Was meinen wir eigentlich, wenn wir von „Antike“ sprechen?
Diese Podiumsdiskussion lädt dazu ein, einen vertrauten Begriff radikal neu zu hinterfragen. Denn die Antike ist weit mehr als abgeschlossene Geschichte – sie ist ein dynamischer Prozess der Allelopoiese, eine ständige Wechselwirkung zwischen dem Gestern und dem Heute.
In einem komplexen Geflecht aus Mythos, Wissenschaft und Transformation stellt sich die Frage: Wer entscheidet eigentlich, was erinnert wird? Ist objektive Dokumentation möglich, oder ist jede Rekonstruktion bereits eine bewusste Interpretation? Dass die Antike unter gesellschaftlichem Druck steht – sowohl ideologisch als auch institutionell –, macht eine zeitgemäße Revision ihrer Kernbegriffe unumgänglich.
Beispiele machen sichtbar, wie sich Vergangenheit unter gesellschaftlichem Druck verändert.
Antike lebt weiter – in Kunst, Religion und europäischer Identität.
Ein einführendes Impulsreferat mit dem Titel „Fragmente der Zukunft“ eröffnet die Diskussion und setzt einen weiteren Akzent auf die Frage, wie sich historische Überlieferung zwischen Erinnerung, Transformation und Zukunftsentwurf bewegt.
Die Gäste sind führende Stimmen der Geisteswissenschaften: Horst Bredekamp (Akademiemitglied), Martin Maischberger (Direktor der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin), Lorenz Winkler-Horaček (FU Berlin). Moderation von Annette von Stockhausen (BBAW), Begrüßung von Sebastian Richter (BBAW) und Impulsreferat von Cristina Ruggero (BBAW).