Die Digital Humanities versprechen einen offenen Zugang zu Wissen, Daten und Forschungsinfrastrukturen. Zugang meint dabei nicht allein die freie Verfügbarkeit von Daten, sondern auch deren Auffindbarkeit, Verständlichkeit, technische Nutzbarkeit, rechtliche Nachnutzbarkeit und Anschlussfähigkeit. Doch wer hat tatsächlich Zugang zu digitalen geisteswissenschaftlichen Ressourcen – und wer bleibt ausgeschlossen? Welche technischen, institutionellen, sozialen und rechtlichen Faktoren fördern oder erschweren Zugänglichkeit? Und wie können digitale Forschungsangebote so gestaltet werden, dass sie unterschiedlichen Nutzer:innengruppen, Nutzungskontexten und technologischen Entwicklungen gerecht werden?
Der Jahresworkshop der AG eHumanities der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften steht 2026 unter dem Titel „Offen für alle? Zugang gestalten in den Digital Humanities“. Mögliche Perspektiven umfassen soziale, technische, rechtliche und kulturelle Dimensionen von Zugänglichkeit: von Wissenschaftskommunikation, Open Access, Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit über Fragen der digitalen Teilhabe, Sichtbarkeit und Nachnutzbarkeit bis hin zur Gestaltung von Schnittstellen, Standards und Infrastrukturen, die den Zugang zu geisteswissenschaftlichem Wissen für Menschen ebenso wie für Maschinen ermöglichen.
Ein Schwerpunkt liegt auf Künstlicher Intelligenz und ihrer ambivalenten Rolle für die Zugänglichkeit digitaler geisteswissenschaftlicher Ressourcen: Verfahren der Text- und Handschriftenerkennung machen historische Quellen zugänglich und durchsuchbar, automatische Übersetzungen erleichtern den Umgang mit mehrsprachigen Inhalten, und KI-gestützte Bildbeschreibungen unterstützen inklusive Nutzungsszenarien. KI-Technologien können aber auch neue Barrieren schaffen, etwa durch ungleiche Sprachabdeckung, kostenpflichtige Dienste, technische Zugangsvoraussetzungen oder intransparente algorithmische Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Wissen künftig digital erschlossen, vermittelt und rezipiert wird und welche Rolle Large Language Models dabei als neue Schnittstellen zu Wissen und kulturellem Erbe spielen. Dies gilt insbesondere für KI-Agenten als neue Nutzungsgruppe, für die der Zugang zu digitalen Angeboten eigens zu denken und zu gestalten ist.
Das Thema der diesjährigen Veranstaltung soll dazu anregen, darüber nachzudenken, wie Zugänglichkeit in den digitalen Geisteswissenschaften verstanden, gestaltet und nachhaltig gewährleistet werden kann und welche Herausforderungen dabei bestehen.
Wir begrüßen Einreichungen insbesondere zu folgenden Themen:
Wir freuen uns über Beiträge aus Forschung und Praxis. Eingereicht werden können sowohl Vorträge als auch Lightning Talks.
Vorträge (20 Min. + 10 Min. Diskussion) bieten Raum für die vertiefte Darstellung von methodischen Ansätzen, theoretischen Überlegungen oder Forschungsprojekten. Das Abstrakt sollte 1000-1500 Wörter (plus Bibliografie) umfassen und über eine reine Projektvorstellung hinausgehen.
Lightning Talks (10 Min. + 5 Min. Diskussion) eignen sich insbesondere für die Vorstellung von Werkstattberichten, Projekten und Tools, aber auch für Diskussionsimpulse, die zu dem Nachdenken und Diskutieren anregen sollen. Das Abstrakt sollte 500-800 Wörter (plus Bibliografie) umfassen.
Bitte verwenden Sie für die Einreichung das Markdown-Template .
Die Einreichungsfrist endet am 28. August 2026 MESZ.
Informationen über die Annahme erfolgen im Laufe des Septembers. Das Programm wird Ende September/Anfang Oktober veröffentlicht. Bitte senden Sie ihr Abstrakt an ag-workshop2026@bbaw.de
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