Ausgehend von ihrer Forschung zum Verhältnis von Technologie, Gesellschaft und Macht fragt Kate Crawford nach den langfristigen Wechselwirkungen des Verhältnisses von technischer Entwicklung und sozialen Strukturen, die nicht isoliert voneinander betrachtet werden können. Dabei zeichnet sie die technologischen Ausprägungen von Kolonialismus, Militarisierung und Automatisierung seit dem Jahr 1500 nach und zeigt, wie diese Machtstrukturen bis in die Gegenwart fortwirken.
Hochentwickelte KI-Modelle sind heute längst mehr als nur kommerzielle Produkte. Sie werden immer mehr zu strategischen Ressourcen und Instrumenten staatlicher Machtpolitik. Ihre Entwicklung und Nutzung folgt auch den Logiken von Souveränität, Kontrolle und geopolitischem Einfluss. Die heutige Debatten um Künstliche Intelligenz stehen damit in einer längeren Tradition: Sie knüpfen an eine Wissensordnung mit imperialen Logiken an, in der Erkenntnisgewinn immer auch mit Prozessen des Sammelns und Klassifizierens – und so auch mit der Macht über Deutung und Ressourcen verbunden sind.
Paneldiskussion
Kate Crawford
international führende Expertin für Künstliche Intelligenz und ihre materiellen Auswirkungen, ist Research Professor an der University of Southern California und Distinguished Fellow am Weizenbaum-Institut.
Lena Ulbricht
Assoziierte Forscherin der Forschungsgruppe „Technik, Macht und Herrschaft“ am Weizenbaum-Institut und Professorin für Politikwissenschaft und Digitalisierung an der Universität Hildesheim.
Akademiemitglied Tobias Schäffter
Leiter Physikalisch-Technische Bundesanstalt Nationales Metrologieinstitut, ist Professor für Biomedizinische Bildgebung an der TU Berlin und dem Einsteinzentrum Digitale Zukunft.
Moderation: Tobi Müller, Kulturjournalist und Autor
Anmeldung
https://tickets.weizenbaum-institut.de/KateCrawford/
Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet in englischer Sprache statt.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Weizenbaum-Institut.