Moral, Wissenschaft und Wahrheit - Thomas Schmidt: Relativismus als Herausforderung für die Ethik

Akademievorlesung

16. Mai 2013

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstrasse 22/23, 10117 Berlin

Menschen streiten sich beständig darüber, welche Handlungen moralisch richtig und welche falsch sind, welche gut und welche böse sind. Wie sind Abtreibungen oder die gleichgeschlechtliche Ehe zu bewerten? Sind wir moralisch dazu verpflichtet, einen Großteil unseres Einkommens zur Bekämpfung der Weltarmut zu spenden? Die Akademievorlesung im Sommersemester 2013 befasst sich mit diesen und verwandten Fragestellungen.

Moral, Wissenschaft und Wahrheit - Thomas Schmidt: Relativismus als Herausforderung für die Ethik
Moral, Wissenschaft und Wahrheit - Thomas Schmidt: Relativismus als Herausforderung für die Ethik

Menschen streiten sich beständig darüber, welche Handlungen moralisch richtig und welche falsch sind, welche gut und welche böse, welche geboten und welche verboten sind. Wie sind beispielsweise Abtreibungen oder die gleichgeschlechtliche Ehe zu bewerten? Oder: Sind wir moralisch dazu verpflichtet, einen Großteil unseres Einkommens zur Bekämpfung der Weltarmut zu spenden?

 

 Es stellt sich die Frage, ob solche Probleme unter Verweis auf objektive moralische Wahrheit entschieden werden können. Wie ließe sich eine solche erkennen? Welche Rolle spielen die Naturwissenschaften bei der Bestimmung von moralischer Wahrheit? Was bedeutet die Vielfalt und die kontinuierliche Veränderung von Moralvorstellungen? Wie viel Toleranz ist gegenüber abweichenden moralischen Urteilen angebracht und wann ist Kritik gerechtfertigt?

 

Kaum jemand wird bezweifeln, dass es tiefgreifende moralische Uneinigkeiten gibt. Ethische Relativisten sehen hierin einen Grund, an der Möglichkeit objektiv begründbarer Antworten auf moralische Fragen zu zweifeln. Thomas Schmidt widmet sich in seinem Vortrag der Frage, inwieweit der Relativismus die Ethik damit vor spezifische Herausforderungen stellt. Er wird herausstellen, dass die relativistische Sorge als inhaltliche moralische Unsicherheit darüber verstanden werden sollte, was in bestimmten Situationen zu tun das moralisch Richtige ist. Anliegen des Vortrags ist es, der relativistischen Herausforderung einerseits die Spitze zu nehmen, um ihr andererseits einen angemessenen Platz innerhalb der Ethik zuzuweisen.

 

Relativismus als Herausforderung für die Ethik

Thomas Schmidt

Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Philosophie

 

Die Akademievorlesung im Sommersemester 2013 befasst sich mit diesen und verwandten Fragestellungen. Dabei werden nicht nur aktuelle Probleme diskutiert, sondern es werden auch neuere Forschungsdiskussionen eingeführt und Bezüge zu klassischen Positionen aus der Geschichte der Ethik hergestellt. Ziel ist es, die Besonderheit von moralischem Wissen und moralischer Wahrheit genauer in den Blick zu nehmen. Nur ein differenziertes Verständnis dessen, was moralische Wahrheit ist, erlaubt einen angemessenen Umgang mit moralischen Konflikten. Die diskutierten Fragen sind daher nicht nur von theoretischem Interesse, sondern beeinflussen auch praktische Lebensbereiche.

 

 

Weitere Termine:

- Donnerstag, 6. Juni 2013: Der Wert der Wahrheit wächst mit Volker Gerhardt (Institut für Philosophie, Humboldt-Universität zu Berlin, Akademiemitglied)

Zur Veranstaltung 


- Donnerstag, 20. Juni 2013: Warum gelten moralische Normen? – Ein Streitgespräch mit Carl Friedrich Gethmann (Forschungskolleg „Zukunft menschlich gestalten“, Universität Siegen, Akademiemitglied) und Gerhard Ernst (Institut für Philosophie, Universität Erlangen-Nürnberg)

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Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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