Lehren – Sammeln – Forschen. Das Theatrum anatomicum als zentraler Ort für die Entwicklung der institutionalisierten Medizin in Berlin im 18. Jahrhundert

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Gallenblasenstein
vor 1796, Trockenpräparat, Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité,
Foto: Christoph Weber, Berlin

Das Kooperationsprojekt untersucht die Bedeutung des 1713 eingerichteten Anatomischen Theaters für die Entwicklung der Berliner Medizin im 18. Jahrhundert.

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1713 wurde mit einer öffentlichen Schau-Sektion in Berlin das Anatomische Theater eröffnet. Das gemeinsam von dem Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité und der Berlin-Brandenburgischen Akademie getragene Forschungsvorhaben „Lehren-Sammeln-Forschen“ stellt eine Einrichtung in den Mittelpunkt, die – ohne Verbindung zu einer Universität – als zentraler Ort für die Entwicklung der institutionalisierten Medizin in Berlin und Preußen im 18. Jahrhundert gelten kann. Wesentlich dafür war die Zuordnung des Anatomischen Theaters zur Akademie der Wissenschaften 1717. Unter Einbeziehung weiterer medizinisch relevanter Einrichtungen entstand ein dichtes Netz institutioneller und personeller Verflechtungen. Hierzu zählen die Charité für den Unterricht am Krankenbett, die Königliche Hofapotheke und der Botanische Garten für die Vermittlung pflanzenheilkundlichen und chemischen Wissens sowie verschiedene staatlich finanzierte und auch private Sammlungen. Die Bedeutung dieses Netzes für die Herausbildung einer differenzierten Infrastruktur des städtisch ebenso wie territorialstaatlich ausgerichteten und daher mit zivilen und gleichermaßen militärischen Aufgaben betrauten Medizinalwesens und seine Inanspruchnahme durch die Forschung wird ebenso untersucht wie die damit verbundene Forschungskultur, getragen vom wissenschaftlichen Engagement einzelner Ärzte.
Das Projekt wird gefördert von der Einstein-Stiftung.
 

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