Die schönen stummen Zeugen
Kunstraub und Fragen der Rückgabe

Teilnahme nur nach persönlicher Voranmeldung unter doritkt@aol.com möglich.

27. Oktober 2008

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23

Kunstraub und Fragen der Rückgabe

Die schönen stummen Zeugen

Spektakuläre und höchst umstrittene Rückgaben von Kunstwerken aus öffentlichen Museen an die ehemaligen Eigentümer, wie etwa von 5 Klimt-Gemälden aus dem Wiener Belvedere oder Kirchners „Berliner Straßenszene“ aus dem Brücke-Museum in Berlin, haben ein anhaltend mediales Interesse an dem Thema des Kunstraubes während der Zeit des Nationalsozialismus ausgelöst, das vielfach eher von Emotionen als von Differenziertheit gekennzeichnet ist.

 

Oft geraten dabei die Kunstwerke, von ihrem Marktwert abgesehen, in den Hintergrund der Diskussionen, werden juristische mit politischen Fragen vermischt, nationale Befindlichkeiten bedient. Experten sprechen von einer derzeit anbrechenden zweiten „Restitutionswelle“, nachdem bereits Mitte der 1990er Jahre nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Staatensystems eine Vielzahl von Rückgabeforderungen das Thema des Kunstraubes während der Zeit des Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieges schlagartig wieder weltweit in das Bewusstsein der Wissenschaft und aktuellen Politik brachte.

 

Wieso lösen Kunstwerke solche nationalen Emotionen aus? Um welche Kunstwerke handelt es sich überhaupt? Worin unterscheidet sich der Kunstraub während Zweiten Weltkrieges von dem Napoleonischen Kunstraub, der Antike oder den Plünderungen in irakischen Museen in der Gegenwart? Was kann das Recht zur Konfliktlösung beitragen, was muss die Politik entscheiden? Was sind faire und gerechte Lösungen? Wo liegen die Probleme der Provenienzforschung? Wie gehen andere Länder mit Rückgabeforderungen um?

 

Diesen und anderen Fragen möchten die BBAW und die Hebräische Universität Jerusalem mit einer internationalen Expertenrunde aus Israel, der Schweiz, Großbritannien, Russland und Deutschland nachgehen. Im Vorfeld der Veranstaltungen zum 50jährigen Jubiläums der Rückgabe von insgesamt 1,5 Millionen Kunstwerken der Sowjetunion an die damalige DDR und des 10. Jahrestages der Verabschiedung der Washingtoner Prinzipien über den Umgang mit beschlagnahmten Kunstwerken aus der Zeit des Nationalsozialismus sollen nicht Einzelfälle diskutiert werden. Es geht vielmehr um eine Bestandsaufnahme aus Breitbandperspektive nicht nur für den Experten.   

 

Podium:

 

Prof. Richard I. Cohen

The Hebrew University of Jerusalem, Department of Jewish History

 

Dr. Uwe Hartmann

Leiter Arbeitsstelle für Provenienzforschung der SPK Berlin

 

Kerstin Holm

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Moskau

 

Wladimir I. Korotaev

stellvertretender Direktor, Staatliches russisches Militärarchiv, Moskau

 

Prof. Norman Palmer

Präsident der “Foundation for International Cultural Diplomacy”, Mitglied des “Spoliation Advisory Panel”, London

 

Dr. Benno Widmer

Leiter Fachstelle Internationaler Kulturgütertransfer, Bundesamt für Kultur, Bern

 

Einführung:

Claudia von Selle

Berlin, Paris

 

Moderation:

Dr. Manfred Sapper

Chefredakteur der Zeitschrift OSTEUROPA, Berlin

 

Anschließend Empfang<o:p></o:p>

 

Die Diskussion findet in deutscher, englischer und russischer Sprache statt und wird simultan ins Deutsche übersetzt.


Teilnahme nur nach Anmeldung bei Dorit Brandwein-Stürmer, Repräsentantin der Hebräischen Universität Jerusalem (doritkt(at)aol.com ) bis 22. Okt. 2008.



 


Veranstaltungszeitraum:

16.00-20.00 Uhr

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