Deutsch-ungarischer Workshop aus Anlass des 80. Geburtstages von György Hazai

Workshop

24. Mai 2012

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstrasse 22/23, 10117 Berlin

Beim zweiten Deutsch-ungarischen Workshop steht das wissenschaftliche Lebenswerk des 80jährigen Jubilars György Hazai im Mittelpunkt. Seine Forschungsfelder sind vielfältig; in den letzten Jahren ist es ihm bspw. gelungen, wichtige Werke der altanatolischtürkischen Literatur zu edieren. Mit seinem Wirken an mehreren Universitäten und in zahlreichen internationalen Organisationen hat er wichtige Beiträge zur Förderung der Turkologie im besonderen und der Orientalistik im allgemeinen geleistet.

Beim zweiten Deutsch-ungarischen Workshop steht das wissenschaftliche Lebenswerk des 80jährigen Jubilars György Hazai im Mittelpunkt. Seinen in den 50er Jahren begonnenen Tätigkeitsfeldern ist er bis heute treu geblieben, und gerade in den letzten Jahren ist es ihm gelungen, wichtige Werke der altanatolischtürkischen Literatur zu edieren.

 

Die Vielfalt seiner wissenschaftlichen Forschung läßt sich leicht verdeutlichen, wenn man seine Arbeiten zu Themenkreisen zusammenfaßt: I. Turkologie und osmanische Geschichte, II. Osmanische und türkeitürkische Sprachgeschichte, III. Transkriptionstexte, IV. Dialekte, V. Historische Urkunden, VI. Alttürkische Studien. Hinzu kommen Aufsätze und Besprechungen zu weit über das turkologische Feld hinausgehenden Themen und Bereichen, Essays über türkische literarische Werke oder über die Geschichte nach dem Zusammenfall der Sowjetunion. Immer wieder taucht sein Interesse an der Bibliographie und an der Dokumentation der Forschung auf. Mit seinem Wirken an mehreren Universitäten und in zahlreichen internationalen Organisationen hat er wichtige Beiträge zur Förderung der Turkologie im besonderen und der Orientalistik im allgemeinen geleistet.
 

Auf die von B. Kellner-Heinkele vorgetragene Laudatio folgen Vorträge ungarischer, griechischer und deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die als Schüler und Freunde mit dem Jubilar eng verbunden sind. Sie knüpfen mit ihren Beiträgen direkt an einige der Forschungsschwerpunkte an: zur osmanischen Geschichte H. G. Majer und E. Zachariadou, zur westoghusischen Sprachgeschichte H. Stein, zu den Transkriptionstexten P. Zieme, zu den alttürkischen Studien S.-Ch. Raschmann. Wenn S. Kleinmichel einen wenig bekannten Dichter vorstellt, wenn P. Fodor über die osmanische Identität spricht, und wenn M. Maróth über Einflüsse griechischer Rhetorik in der arabischen Prosaliteratur diskutiert, dann ließen sich zweifellos auch diese Themen zum Schaffen György Hazais in Beziehung setzen, und wenn nicht, dann unterstreicht der zweite Deutsch-ungarische Workshop einmal mehr die Vielfältigkeit dieses faszinierenden Faches.

 

14.00 Uhr

Eröffnung und Grußworte
Christoph Markschies

Vizepräsident der BBAW


Botschaftsrat Dr. Imre L. Molnár

Botschaft der Republik Ungarn


Botschaftsrat János Can Toga
y

Collegium Hungaricum Berlin


Florian Reiter

Deutsche Morgenländische Gesellschaft

 

Desmond Durkin-Meisterernst

BBAW, Akademienvorhaben Turfanforschung


Laudatio
Barbara Kellner-Heinkele

FU Berlin, Turkologie



15.00 Uhr

Die Rolle der griechischen Rhetorik in der Entwicklung der arabischen
Prosaliteratur

Miklos Maróth

Budapest



15.20 Uhr

The Ottoman Archive of Candia and the Rebirth of a Harbour-City

Elizabeth A. Zachariadou

Athen



15.40 Uhr

Zum Garshuni-Türkischen

Peter Zieme

Berlin



16.00 Uhr

Byzantine Elements in the Ottoman Identity

Pál Fodor

Budapest
 


Pause


16.30 Uhr

Türkische Texte aus dem safawidischen Iran - Bemerkungen zur
westoghusischen Sprachgeschichte

Heidi Stein

Leipzig



16.50 Uhr
Die Brüder Guardi, ihre ‚Quadri turcheschi‘ und ihre Kenntnis der Osmanen

Hans Georg Majer

München


17.10 Uhr

Ḫiżr bei ʿAlīšīr Nawāʾī

Sigrid Kleinmichel

Berlin



17.30 Uhr

Der Nachlaß R. R. Arat in Istanbul

Simone-Christiane Raschmann

Berlin

Pause


18.00 Uhr

Buchpräsentation
Klaus Schwarz Verlag • Berlin
Claus Schönig, Gerd Winkelhane

 


Buchausstellung

Präsentiert werden Werke von György Hazai

 

Als György Hazai, der seine Kindheit und Jugendjahre in Budapest erlebt und seine orientalistischen Studien bei Gyula Németh begonnen hatte, 1956 seine erste Lehrtätigkeit in Bulgarien übernahm, da war er 24 Jahre alt. Der Mut, neue Aufgaben zu übernehmen, hat ihn bis heute nicht verlassen. Bereits 1963 begeisterte er sich für eine größere Aufgabe, als er auf Anraten des Finnougristen Wolfgang Steinitz nach Berlin berufen wurde, um an  der Humboldt-Universität eine neue Generation von Turkologen auszubilden, von denen später einige auch in die Turfan-Forschung einstiegen. Sei es dieser Aufbau der Turfan-Forschung in Berlin während der Zeit seiner Lehrtätigkeit an der Humboldt-Universität (1963-1982), sei es der Auf- und Ausbau des Department of Turkish Studies an der University of Cyprus (1992-1999) oder sei es sein rastloses Engagement als Gründungsrektor  der Andrássy-Universität in Budapest (2000-2003), immer ging es ihm um die Zukunft der  geisteswissenschaftlichen Fächer auf höchstem Niveau. Der Fortbestand des International Congress of Asian and North African Studies (ICANAS) im 21. Jahrhundert ist ohne Zweifel auch György Hazai zu verdanken.

Stets geht es ihm um das Brückenschlagen zwischen wissenschaftlichen Traditionen, Menschen und Ländern, wie sich auch bei dem Meeting der Permanent International Altaistic Conference (PIAC) 1969 in Berlin zeigte, als unter seiner Präsidentschaft ein eindrucksvolles Zusammentreff en von Orientalisten aus Ost und West gelang, dessen Bedeutung man unter den seinerzeitigen historischen Umständen nicht überschätzen kann.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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