Otto der Große, Heinrich der Zweite und die vielen Namenlosen: Wie neue archäogenetische Methoden unser Wissen über das Mittelalter erweitern

29. Juni 2026

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin

Im Jahr 2025 wurden Gebeine aus dem Magdeburger und dem Bamberger Dom untersucht, die den beiden hochmittelalterlichen Kaisern Otto I. (912–973) und Heinrich II. (973–1024) zugeordnet werden. 

Der Oberschenkel des heiliggesprochenen Kaisers Heinrich II. (973-1024).

Im März 2026 wurden die Resultate der Öffentlichkeit präsentiert. Eine archäogenetische Verwandtschaftsanalyse bestätigte wechselseitig, dass die Knochen tatsächlich von den historischen Herrschern stammen, die bis heute im geschichtlichen und kirchlichen Bewusstsein überaus präsent sind. Die dabei angewendete neue Methode weist aber über den bloßen Authentizitätsnachweis der Überreste mächtiger Männer hinaus. Durch die seit kurzem gegebene Möglichkeit, Verwandtschaft bis in weit entfernte Grade präzise zu bestimmen, kann auch neues Wissen über viele namenlose Menschen des Mittelalters zutage gefördert werden. Der Vortrag von Jörg Feuchter (Mittelalterhistoriker an der BBAW) und ein Video-Interview mit Harald Ringbauer (Archäogenetiker am MPI für Evolutionäre Anthropologie, Leipzig) stellen die Untersuchung von Otto I. und Heinrich II. und weitere Fallbeispiele vor. Dorothea Weltecke ist die Inhaberin des Lehrstuhls für Europäische Geschichte des Spätmittelalters an der Humboldt-Universität zu Berlin und moderiert den Abend.

Eine Veranstaltung des Mittelalterzentrums der BBAW in Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin.


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