70 Jahre Luxemburger Abkommen Internationale Tagung ‚Wiedergutmachung: Auseinandersetzung – Entschädigung – Verantwortung

13.03.2023 | BBAW | PM-04/2023

Anlässlich des 70. Jahrestages der Ratifizierung des Luxemburger Abkommens findet am 21. März 2023 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften die internationale und interdisziplinäre Tagung ‚Wiedergutmachung: Auseinandersetzung – Entschädigung – Verantwortung‘ statt.

Als am 10. September 1952 die Bundesrepublik Deutschland, der Staat Israel und die Conference on Jewish Material Claims Against Germany ein Wiedergutmachungsabkommen unterzeichneten, galt dies als ein historischer Moment. In offiziellen Publikationen beider Seiten wurde das Abkommen als in der Geschichte der internationalen Beziehungen beispiellose Unternehmung von ungeheurer Tragweite dargestellt. Das Abkommen sollte eine zentrale Rolle für die Aufarbeitung der unsagbaren nationalsozialistischen Verbrechen spielen und diente als Präzedenzfall für die ganze Welt: Die Warnung, dass Völkermord und NS-Terror sowie die hieraus erwachsene Schuld und Verantwortung spürbare und durchsetzbare Folgen haben würden, war nun mehr als ein bloßer moralischer Appell. Dass es überhaupt zu Verhandlungen und zu einer Einigung kam, war ein entscheidender erster  Schritt auf einem bis heute nicht abgeschlossenen Weg: Zwar können die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht ‚wiedergutgemacht‘ werden, das Luxemburger Abkommen und die nach ihm möglich gewordenen, konkreten Regelungen zur Entschädigung zeigen jedoch, dass die Bemühungen zum Wohle der Opfer als eine gemeinsame Aufgabe begriffen wurden.

Im Rahmen der Tagung sollen die Bedeutung und die weiterreichenden Auswirkungen des Abkommens diskutiert werden, sowohl auf das Holocaust-Gedenken, als auch auf die Art und Weise, wie moderne Gesellschaften mit ihrer Vergangenheit umgehen. Quellen über die Verhandlungen selbst und die Umsetzung in einzelnen Entschädigungsverfahren zeigen dabei immer wieder auch den Unterschied zwischen individuellen Vorstellungen und Erinnerungen und konkreten Vorgängen auf.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Zentrums Preußen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften mit dem Bundesministerium der Finanzen, dem Weidenfeld Institute of Jewish Studies der University of Sussex, der Forschungsstelle Exil und Nachkriegskultur an der Universität der Künste Berlin und dem Freundeskreis Yad Vashem Deutschland. Der Akademiepräsident Christoph Markschies eröffnet die Tagung um 15 Uhr und es folgen Gesprächsrunden mit Mirjam Wenzel, Michael Hollman, Nicole Immler, José Brunner, Bénédicte Savoy und Friedemann Pestel. Am Abend, ab 19:30 Uhr, sprechen nach einem Grußwort von Ruth Ur die Musikwissenschaftlerin Dörte Schmidt und der Historiker Gideon Reuveni auf dem Podium mit der US-Botschafterin Amy Gutmann und dem israelischen Botschafter a.D. Shimon Stein.

Es moderiert Shelly Kupferberg. Den musikalischen Rahmen bilden Musikstücke, die Entschädigungsanträgen beigelegt worden sind, interpretiert von Marc Secara, Jonas Schoen und Johannes von Ballestrem.

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