Rebellionen, Revolutionen oder Reformen?

Salon Sophie Charlotte 2017

21. Januar 2017

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin

Sind Revolutionen noch möglich? Oder gibt es heute, um mit Herfried Münkler zu fragen, nur noch Rebellionen? Sind Revolutionen die „Lokomotive der Geschichte“, wie Karl Marx meinte, oder eher die „Notbremse“, wie Walter Benjamin sagte? Was unterscheidet die Revolutionen von 1789, 1848, 1917 und 1989? Führen die Rebellionen in der arabischen Welt zu einer Renaissance islamischer Orthodoxie? Und wie revolutionär war eigentlich die Reformation?

Rebellionen, Revolutionen oder Reformen?
Rebellionen, Revolutionen oder Reformen?

Über 100 Mitwirkende fragen beim „Salon Sophie Charlotte 2017“ nach Ursachen, Chancen und Risiken von „Rebellionen, Revolutionen oder Reformen“. Darunter sind Historiker, Sozial- und Islamwissenschaftler, Musik- und Literaturwissenschaftler, politische Aktivisten, Politiker a. D. und Politiktheoretiker. Auch Natur- und Technikwissenschaftler sind dabei, denn längst hat sich eingebürgert,auch von industriellen, technischen und wissenschaftlichen Revolutionen zu sprechen.


Das Thema „Revolution und Musik“ wird ebenso verhandelt wie die Frage nach revolutionärer Kunst, die „digitale Revolution“ genauso wie die Jugendrevolten. Popularitätskurven des Begriffs Revolution werden nachgezeichnet und die entscheidende Frage beantwortet: Wie macht man überhaupt eine Revolution?

Das Akademiegebäude am Gendarmenmarkt wird an diesem Abend von der 1. bis zur 5. Etage mit künstlerisch-wissenschaftlichen Beiträgen bespielt. Auch Kinder und Jugendliche sind zum Mitmachen eingeladen, im Paternoster wird „Dantons Tod“ aufgeführt und im Leibniz-Saal singt Hanna Schygulla revolutionäre Lieder.

 

 

 REVOLUTIONEN IN NATUR- UND TECHNIKWISSENSCHAFTEN?

 

Gastgeber: Joachim Treusch (Physiker, Akademiemitglied)

 

18.30 Uhr Crispern bei Nacht:
Gentechnik im Lichte wissenschaftlicher Revolutionen

Martin Korte (Neurobiologe, TU Braunschweig, Akademiemitglied)

 

Noch nie war es so einfach, den genetischen Code umzuschreiben oder Gene auszuschalten. Aus heiterem Himmel fiel den Gentechnologen das CRISPR/Cas9-System in die Hände. Dieses Verfahren, auch als „Crispern“ bezeichnet, lässt sich leicht und preiswert nutzen, um Gene zu verändern – egal ob in Bakterien, Pilzen, Pflanzen, Tieren und prinzipiell auch dem Menschen. Bricht eine „neue Ära in der Gentechnologie“ an, wie schon verkündigt wurde oder wird – nur preiswerter – der Weg fortgesetzt, der schon vor 50 Jahren eingeschlagen wurde? Sind die ethischen, politischen, und gesellschaftlichen Fragen prinzipiell neu oder alter Wein in neuen Schläuchen?

Martin Korte (*1964) ist ein deutscher Biologe. Seine Forschungsschwerpunkte sind zelluläre Grundlagen von Lernen und Gedächtnis, Neurotrophine und ihre Rezeptoren, Synapsen und Plastizität im Hippocampus. Korte begann 1985 sein Studium der Biologie in Münster und Tübingen. Für seine Diplomarbeit über „Intermodale kompensatorische Plastizität bei frühblinden Katzen“ forschte Korte 1990/1991 an den National Institutes of Health (NIH) in Bethesda (Maryland). 1993 wechselte Korte mit Bonhoeffer an das damalige Max-Planck-Institut für Psychiatrie in Martinsried (jetzt: Max-Planck-Institut für Neurobiologie) und wurde 1995 promoviert. 2001 habilitierte er sich an der LMU München und folgte 2004 dem Ruf auf eine Professur an der TU Braunschweig, wo er heute das Zoologische Institut leitet. Er ist Mitglied der BBAW.
 

19.30 Uhr Das Internet – Chancen, Segen und / oder Fluch?
Anja Feldmann (Informatikerin, TU Berlin, Akademiemitglied)

 

Die Wurzeln des Internets liegen in der Vernetzung einiger Höchstleistungsrechner.
Heute ermöglicht es die globale Vernetzung mittels Kommunikation. In diesem Vortrag
wird kurz auf die technische Entwicklung des Internets und anschließend über mögliche Weiterentwicklungen insbesondere in Hinsicht auf die Digitalisierung, Industrie 4.0, Big Data und anderer Schlagwörter eingegangen.

Seit 2006 ist Anja Feldmann Professorin an der TU Berlin. Davor hatte sie einen Lehrstuhl an der TU München und in Saarbrücken. Zuvor war sie von 1995 bis 2000 bei AT&T Labs Research in NJ, USA. In 1995 promovierte sie an der Carnegie Mellon University, Pittsburgh, USA und hat in 1990 ihr Diplom von der Universität Paderborn bekommen. Sie ist u.a. Mitglied der BBAW, der Leopoldina, des Aufsichtsrats von SAP und hat u.a. den Leibnizpreis und den Berliner Wissenschaftspreis erhalten.
 

20.30 Uhr Gravitationswellenastronomie:
Wir können jetzt das dunkle Universum hören!

Karsten Danzmann (Physiker, Albert-Einstein-Institut Hannover)

 

Seit Tausenden von Jahren schauen wir das Universum mit unseren Augen an. Aber über 99% des Universums sind dunkel und werden niemals mit elektromagnetischen Wellen beobachtet werden. Seit dem 14. September 2015 ist alles anders: Gravitationswellen wurden entdeckt! Wir haben ein neues Sinnesorgan bekommen und können endlich die dunkle Seite des Universums hören. Die ersten Töne, die wir hörten, stammten von völlig unerwartet schweren Schwarzen Löchern. Und niemand weiß, welche anderen dunklen Geheimnisse dort draußen noch auf uns warten.

Karsten Danzmann (*1955) ist ein deutscher Physiker, der sich mit dem Nachweis von Gravitationswellen und der Entwicklung der dazu benötigten Laser-Technologien beschäftigt. Danzmann studierte von 1973 bis 1977 (Diplom) Physik an der TU Clausthal und der Technischen Universität Hannover, wo er 1980 promoviert wurde. Von 1986 bis 1990 war er Assistenzprofessor in Stanford und danach bis zum Jahr 1993 Projektleiter von Gravitationswellen am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching. Ab 1993 war er Professor in Hannover und Direktor des Instituts für Atom- und Molekülphysik, sowie ab 1994 gleichzeitig Leiter der Außenstelle des MPI für Quantenoptik in Hannover. Danzmann wurde gleichzeitig Direktor am MPI für Gravitationsphysik. Er leitet dort die Abteilung Laserinterferometrie und Gravitationswellenastronomie.

 

21.30 Uhr Robotik und KI für die Industrie 4.0
Frank Kirchner (Informatiker, Direktor des Robotics Innovation Center Bremen, Akademiemitglied)

 

Während in den letzten Jahren die Kerntechnologien für Robotik und künstliche Intelligenz (Chiptechnologie, Sensortechnologie, Batterietechnologie, Kommunikationstechnologie und Materialwissenschaften) rasante Fortschritte hin zu immer höher verdichteten Systemen genommen hat, ist es möglich geworden, Alan Turings Traum vom Studium der KI durch lernfähige Roboter tatsächlich anzugehen. Daraus leiten sich immer machtvollere Technologien ab, die dazu geeignet sind die Lebens- und Arbeitswelten der Menschen radikal zu verändern. Dieser Vortrag will die technologische Entwicklung aufzeigen, den Stand der Technik darstellen, Science von Fiction trennen und einen Ausblick in mögliche veränderte Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen geben, die mit dieser Art von System in der Zukunft zusammen ‚leben‘ werden.

Frank Kirchner (*1963) ist ein deutscher Informatiker. Von 1985 bis 1988 studierte Kirchner zunächst Volkswirtschaft an der Universität Köln und dann bis 1994 Informatik, Medizin und VWL an den Universitäten Hagen und Bonn. 1999 wurde er mit seiner Dissertation über Hierarchical Q-Learning in Complex Robot Control Problems am GMD-Forschungszentrum Informationstechnik in Sankt Augustin promoviert. Im September 2001 wurde Frank Kirchner zum Assistant Professor of Robotics an die Northeastern University (Boston) berufen. 2002 folgte er einem Ruf auf einen Robotik-Lehrstuhl der Universität Bremen. Frank Kirchner ist Leiter des Forschungsbereichs Robotics Innovation Center des DFKI. 2015 wurde er in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften gewählt.

 

22.30 Uhr Und sie bewegen sich doch. Alfred Wegener und die
verspätete geologische Revolution der Plattentektonik

Friedhelm von Blanckenburg (Geochemiker, FU Berlin, Akademiemitglied)

 

Alfred Wegener, eigentlich Polarforscher, war seiner Zeit weit voraus. Aus der Form der Kontinente rekonstruierte er bereits 1913, dass diese vor vielen Millionen Jahren einmal einen zusammenhängenden Block darstellten. Er publizierte diese damals revolutionäre Hypothese 1915 in seinem Buch “Die Entstehung der Ozeane und Kontinente”. Doch seine Ideen wurden von der geologischen Wissenschaftsgemeinde vehement abgelehnt. Welche Kraft würde gleich ganze Kontinentplatten verschieben?

Erst gegen 1965 brachten Untersuchungen des Ozeanbodens tatsächlich Hinweise auf das Auseinanderrücken der ozeanischen Platten an riesigen Gebirgen, die unter Wasser liegen. Ebenso zeigten die damals möglich gewordenen Messungen der Tiefe von Erdbeben, dass z.B. unter die Anden Kontinentplatten tatsächlich in große Erdtiefe hinabgestoßen werden. Die Theorie der “Plattentektonik” war geboren. Sie revolutionierte die Geowissenschaften, sind bis heute deren modernes Fundament und rehabilitierten Alfred Wegener, der heute als der größte deutsche Geoforscher gilt.

 

 

FORTSCHRITTE UND WIDERSTÄNDE

Gastgeber: Max Löhning (Immunologe, Charité, Akademiemitglied) und

Günter M. Ziegler (Mathematiker, FU Berlin, Akademiemitglied)

 

Die Wissenschaft schreitet voran, zum Nutzen der Menschheit,
und wenn alle an einem Strang ziehen, ist das für alle gut.
Klingt gut - aber so einfach ist das nicht. In den
Salon-Gesprächen bei einem guten Glas Rotwein soll es um
Ideen und Widerstände, Fortschritt und Rückschritte,
Hindernisse und Stolperfallen gehen.

 

19.00 Uhr Innovationen
Barbara Albert (Chemikerin, TU Darmstadt, Akademiemitglied)

 

20.00 Uhr MITGEhirnFÜHLen
Tania Singer (Neurowissenschaftlerin, MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig)

 

21.00 Uhr Open Access
Georg Botz (Generalverwaltung Max Planck Gesellschaft, München)

DANTONS TOD IM PATERNOSTER!

19.30 / 20.30 / 21.30 / 22.30 Uhr
Ein Stück aus der Zeit der Französischen Revolution: Danton, der anders als Robespierre gewaltlos eine Republik schaffen will, wird am Ende selbst zum Opfer. Frei nach Georg Büchner.

Eine Performance von Studierenden der Universität der Künste

Regie: Simon Schlingplässer und Alfred Hartung

REVOLUTIONÄRES IN FORSCHUNGSPROJEKTEN DER AKADEMIE

Gastgeber: Bernd Hillemeier (Technikwissenschaftler, Akademiemitglied)

 

19.00 Uhr Die Reformation der Revolution.
Schleiermachers Umdeutung der Französischen Revolution

Andreas Arndt (Schleiermacher-Vorhaben der BBAW)

 

Schleiermachers ambivalente Haltung zur Französischen Revolution verhindert nicht, dass er ihre emanzipatorischen Potentiale aufnimmt - freilich nicht im Sinne politischer Befreiung, sondern im Sinne der Konstitution eines "ethischen Gemeinwesens" (Kant), welches ethisch-religiös im Sinne des protestantischen Prinzips begründet wird. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen Schleiermachers Reden über die Religion von 1799, in denen diese Umdeutung der Französischen Revolution Gestalt gewinnt.

Andreas Arndt; Jahrgang 1949; gegenwärtig Seniorprofessor (Akademieprofessur) für Philosophie an der Theologischen Fakultät und am Instititut für Philosophie der Humboldt-Universität; Projekt- und Arbeitsstellenleiter des Akadamienvorhabens "Friedrich Schleiermacher in Berlin 1808-1834. Briefwechsel, Tageskalender, Vorlesungen" an der BBAW.

 

20.00 Uhr „Revolutionen sind die Locomotiven der Geschichte.“
Karl Marx und die Revolutionen des 19. Jahrhunderts

Jürgen Herres (Marx-Engels-Vorhaben der BBAW)

 

Das Werk kaum eines Denkers des 19. Jahrhunderts ist so mit dem Begriff "Revolution" verbunden wie das von Karl Marx. In dem Vortrag soll Marx‘ Analyse der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandlungsprozesse seiner Zeit, aber vor allem seine Beobachtung und Kommentierung der politischen Revolutionen diskutiert werden.

Dr. Jürgen Herres, geboren 1955 in Trier, ist Historiker und seit 1994 Mitarbeiter der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften im Vorhaben Marx-Engels-Gesamtausgabe. Nach einer Berufsausbildung und Berufstätigkeit als Bau- und Möbelschreiner studierte er Geschichte und Politikwissenschaften in Trier und Bochum. 1993/94 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sekretariat des 1. Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages (12. Wahlperiode), im sog. Alexander Schalck-Golodkowski-Untersuchungsausschuss. Gerade ist der von ihm zusammen mit François Melis bearbeitete Band I/7 der Marx-Engels-Gesamtausgabe erschienen, der Marx' und Engels' Zeitungsartikel aus der Revolution von 1848 dokumentiert und kommentiert.
 

21.00 Uhr Die „Vermessung“ des Bedeutungswandels im DWDS
am Beispiel von „Reformation“ und „Revolution“

Alexander Geyken (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache der BBAW)

 

Das Lexikalische Informationssystem des DWDS enthält große Korpora des Deutschen von 1600 bis heute und statistische Werkzeuge, die diese Daten auswerten. Mit diesen Werkzeugen lassen sich, wie der Vortrag zeigen wird, "Wortkarrieren" und Bedeutungswandel entdecken und visuell darstellen. Die lexikographische Beschreibung wird damit nicht nur anschaulicher, ihre Aussagen werden empirisch nachvollziehbar.

Alexander Geyken ist seit 2007 Arbeitsstellenleiter des auf 18 Jahre angelegten Akademienvorhabens "Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache" (DWDS) an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er studierte Mathematik und Linguistik in München, Freiburg und Paris, und promovierte 1998 im Fach Computerlinguistik an der Universität München (Centrum für Informations- und Sprachverarbeitung - CIS) mit dem Thema "Aufbau einer französisch-deutschen kontrastiven Lexikongrammatik am Beispiel der Kommunikationsverben". Von 1999-2006 war er Koordinator der Interdisziplinären Initiative "Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jh." der BBAW. Insbesondere leitete er den Aufbau des DWDS-Kernkorpus, welches, gefördert von der DFG, zwischen 2000-2003 erstellt wurde. Zwischen 2002 und 2006 war er technischer Koordinator des Wolfgang-Paul-Preis Projekts "Kollokationen im Wörterbuch". In diesem Rahmen wurde das DWDS-Ergänzungskorpus aufgebaut.

 

22.00 Uhr Revolution gegen Gott: Libertinismus / Libertinage –
Über die Idee vom Sturz der theologischen Weltordnung

Markus Bernauer (Jean Paul-Vorhaben der BBAW)

 

 Unter „Libertinismus“ begreift man in den Literatur- und Geschichtswissenschaften die Verbindung von Häresie, im äußersten Fall der Leugnung Gottes und der Unsterblichkeit der Seele, und daraus abgeleiteter sexueller Freizügigkeit. Der Idee vom Sturz aller theologischen Weltordnungen im Spiegel libertiner – auch »pornografischer« – Literatur spürt der Vortrag vor allem an Beispielen aus dem Zeitalter der Aufklärung nach.

Markus Bernauer, geboren in Basel, ist Professor für deutsche und vergleichende Literaturwissenschaften an der TU Berlin und seit dem Jahr 2008 Projektleiter der Jean Paul Arbeitsstelle an der BBAW. Veröffentlichungen zur europäischen Literatur seit dem 18. Jh., mit den Schwerpunkten Italienliteratur, Präromantik und Romantik, Symbolismus und klassische Moderne. Herausgeber u.a. des Nachlasses von Wilhelm Heinse, aus dem sich das neue Forschungsfeld des Libertinismus in Deutschland entwickelt hat.

 

23.00 Uhr Schleiermacher predigt zum Reformationsjubiläum
Eine Rezitation von Simon Gerber (Schleiermacher-Vorhaben der BBAW)

 

Nicht erst 2017, schon 1817 feierte man in Deutschland Reformationsjubiläum. Auch Friedrich Schleiermacher, Theologe, Philosoph und „Kirchenvater des 19. Jahrhunderts“, hielt aus diesem Anlass eine Festpredigt. - Was fand man damals an der Reformation bedenkenswert? Liegt es uns heute noch nahe oder eher fern? Für alle, die das erfahren wollen, schlüpft Pastor Dr. Simon Gerber von der Berliner Schleiermacherforschungsstelle in die Rolle Schleiermachers und trägt die Predigt vor; sie wird gerahmt von zwei Liedern, die für den damaligen Anlass geschrieben worden sind.

Simon Gerber, geb. 1967 in Hamburg, studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Göttingen und Kiel, 1998 promovierte er in Kiel mit einer Arbeit über einen Kirchenvater. 1998/99 folte eine Stelle als Lektor für Kirchengeschichte an der Universität Dorpat (Tartu Ülikool) in Estland. Seit 2000 arbeitet Simon Gerber als Editor an der Berliner Schleiermacherforschungsstelle, Im Jahre 2014 erfolte die Habilitation an der HU Berlin mit einer Arbeit über Schleiermacher.

 

REVOLUTIONSLIEDER

19 / 20 / 21 / 22 Uhr je 10 Minuten

Der Akademiechor tritt auf

 

Künstlerische Leitung: Jürgen Trapp 

REVOLUTIONEN?
SOZIAL- UND GEISTESWISSENSCHAFTEN ANTWORTEN

 

Gastgeberinnen: Carola Lentz (Ethnologin, Akademiemitglied) und Christine Windbichler (Zivilrechtlerin, Akademiemitglied)

 

18.30 Uhr Die Kunst als Utopie der Revolution

Wilhelm Voßkamp (Literaturwissenschaftler, Akademiemitglied)

 

19.30 Uhr Wie man Revolutionen macht!

Zur Theorie erfolgreicher Umstürze
Wolfgang Knöbl (Sozialwissenschaftler, Hamburger Institut für Sozialforschung, Akademiemitglied)

 

20.30 Uhr Der Mönch und das Rhinozeros.
1517 – ein Jahr der Weltrevolution?

Heinz Schilling (Neuzeithistoriker, Akademiemitglied)

 

21.30 Uhr Verstörend normal?
Jugendrevolten damals, – und heute?

Silja Behre (Historikerin, Hebrew University, Jerusalem) und Norbert Frei (Historiker); Moderation: Ulrich Raulff (Historiker, Philosoph, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Akademiemitglied) 

REBELLION, TRANSFORMATION, RE-KONFIGURATION

Gastgeberin: Verena Lepper (Ägyptologin, Projektleiterin der Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities / AGYA)


18.30 Uhr Stimmen der Freiheit: Musik in der ägyptischen Revolution

Stephan Procházka (Arabist, Wien)


19.00 Uhr Pro – Contra – In between

Musikinstallation von Pop-Songs für und gegen die Revolution in Ägypten


19.30 Uhr Rebellion und Transformation in den Wissenschaften nach 2011

Sarhan Dhouib (Philosoph, Tunis/Hannover, AGYA-Mitglied), Hanan Badr (Kommunikationswissenschaftlerin, Kairo/Berlin, AGYA-Mitglied), Fatima Kastner (Sozialwissenschaftlerin, Bielefeld, AGYA-Mitglied), Florian Kohstall (Politikwissenschaftler, Berlin, AGYA-Mitglied)


20.30 Uhr Pro – Contra – In between

Musikinstallation von Popsongs für und gegen die Revolution in Ägypten


21.00 Uhr Wege zur Re-Konfi guration: Migration aus arabisch-deutscher Perspektive
Fadi Alauwad (syrischer Star-Koch, Aachen), Vanessa Lux (Psychologin, Bochu, AGYA-Mitglied), Mark Halawa-Sarholz (Philosoph, AGYA-Projekt „Adopt an Academic“)


22.00 Uhr Rebellische Klangwelten
Musikperformance der TARKIBA-Band und Gespräch mit den ägyptischen Musikern Ismail Fawzy (Kairo/Bonn) und Adham Elsaid (Kairo/Berlin) 

VOR LUTHER

Gastgeber/in: Elke Zinsmeister und Martin Schubert

(„Der Österreichische Bibelübersetzer – Gottes Wort deutsch“)

Die Arbeitsstelle öffnet ihre Türen, um zu zeigen, wie sich schon rund 200 Jahre vor Luther ein Anonymus an die Übersetzung der Bibel gewagt hat und wo es Ähnlichkeiten und Unterschiede zu Luthers Vorgehen gibt.

 

19 / 20 / 21 / 22 Uhr je 15 Minuten Maria im Kreuzfeuer – die Auseinandersetzung um

die Antiphon ‚Salve Regina‘ (‚Gegrüßet seist Du Königin‘) in Flugschriften der frühen Reformationszeit

 

Lydia Wegener (BBAW-Projekt „Anthologie zur ‚Unterscheidung der Geister‘“)

ALLONS ENFANTS AU-DELÀ!

18–24 Uhr Bodeninstallation
der Künstlerin Lisa Schmitz
Text von Hannah Arendt: „Über die Revolution“

KINDER- UND JUGENDPROGRAMM

Gastgeber: Paul Singer (Verein für soziale, politische und kulturelle Bildung e. V., Friedhof der Märzgefallenen)

 

18.30 –21.00 Uhr „… auf die Straße gehen“
Auf den Spuren von Revolutionen

Weshalb finden Revolutionen überhaupt statt? Wie können auch junge Menschen Demokratie aktiv gestalten? Eine Kunstwerkstatt bietet Kindern und Jugendlichen Gelegenheit, Plakate mit ihren Wünschen und Forderungen zu gestalten oder selbst Buttons anzufertigen. Ein Demokratiequiz bietet überraschende Antworten. In szenischen Spielen können die Kinder und Jugendlichen in soziale Rollen der 1848er Revolution schlüpfen (auf Wunsch mit Fotoshooting). Oder sie können der Lesung aus dem Buch „Die Geschichte von Jette und Frieder“ zuhören. Für Kinder und Jugendliche von 6 bis circa 12 Jahren.

Gastgeberin: Die Junge Akademie

 

19.00 Uhr Kein Weg zurück?
Die Junge Akademie nimmt Sie mit auf die Suche nach der radikalsten aller Revolutionen

Revolutionen sind immer folgenreich, manche sogar unumkehrbar, aber welche hatte den größten Einfluss auf uns Menschen, unser Leben, unser Denken und was erwartet uns in der Zukunft? Der Roboter Nao fordert etablierte Forscherinnen und Forscher aus der Chemie, Mathematik, Geschichte, Astrophysik, Kontinuumsrobotik und Rechtswissenschaf heraus, um zu diskutieren, welche Revolution den tiefgreifendsten Wandel brachte.


Moderation: Gordon Kampe (Musikwissenschaftler, Mitglied der Jungen Akademie)  

SCHÄTZE AUS DER GESCHICHTE DER AKADEMIE

Gastgeberin: Vera Enke und ihr Team

19 / 20 / 21 / 22 Uhr Führungen durch das Akademiearchiv

REVOLUTION:
SIE KÖNNEN LEIDER NICHT ZU HAUSE BLEIBEN!

Gastgeberin: Villa Aurora e. V.

 

19.30 Uhr / 21.30 Uhr, je 20 Minuten

Und wenn sie alle dich verschrein/
So wickle in dich selbst dich ein – Matthias Claudius

Sabine Scho, Martina Hefter
Text-Tanzperformance

 

...rrr!...!
Kirsten Reese
Multikanal-Audio-Installation für mobile Lautsprecherwürfel

 

Geist, 2016

Tina Born
Mehrteilige, raumbezogene Installation 

ANFÄNGE UND FOLGEN

Gastgeber: Peter-André Alt (Präsident FU Berlin)


18.30 Uhr Prolog: Rebellische Klangwelten
Musikperformance der TARKIBA-Band mit den ägyptischen Musikern Ismail Fawzy (Kairo/Bonn) und Adham Elsaid (Kairo/Berlin)

 

19.00 Uhr Wie revolutionär ist die Reformation?
Friedrich Wilhelm Graf (Protestantischer Theologe, Universität München / LMU), Barbara Stollberg-Rilinger (Historikerin, Universität Münster, Gerda Henkel Stiftung, Akademiemitglied) und Willi Winkler (Schriftsteller und Journalist);

Moderation: Christoph Markschies (Kirchenhistoriker, HU Berlin, Vizepräsident der Akademie)

 

20.00 Uhr Arabischer Frühling, arabischer Winter:
Warum scheitern Revolutionen?

Rachid Ouaissa (Politikwissenschaftler, Politik des Nahen und Mittleren Ostens, Universität Marburg) und Volker Perthes (Politikwissenschaftler, Stiftung Wissenschaft und Politik);
Moderation: Gudrun Krämer (Islamwissenschaftlerin, FU Berlin, Akademiemitglied)

 

21.00 Uhr Der Umsturz von 1989/90: eine Revolution?
Jürgen Kocka (Historiker, HU Berlin, Akademiemitglied), Ulrike Poppe (Bürgerrechtlerin und Brandenburger Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur), Joachim Sauer (Chemiker, HU Berlin, Akademiemitglied), Dagmar Schipanski (Physikerin, Akademiemitglied) und Richard Schröder (Theologe, Akademiemitglied);

Moderation: Włodzimierz Borodziej (Historiker, Universität Warschau, Akademiemitglied)

 

22.00 Uhr Revolutionen im 20. Jahrhundert –
und was kommt dann?

Manfred Hildermeier (Osteuropa-Historiker, Universität Göttingen, Akademiemitglied), Stefan Rinke (LateinamerikaHistoriker, FU Berlin), Rudolf G. Wagner (Sinologe, Universität Heidelberg, Akademiemitglied);

Moderation: Ute Frevert (MPI für Bildungsforschung, Akademiemitglied) 

GESELLSCHAFT GESTALTEN
Gastgeberin: Studienstiftung des deutschen Volkes e. V.


19.00 Uhr „Blowin‘ in the Wind“ – Eine musikalische Geste des
Protests. Oder: Ein Lied geht um die Welt.

Marianne Betz (Musikwissenschaftlerin, Hochschule für Musik und Theater Leipzig)

 

Musik als Geste der kritischen Meinungsäußerung und des Protestes hat eine Geschichte, die sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen lässt. Wie kaum ein anderer hat Bob Dylan die Figur des Barden, des Dichter-Sängers vergangener Jahrhunderte, dessen Lieder (auch) kritische Töne enthalten, wieder aufleben lassen. Warum Lieder wie "Blowin' in the wind" zum Ausdruck des friedlichen Protestes einer ganzen Generation werden konnten versucht dieser Vortrag nachzuvollziehen.

 


20.00 Uhr Soziale Medien und Politik von unten in Nordafrika und dem postsowjetischen Raum

Niklas Kossow (Politikwissenschaftler, Hertie School of Governance) und Ilyas Saliba (Politikwissenschaftler, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung)

 

Wie viel Zeit verbringen wir täglich mit Social Media – eine Stunde, drei Stunden, mehr? Das letzte Facebook update, das neueste Bild auf Instagram, immer wieder gibt es eine Gelegenheit unsere Zeit zu verschwenden. Aber für viele Menschen bieten Social Media Möglichkeiten, die früher fast unmöglich schienen. Teilnahme an politischen Diskussionen über Twitter oder das Organisieren von Protesten durch Facebook – und das in Gesellschaften, in denen Presse- und Versammlungsfreiheit seit langem stark eingeschränkt sind. Die Schlagworte der Twitter Revolution in Moldau und den sogenannten Facebook Revolutionen in der arabischen Welt gingen viel durch die Medien. Dabei wirkt es oft so, als ob soziale Medien vor allem dazu benutzt werden Bürger gegen etwas zu mobilisieren: gegen Mubarak, gegen Ben Ali, gegen Putin und Erdogan oder gegen Migranten und Geflüchtete. Immer öfter werden soziale Medien jedoch auch für konstruktive politische Bewegungen eingesetzt: für mehr Transparenz, für die Debatte über eine neue Verfassung.
In unseren zwei Kurzvorträgen zeigen wir wie unterschiedliche soziale Bewegungen und ziviligesellschaftliche Akteure soziale Medien in verschiedenen Kontexten nutzen und einsetzen. Dabei konzentrieren wir uns auf Beispiele aus Nordafrika und dem postsowjetischen Raum.
Anschließend an die zwei Kurzvorträge wird es eine offene Fragen- und Antwortenrunde geben in der auch die TeilnehmerInnen von ihren Erfahrungen berichten können und offene Fragen gemeinsam diskutiert werden können. Die Diskussion sollte sich an Fragen zum Potential und Problemen der Nutzung von Sozialen Medien für politische Zwecke orientieren.
 


21.00 Uhr Arabische Literatur und die Kunst der Straße in Zeiten des Umbruchs

Friederike Pannewick (Arabistin, Universität Marburg)

 

Arabische Literaten versuchen seit vielen Jahrzehnten, gegen die Unterdrückung der Ausdrucksfreiheit anzuschreiben. Nicht selten – in Ländern wie Syrien oder Irak, aber auch in Ägypten - haben sie dabei ihre persönliche Sicherheit und Freiheit aufs Spiel gesetzt. Dieser Vortrag fragt: Äußert sich widerständisches Denken in stabil und unverrückbar scheinenden Diktaturen auf dieselbe Weise wie in Zeiten des revolutionären Umbruchs? Oder anders formuliert: Macht es einen Unterschied für die Kunst, ob der Tyrann fest im Sattel sitzt oder gerade gestürzt wurde?

 


22.00 Uhr Tears of the Eyewitness (2009)
Filmscreening und anschließendes Gespräch mit dem Künstler Sven Johne

 

Der Künstler Sven Johne, geboren 1976 in Bergen auf Rügen, studierte zunächst Germanistik, Journalistik und Namensforschung an der Universität Leipzig, bevor er Fotografie an der HGB studierte und als Meisterschüler bei Timm Rautert abschloss. In seinen fotografischen Serien und filmischen Arbeiten geht es immer auch um die Rolle von Sprache und Bild, um die darin erzählten Geschichten von gesellschaftlichem Umbruch und Veränderung, um Sehnsucht, Utopie und Verlust.

Gezeigt wird das Video „Tears of the Eyewitness” (2009, 23 min), in dem Fragen nach der Konstruktion von Geschichte und Erinnerung anhand einer Interview-Situation zwischen einem Schauspieler, der die Wende selber erlebt hat, und einem jungen Motivationscoach, der die Erlebnisse nur durch Bilder und Erzählungen kennt, nachgegangen wird. Es kommt zu einem seltsamen und Fragen aufwerfendem Zusammenspiel zwischen persönlichen Erfahrungen und medial vermittelten Bildern der Erlebnisse im Sommer und Herbst 1989.
 

 

SIND REVOLUTIONEN NOCH MÖGLICH?

Gastgeberin: Sabine Kunst (Präsidentin HU Berlin)

 

18.00 Uhr Eröffnung
Martin Grötschel (Akademiepräsident)

 

18.15 Uhr Lieder der Hoffnung und des Widerstands
Die Sängerin und Schauspielerin Hanna Schygulla präsentiert revolutionäre Lieder, am Flügel begleitet von Stephan Kanyar

 

18.30 Uhr Ist Europa zu alt für Revolutionen?

Joschka Fischer (Bundesminister des Auswärtigen a. D., Bündnis 90/Die Grünen), Herfried Münkler (Politiktheoretiker, HU Berlin, Akademiemitglied), Jutta Sundermann (Aktivistin und Journalistin, Mitbegründerin von Attac Deutschland);

Moderation: Étienne François (Historiker, Akademiemitglied)

 

Ist nicht nur Deutschland, ist auch Europa inzwischen zu alt für Revolutionen? Drei sehr unterschiedliche Experten geben darauf Antworten: Jutta Sundermann, Gründungsmitglied der deutschen Sektion von Attac. Außerdem: Joschka Fischer, grüner Außenminister und Vizekanzler a. D. der rotgrünen Koalition zwischen 1998 – 2005. Herfried Münkler, er hat den Lehrstuhl für Theorie der Politik an der Humboldt Universität inne und ist zur Zeit Carl Friedrich von Siemens Fellow der Siemens-Stiftung München. Er ist Mitglied dieser Akademie und Projektleiter der Marx-Engels-Ausgabe. Moderiert wird das Gespräch von Étienne François, er ist Akademiemitglied, Historiker und stammt aus Frankreich, dem Mutterland der Revolution. 

 

19.30 Uhr Über Revolution und Reformation in der Musik
Gerhard R. Koch (Musikkritiker) und Nike Wagner (Dramaturgin und Publizistin);

Moderation: Ernst Osterkamp (Literaturwissenschaftler, Akademiemitglied)

 

Das Thema „Über Revolution und Reformation in der Musik“ ist durchaus doppeldeutig zu verstehen: Zum einen ist die Musikgeschichte selbst geprägt von einem steten Wechsel von revolutionären und reformatorischen Veränderungen in den Produktionsweisen und Klangsprachen. Zum anderen hat sich die Musik auch immer wieder ganz unmittelbar in den Dienst politischer Revolutionen gestellt. Es diskutieren: Nike Wagner, Urenkelin von Richard Wagner, die seit einiger Zeit das Beethoven-Festival in Bonn leitet, und Gerhard R. Koch, der bis zu seinem Ruhestand bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für Musik zuständig war. Das Gespräch leitet Ernst Osterkamp, er ist Akademiemitglied, Literaturwissenschaftler, Goethe-Experte und Musikliebhaber.

 

20.30 Uhr Wankende Weltbilder?
Revolutionen in den Wissenschaften

Jochen Brüning (Mathematiker, HU Berlin, Akademiemitglied), Annette Grüters-Kieslich (Medizinerin, Charité, Vizepräsidentin der Akademie), Helmut Schwarz (Chemiker, TU Berlin, Akademiemitglied) und Matthias Steinmetz (Astrophysiker, Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, Akademiemitglied);

Moderation: Manuel J. Hartung (DIE ZEIT)

 

Revolutionen finden nicht nur in der Geschichte statt, sondern auch in den Wissenschaften. Längst hat sich in den Naturwissenschaften eingebürgert, von „wissenschaftlichen Revolutionen“ zu sprechen. Spätestens vermutlich seit Nikolaus Kopernikus, der es wagte ein 1400 Jahre altes Weltbild vom Kopf auf die Füße zu stellen: Nicht die Sonne drehe sich um die Erde, so seine Behauptung, sondern die Erde um die Sonne! Es hat Jahrhunderte gedauert, bis sich Kopernikus’ Lehren durchgesetzt haben.

 

 

21.30 Uhr „Die Kunst auf den Barrikaden!“
Ikonische Dynamik von der Reformation bis zur Revolution

Andreas Beyer (Kunsthistoriker, Universität Basel) und Michael Diers (Kunsthistoriker, HU Berlin und HfbK Hamburg)

 

Häufig werden gesellschaftliche Wandlungsprozesse, radikale Umbrüche zumal, begleitet und gelegentlich sogar ausgelöst von Bildern. Die beiden Kunsthistoriker Andreas Beyer aus Basel und Michael Diers von der Berliner Humboldt Universität werden sich in ihrem Gespräch dieser ikonischen Dynamik widmen, so wie sie sich an historisch entscheidenden Wendepunkten entfaltet hat - von der Reformation bis zur Revolution.

 

22.30 Uhr Likest Du nur oder lebst Du auch?
Die digitale Revolution und ihre Folgen

Christoph Kucklick (Soziologe und Journalist), Alexander Markowetz (Informatiker und Sachbuchautor), Melodie Parva (Studentin und Alumna von „Jugend debattiert“) und Constanze Schreiner (Dipl.-Psychologin, Universität Koblenz-Landau);

Moderation: Peter Deuflhard (Mathematiker, Akademiemitglied)

 

Gesprächspartner der Runde zur „digitalen Revolution und ihren Folgen“: Melodie Parva, sie ist Jurastudentin, Alumna von „Jugend debattiert“ und eine sogenannte „digital native“; außerdem: Constanze Schreiner, sie ist Diplom-Psychologin an der Universität Koblenz-Landau und hat sich wissenschaftlich mit den Mythen und wissenschaftlichen Befunden zur Auswirkung von Internetnutzung beschäftigt; Christoph Kucklick ist Soziologe, Journalist, Chefredakteur der Zeitschrift GEO und Autor des Buches „Die granulare Gesellschaft“, außerdem mit dabei: Alexander Markowetz, Informatiker und Autor des Bandes „Digitaler Burnout“. Moderiert wird die Runde von Peter Deuflhard, er ist Akademiemitglied und Mathematiker.

 

23.30 Uhr Lieder der Hoffnung und des Widerstands
Die Sängerin und Schauspielerin Hanna Schygulla präsentiert revolutionäre Lieder, am Flügel begleitet von Stephan Kanyar

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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