Akademie-Vorlesung Sommer 2007 - "Naturgeschichte der Freiheit" - Julian Nida-Rümelin, München: "Freiheit und Kausalität" - Einführung und Moderation: Christoph Markschies

12. April 2007

Einstein-Saal

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„Naturgeschichte der Freiheit“

 

Inter disziplinäre Arbeitsgruppe Humanprojekt

Zur Stellung des Menschen

in der Natur

 

 Einstein-Saal im Akademiegebäude am Gendarmenmarkt

Eingang Jägerstraße 22/23

Beginn 18.30 Uhr

 

 

Donnerstag, den 12. April 2007

 

 

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin: „Freiheit und Kausalität“

Begrüßung und Einführung, Christoph Markschies

 

Julian Nida-Rümelin, geboren am 28. November 1954, entstammt einer Münchner Künstlerfamilie. Er studierte Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft, wurde in Philosophie bei dem Wissenschaftstheoretiker Wolfgang Stegmüller promoviert, war dann wissenschaftlicher Assistent in München und habilitierte sich dort 1989 an der philosophischen Fakultät. Nach einer Gastprofessur in den USA übernahm Nida-Rümelin zunächst (1991-1993) einen Lehrstuhl für Ethik in den Bio-Wissenschaften an der Universität Tübingen und dann (1993-2003) einen Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Göttingen. Zum Sommersemester 2004 wechselte er auf einen Lehrstuhl für politische Theorie und Philosophie am Geschwister-Scholl-Institut der Universität München.
In den Jahren 1998 bis 2000 war Nida-Rümelin Kulturreferent der LHS München und in den Jahren 2001 und 2002 als Kulturstaatsminister Mitglied der Bundesregierung

Im Februar und März 2005 war er auf Einladung des California Institute of Technology Gastprofessor an der Division of the Humanities and Social Sciences.

Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (dort einer der Leiter der AG Humanprojekt) und der Europäischen Akademie der Wissenschaften, Honorarprofessor an der Humboldt-Universität Berlin und Kuratoriumsvorsitzender des Deutschen Studienpreises.

 

Ausgewählte Veröffentlichungen

Demokratie als Kooperation. Frankfurt am Main: Suhrkamp (stw 1430) 1999.

Strukturelle Rationalität. Ein philosophischer Essay über praktische Vernunft. Stuttgart: Reclam 2001 (RUB 18150), chinesische Übersetzung i. E.

Ethische Essays. Frankfurt am Main: Suhrkamp (stw 1565) 2002.

Entscheidungstheorie und Ethik / Decision Theory and Ethics. München: Utz 2005.

Über menschliche Freiheit. Stuttgart: Reclam (RUB) Frühjahr 2005.

Demokratie und Wahrheit. München: C H. Beck: 2006

Humanismus als Leitkultur. Ein Perspektivenwechsel. München: C.H. Beck 2006

  

Abstract

Julian Nida-Rümelin vertritt die These, dass menschliche Freiheit aufgrund der naturalistischen Unterbestimmtheit von Gründen – insbesondere von Handlungsgründen – existiert. Dies gilt, weil Gründe nicht ohne einen Rest in Ereignisse und Zustände zerlegt werden können, die naturwissenschaftlicher Forschung zugänglich sind. Der Begründungszusammenhang, in dem ein handelndes Individuum steht, stellt ein komplexes System dar, in dem naturalistische Erklärungen allein schlicht zu kurz greifen. Schließlich verfügen handelnde Menschen über ‘konative epistemische Einstellungen’, also begründete Stellungnahmen, die sie selbst mit Distanz reflektieren können und die menschliche Freiheit und Verantwortung verständlich machen. Damit argumentiert Nida-Rümelin einerseits für einen epistemischen Kompatibilismus, insofern die naturwissenschaftlichen Erklärungen der naturalistisch beschreibbaren Welt nicht für unzutreffend erklärt werden, gleichzeitig aber Gründe aus dieser Beschreibung ausgeschlossen werden. Andererseits vertritt Nida-Rümelin einen ontologischen Libertarismus, der stark für die Annahme der Existenz menschlicher Freiheit plädiert.

 

Veranstaltungszeitraum:

18.30

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