Eine digitale Rekonstruktion als Vorstufe zur interaktiven Genesiskatene
Das Hauptziel des Projekts besteht darin, eines der wichtigsten spätantiken Werke zur Genesis, den Kommentar Theodors von Mopsuestia, sowohl aus seinem Entstehungs- als auch seinem Rezeptionskontext zu rekonstruieren und durch diese Erschließung wiederum neues Licht auf die Struktur des spätantiken Genesisdiskurses zu werfen, und zwar in Form einer alle einschlägigen Texte im Original und teilweise auch in englischer Übersetzung umfassenden Datenbank, eingegliedert ins PTA (=Patristic Text Archive ).
Inhaltlich sind dabei zunächst neue Erkenntnisse über die Person Theodors, seine Theologie und Exegese zu gewinnen, namentlich was seine Konzeption biblischer Heilsgeschichte, der Zuordnung der beiden Katastasen sowie den damit verbundenen exegetischen Anwendungsraum christologischer Typologie betrifft.
Darüber hinaus wird die vergleichende Analyse der umfangreichen Rezeptionsgeschichte des Textes, welche mindestens bis ins späte sechste Jahrhundert im griechisch- wie syrischsprachigen Bereich die Konfessionsgrenzen sprengte und sich erst später auf die ostsyrischen Theodorianer beschränkte, nicht nur zahlreiche neue Zeugnisse für den Text zu Tage fördern, sondern auch die Art und Weise erhellen, wie insbesondere die Ostsyrer ihren Interpreten weiterspinnen und mit genuin syrischem Gedankengut synthetisieren. Am ergiebigsten erscheint hierbei jedoch die größtenteils anonyme Rezeption innerhalb der griechischsprachigen Kompilationen (Genesiskatene, Prokop), deren umfassende Untersuchung das Projekt zum perfekten Ausgangspunkt zur Erarbeitung einer digital erschlossenen, interaktiven Genesiskatene macht.
Beginn: Oktober 2025
Das Forschungsprojekt wird von der DFG gefördert – Projektnummer 555708714.