Dabei wird deutlich: Politiker und Intellektuelle eint zwar die Auseinandersetzung mit den großen Fragen der Nation, doch häufig trennt sie die Bewertung der richtigen Wege. Ob Wiederbewaffnung, Pressefreiheit, Ost-West-Konflikt, Studentenbewegung, Terrorismus, Wiedervereinigung oder aktuelle Debatten zur Migration – stets prägten kontroverse Diskussionen das Verhältnis zwischen politischer Macht und kritischem Denken. Alt zeichnet diese Konfliktlinien anhand zahlreicher eindrucksvoller Beispiele nach: von Heinrich Böll und Günter Grass über Christa Wolf und Wolf Biermann bis hin zu zeitgenössischen Stimmen wie Eva Menasse und Juli Zeh. Sein Buch eröffnet damit einen facettenreichen Einblick in die politische Kultur der Bundesrepublik und zeigt, wie stark intellektuelle Interventionen politische Prozesse beeinflussen können – oder an ihnen scheitern.
Moderation: Anna-Lena Scholz (DIE ZEIT)