themen eingehen, zu denen ich befragt wurde. 

0. Grundsätzliches

Die grundsätzlichen Festlegungen sind klar und deutlich in den Punkten
1. und 2. des Maßnahmenkonzepts vom 19.05.2020 getroffen worden.
Bitte orientieren Sie sich daran! 

1. Zugangslisten sind abgeschafft

Ab sofort haben grundsätzlich alle Beschäftigten der BBAW vollen Zugang
(Einschränkung s. Punkt 3. unten) zu den BBAW-Gebäuden. Listen mit dem
Verzeichnis der Personen, die an einem bestimmten Tag, die BBAW-Gebäude
betreten dürfen, werden von der Pforte nicht mehr geführt. Sie müssen der
Leitung also keine Zugangswünsche mehr mitteilen und sich an der Pforte
nicht mehr melden

2. Freiwilligkeit bleibt bestehen

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können bis auf Weiteres grundsätzlich
selbst darüber entscheiden, ob sie ihrer dienstlichen Tätigkeit in den
Dienstgebäuden der Akademie oder durch mobiles Arbeiten nachkommen.
Ausgenommen davon sind natürlich Beschäftigte, die struktur- und
funktionsrelevante Tätigkeiten durchführen. Hierzu sind von den jeweiligen
Dienstvorgesetzten Entscheidungen in Absprache mit den Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern getroffen worden. Bitte wenden Sie sich an Ihren
Dienstvorgesetzten, wenn diesbezüglich Unklarheit besteht.
 

3. Dienstausübung im Büro

Vor Beginn der Arbeitsaufnahme in den Büros der BBAW-Gebäude
sind Unterweisungen (durch die jeweiligen Dienstvorgesetzten)
erforderlich, deren Erhalt durch Unterschrift dokumentiert werden
muss. Falls Sie dies noch nicht gemacht haben, vereinbaren Sie
einen Termin mit Ihrem Dienstvorgesetzten. Sobald die Unterweisung
dokumentiert ist, können
Beschäftigte, die ihre Tätigkeit alleine in
einem Büro ausüben, ihre Arbeit in der BBAW aufnehmen.
Bei Räumen, die normalerweise von mehr als einer Person
genutzt werden, sind besondere Vorkehrungen zu treffen. Die
Dienstvorgesetzten können mit den betroffenen Mitarbeitern einen
rollierenden Zutritt vereinbaren, sodass jeweils zu einer bestimmten Zeit
immer nur eine Person tätig ist. In diesem Fall ist nichts zu beachten.

Falls jedoch zwei oder mehr Personen gleichzeitig in einem Raum arbeiten
wollen, muss sichergestellt sein, dass der Infektionsschutz beachtet wird.
Hier sind die Dienstvorgesetzten in der Pflicht, in Absprache mit den
Mitarbeitern und Frau Fünfstück eine geeignete Arbeitsplatzgestaltung
einzurichten. Der Personalrat hat hierbei ein Mitspracherecht. 

4. Zutritt betriebsfremder Personen

Es gibt noch keinen allgemeinen und freien Zutritt von betriebsfremden
Personen zu den Dienstgebäuden der BBAW. Zutritt wird nur aus wichtigem
Grund und grundsätzlich nur nach vorheriger Absprache gestattet. Dies ist
unter 4.4 des Maßnahmenkonzepts genau beschrieben. Wichtig ist, dass sich
Besucher in geeigneter Weise registrieren, d.h., sich in einem Besucherbuch
oder in Besucherlisten eintragen (die Arbeitsstelle dokumentiert diese
Kontakte). Dies ist zur Rückverfolgung (falls notwendig) möglicher
Infektionsketten erforderlich. Die Verantwortung liegt hier bei den
besuchten Arbeitsstellen.

Die Zugangseinschränkung gilt auch für Akademiemitglieder, die ja
nicht BBAW-Beschäftigte sind. Ihr Besuch der BBAW (z. B. Teilnahme
an Sitzungen) muss von der Dienststelle genehmigt werden, die von ihnen
besucht werden soll. Im Zweifelsfall wendet man sich hierzu an das
Präsidialamt. 

5. Nachjustierung

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es bei einigen der beschlossenen
Maßnahmen Verbesserungspotential gibt. Falls Sie Anregungen
dazu haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit Frau Fünfstück auf
(fuenfstueck@bbaw.de). 

Mit freundlichen Grüßen
Martin Grötschel 

PS: Ich hatte ja in einer meiner früheren E-Mails die Befürchtung
geäußert, dass irgendwann aufgrund unklarer Faktenlage und
unterschiedlicher Auffassungen ein größeres Durcheinander der
Maßnahmen entstehen würde. Das passiert zunehmend. So will
etwa Thüringen ab dem 6.6. die allgemeinen Corona-Beschränkungen
beenden und durch ein Maßnahmenpaket ersetzen, bei dem die
lokalen Ermächtigungen im Vordergrund stehen. Aber in den
vergangenen Tagen sind bei Gottesdiensten und in Restaurants
starke lokale Infektionsausbreitungen erfolgt, die die weiterhin
bestehende Gefährdung aufzeigen, siehe hierzu auch den Artikel,
der vor diesen Ausbrüchen erschienen ist:
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-registrierungspflicht-restaurant-datenschutz-100.html   

Die Zeit Online hat eine Gefährdungsübersicht vorgelegt, siehe:
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-05/coronavirus-infektionsrisiko-gastronomie-parks-baden 
während Christian Drosten in einem Podcast auf Gefahren
verweist, die bisher nicht ausreichend wahrgenommen wurden:
https://www.morgenpost.de/vermischtes/article229152106/Christian-Drosten-Italien-Corona-Studie-sorgt-fuer-Alarm-NDR-Podcast.html   

Ich hatte gedacht, dass die Zeit der Verschwörungstheorien
vorbei sei, muss aber mit Entsetzen feststellen, dass wir noch
lange nicht in einem rationalen Zeitalter angekommen sind. Dazu
sind in den letzten Tagen viele Veröffentlichungen erschienen,
siehe z. B.
https://www.zeit.de/kultur/2020-05/corona-folgen-verschwoerungstheorien-krisenpolitik-mangelnde-kommunikation?wt_zmc=fix.int.zonaudev.push.lesetipp.zeitde.andpush.link.x&utm_campaign=lesetipp&utm_medium=fix&utm_source=push_zonaudev_int&utm_content=zeitde_andpush_link_x 
https://epaper.tagesspiegel.de/webreader-v3/index.html#/469075/6 

Ich weiß nicht, wie man mit Verschwörungsfanatikern ernsthaft
kommunizieren soll.

Die BBAW-Leitung agiert in Zusammenarbeit mit dem Personalrat
so weit wie möglich rational. Wir befolgen die Vorschriften der Politik,
die sich in Berlin weitgehend an Vorschlägen der Wissenschaft
orientiert, und weisen nachdrücklich auf mögliche Gefährdungen hin.
Wir hoffen, dass die Befolgung der Maßnahmen dem Schutz der
Beschäftigten dient. Ich selbst bin der Meinung: Pragmatisch und im
Zweifelsfall lieber etwas zu vorsichtig als etwas zu leichtsinnig sein!

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