Dem Verborgenen auf der Spur - Führungen durch das Akademiearchiv

Tag der Archive

06. März 2010

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Akademiearchiv, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Dem Verborgenen auf der Spur - Führungen durch das Akademiearchiv
Dem Verborgenen auf der Spur - Führungen durch das Akademiearchiv

Ergreifen Sie die Gelegenheit, beim Tag der Archive ausgewählte Schätze aus dem reichhaltigen Quellenfundus des Archivs der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Augenschein zu nehmen!

Im neugestalteten Eingangsbereich des Archivs bieten sich dem Auge des Betrachters eine Büste von Gottfried Wilhelm Leibniz, ein Gipsabguss des Reliefs über die Gründung der Kurfürstlich Brandenburgischen Sozietät der Wissenschaften am 11. Juli 1700, das im Original das Rote Rathaus ziert, sowie die berühmte Akademieuhr, eine Rarität aus dem Jahre 1787. Eine Ausstellungsvitrine zur Geschichte des Sitzes der Berliner Akademie der Wissenschaften wird durch Gemälde, Schautafeln und eine Truhe, die Bank- und Tresorschlüssel sowie Scheckhefte der Preußischen Staatsbank enthält, ergänzt. Die Archivführung wird im Magazinbereich fortgesetzt, wo auf mehreren Ausstellungstischen Schätze des Archivs aus 300 Jahren Akademiegeschichte dargeboten werden. Darunter befinden sich die Gründungsdokumente der Akademie, wie z. B. das von Gottfried Wilhelm Leibniz eigenhändig verfasste Konzept der Generalinstruktion für die neue Akademie sowie deren behändigte, von Kurfürst Friedrich III. unterzeichnete Ausfertigung.

Aus der Geschichte der Akademie im 18. Jh. Sind weiter zu besichtigen:

  • Akademiekalender, die die Akademie herausgab und aus deren Verkauf sie sich bis zum Jahre 1809 selbst finanzierte;
  • Preisschriften von Johann Gottfried Herder und Jean Le Rond d’Alembert zu den von der Berliner Akademie gestellten Preisaufgaben;
  • eine Weltkarte aus dem von der Akademie herausgegebenen Schulatlas von 1753;
  • die Kabinettsorder Friedrichs II. vom 11.6.1740, mit der er verfügte, dass die von seinem Vater Friedrich Wilhelm I. der Akademie auferlegte "odiöse" Ausgabe von 200 Talern zur Bezahlung der königlichen Hofnarren sofort einzustellen und der Geldbetrag dem Akademiemitglied Philippe Naudé als Pension zu gewähren sei;
  • eine Mitgliederliste der Berliner Akademie der Wissenschaften aus dem Jahre 1768 mit der Sonderspalte für das auswärtige Mitglied Katharina II., der ersten Frau in der Berliner Akademie.
  • Aus den zahlreichen Nachlassbeständen des Archivs sind ebenfalls Archivalien von beträchtlichem Wert zu besichtigen, wie z. B.
  • das berühmte Manuskript von Hermann von Helmholtz "Über die Erhaltung der Kraft" aus dem Jahre 1847;
  • das mit Brandrändern versehene Manuskript Theodor Mommsens über die römische Kaiserzeit zu seinem unveröffentlichten 4. Band der Römischen Geschichte;
  • Tagebücher und Redemanuskripte von Rudolf Virchow;
  • ein Konvolut von Briefen Alexander von Humboldts aus dem Nachlass von Christian Gottfried Ehrenberg;
  • drei Folianten mit Auszeichnungsdiplomen, die Alexander von Humboldt zu seinen Lebzeiten verliehen erhielt;
  • Nobelpreisurkunde und –medaille aus dem Nachlass des Mitbegründers der physikalischen Chemie, Wilhelm Ostwald;
  • Briefe und Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine.

 

Aus der dienstlichen Aktenüberlieferung der Akademie im 20. Jahrhundert stammen das Dankschreiben Albert Einsteins vom 7.12.1913 anlässlich seiner Aufnahme in die Akademie sowie ein Antrag Max von Laues vom 27.3.1913 auf finanzielle Unterstützung seiner Forschungen über Interferenzerscheinungen von Röntgenstrahlen beim Durchgang durch die Raumgitter von Kristallen, für die er im Jahre 1914 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurde.

Aus den reichhaltigen Beständen der Abteilung Sammlungen des Archivs sind zahlreiche Objekte des Kunstbesitzes zu betrachten, wie z. B.

  • Gemälde und Büsten von Akademiemitgliedern, darunter die berühmte Voltaire-Büste, die der französische Bildhauer Jean-Antoine Houdon 1778 im Auftrage Friedrichs II. schuf;
  • Porträtgrafiken von bedeutenden Akademiemitgliedern;
  • die Goldene Helmholtz-Medaille für Karl Weierstraß aus dem Jahre 1892
  • sowie die Goldene Leibniz-Medaille

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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