Die neunte Abteilung der Kritischen Gesamtausgabe (KGW) dokumentiert Friedrich Nietzsches späten Nachlass (1885 –1889) in einer Manuskriptedition.

Die von Giorgio Colli und Mazzino Montinari begründete KGW war in acht Abteilungen geplant. Zur Dokumentation des späten Nachlasses ist neu eine neunte Abteilung eingerichtet worden. Sie ersetzt die ursprünglich vorgesehenen, aber von Montinari nicht mehr realisierten philologischen Nachberichte, die über die Manuskriptverhältnisse Auskunft geben und alle in den Textbänden nicht berücksichtigten Vorstufen und Varianten nachweisen sollten.

 

Nietzsches späte Aufzeichnungen, überliefert in zwanzig Notiz- und Arbeitsheften und auf circa dreihundert losen, in Mappen gesammelten Blättern, werden erstmals vollständig, manuskriptgetreu und unter Beigabe der Handschriftenfaksimiles (auf CDROM) dokumentiert. Die Transkription folgt topologisch der Anordnung von Nietzsches Aufzeichnungen auf den Manuskriptseiten. Sie veranschaulicht die vielfältigen Korrekturvorgänge, Streichungen und späteren Überarbeitungen und bewahrt zugleich den Notat- und Entwurf-Charakter der Aufzeichnungen.

 

Die neunte Abteilung, die auf 13 Bände angelegt ist, wird von einem deutsch-schweizerischen Arbeitsteam in Weimar, Berlin und Basel erstellt und von Marie-Luise Haase und Martin Stingelin herausgegeben. Sie wird mit Mitteln des Schweizerischen Nationalfonds gefördert und erscheint im Verlag Walter de Gruyter. Nach dem Ausscheiden der Deutschen Forschungsgemeinschaft trat die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur in die Förderung ein. Inzwischen liegen elf Bände vor.

 

 

 

 

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