Akademiestipendium 2005

Das Akademiestipendium

erhält

 

Dr. Melanie Schnell.

 

Melanie Schnell, Jahrgang 1978, hat von 1997 bis 2002 in Hannover Chemie studiert und dort im Juli 2004 - im Alter von knapp 26 Jahren - zum Thema „Interne Dynamik und Wechselwirkungen mit externen Feldern: Rotationsspektroskopische und gruppentheoretische Untersuchungen“ mit summa cum laude promoviert. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie der Universität Hannover.

 

Melanie Schnells Doktorarbeit besticht durch die Kombination von experimentellen und theoretischen Methoden. Sie hat sich in der Arbeit zum Ziel gesetzt, mit der Rotationsspektroskopie Strukturaufklärung an Molekülen mit Sn-Si-Bindungen, aus denen man entsprechende Ringstrukturen aufbauen kann, zu betreiben. Für diese Untersuchungen hat sie eine Stark-Feld-Anordnung aufgebaut und dafür die optimale Elektrodengeometrie vorausberechnet, eine Leistung, die in Fachkreisen als Meisterstück bewertet wird. Mit gruppentheoretischen Methoden hat sie die gemessenen Spektrallinien analysiert.

 

In ihrer bisherigen kurzen wissenschaftlichen Karriere kann sie bereits auf eine beachtliche Zahl von Veröffentlichungen in erstrangigen Fachjournalen verweisen. Während ihres Studiums hat sie wesentlich zum Erfolg des trinationalen NATO-Programms „Studies of Elemantary Steps of Radical Reactions in Atmospheric Chemistry“ beigetragen, genießt hohe Anerkennung bei den ausländischen Partnern und wurde in der Folge von griechischer Seite zu einem Forschungsaufenthalt eingeladen, um an Kohlenstoff-Silizium-Nanoröhren mitzuarbeiten. Die Ergebnisse führten 2003 zu Publikationen in Phys. Rev. und NanoLetters und zeugen von ihrem breiten Interessenspektrum.

 

Das Akademiestipendium plant Melanie Schnell für einen einjährigen Auslandsaufenthalt bei Dr. J. T. Hougen am National Institute of Standards and Technology, USA zu nutzen, um gruppentheoretische Untersuchungen zur internen Dynamik in größeren Molekülen mit Metallzentren, die häufig biologische Aktivität zeigen, zu studieren. Hougen gilt als eine der ersten Adressen für molekulare Permutations-Inversions-Symmetrie.

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