© Paris Musées / Musée Carnavalet - Histoire de Paris
Déclaration des droits de l'homme et du citoyen, Gemälde von Jean-Jacques-François Le Barbier, ca. 1789 (Ausschnitt).

Das Jahresthema 2023|2024 „Projekt: Aufklärung!“ thematisiert mit wissenschaftlichen, künstlerischen und literarischen Veranstaltungsformaten die Ideen der Aufklärung in ihrem Bezug zu Gegenwart und Zukunft.

In der Epoche der Aufklärung entstand ein europaweites intellektuelles Projekt, dessen Auswirkungen bis heute unsere Gesellschaft in vielfältiger Weise prägen. Traditionelle Lebensformen und Herrschaftsstrukturen wurden einer kritischen Prüfung unterzogen. Die menschlichen Lebensverhältnisse sollten durch eine Orientierung an Vernunft und Wissenschaft grundsätzlich verbessert werden. In diesem Kontext formulierte der Philosoph Immanuel Kant schließlich die zugespitzte Forderung: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Dennoch war die Aufklärung von Anfang an von inneren Widersprüchen durchzogen und blieb in vieler Hinsicht ein „unvollendetes Projekt“ (Habermas). So führte die Aufklärung zur Proklamation der Menschenrechte, aber auch zu Rechtfertigungen von Rassismus und Kolonialismus.

Mit Blick auf das 300. Jubiläum von Kants Geburtstag am 22. April 2024 stehen in den nächsten zwei Jahren wissenschaftliche, künstlerische und literarische Annäherungsversuche im Fokus, welche das Erbe der Aufklärung in seiner Beziehung zur Gegenwart thematisieren. Wie positionieren sich die Wissenschaften innerhalb der Gesellschaft? Wie hat sich die Idee der kritischen Öffentlichkeit durch soziale Medien verändert? Lässt sich das aufklärerische Ideal des Fortschritts angesichts ökonomischer und ökologischer Grenzen noch halten? Wie formieren sich ethische und politische Debatten in künstlerischen und medialen Kontexten? Wie gehen wir mit den problematischen Seiten der Aufklärung um? Und wie realisieren wir ihre unausgeschöpften Potentiale?

Kontakt
Dr. Simon Rebohm
Koordinator
Jahresthema
Tel.: +49 (0)30 20370 586
simon.rebohm@bbaw.de 
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