Die Arbeitsstelle zur Edition der naturwissenschaftlichen, medizinischen und technischen Schriften von Gottfried Wilhelm Leibniz ist ein internationales und interdisziplinäres Vorhaben, das 2001 in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften Russlands seine Arbeit aufnahm.

 

Für das Projekt wurden sämtliche zur Edition kommende Handschriften digitalisiert, so dass sie von den Editoren an ihren jeweiligen Arbeitsorten heruntergeladen und bearbeitet werden können. Via Internet gelangen die Arbeitsergebnisse nach Berlin. Dort werden sie gegengelesen und für den Druck aufbereitet.

Die naturwissenschaftlichen, medizinischen und technischen Schriften dokumentieren in ihrer Gesamtheit Leibniz’ vitales Interesse an der Empirie. Dies gilt für ausnahmslos alle Perioden seiner intellektuellen Biografie. Die Handschriften sind zugleich Zeugnis einer eigenständigen philosophischen Begründung der Erfahrungswissenschaften, die bezogen auf die Physik eine Alternative zur Newton-Tradition begründete. Aufgrund der Rolle, die Erhaltungsgrößen in ihr spielen, ermöglicht sie einen natürlichen Anschluss an die moderne Physik.

 

In der General-Instruction für die Societät der Wissenschaften schreibt Leibniz, dass die verschiedenen Wissenschaften „nicht woll gäntzlich getrennet werden können.“ Womit er einen charakteristischen Zug seines Denkens, die Suche nach dem Zusammenhang und der systematischen Einheit der Wissenschaften, auch in den Gründungsdokumenten der Berliner Akademie verankert. Die Schriften der Reihe VIII sind daher in ihrer ganzen Bedeutung nur relativ zu denen der anderen Reihen zu erfassen, deren Edition  die gemeinsame Aufgabe der Arbeitsstellen in Berlin, Hannover, Münster und Potsdam ist.

Kontakt
Prof. Dr. Harald Siebert
Arbeitsstellenleiter
Leibniz-Edition - Arbeitsstelle Berlin
Tel.: +49 (0)30 20370 328
siebert(at)bbaw.de 
Jägerstraße 22/23
10117 Berlin
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