Und dennoch muss der vorhandene Atommüll in einer Weise isoliert werden, die möglichst lange sicher ist und zugleich sicherstellt, dass dessen Gefahren verlässlich an nachfolgende Generationen kommuniziert werden. Das stellt heutige Generationen vor die Herausforderung, Maßnahmen zu konzipieren und einzuleiten, deren langfristige Folgen sie selbst nicht überblicken können. Ausgehend von diesem Grundproblem hat die IAG „Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf technische Langfristprojekte“ diskutiert, welche Formen der Kommunikation in die weit entfernte Zukunft hinein denkbar sind, welche Verantwortung heutige Generationen haben und welche strategischen Möglichkeiten es überhaupt gibt, mit der prinzipiellen Offenheit der Zukunft umzugehen.
Diese erste Akademievorlesung des Sprechers der IAG „Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf technische Langfristprojekte“, Thomas G. Kirsch (Akademiemitglied, Universität Konstanz), wird in das Thema einführen und aufzeigen, welche Lösungsansätze in der IAG diskutiert wurden.
Eine Veranstaltungsreihe der Interdisziplinären Arbeitsgruppe "Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf technische Langfristprojekte"
AKADEMIEVORLESUNG „Atommüll als Dauergefährdung“
Die Akademievorlesung der Interdisziplinären Arbeitsgruppe „Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf technische Langfristprojekte“ beleuchtet an drei Abenden die gesellschaftlichen und kulturellen Herausforderungen der Atommüllentsorgung. Die erste Vorlesung wird aufzeigen, welche offenen Fragen bisherige Lösungsansätze zur Atommüllentsorgung aufgeworfen haben und wie die IAG daran anschließt. Der sozial- und kulturwissenschaftliche Round Table wird am zweiten Abend genauere Einblicke geben, welche Rolle Ungewissheiten, offene Zukünfte und Reflexivität bei der Arbeit der IAG gespielt haben. Am dritten Abend wird ein Podium Governance-Ansätze und die Legitimität von Standortauswahl und -sicherung diskutieren.