Leben wir in der besten aller möglichen Welten?

Salon Sophie Charlotte 2016

23. Januar 2016

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin

Leben wir wirklich in der „besten“ aller möglichen Welten? Über 100 Mitwirkende wagen beim „Salon Sophie Charlotte 2016“ Antworten auf diese Frage: Astrophysiker, Kunsthistoriker und Menschenrechtstheoretiker, Schriftsteller, Filmemacher und Musiker, Theologen, Mathematiker und Zukunftsforscher.

Leben wir in der besten aller möglichen Welten?
Leben wir in der besten aller möglichen Welten?

Leben wir wirklich in der „besten“ aller möglichen Welten? Und was heißt hier eigentlich „möglich“? Was fehlt, wenn alles bestens ist? Kommen wir ohne Utopien aus – politische, soziale, ökonomische oder ökologische? Was für Visionen haben Geflüchtete? Wie sind Gewalt und Terror vereinbar mit der Idee einer bestmöglichen Welt? Und was macht die beste aller möglichen Welten mit unserem Selbstverständnis? Gibt es ästhetische Rezepte für ein besseres Leben – für ein besseres Ich? Kann tatsächlich alles gut werden?


Über 100 Mitwirkende wagen beim „Salon Sophie Char lotte 2016“ Antworten auf diese Fragen: Astrophysiker, Kunsthistoriker und Menschenrechtstheoretiker, Schriftsteller, Filme macher und Musiker, Theologen, Mathematiker und Zukunftsforscher. Der Salon 2016 ist Gottfried Wilhelm Leibniz gewidmet. Er gründete – zusammen mit Kurfürstin Sophie Charlotte – um 1700 die Berliner Wissenschaftsakademie. Leibniz, der visionäre Denker, ermutigt uns bis heute zu Visionen. Er war es auch, der den Anstoß gab für die Frage nach der „besten aller möglichen Welten“.


In allen Räumen des Akademiegebäudes am Gendarmenmarkt werden an diesem Abend in künstlerisch-wissenschaftlichen Beiträgen alternative Welten verhandelt: Auch für Kinder und Jugendliche, für Liebhaber vergnüglicher Forschung und seriöser Wissenschaft, für Fans von Science Slams und Paternoster-Performances.

 

Im Namen der Akademie lade ich Sie sehr herzlich ein,
 

Ihr
Martin Grötschel

Akademiepräsident



 

Der „Salon Sophie Charlotte 2016“ findet im Rahmen des Jahresthemas 2015|16 „Leibniz: Vision als Aufgabe“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt.

 

Das Programm aus dem Leibniz-Saal und dem Einstein-Saal war am 23.01.2016 ab 18 Uhr als Video-Livestream zu sehen. Einzelne Beiträge werden im Februar in der Mediathek zur Verfügung stehen. Eine Fotogalerie ist auf www.eventbildservice.de zu sehen.

 

Zur Fotogalerie auf www.eventbildservice.de

VISIONÄRES IN MUSIK; LITERATUR UND LICHT
Gastgeberin: Melanie Trede (Kunsthistorikerin, Universität Heidelberg, Akademiemitglied)

18.30 Uhr „Imagine“ - Politische Utopien durch Töne vermittelt
John Lennons Song von 1971 gilt als Inbegriff einer durch Musik vermittelten Utopie. Nur wegen des Textes? Ein Streifzug durch die Musikgeschichte vom 15. bis ins 21. Jahrhundert  zeigt, dass die Musik selbst – und auch ohne Worte – ihren Zuhörern zu allen Zeiten Botschaften über Frieden und gute Herrschaft ausgesendet hat. Welche gesellschaftlichen Bedingungen und welche  musikalischen Ingredienzien dafür verantwortlich sind, ist Thema des Vortrags.
Silke Leopold (Musikwissenschaftlerin, Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften)

19.30 Uhr „Brauchen wir (k)eine Utopie? Zukunft in der Gegenwartsliteratur“

Nach der radikalen Utopie-Skepsis in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts wird gegenwärtig von einer „Renaissance“ der Utopie gesprochen. Die neuen Zukunftsvorstellungen schwanken allerdings zwischen Wunsch- und Schreckbildern, Utopie und Apokalypse. Gentechnologie mit der Tendenz zur radikalen Entindividualisierung und totale Überwachung mittels universeller Informationstechnik stehen im Mittelpunkt. Die Zukunftsliteratur befindet sich deshalb in der paradoxen Situation, dass das Literarisch-Erfundene bereits durch die bestehende Realität übertroffen werden kann.
Wilhelm Voßkamp (Literaturwissenschaftler, Universität zu Köln, Akademiemitglied)

20.30 Uhr Bestmögliche Weltuntergänge. Literatur und Apokalypse

Utopien sind literarische Entwürfe bestmöglicher Welten, Dystopien beschreiben mögliche Wendungen zum Schlimmeren. Nochmals anders verfährt die Apokalypse (griechisch für 'Enthüllung'): Sie öffnet den Blick auf die letzten Dinge. An zahlreichen Beispielen von der Offenbarung des Johannes bis zu Cormac McCarthys Roman “The Road” möchten wir darstellen, worin der eigentümliche Reiz von Endzeitvisionen liegt.
In Kürze erschein der von Stefan Willer und Benjamin Bühler herausgegebene Band "Futurologien. Ordnungen des Zukunftswissens" (München: Fink 2016).
Stefan Willer und Benjamin Bühler (Literaturwissenschaftler, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin)

21.30 Uhr [lait]motiv
Künstlerische Lichtinstallationen der Studierenden des Masterstudienganges Veranstaltungstechnik
und -management,  der Beuth Hochschule für Technik Berlin, unter der Leitung von Susanne Auffermann im Fach Projektarbeit Licht.
Eröffnung: Gerhard Goldmann (Dekan BHFT)
Einführung / Vortrag: Susanne Auffermann (BHFT) 



 

UTOPIA jetzt!

Frei nach Thomas Morus

 

19.30 / 20.30 / 21.30 / 22.30
Wie sieht sie aus, die Utopie einer idealen Welt ? Vor 500 Jahren beschrieb Thomas Morus die ideale Gesellschaft eines imaginären Inselreichs Utopia, das sich angeblich an einem ihm unbekannten Ort befände, und erfand damit den Begriff der Utopie. Ausgehend von Morus’ Vision hat sich der 1. Jahrgang des Studiengangs Schauspiel an der Universität der Künste Berlin mit den eigenen Vorstellungen einer idealen Welt auseinandergesetzt.


Die daraus entstandene knapp zehnminütige Collage performen die Studierenden im Paternoster der Akademie, der kaleidoskopartig die verschiedenen Facetten des Themas wie einen Film vor den Augen der Zuschauer im 1. Stock vorbeiziehen lässt.

Studierende der Universität der Künste, Schauspiel. Künstlerische Leitung: Irene Wagner, Mitarbeit: Simon Schlingplässer (beide UdK Berlin)

 

LABOR DER OPTIMIERUNG

Gastgeber: Jürgen Gerhards (Soziologe, FU Berlin, Akademiemitglied)

 

18.30 Uhr Protest: Wider die Mythen des deutschen Bildungssystems
„Jenseits von Stand und Klasse“, diagnostizierte Ulrich Beck schon 1983 die Bildungsverteilung in Deutschland. Er verwies dabei auf den mächtigen „Fahrstuhl“ der Bildungsexpansion als Triebfeder einer epochalen Enttraditionalisierung. Bis heute ist die Bildungsexpansion ungebrochen. Doch alte Traditionen leben munter fort. Wie ist dies zu erklären?

Jutta Allmendinger (Sozialwissenschaftlerin, WZB, Akademiemitglied)

 

19.30 Uhr Der bessere Körper – Utopien in der Medizin
Ist die WHO-Definition der Gesundheit eine Utopie oder ein erstrebenswertes Ziel? Ist der Wunsch nach ewigem Leben eine auf Erden erreichbare Zielsetzung oder eine Utopie? Wird die Mensch-Maschine-Interaktion Realität? In den 90er Jahren des vorherigen Jahrhunderts wurde in den Delphi Untersuchungen die Lösung des Krebsproblems und der Demenz für unsere heutige Zeit als lösbar / gelöst prognostiziert. War das utopisch?

Günter Stock (Physiologe, Akademiepräsident a.D.)

 

20.30 Uhr Was fehlt, wenn alles da ist? Potenziale des bedingungslosen Grundeinkommens
Das bedingungslose Grundeinkommen erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Es wird immer wieder ins Gespräch gebracht, wenn über die Zukunft der Arbeit, des Sozialstaats oder des Zusammenlebens insgesamt debattiert wird. In Deutschland tritt der Unternehmer Götz W. Werner, Gründer von dm-drogerie markt, seit Jahren engagiert für diese Idee ein. In der Schweiz findet 2016 eine Volksabstimmung dazu statt, die der Unternehmer Daniel Häni, Gründer des größten Schweizer Kaffeehauses, mitinitiiert hat. Philip Kovce spricht mit Werner und Häni über die Motive ihres Engagements und die Perspektiven unserer Gesellschaft.

Philip Kovce (Ökonom und Philosoph, Alumnus der Studienstiftung und des Studienkollegs zu Berlin)
Götz W. Werner (Gründer des Unternehmens „dm-drogerie markt“ und der Initiative „unternimm die zukunft“)
Daniel Häni (Mitgründer des Kaffeehauses „unternehmen mitte“ und der Schweizer Volksinitiative „Für ein bedingungsloses Grundeinkommen“)


21.30 Uhr Die beste aller (möglichen) gerechten Welten: Prinzipien und politische Prozesse

Rainer Forst (Politiktheoretiker, Goethe-Universität Frankfurt/M., Akademiemitglied)


22.30 Uhr Kosmopolitische Modelle globaler Ordnung und die widerspenstige Realität
Der Vortrag möchte zum einen Ordnung in die vielfältige Diskussion über eine gute globale Ordnung bringen. Dabei werden vier Grundmodelle globaler Ordnung in kosmopolitischer Absicht rekonstruiert. Zum Zweiten soll die Frage beantwortet werden, inwiefern tatsächlich entgegenkommende Entwicklungen in der Empirie für diese Modelle zu beobachten sind. Dabei zeigt sich auch, dass unterschiedliche empirische Einschätzungen, die den Ordnungsmodellen zugrunde liegen, für die Unterschiede in den vorgeschlagenen Ordnungsmodellen gewichtiger zu sein scheinen als Differenzen in den begründungstheoretischen Vorgehensweisen oder den zugrundeliegenden moralischen Prinzipien.

Michael Zürn (Politikwissenschaftler, WZB, Akademiemitglied)

 

LEIBNIZ KREATIV. WERKSTATT

Gastgeberinnen: Annette Antoine und Annette von Boetticher (Autorinnen)


18.30-21.00 Uhr

Warum heißt der Keks eigentlich „Leibniz-Keks“, und was hat der superkluge Universalgelehrte aus der Zeit des Barock mit dem Computer zu tun? Leben wir wirklich in der „besten aller möglichen Welten“, wie Leibniz behauptet? Dies und noch viel mehr erfahren kleine und große Leibniz-Fans von den beiden Autorinnen des Buches „Leibniz für Kinder“. Außerdem kann an Mitmach-Stationen ausprobiert werden, wie man mit einer Gänsefeder schreibt, warum es keine zwei gleichen Blätter gibt und wie prächtig die Menschen vor 300 Jahren gekleidet waren. Und vielleicht bleibt auch noch ein wenig Zeit, um gemeinsam über Gott und die Welt zu philosophieren. Mit Kurzlesungen zu den Themen: „Der junge Leibniz“, „Leibniz und Sophie Charlotte über Gott und die Welt“ und „Der geniale Erfinder“

Weniger ist mehr – Die Grenzen des Wachstums und das bessere Leben
Ein Film von Karin de Miguel Wessendorf, 52 Minuten

20-21.30 Uhr Lemonaid-Interviewreihe „Meine Utopie. Ideen für eine bessere Welt“

In kurzen Videos antworten Persönlichkeiten – von Musikern über Regisseure bis hin zu NGO-Aktivisten und Wissenschaftlern – auf die großen Fragen und sprechen über ihre persönlichen Zukunftsvisionen, Hoffnungen und Ängste. Initiiert haben die Reihe das Sozialunternehmen Lemonaid und Filmemacher aus dem Hamburger Gängeviertel.

 

TECHNISCHE UND NATURWISSENSCHAFTLICHE INNOVATIONEN

Gastgeber: Harald Siebert und sein Team, BBAW
 

19 Uhr Akademievorhaben Leibniz-Edition Berlin
Leibniz war auch in vielen Bereichen der Technik und der Naturwissenschaften innovativ und erfolgreich. Entdecken Sie, wie seine Handschriften entziffert, erforscht, ediert und in 14.000 Scans zugänglich gemacht werden.
 

AKADEMIEFORSCHUNG – AUF DEN SPUREN VON LEIBNIZ

Gastgeber: Volker Gerhardt (Philosoph, HU Berlin, Akademiemitglied)

 

19.00 Uhr Der Sinn des Bösen
Zur besten aller möglichen Welten gehört anscheinend unverzichtbar auch das Böse; zu diesem zählen verheerende Naturkatastrophen ebenso wie menschliche Tragödien und jede Vorstellungskraft übersteigende Verbrechen. Wie lässt sich das Böse „sinnvoll“ in die beste aller möglichen Welten integrieren?
Wenchao Li (Philosoph Leibniz Universität Hannover und Leiter der Leibniz-Edition Potsdam, BBAW) im Gespräch mit Volker Gerhardt

 

20.00 Uhr Der Körper als Spiegel der besten aller möglichen Welten. Das Berliner Anatomische Theater.
Zu Leibniz' Konzept eines „Theater der Natur und Kunst" gehörte wesentlich das anatomische Theater. 1713 wurde in Berlin mit einer öffentlichen Sektion ein Theatrum Anatomicum eröffnet und bald, mit der Akademie verbunden, zu einer zentralen Ort der medizinischen Fortbildung und der Aufklärung.
Szenische Lesung mit Roland Helms, Petra Lennig, Hannah Lotte Lund, Marion Mücke und Thomas Schnalke, Forschungsprojekt Theatrum Anatomicum

 

21.00 Uhr Auf der Suche nach besseren Welten. Fahrten in die Südsee
In der Südsee glaubten manche Europäer und Amerikaner die beste aller möglichen Welten gefunden zu haben. Die Liebe schien frei, der Erde fruchtbar und die Landschaft traumhaft schön. Der Beitrag begleitet Georg Forster, Hermann Melville und Paul Gauguin nach Polynesien.
Markus Bernauer (Literaturwissenschaftler, Jean-Paul-Arbeitsstelle, BBAW)

 

22.00 Uhr Wie Alexander von Humboldt Leibniz’ Visionen zur Erforschung des Erdmagnetismus umgesetzt hat
Der russische Justizrat Leibniz hat dem Zaren Peter dem Großen in seinen Denkschriften zur Gründung einer russischen Akademie der Wissenschaften nahe gelegt, den Erdmagnetismus in Russland erforschen zu lassen. A. v. Humboldt las die Denkschriften in Moskau. Leibnizens Rat entsprach ganz seinen eigenen Interessen. Sein Brief an den Herzog von Sussex im Jahre 1836, von dem eine Kopie nach Russland geschickt wurde, führte tatsächlich zur Gründung zahlreicher magnetischer Messstationen in der ganzen Welt. Ein weiterer Brief an den Zaren im Jahre 1839 führte auch in Russland zum erwünschten Erfolg.
Eberhard Knobloch (Wissenschafts- und Technikhistoriker, TU Berlin, Akademiemitglied)
Karin Reich (Naturwissenschaftshistorikerin an der Universität Hamburg)
Elena Roussanova (Chemikerin und Wissenschaftshistorikerin)
 

KALEIDOSKOP DER UTOPIEN UND VISIONEN
Gastgeberin: Kathrin Röggla (Schriftstellerin, Vizepräsidentin der Akademie der Künste, Berlin)

18.00 Uhr Eröffnung
Martin Grötschel (Akademiepräsident, Mathematiker)

18.10 Uhr The Refugees
Heinz Ratz und seine Band Strom & Wasser haben in Flüchtlingsheimen in ganz Deutschland erstklassige Musiker gefunden, mit denen sie in wechselnder Formation auf Tour gehen. Ein Auftritt von Strom & Wasser feat. The Refugees ist so vielseitig wie seine Mitwirkenden und vereint ganz unterschiedliche kulturelle Einflüsse und musikalische Stilrichtungen.

18.30 Uhr Wer wollen wir sein und wie viele?
Gudrun Krämer (Islamwissenschaftlerin, FU Berlin, Akademiemitglied)
Ayşe Demir (Vorstandssprecherin des Türkischen Bunds in Berlin-Brandenburg)
Esra Küçük (Gorki Theater, Gründerin der Jungen Islam Konferenz)

Moderation: Christoph Markschies (Kirchenhistoriker, HU Berlin, Vizepräsident der Akademie) 

19.30 Uhr Asylmonologe: Akt 1
Dokumentarische Theaterperformance über Menschen, die Grenzen überwunden, Verbündete gefunden, und unter aussichtslosen Bedingungen immer weiter gemacht haben. Bühne für Menschenrechte. Mit Asad Schwarz-Msesilamba, Meri Koivisto, Moses Leo, Musik: Michael Edwards und Jeremie Mortier, Gesang Elisabeth Pleß, Buch/Regie: Michael Ruf

20.00 Uhr Warum brauchen wir sozial-ökologische Utopien?
Harald Welzer (Transformationsdesigner / Mitbegründer und Direktor von FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit)
Jana Gebauer (Die Wirtschaft der Anderen, Fellow am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung)
Johannes Merck (Michael Otto Stiftung)
Moderation: Ursula Weidenfeld (Publizistin)
 
21.00 Uhr Imperien und bessere Welten
Felicitas Hoppe (Schriftstellerin, Stipendiatin der Villa Aurora)
Ingo Schulze (Schriftsteller)
Moderation: Ernst Osterkamp (Literaturwissenschaftler, HU Berlin, Akademiemitglied)

22.00 Uhr Die letzte Vision: eine Quantenwelt ohne Grenzen?
Anton Zeilinger (Quantenphysiker, Universität Wien, Akademiemitglied)
Ulf von Rauchhaupt (FAZ-Wissenschaftsredakteur)
Wie sieht sie aus, die Welt der Zukunft? Was können wir sagen über eine Wirklichkeit, die sich nicht mehr deterministisch nach physikalischen Regeln definieren lässt? Und welche Vorteile bringt das „Quanteninternet“? Der Quantenphysiker Anton Zeilinger weiht ein in die Geheimnisse der Quantenmechanik und erläutert, wie Experimente mit Quantenteilchen unser gewohntes Verständnis der Welt radikal in Frage stellen und welche neuen Möglichkeitsräume sie erschließen.

23.00 Uhr Asylmonologe: Akt 2
Theater der Gerechtigkeit: Professionelle SchauspielerInnen sprechen wortgetreue Texte, die auf Interviews mit Geflüchteten beruhen und verleihen den Stimmen sonst ungehörter Menschen Gehör.

23.45 Uhr Strom & Wasser feat. The Refugees
Heinz Ratz, seine Band Strom & Wasser und erstklassige Musiker aus aller Welt, die nach Deutschland geflüchtet sind.

ZUKUNFTSBAR, 1. OG, Konferenzraum 4 – 5
Live-Übertragung verschiedener Programme

 

ANDERE WELTEN – ANDERE ICHS?

Gastgeber: Die Junge Akademie 

18.30-19.50 Uhr Welche andere(n) Welte(n) wäre(n) möglich?
Mitglieder der Jungen Akademie fragen nach alternativen Welten und diskutieren mit dem Publikum. Dabei folgen sie Leibniz, der in seiner „Theodizee“ von einem Palast der Möglichkeiten berichtet. In diesem pyramidenförmigen Gebäude gibt es unendlich viele Zimmer, die jeweils eine Möglichkeit der Welt zeigen. Doch nur das oberste und beste wird von Gott verwirklicht, wirklich?

Was wenn Tintenfische fliegen könnten? Oder: Hätte die Evolution auch völlig anders verlaufen können?
Thomas Böttcher (Chemiker, Universität Konstanz, Die Junge Akademie)


Was wenn die Menschheit im Jahr 1960 ausgestorben wäre? Oder: Wie würde unsere Welt ohne Menschen aussehen?
Christian Hof (Biologe, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Die Junge Akademie)
 

Was wenn der Holocaust nicht stattgefunden hätte? Ist diese Frage überhaupt erlaubt, und könnten wir uns eine solche Welt vorstellen?
Caspar Battegay (Literaturwissenschaftler, Judaist, Universität Lausanne, Die Junge Akademie)

20.00-20.40 Uhr und 20.45-21.25 Uhr
Das beste aller möglichen Ichs

Wie sieht es aus, das bessere Ich? Und wie gelangt man dahin?
Eine inszenierte Konfrontation zwischen Anspannen und Loslassen, Selbstoptimierung und Meditation
Philipp Kanske (Psychologe, Neurowissenschaftler, MPI Leipzig, Die Junge Akademie) und Christian Stein (Germanist, Informatiker, Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung, HU Berlin, Die Junge Akademie)

EINE MULTIKULTURELLE OASE
Akademienvorhaben „Turfanforschung“. Gastgeberin: Yukiyo Kasai und ihr Team, BBAW.


Entdecken Sie Textzeugnisse des Buddhismus, des Manichäismus und des Christentums sowie Dokumente in über 20 Sprachen und Schriften.
 

DIE VISION VON DER WISSENSCHAFTLICHEN ERFORSCHUNG DER WELT
Akademienvorhaben „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“. Gastgeber: Tobias Kraft und sein Team, BBAW.


Alexander von Humboldt hat auf seinen vielen Reisen Reisetagebücher bzw. Reisejournale geführt. Entdecken Sie, wie seine Messergebnisse, literarischen Reiseskizzen und Zeichnungen ediert und digitalisiert werden.
 

ZUKUNFT IST HEUTE – KONZEPTE FÜR EIN BESSERES LEBEN
Gastgeber: Hermann Parzinger (Archäologe, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Akademiemitglied)

19.00 Uhr Politische Utopien für ein besseres Leben?

Der Politiktheoretiker Herfried Münkler (BBAW), Staatssekretär Stephan Steinlein und Rupert Neudeck, Journalist, Mitgründer des Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte e.V. und Vorsitzender des Friedenskorps Grünhelme e.V.
Moderation: Harald Asel (Inforadio vom rbb). Der Beitrag wird als „Forum im Inforadio“ gesendet.

20.00 Uhr Sind Menschenrechte westlich?
Hans Joas (Soziologe, HU Berlin, Akademiemitglied), Heiner Bielefeldt (Menschenrechtstheoretiker, Universität Bielefeld, und Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats)
Moderation: Gertrude Lübbe-Wolff (Rechtswissenschaftlerin, Universität Bielefeld, Verfassungsrichterin von 2002-2014, Akademiemitglied)

21.00 Uhr Werden wir ins ökonomische Glück „geschubst“?
Martin Weber (Betriebswirt, Universität Mannheim, Akademiemitglied) und Patrick Bernau (FAZ-Journalist)

22.00 Uhr Schöner wohnen = besser leben?
Seit der Antike gilt das gute Wohnen als Ausweis des guten Lebens. Eine tugendhafte Lebensführung und die kluge Bewirtschaftung des eigenen Hauses machten dieses zur Keimstelle des demokratischen Staates. In der Moderne verwandelte sich der private Innenraum in ein individuelles Refugium. Dieses wird zur schützenden Hülle eines Subjekts, das erst zuhause, mit dem Rücken zur Öffentlichkeit, ganz bei sich sein kann. Reformbewegungen, so etwa arts and craft oder das Bauhaus, haben versucht, durch die schöne Gestalt des Interieurs ästhetisch und ethisch auf die Bewohner einzuwirken. Ist diese Vorstellung im design hype der Gegenwart verlorengegangen oder schwingt sie in darin mit? Gibt es im Wohnen, jenseits von Repräsentation, noch einen Widerhall oder gar eine Reflexion gesellschaftlicher Aspekte? Wie lässt sich die Idee, durch schöne Gestalt der Umgebung auf die Lebensführung einzuwirken, überhaupt begründen? Und welche Folgen hat eine solche Engführung von Ästhetik und Lebenform?
Andreas Beyer (Kunsthistoriker, Universität Basel) und Beate Söntgen (Kunsthistorikerin, Leuphana Universität Lüneburg).

GESELLSCHAFT GESTALTEN

Gastgeberin: Studienstiftung des deutschen Volkes e.V.

19:00 Uhr Die afghanische Tradition „bacha posh“ - zwischen Geschlecht und Identität
Film „Boy“, anschliessend Gespräch mit Yalda Afsah (Regisseurin und Künstlerin)

Wie entkommt ein Mädchen den Restriktionen, die der weiblichen Rolle in einer traditionellen Gesellschaft eingeschrieben sind? Indem sie zum „Boy“ wird. In Afghanistan sind „bacha posh“ Mädchen, die als Jungen aufgezogen werden. Das Künstlerinnenduo Afsah/Seidl folgt zwei Mädchen und ihrer Entscheidung, welche Rolle sie im Leben einnehmen wollen. In traumhaften Bildern, die in langen Kamerafahrten die Menschen als Teil eines sozialen Umfelds erfassen, gelingt eine berührende Etüde über Gender und Freiheit.


20:00 Uhr Auf in eine bessere Welt! Newcomer und Locals in Deutschland — was tun, damit sie für alle besser wird?
Luisa Seiler (Geschäftsführerin SINGA)

21:00 Uhr Globale Gerechtigkeit - zwischen politischem Aktivismus und politischer Philosophie   

Eike Bohlen (Philosoph und Musiker)

Zur Idee einer bestmöglichen Welt gehört wesentlich, dass sich diese in einem Zustand befindet, der nicht nur hier und dort, sondern global als gerecht gelten kann. Der Vortrag befasst sich zum einen mit der Frage, was unter globaler Gerechtigkeit zu verstehen ist. Zum anderen soll diskutiert werden, wie der Weg zu deren Verwirklichung aussehen könnte und welchen Beitrag die politische Philosophie/Ethik dazu leisten kann. Dabei wird es auch um die Idee globaler öffentlicher Güter oder eines Weltgemeinwohls gehen. 
    
22:00 Uhr Was würden Sie tun, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre? Frageparcours zum bedingungslosen Grundeinkommen (Netzwerk Europa e.V., Alumni der Studienstiftung und des Studienkollegs zu Berlin)
Wer vom Grundeinkommen hört, denkt sofort ans Geld, was beim Begriff Einkommen ja auch naheliegt. Doch geht es hier nur ums Geld? Wohl kaum. Entscheidend ist nicht so sehr das Einkommen, sondern der Grund in seinem Doppelsinn: als Fundament und Handlungsmotiv. Wie wollen wir arbeiten? Auf welchem Fundament soll unser Menschen- und Gesellschaftsbild ruhen? Was trauen wir uns selbst zu und was den anderen? Wenn Sie dem Grundeinkommen auf den Grund gehen wollen, sind Sie bei unserem Frageparcours richtig, durch den Sie Clemens Günther, Vorsitzender von Netzwerk Europa e.V., führen wird.

 

LEIBNIZ‘ RECHENMASCHINE UND ANDERE KOSTBARKEITEN

Gastgeberin: Vera Enke und ihr Team, BBAW

Entdecken Sie eines der ältesten und reichhaltigsten Akademiearchive.

19 / 20 / 21 / 22 Uhr Führungen

WIRD ALLES GUT? – ÜBER DAS MÖGLICHE UND DAS UNMÖGLICHE 
Gastgeber/in: Julia Fischer (Verhaltensbiologin, Deutsches Primatenzentrum Göttingen, Akademiemitglied) und Günter M. Ziegler (Mathematiker, FU Berlin, Akademiemitglied)

Die beste aller möglichen Welten? Über das Mögliche und das Unmögliche müssten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ja eine Menge zu sagen haben... Wir fragen nach: WissenschaftlerInnen ganz unterschiedlicher Disziplinen sprechen über die Zukunft, und darüber, was die Wissenschaften beitragen können, die möglichen Welten auszuloten — und zu realisieren!


Gäste:

19:00 Persönliches Glück
Jule Specht, Freie Universität Berlin, die Persönlichkeitsveränderungen im zunehmenden Alter erforscht.


20:00 Gesundes Leben
Max Löhning, Charité, der sich durch das System der körpereigenen Immunabwehr kämpft.


21:00 Freie Fahrt
Dorothea Wagner, Karlsruher Institut für Technologie, die Algorithmen für die richtigen Routen erforscht.


22:00 Zukunft der Sterne

Alexander C. T. Geppert, New York University, der sich mit europäischem Astrofuturismus und außerirdischem Leben im 20. Jahrhundert beschäftigt.

 

MUSIKALISCHE VISIONEN
 

19 / 20 / 21 / 22 Uhr jeweils 10 Min.   

Der Akademiechor tritt auf. Künstlerische Leitung: Fynn Liess.
 

CANDID ODER DIE BESTE ALLER WELTEN
Gastgeber/in: Bénédicte Savoy (Kunsthistorikerin, TU Berlin), Etienne Francois (Historiker, FU Berlin, Akademiemitglied) von Voltaire, eine Lesung in 3 Akten

19.00 Uhr Akt 1
Kathrin Angerer (Schauspielerin)
Helmut Schwarz (Chemiker, TU Berlin, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Akademiemitglied)

20.00 Uhr Akt 2

Corinna Kirchhoff (Schauspielerin)
Christoph Markschies (Kirchenhistoriker, HU Berlin, Vizepräsident der Akademie)

21.00 Uhr Akt 3
Sibylle Lewitscharoff (Schriftstellerin)
Jürgen Trabant (Romanist, FU Berlin, Akademiemitglied)
 

UNBEKANNTE SEITEN VON MARX UND ENGELS
Akademienvorhaben „Marx-Engels-Gesamtausgabe“ (MEGA)
Gastgeber: Gerald Hubmann und sein Team, BBAW


In der MEGA werden die Werke und der Nachlass von Marx und Engels erstmals vollständig und in authentischer Form veröffentlicht. Die EditorInnen geben Einblicke in neue, bisher unbekannte Themenfelder, Arbeitsgebiete und unveröffentlichte Manuskripte.
 

KÜNSTLERISCHE LEIBNIZ-REFLEXE

 

18.30 Uhr Ausstellungseröffnung
Martin Grötschel (Akademiepräsident)


Grußwort
Matthias Flügge (Rektor HfBK)


Einführung
Constanze Peres (HfBK)
 

 

 

MAX PLANCK SCIENCE SLAM
BÜHNE FREI FÜR DIE WISSENSCHAFT!


18 – 22 Uhr Science Café mit Speisen und Getränken

21 – 22 Uhr Science Slam

Slammer aus vier Max-Planck-Instituten präsentieren verschiedene Projekte aus der Grundlagenforschung rund um das Motto des diesjährigen Salons. Alle Tricks sind erlaubt um trockene Fakten und komplizierte Zusammenhänge anschaulich und unterhaltsam zu machen. Am Ende wählt das Publikum den Sieger.
 

Gastgeber: Junge Akademie

ab 18.30h Utopia. Spiegel der Möglichkeiten
Das Mögliche kann man (noch) nicht sehen - oder doch? In einem offenen Aufruf hat die junge Akademie dazu eingeladen, mögliche Welten bildlich darzustellen (www.diejungeakademie.de ). Lassen Sie sich von der entstandenen Installation inspirieren - wie sähe Ihre beste aller Welten aus?
Konzeption: Miriam Akkermann (Musikwissenschaftlerin, Universität der Künste Berlin, Die Junge Akademie), Programmierung: Tal Kirshboim

18.30-20.30 Uhr „Kinder basteln ihre Welt“

SPEED DATING DER GUTEN IDEEN
Gastgeber: Bernd Hillemeier (Baustofftechnologe, TU Berlin, Akademiemitglied)

19 – 22 Uhr Ein Marktplatz der verwirklichten Utopien
Initiativen für ein besseres Leben laden zum interaktiven Kennenlernen ein. Mit dabei: u. a. die gemeinnützige Bildungsinitiative Teach First, das Urban-Gardening-Netzwerk Allmende Kontor, das Flüchtlingsprojekt Über den Tellerrand kochen, die Initiative querstadtein - Obdachlose zeigen ihr Berlin.
 

GESELLSCHAFT GESTALTEN
Gastgeberin: Studienstiftung des deutschen Volkes e.V.

19:00 Uhr Die afghanische Tradition „bacha posh“ - zwischen Geschlecht und Identität
Film „Boy“, anschließend Gespräch mit Yalda Afsah (Regisseurin und Künstlerin)

Wie entkommt ein Mädchen den Restriktionen, die der weiblichen Rolle in einer traditionellen Gesellschaft eingeschrieben sind? Indem sie zum „Boy“ wird. In Afghanistan sind „bacha posh“ Mädchen, die als Jungen aufgezogen werden. Das Künstlerinnenduo Afsah/Seidl folgt zwei Mädchen und ihrer Entscheidung, welche Rolle sie im Leben einnehmen wollen. In traumhaften Bildern, die in langen Kamerafahrten die Menschen als Teil eines sozialen Umfelds erfassen, gelingt eine berührende Etüde über Gender und Freiheit.


20:00 Uhr Auf in eine bessere Welt! Newcomer und Locals in Deutschland — was tun, damit sie für alle besser wird?
Luisa Seiler (Geschäftsführerin SINGA)

Neu anfangen, ein neues Leben aufbauen, in Deutschland! Viele Neuangekommene haben dieses Ziel, blicken nach vorn, mit einer Vielzahl an Ideen für ein besseres Leben. Mit ihrer Ankunft verändert sich auch das Leben vieler Schondagewesener — plötzlich treffen sich zuvor unbekannte Nachbarn regelmäßig im Begegnungscafé der Notunterkunft und von der Schließung bedrohte Dorfschulen bekommen rettenden Zuwachs. Angesichts der Ausnahmesituation entstehen kreative und pragmatische gesellschaftliche Lösungen, die nicht nur im Bereich der Migration Neuerungen für ein nachhaltig besseres Zusammenleben schaffen können.

21:00 Uhr Globale Gerechtigkeit - zwischen politischem Aktivismus und politischer Philosophie   
Eike Bohlen (Philosoph und Musiker)

Zur Idee einer bestmöglichen Welt gehört wesentlich, dass sich diese in einem Zustand befindet, der nicht nur hier und dort, sondern global als gerecht gelten kann. Der Vortrag befasst sich zum einen mit der Frage, was unter globaler Gerechtigkeit zu verstehen ist. Zum anderen soll diskutiert werden, wie der Weg zu deren Verwirklichung aussehen könnte und welchen Beitrag die politische Philosophie/Ethik dazu leisten kann. Dabei wird es auch um die Idee globaler öffentlicher Güter oder eines Weltgemeinwohls gehen.
   
22:00 Uhr Was würden Sie tun, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre? Frageparcours zum bedingungslosen Grundeinkommen (Netzwerk Europa e.V., Alumni der Studienstiftung und des Studienkollegs zu Berlin)
Wer vom Grundeinkommen hört, denkt sofort ans Geld, was beim Begriff Einkommen ja auch naheliegt. Doch geht es hier nur ums Geld? Wohl kaum. Entscheidend ist nicht so sehr das Einkommen, sondern der Grund in seinem Doppelsinn: als Fundament und Handlungsmotiv. Wie wollen wir arbeiten? Auf welchem Fundament soll unser Menschen- und Gesellschaftsbild ruhen? Was trauen wir uns selbst zu und was den anderen? Wenn Sie dem Grundeinkommen auf den Grund gehen wollen, sind Sie bei unserem Frageparcours richtig, durch den Sie Clemens Günther, Vorsitzender von Netzwerk Europa e.V., führen wird.

 

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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