Ihre Dramatik verbindet individuelle Lebensgeschichten mit größeren historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Ihre Stücke eröffnen Zugänge zu Themen wie Identität, Verantwortung, Generationenerfahrung, gesellschaftlichem Wandel sowie dem Verhältnis von privatem Erleben und politischer Wirklichkeit.
Gerade deshalb eignen sich ihre Texte in besonderer Weise für die performative Vermittlung an Schülerinnen und Schüler in unserer Gegenwart. Denn Reinshagens Theaterstücke können nicht nur gelesen, sondern auch szenisch, analytisch und im gemeinsamen Gespräch erschlossen werden. Junge Menschen begegnen hier keiner einfachen Botschaft, sondern offenen Konstellationen, in denen Haltungen, Konflikte und historische Erfahrungen befragt werden müssen.
Sonntagskinder, ihr wahrscheinlich erfolgreichstes Stück, uraufgeführt 1976 in Stuttgart unter der Regie von Alfred Kirchner, betrachtet den Terror des Nationalsozialismus aus der Perspektive von Jugendlichen. Es eignet sich daher in besonderem Maße für eine Adaption durch Schülerinnen und Schüler von heute. Die Fernfrau wiederum ist ein bislang noch nicht uraufgeführtes Kammerspiel von Reinshagen, das von den kommunikativen Problemen zweier Großstadtmenschen handelt, die trotz dauerhafter Gespräche einander nicht näher kommen können. Beide Stücke werden an dem Erinnerungsabend in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zur Aufführung gebracht.
Mit Sophie Brunner (Choreografin), Jan Bürger (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Annette Bühler-Dietrich (Literaturwissenschaftlerin, Universität Stuttgart), Michael Rotschopf (Schauspieler), Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse des Beethoven-Gymnasiums, Simon Strauß (Theaterkritiker, FAZ), Angela Winkler (Schauspielerin) und Christina Wüstenhagen (Choreografin)
Eine Veranstaltung der Reihe „Vergessene Stücke“ in Kooperation zwischen dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, gefördert von der Berliner Sparkasse.