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Was sind die normativen Grundlagen der Demokratie und wie können sie angesichts gegenwärtiger Herausforderungen gestärkt werden?

Nachdem die liberale Demokratie lange unangefochten schien, wird sie zunehmend in Frage gestellt. Am augenscheinlichsten sind populistische Bewegungen, die sich im rechten und linken Spektrum finden. Bei Rechtspopulisten ist der Übergang zu autokratischen Orientierungen fließend. Linkspopulisten versuchen, sozialer Ungleichheit durch eine breitere Mobilisierung entgegenzutreten. Während es Kritik an der mangelnden demokratischen Kontrolle internationaler Institutionen schon länger gibt, führt sie nun manchmal zu ihrem Rückbau. Insgesamt zeigt sich eine zunehmende Politisierung verschiedener Konfliktlinien, die mitunter zu einer Fragmentierung von Gesellschaften führt, aber auch über Staatsgrenzen hinweg Verbindungen schafft.

Bei all diesen Anfechtungen ist bemerkenswert, dass sie kaum mit einem alternativen Systementwurf begründet werden. Stattdessen beanspruchen ganz unterschiedlichen Seiten, die eigentliche Demokratie ins Recht zu setzen: Populisten wollen das vermeintlich wahre Volk zur entscheidenden Instanz staatlicher Herrschaft machen. Zivilgesellschaftliche Gruppen hingegen verweisen auf allgemeine Normen und Werte wie Freiheit und Gleichheit. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe nimmt diese Kritiken als Herausforderungen unserer existierenden Demokratien ernst. Sie untersucht, welche normativen Grundlagen für Demokratie wesentlich sind, und sie formuliert Vorschläge, wie sich diese besser verwirklichen lassen.

Kontakt
Dr. Andreas Oldenbourg
Wissenschaftlicher Koordinator
Normative Konstituenzien der Demokratie
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