Übersicht
In der Kirche Ag. Ioannis in Geraki, dem antiken Geronthrai (Peloponnes) sind vier Marmorblöcke mit dem sogenannten Höchstpreis- edikt des Kaisers Diokletian vermauert; Foto: H.R. Goette (DAI Berlin)

Die „Inscriptiones Graecae” (IG) sammeln und edieren alle antiken griechischen Inschriften Europas

Antike Inschriften gehören zu den wichtigsten Quellen für sämtliche Forschungsbereiche der Altertumswissenschaften. Ungebrochen ist der Zustrom an Neufunden von z. T. überragender Bedeutung. Die Epigraphik befasst sich mit der Aufnahme und inhaltlichen Erschließung dieses extrem umfangreichen Materials.

 

Im Corpus werden alle Inschriften einer bestimmten antiken Region vollständig erfasst. Für die Erfassung der Inschriften gilt das Prinzip der Autopsie. Die antiken Regionen werden bereist, alle erreichbaren Inschriften unter Berücksichtigung des archäologischen Kontextes aufgenommen und in Abklatsch und Fotografie dokumentiert. Die wissenschaftliche Edition im Corpus muss in besonderer Weise dem Anspruch an Zuverlässigkeit und Vollständigkeit genügen. Diese Arbeit setzt umfassende Erfahrung bei der Entzifferung, Lesung, Ergänzung und Interpretation der Inschriften voraus.

Die mehr als 50 bisher erschienenen IG-Bände und -Faszikel umfassen etwa 150.000 Inschriften. Das Archiv der IG dient der Dokumentation und Sicherung des epigraphischen Materials. Einmalig ist die Sammlung von über 70.000 Abklatschen aus zwei Jahrhunderten.

 

Die „Inscriptiones Graecae” sind das älteste Vorhaben der Akademie, Nachfolger des 1815 gegründeten Corpus Inscriptionum Graecarum (CIG). In der gleichnamigen Corpusreihe werden die griechischen Inschriften Europas nach folgendem Plan ediert: IG I–III Athen und Attika IG IV–VI Peloponnes IG VII–IX Mittelgriechenland IG X Nordgriechenland, Thrakien, Skythien IG XI–XII Ägäische Inseln IG XIII Kreta IG XIV Italien und Sizilien IG XV Zypern.

 

Das Akademienvorhaben ist Teil des „Zentrums Grundlagenforschung Alte Welt" der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

 altewelt.bbaw.de 

 

Das Akademienvorhaben „Inscriptiones Graecae“ ist Teil des von Bund und Ländern geförderten Akademienprogramms , das der Erhaltung, Sicherung und Vergegenwärtigung unseres kulturellen Erbes dient. Koordiniert wird das Programm von der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften .

Kontakt
Prof. Dr. Klaus Hallof
Arbeitsstellenleiter
Inscriptiones Graecae
Tel.: +49 (0)30 20370 473
hallof(at)bbaw.de 
Unter den Linden 8
10117 Berlin
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