Mit der interdisziplinären Arbeitsgruppe „Staatsschulden in der Demokratie“ klärt der für die Politikberatung verantwortliche ständige Ausschuss der Nationalakademie über das Streitthema auf.

Argumente und Standpunkte, die in den Medien, von politischen Entscheidungsträgern und auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zum Thema Staatsschulden vertreten werden, sind nicht nur äußerst kontrovers. Sie beruhen häufig auch auf Dogmen, wirtschaftlichen Interessen, falschen Analogien und mangelnden Kenntnissen über volkswirtschaftliche Kreislaufzusammenhänge sowie politische Prozesse. Besonders in Deutschland sind sie wegen der Erfahrung zweier großer Inflationen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusätzlich von der Angst geprägt, dass hohe Staatsschulden letztendlich wieder zu einer großen Inflation führen.

 

Es ist also unbedingt erforderlich, das Thema zu versachlichen und auf wichtige Fragen zur Staatsverschuldung grundsätzliche Antworten zu geben. Daher hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Verbindung mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften die interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingesetzt. In ihr arbeiten Expertinnen und Experten der Wirtschaftswissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichtswissenschaft und des Staatsrechts zusammen.

 

Die Arbeitsgruppe wird eine allgemein verständliche Broschüre mit wissenschaftlich begründeten Erkenntnissen aus den Blickwinkeln der beteiligten Fächer erarbeiten.

 

Die Federführung der Arbeitsgruppe liegt bei der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Sie wird von Carl-Ludwig Holtfrerich (BBAW) geleitet.

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