Das Teilprojekt des Verbundvorhabens „Wissenschaftlicher und struktureller Aufbau des Instituts für multidisziplinäre Religionsforschung (ImRe) e.V.“ beschäftigt sich mit Alltagspolemik und Zeitordnung in den Religionen der Antike.
Wie prägen religiöse Konflikte den Alltag in antiken Gesellschaften? Welche Bedeutung haben konkurrierende Konzepte von Zeit bei religiösen Auseinandersetzungen? Das an der BBAW angesiedelte Arbeitsvorhaben nimmt sich dieser Fragen für die Epoche der Spätantike an. Damit soll an bestehende Forschung zu jüdisch-christlicher Polemik angeknüpft werden. Im Unterschied zu bisherigen Ansätzen rücken neben Texten auch Ausdrucksformen in den Fokus, die eine breitere Öffentlichkeit adressieren, etwa Bilder, rituelle Handlungen und Gesten.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Verschränkung von Polemik, Alltag und Zeitordnungen: Kalendarien, Feiertagszyklen, Gebetsriten und andere Formen der Zeitstrukturierung werden als Medien der Polemik analysiert. Untersucht wird, wie jüdische, christliche und pagane Kalender und Zeitordnungen Alltagskonflikte generieren. Dafür sollen bestehende Datenbanken zur Identifikation und Auswertung intertextueller und intermedialer Beziehungen herangezogen werden.
Die Forschungsgruppe ist eine von vier Forschungsgruppen des Instituts für multidisziplinäre Religionsforschung e.V., das von Münster aus bundesweit Religionsforschung bündelt. Das Verbundvorhaben wird gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt .