The Language Archive

Offizielle Gründungsveranstaltung

11. Oktober 2011

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstrasse 22/23, 10117 Berlin

Es gibt gegenwärtig noch rund 6500 Sprachen auf der Welt, jede Woche ‚stirbt’ eine. Sprachen und Kulturen befinden sich in ständigem Wandel. Grund dafür sind Wechselwirkungen verschiedener Kulturen und deren Sprachen, die durch Globalisierung, weltweite Migration und technologische Innovationen bedingt sind. Daten über bedrohte Sprachen sollen jetzt im Language Archive, das von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Max-Planck-Gesellschaft und der niederländischen Akademie der Wissenschaften (KNAW) getragen wird, gesammelt und gespeichert werden.

The Language Archive
The Language Archive

Sprachen entstehen, verändern sich und vergehen. Globalisierung, weltweite Migration und technologische Innovationen haben diesen Wandel in unserer Zeit stark beschleunigt. Derzeit gibt es noch rund 6500 Sprachen auf der Welt, von denen aber die meisten aller Voraussicht nach in wenigen Generationen nicht mehr gesprochen werden. Dies gilt vor allem für die „kleinen“ Sprachen mit weniger als 100.000 Sprechern: dazu zählen gut 80 % aller Sprachen, während ihre Sprecher nur etwa 0,2 % der Weltbevölkerung ausmachen. Der rasche Wandel betrifft aber durchaus auch „große“ Sprachen wie etwa das Deutsche, das als internationale Sprache zu verschwinden droht. Wir können diesen Wandel nicht aufhalten; aber wir können immerhin versuchen, den sprachlichen und damit auch den kulturellen Reichtum der Menschheit zu sichern und der systematischen Erforschung zugänglich zu machen.

 

In den letzten Jahren wurden im Rahmen der Förderiniative „Dokumentation bedrohter Sprachen (DoBeS)“ der VolkswagenStiftung umfassende Daten über bedrohte Sprachen von zahlreichen Teams in aller Welt aufgenommen, am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik digital archiviert und durch eine Reihe von Tools erschlossen. Die Ergebnisse dieser Initiative, aber auch große Sprachkorpora vieler anderer Wissenschaftler gehen in das neu zu gründende „Language Archive“ ein. Es wird gemeinsam von der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Königlich-Niederländischen Akademie der Wissenschaften (KNAW) getragen. Mit derzeit etwa 80 Terabyte an Daten aus etwa 200 Sprachen ist es bereits jetzt das größte Sprachenkorpus der Welt. Es soll künftig systematisch erweitert, durch vielfältige Werkzeuge weiter erschlossen und mit anderen Datenrepositorien weltweit vernetzt werden. Es ist im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten und ethischen Verpflichtungen frei zugänglich.

 

Die beteiligten Institutionen laden Sie zur Gründungsveranstaltung des TLA ein. Sie erhalten bei dieser Gelegenheit auch einen Einblick in das vorhandene Archivmaterial.

 

10.00

Empfang und Kaffee
 

10.30

Begrüßung und Zielstellung für das Spracharchiv
Wolfgang Klein
Direktor am Max Planck Institut für Psycholinguistik

10.45

Sprachforschung und Sprachdokumentation im digitalen Zeitalter
Angelika Storrer
Zentrum Sprache der BBAW
 

11.05

E-science: a major challenge for the humanities
Theo Mulder
Forschungsdirektor der KNAW
 

11.25

Dokumentation bedrohter Sprachen – eine Aufgabe für Wissenschaft und Gesellschaft
Wilhelm Krull
Generalsekretär der VolkswagenStiftung


11.45

Wie die Sprachwissenschaft zur Empirie fand (und findet)
Nikolaus P. Himmelmann
Universität Köln
 

12.30

Imbiss und Blick ins Archiv
(Interaktive Präsentation)

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung unter bogatz@bbaw.de ist erforderlich.

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