Diese Ungleichheiten setzen sich in digitalen Datenbeständen, Erschließungspraktiken und Forschungsinfrastrukturen fort. Der Workshop der Initiative „Gender & Data“ widmet sich der Frage, wie Archive dazu beitragen können, solche Leerstellen sichtbar zu machen und etablierte Wissensordnungen kritisch zu reflektieren. Im Fokus stehen Fragen der Sammlung, Dokumentation, Sichtbarmachung und Vernetzung von Beständen sowie die Herausforderungen und Potenziale digitaler Methoden. Wie lassen sich Quellen so erschließen, modellieren und vernetzen, dass marginalisierte Akteur:innen, Beziehungen und Wissensformen sichtbar werden? Welche Rolle spielen Metadaten, Normdaten und digitale Infrastrukturen bei der Reproduktion oder Überwindung von Ausschlüssen? An der Schnittstelle von Archivwissenschaft, Digital Humanities und Gender Studies diskutiert der Workshop Ansätze für einen gendersensiblen und inklusiven Umgang mit kulturellem Erbe im digitalen Zeitalter. Archive werden dabei nicht nur als Orte der Bewahrung, sondern auch als Räume kritischer Wissensproduktion verstanden.
Mit Akademiemitglied Michaela Kreyenfeld und Frederike Neuber (Initiative „Gender & Data“, BBAW), Heike Gfrereis (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Anna Axtner-Borsutzky (Ludwig-Maximilians-Universität München), Selma Jahnke (Österreichische Akademie der Wissenschaften), Michael Rölcke (BBAW), Susanne Bauer (BBAW), Ulrike Marlow (BBAW), Sandra Miehlbradt (BBAW-Archiv), Andrea Gruber und Andrea Reisner (beide Österreichische Nationalbibliothek) und Lisa Schug (FFBIZ – das feministische Archiv).
Eine Veranstaltung der Initiative „Gender & Data“.
| 12:00 Uhr | Registrierung | |
| 12:30–13:00 Uhr | Begrüßung und Einführung | Michaela Kreyenfeld und Frederike Neuber (Initiative „Gender & Data“) |
| Externe Perspektiven I: Projekte und Forschung | Moderation: Michael Rölcke | |
| 13:00–13:40 Uhr | Quod non est in actis non est in mundo? Über die Macht der Archive – und der Leerstellen | Heike Gfrereis (Deutsches Literaturarchiv Marbach) |
| 13:40–14:20 Uhr | Lost in Archives. Unsichtbare Frauen (wieder) sichtbar machen | Anna Axtner-Borsutzky (Ludwig-Maximilians-Universität München) |
| Pause | ||
| Aus der BBAW-Praxis | Moderation: Frederike Neuber | |
| 14:50–15:20 Uhr | »Eva, wo bist du?« Herausforderungen bei der Edition von Archivalien von Frauen | Selma Jahnke (Österreichische Akademie der Wissenschaften) und Michael Rölcke (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) |
| 15:20–15:50 Uhr | Der Schreibtisch der preußischen Königin – ein blinder Fleck? Quellen, Überlieferungsprobleme und Terminologie | Susanne Bauer und Ulrike Marlow (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) |
| 15:50–16:20 Uhr | Zwischen den Zeilen. Archivische Erschließungspraktiken und digitale Infrastrukturen neu denken | Sandra Miehlbradt (BBAW-Archiv) |
| Pause | ||
| Externe Perspektiven II: Bibliotheken und Archive | Moderation: Sandra Miehlbradt | |
| 16:40–17:20 Uhr | Den Ariadne-Faden legen. Zur Sichtbarmachung frauen- und genderspezifischer Bestände an der Österreichischen Nationalbibliothek | Andrea Gruber und Andrea Reisner (beide Österreichische Nationalbibliothek) |
| 17:20–18:00 Uhr | Die Rolle von Bewegungsarchiven in der Überlieferung und Vermittlung marginalisierter Geschichte(n) | Lisa Schug (FFBIZ – das feministische Archiv) |
| 18:00–18:30 Uhr | Abschlussdiskussion |