Förderpreis 2008 der Akademie

Den Förderpreis 2008 der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

erhält

 

Dr. Janina Wellmann.

 

Janina Wellmann, Jahrgang 1973, studierte an der Universität Hamburg, der Sorbonne in Paris und der Humboldt-Universität zu Berlin Geschichte (1992-1998). Seit 1999 ist sie am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, zunächst als Doktorandin, seit 2007 als Postdoktorandin. 2006 verteidigte sie ihre Dissertation in der Form einer „co-tutelle de thèse“ zwischen der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris und der TU Berlin mit höchster Auszeichnung.

 

J. Wellmanns Forschungen liegen im Grenzbereich zwischen Kulturgeschichte, Kunstgeschichte und Geschichte der Human- und Lebenswissenschaften.

 

In ihrer Dissertation zum Thema „Wie das Formlose Formen schafft. Rhythmus und Organisation des Lebendigen, 1760 bis 1830“ beweist sie ein breites kulturhistorisches Wissen - von der Entwicklungsbiologie über die Musiktheorie, die Poetologie sowie die Geschichte der Instruktionsgraphik der damaligen Zeit. Mit der zentralen These ihrer Arbeit, wonach die epigenetische Biologie um 1800 nicht nur in ihren Konzepten, sondern auch mit ihren Darstellungsformen am besten in ihrem inneren Zusammenhang erfasst werden kann, wenn man sie unter dem epistemischen Regime des Rhythmus betrachtet, unternimmt sie einen Brückenschlag zwischen dem romantischen Kulturverständnis und den Wissenschaften des Lebens dieser Zeit und betritt Neuland in der Wissenschaftsgeschichtsschreibung.

 

Ihr daran anknüpfendes Projekt über „Die Beobachtung des Dazwischen: Serie und Sequenz in der Mikroskopie 1850 – 1920“ befasst sich mit der Geschichte der Mikroskopie und der wissenschaftlichen Visualisierung. Sie untersucht die Verbildlichung der Diskontinuität. Die Seriendarstellung beruht auf einer Bewegung, die Leerstellen überbrückt. J. Wellmann untersucht, wie sie im Medium der Mikroskopie historisch Gestalt annimmt. Der Förderpreis ermöglicht ihr vor allem, ausländische Kooperationen zu nutzen, namentlich mit dem Department of History and Philosophy in Cambridge, mit dem Department of History an der Harvard University und mit dem Department of Anthropology der Rice University.

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