Die derzeit 24 Akademienvorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sind Teil des vom Bund und den Ländern gemeinsam getragenen Akademienprogramms . Es wird durch die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften koordiniert. Die Vorhaben dienen der Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung des kulturellen Erbes – verstanden als Netzwerk verflochtener Rezeptions- und Transformationsvorgänge materieller und immaterieller Überlieferungen aus Kultur, Natur und Technik. Editionen, Wörterbücher, Dokumentationen und Repertorien stehen dabei in einem weltweit einzigartigen Forschungskontext, der textphilologische Methoden zunehmend um materielle, technische und biokulturelle Dimensionen ergänzt, koloniale Hintergründe einzelner Sammlungsbestände kritisch reflektiert und die Zusammenarbeit mit Herkunftsgesellschaften stärker in den Blick nimmt. Als Beispiele für diese international hoch angesehenen Forschungen seien die großen Inschriftencorpora des Griechischen und Lateinischen (Inscriptiones Graecae, Corpus Inscriptionum Latinarum), die Editionen von Klassikern wie Leibniz, Marx und Engels oder Alexander von Humboldt, das Goethe-Wörterbuch sowie jüngere Vorhaben wie IMAGNUM (Thesaurus Iconographicus Nummorum Graecorum Online) und KIŠIB (Digital Corpus of Ancient West Asian Seals and Sealings) genannt.