Der Band verbindet wissenschaftliche Selbstvergewisserung mit einer problemorientierten Zeitdiagnose und zeichnet die Transformation der Geschichtswissenschaft im Kontext der deutschen Einheit nach. Zugleich dokumentiert er die Entstehung neuer institutioneller Strukturen und Forschungszusammenhänge, die Borgolte als akademischer Gestalter maßgeblich mitgeprägt hat. Gerade dieser Transformationsprozess der "Nachwendezeit" an den ostdeutschen Universitäten wird aktuell wieder diskutiert und kritisch hinterfragt, das Thema entbehrt dadurch nicht einer tagespolitischen wie zeitgeistigen Brisanz. Michael Borgolte steht pars pro toto für eine erste Generation von jungen westdeutschen Wissenschaftlern, die nach 89/90 diesen Transformationsprozess strukturell, inhaltlich wie menschlich gestalten mussten.
Begrüßung: Christoph Markschies (Akademiepräsident), Moderation: Benjamin Scheller (Universität Duisburg Essen).