Im Februar 2003 hat die AG „Eliten-Integration“, der Prof. Dr. Herfried Münkler als Sprecher vorsteht, ihre Arbeit aufgenommen. Das Projekt hat eine längere Vorgeschichte, die bis zu einem Konventsantrag aus dem November 2001 zurückreicht. Der für 2002 geplante Start der Forschungsarbeiten musste jedoch aufgrund der drastischen Haushaltskürzungen des Berliner Senats verschoben werden. Nunmehr hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Finanzierung übernommen.
 

Den Ausgangspunkt des Projektes bildet die Überlegung, dass Eliten einesteils wegen zunehmender Verflechtung und Komplexität eine abnehmende Bedeutung haben, andernteils aber gleichzeitig in bestimmten Entscheidungszusammenhängen, die sich oft auf wenige Personen und Foren konzentrieren, ein zunehmendes Gewicht gewinnen. In dieser paradoxen Situation kommt dem Zusammenwirken der Eliten und ihrer Integration in die Gesellschaft ein gesteigerter Stellenwert zu.
 

Das Projekt will mittels interdisziplinärer Workshops sowie Expertisen Probleme der doppelten Eliten-Integration aufarbeiten und dabei die Eliten von vorn herein kommunikativ einbeziehen. Relevante Perspektiven sind die Elitendifferenzierung, entscheidungstheoretische Zugänge zum Elitenhandeln, die Bedeutung von Normen und Werten als Integrationsmodulatoren, Elitenhandeln im Zuge gesellschaftlicher Reformen, das für die Mediengesellschaft wesentliche Verhältnis von Eliten und Prominenz sowie die Internationalisierung von Eliten.
 

Das erste Teilziel des Projektes besteht darin, eine angemessene Problembeschreibung des Standes der horizontalen und vertikalen Elitenintegration zu erarbeiten. Dabei werden für einen neuen, breiten Ansatz verschiedene sozial- und geschichtswissenschaftliche Forschungen sowie Ansätze aus der Psychologie und Bildungsforschung zusammengeführt, debattiert und dokumentiert. Den Schwerpunkt bildet die exemplarische Problemanalyse in zwei ausgewählten Themenfeldern: dem Zusammenhang von Wirtschafts-, Verwaltungs- und politischen Eliten sowie die Integration naturwissenschaftlich-technischer, wirtschafts- und rechtswissenschaftlicher sowie sozialwissenschaftlich-kultureller Eliten.

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