Die Werkausgabe

Die Romane Uwe Johnsons gehören zu den bedeutenden Werken der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Uwe Johnson erzählt von deutscher Geschichte in einem über das Europäische hinausgreifenden Kontext der globalen Nachkriegsgeschichte. Durchgängig verknüpfen die erzählerischen Konstruktionen private Schicksale mit gesellschaftlichem Wandel. Auch in seinen Briefen ist Uwe Johnson ein scharfsinniger Beobachter und gewissenhafter Chronist der Zeitgeschichte. Seine weit verzweigten Briefwechsel dokumentieren ein Stück europäischer Kulturgeschichte.
 

Zunehmend wird Johnsons Werk fächerübergreifend als ein Modell für die Ausdrucks- und Erkenntnismöglichkeiten von Literatur verstanden; historische, philosophische und theologische Fragestellungen werden daran diskutiert. Die Werkausgabe soll diesen vielfältigen Interessen ein Arbeitsinstrument zur Verfügung stellen.


Die Ausgabe ist als Kombination von Druck- und digitaler Edition konzipiert. Der kritisch edierte Textbestand bildet die gemeinsame Grundlage. Die Druckfassung ist auf 40 Teilbände angelegt und bietet in den Abteilungen Werke, Schriften, Briefe eine gesicherte Textbasis, einen philologischen Kommentar sowie eine Variantenauswahl. Die digitale Edition ermöglicht eine vollständige Darstellung der Varianten und Quellen und gestattet eine umfassende und multimediale Kommentierung. Die digitale Ausgestaltung eines solchen Konzepts für einen Autor des 20. Jahrhunderts wird auch als Gelegenheit für grundsätzliche Überlegungen zur Zukunft von Werkausgaben verstanden.


Die materiale Basis der Edition ist das Uwe Johnson-Archiv. Es befindet sich seit 2012 als Depositum der Johannes und Annitta Fries Stiftung an der Universität Rostock und wird dort von der Uwe Johnson-Forschungsstelle betreut. Die Arbeitsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wurde 2014 an der Universität Rostock eingerichtet.
 

Projektpartner

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Universität Rostock
Uwe Johnson Forschungsstelle
 

Johannes und Annitta Fries Stiftung
Peter Suhrkamp Stiftung
Suhrkamp Verlag
Uwe Johnson-Gesellschaft
 

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