Diese Anforderung des Gesetzes fordert verschiedene demokratische Prinzipien heraus und ist eine große Aufgabe für die politische Entscheidungsfindung. Lässt sich eine Standortentscheidung demokratisch legitimieren, die für einen so langen Zeitraum getroffen wird? Wie kann die Öffentlichkeit in diese Suchprozesse einbezogen werden, um möglichst große Akzeptanz zu schaffen? Und was für ein Procedere kann es für eine Jahrtausende lange Standortsicherung überhaupt geben? Inwieweit können solche Prozesse vorher geplant werden - oder müssen diese so gestaltet werden, dass sie bei Bedarf eine Selbstkorrektur ermöglichen und dennoch verlässlich sind?
In dieser dritten Akademievorlesung der Reihe „Atommüll als Dauergefährdung“ der IAG „Sozial—und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf technische Langfristprojekte“ werden Fragen der Governance, der Entscheidungsfindung, Legitimation und Partizipation zum Thema. Es diskutieren Frank Nullmeier (Universität Bremen), Akademiemitglied Ortwin Renn (RIFS Potsdam) und Akademiemitglied Uwe Schimank (Universität Bremen).
AKADEMIEVORLESUNG „Atommüll als Dauergefährdung“
Die Akademievorlesung der Interdisziplinären Arbeitsgruppe „Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf technische Langfristprojekte“ beleuchtet an drei Abenden die gesellschaftlichen und kulturellen Herausforderungen der Atommüllentsorgung. Die erste Vorlesung wird aufzeigen, welche offenen Fragen bisherige Lösungsansätze zur Atommüllentsorgung aufgeworfen haben und wie die IAG daran anschließt. Der sozial- und kulturwissenschaftliche Round Table wird am zweiten Abend genauere Einblicke geben, welche Rolle Ungewissheiten, offene Zukünfte und Reflexivität bei der Arbeit der IAG gespielt haben. Am dritten Abend wird ein Podium Governance-Ansätze und die Legitimität von Standortauswahl und -sicherung diskutieren.