Dies stellt Gesellschaften vor das Problem, ein Projekt bis in eine ferne Zukunft hinein zu planen, die nicht vorhersehbar ist, ja wohl jenseits aller Vorstellungskraft liegt.Die Veranstaltung fragt, wie Gesellschaften mit dieser paradoxen Aufgabe der Planung des Unplanbaren umgehen. Wie planen sie für eine völlig offene Zukunft? Wie lässt sich imaginieren, was alle Vorstellungskraft überschreitet? Welche Erzählungen, Modelle, Strategien gibt es für Projekte, die so extrem langfristige Auswirkungen haben? Mit solchen Problemen beschäftigt sich die zweite Akademievorlesung der Reihe „Atommüll als Dauergefährdung“ aus philosophischer, kultur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive.
Paula Diehl (Politikwissenschaft, Christian-Albrechts-Universität Kiel), Christian Kirchmeier (Literaturwissenschaft, Universität Bremen), Armin Grunwald (Technikphilosophie, Karlsruher Institut für Technikfolgenabschätzung) und Frank Uekötter (Geschichtswissenschaft, Ruhr-Universität Bochum) werden die Diskussion mit Impulsvorträgen eröffnen. Eva Barlösius (Soziologie, Leibniz Universität Hannover), Petra Gehring (Philosophie, TU Darmstadt) und Sebastian Lehnhoff (Energieinformatik, Akademiemitglied, Universität Oldenburg) diskutieren anschließend auf einem öffentlichen Podium. Die Veranstaltung wird moderiert von Peter Strohschneider (Literaturwissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München).
AKADEMIEVORLESUNG „Atommüll als Dauergefährdung“
Die Akademievorlesung der Interdisziplinären Arbeitsgruppe „Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf technische Langfristprojekte“ beleuchtet an drei Abenden die gesellschaftlichen und kulturellen Herausforderungen der Atommüllentsorgung. Die erste Vorlesung wird aufzeigen, welche offenen Fragen bisherige Lösungsansätze zur Atommüllentsorgung aufgeworfen haben und wie die IAG daran anschließt. Der sozial- und kulturwissenschaftliche Round Table wird am zweiten Abend genauere Einblicke geben, welche Rolle Ungewissheiten, offene Zukünfte und Reflexivität bei der Arbeit der IAG gespielt haben. Am dritten Abend wird ein Podium Governance-Ansätze und die Legitimität von Standortauswahl und -sicherung diskutieren.