Nach Grußworten von Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege des Landes Berlin, Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, und Dr. Marcus Pleyer, Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, folgte ein „Zwischenruf“ von Akademiepräsident Professor Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies zum Thema „Wie weiter mit dem Wissenschaftssystem hierzulande?“.
Christoph Markschies betonte, dass es angesichts der schwierigen Lage bei den öffentlichen Haushalten dringend notwendig sei, den notorisch unklaren Begriff „Grundausstattung“ bzw. „Grundfinanzierung“ zu präzisieren und eine nachhaltige strategische Gesamtplanung im deutschen Wissenschaftssystem zu etablieren: „Mit wohlfeilen programmatischen Erklärungen kommen wir nicht mehr weiter“. Um den herausragenden Wert deutscher Forschungsbeiträge zu bewahren und auszubauen, aber auch die Resilienz des demokratischen Verfassungsstaats zu sichern, seien vermehrte gemeinsame Anstrengungen und weniger Kirchturmpolitik notwendig, erklärte der Historiker und Theologe.
Alles Leben auf der Erde bezieht seine Energie von der Sonne. Woher hat die Sonne diese Energie? Und können wir dieses Prinzip auf der Erde nachbauen und uns dadurch eine unerschöpfliche Energiequelle schaffen? Um diese Fragen ging es im Festvortrag „FUSION – wie weit scheint die Sonne?“ von Professor Dr. Dr. h.c. Robert Schlögl, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Direktor em. des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft und Akademiemitglied. Robert Schlögl zeigte in seinem Vortrag auf, dass die Physik für die Schwierigkeiten, die diesem Unterfangen entgegenstehen, elegante Lösungen gefunden und theoretisch wie experimentell bewiesen hat, dass eine Abwandlung des Sonnenfeuers auch auf der Erde brennen kann.
Eckart Runge (Cello) und Jacques Ammon (Piano) gestalteten das musikalische Rahmenprogramm.
Zum Leibniztag vergab die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften darüber hinaus mehrere Preise:
Die Dieter Schwarz Stiftung, eine der größten gemeinnützigen Stiftungen in Deutschland wurde für ihre Verdienste um die Förderung der Wissenschaft mit der Leibniz-Medaille ausgezeichnet. Die Medaille nahm Professor Reinhold R. Geilsdörfer, Vorsitzender Geschäftsführer der Dieter Schwarz Stiftung, entgegen. Durch die gezielte Förderung von Bildung, Forschung und Unternehmertum leistet die Stiftung einen maßgeblichen Beitrag zu wirtschaftlichem Wohlstand und gesellschaftlichem Zusammenhalt. In Heilbronn verwurzelt, ermöglicht sie den Zugang zu Wissen über die gesamte Bildungskette hinweg – vom frühkindlichen Bereich bis zum lebenslangen Lernen. Zahlreiche Bildungseinrichtungen, Hochschulen, Exzellenzuniversitäten und Forschungsinstitute bilden das Fundament ihrer einzigartigen Förderlandschaft. Gemäß ihres Credos „Gemeinsam Zukunft wagen“ verbindet die Stiftung Menschen, Kompetenzen und Institutionen in starken Netzwerken. Mit gelebtem Verantwortungsbewusstsein schafft sie so den Raum für zukunftsweisende Ideen und nachhaltige Innovationen.
Der ungarische Mathematiker Professor Dr. Dr. h.c. mult. László Lovász (Professor em. der Eötvös Loránd University Budapest und Research Professor des Alfréd Rényi Institute) erhielt in Würdigung seiner herausragenden wissenschaftlichen Leistungen die Helmholtz-Medaille. Als einer der prägenden Wissenschaftler in dem Überlappungsbereich zwischen Mathematik und Informatik unserer Zeit hat er die Entwicklung dieses Gebietes über 50 Jahre lang in starkem Maße beeinflusst, wichtige offene Probleme gelöst, neue Fachdisziplinen initiiert und ist mit höchst renommierten Auszeichnungen der Mathematik und Informatik bedacht worden. Seine breite mathematische Bildung hat es ihm ermöglicht, unerwartete Brücken zwischen verschiedenen mathematischen Fachgebieten zu schlagen, diese zur theoretischen Weiterentwicklung der Gebiete einzusetzen, die Resultate in die Informatik einzubringen und neue mathematische Anwendungsbereiche zu erschließen.
Der Akademiepreis wurde an den Mathematiker, Physiker und Bioinformatiker Professor Dr. Dr. Fabian Theis (Leiter des Computational Health Centers und Direktor des Instituts für Computational Biology bei Helmholtz Munich sowie Inhaber des Lehrstuhls Mathematical Modellig of Biological Systems an der Technischen Universität München) für seine Pionierarbeiten auf dem Gebiet der computergestützten Biomedizin und der Entwicklung neuer Methoden zur biomedizinischen Datenanalyse verliehen. Sein einzigartiges Talent als visionärer Forscher hat er in seinen interdisziplinären Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Biologie, Medizin, Informatik und Biophysik unter Beweis gestellt.
Zum zweiten Mal vergeben wurde der Gisela Lerch-Preis, eine vom Förderverein, dem Collegium pro Academia, gestifteten Preis für besonders engagierte Mitarbeitende. Der Preis ging an Dr. Karin Elisabeth Becker, die als langjährige Leiterin des Präsidialbüros für ihre herausragende Serviceorientierung ausgezeichnet wurde.
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