Zentrum Grundlagenforschung Alte Welt
Corpus Coranicum
Koranfragment auf Palimpsest, Davids Samling, Kopenhagen, veröffentlicht im Katalog "Islamic Calligraphy" bei Sam Fogg, London 2003
„Corpus Coranicum – Textdokumentation und historisch-kritischer Kommentar zum Koran”
Arabien zwischen Byzanz, Persien und Äthiopien vor der Entstehung des islamischen Staatswesens; TAVO, B VI 7
Ziel des Vorhabens ist erstens eine Dokumentation des Korantextes in seiner handschriftlichen und mündlichen Überlieferungsgestalt, zweitens eine umfassende Datenbank von jüdischen, christlichen, altarabischen und anderen Intertexten zu einzelnen Koranstellen und drittens ein ausführlicher Kommentar.
Die Überlieferung des Korantextes zeichnet sich durch ein Nebeneinander von schriftlicher und mündlicher Tradition aus. Besonderes Kennzeichen der handschriftlichen Tradition ist dabei, dass das Schriftsystem früher Koranmanuskripte durch fehlende Vokalzeichen und konsonantenunterscheidende Diakritika häufig mehrdeutig ist. Die Textdokumentation wird den handschriftlichen Befund und die mündliche Lesetradition in Form einer Doppelseite nebeneinander stellen.
Die Datenbank „Texte aus der Umwelt des Korans“ soll anhand von spätantiken Überlieferungen, die sich mit koranischen Stoffen und Begrifflichkeiten berühren, den kulturellen und religiösen Horizont der unmittelbaren Adressaten des Textes zugänglich machen.
Der Kommentar schließlich nimmt den Koran einerseits aus einer konsequent diachronen Perspektive in den Blick, d.h. als ein über zwei Jahrzehnte gewachsenes Korpus von Einzeltexten, und macht andererseits durch sorgfältige formkritische Analyse die literarische Logik der einzelnen Textstücke transparent.
Das Akademienvorhaben, das 2007 eingerichtet worden ist, ist Teil des „Zentrums Grundlagenforschung Alte Welt" der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
altewelt.bbaw.de
