Auf besonderen Wunsch ihres Gründers Gottfried Wilhelm Leibniz gehörte die Erforschung und Pflege der deutschen Sprache schon bei der Gründung der heutigen Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) als vormals Preußische Akademie der Wissenschaften im Jahr 1700 zu den zentralen Aufgaben dieser Einrichtung: Die Brüder Grimm begannen 1854 mit der Realisierung eines bereits vorher von vielen geforderten umfassenden Deutschen Wörterbuchs, dazu kamen Dialekt- und Spezialwörterbücher wie das Goethe-Wörterbuch, ab 1952 das sechsbändige Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache und schließlich 1998 das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS), das erstmals große, digitale Textdatenbanken in ein Lexikon integrierte.
Innerhalb des verteilten Forschungsverbundes des ADL übernimmt die BBAW die Federführung für die lexikographische Dokumentation der sich dynamisch entwickelnden Gegenwartssprache. Zentraler Eckpfeiler dieser Arbeit ist das an der BBAW beheimatete Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, welches rund 270.000 gegenwartssprachliche Stichwörter enthält, dokumentiert und beschreibt. Mit seinen umfassenden Korpora von über 70 Milliarden Textwörtern bildet das DWDS die technologische und lexikographische Basis, um die Entwicklung unseres aktuellen Wortschatzes präzise und tagesaktuell zu beschreiben.
Akademiepräsident Christoph Markschies erklärte: „Der Beschluss, für den wir in den gegenwärtigen Zeiten knapper öffentlicher Kassen besonders dankbar sind, sichert eine zentrale Forschungsaufgabe unserer Hauptstadtakademie und aller Unionsakademien des Landes: die verlässliche Dokumentation des Wandels deutscher Sprache und die Information der interessierten Öffentlichkeit über die Bedeutung von Worten – was meint eigentlich genau das Wort ‚frugal‘? Präzise mit Sprache umzugehen, ist angesichts der bekannten Probleme öffentlicher Diskurse für das Schicksal des demokratischen Verfassungsstaates hierzulande schlechterdings zentral – was vertuscht der Begriff ‚Remigration‘? Menschen, die aus welchen Gründen auch immer nach Deutschland kommen, das Hereinwachsen in die deutsche Sprachgemeinschaft zu ermöglichen und zu erleichtern, ist eine große Aufgabe. Menschen mit bildungsfernen Hintergründen die Teilnahme an dieser Sprachgemeinschaft zu ermöglichen, eine nicht minder große Herausforderung. Mit ihrer Arbeit an der Erforschung und Pflege der deutschen Gegenwartssprache Verantwortung für diese Aufgaben zu übernehmen, gehört zur DNA der BBAW als Forschungs- und Kommunikationseinrichtung. Mit der nun beschlossenen Förderung kann unsere Arbeit ganz andere Fahrt aufnehmen. Das freut uns sehr.“
Das ADL wird unter Einsatz Künstlicher Intelligenz verlässliche und wissenschaftlich validierte Sprachdaten bereitstellen, so die digitale Souveränität der deutschen Sprachforschung sichern und die öffentliche Kommunikation über die deutsche Sprache auf ein verlässliches Fundament stellen. Das DWDS hat daher das Wort KI-Ära zum heutigen Wort des Tages gekürt. Der dazugehörige Artikel des Tages erinnert an die erste KI-Konferenz am Dartmouth College vor genau 70 Jahren.
Zur Pressemitteilung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz: https://www.gwk-bonn.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Pressemitteilungen/PM_09_26.pdf
Informationen zum Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache: https://www.dwds.de
Ansprechpartner:
PD Dr. Alexander Geyken
Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache
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Pressekontakt:
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Kommunikation
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