Das Nathan-Projekt: Die Begegnung von Lessing und Mendelssohn als Urszene moderner Urbanität

Öffentliche Abendveranstaltung

08. Februar 2013

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal, Markgrafenstrasse 38, 10117 Berlin

Das Altstadtviertel vor dem Berliner Rathaus, im Krieg weitgehend zerstört, wurde nach Abriss der Ruinen Teil der repräsentativen Staatsachse der DDR. Marx-Engels-Forum, Park und Fernsehturm waren auf den Palast der Republik gerichtet. Der Wiederaufbau des barocken Stadtschlosses als Humboldtforum in Berlins Mitte wirft die Frage nach der Gestaltung des verbliebenen Restraums auf. Im Rahmen der Abendveranstaltung wird der Frage nachgegangen, wie sich die Neugestaltung des Viertels als „Rathausforum“ mit dem Geist seiner Geschichte verbinden lässt.

Das Nathan-Projekt: Die Begegnung von Lessing und Mendelssohn als Urszene moderner Urbanität
Das Nathan-Projekt: Die Begegnung von Lessing und Mendelssohn als Urszene moderner Urbanität

Das Altstadtviertel vor dem Berliner Rathaus, im Krieg weitgehend zerstört, wurde nach Abriss der Ruinen Teil der repräsentativen Staatsachse der DDR. Marx-Engels-Forum, Park und Fernsehturm waren auf den Palast der Republik gerichtet. Der Wiederaufbau des barocken Stadtschlosses als Humboldtforum wirft die Frage nach der Gestaltung des verbliebenen Restraums auf. Die Ausstellung „Berlins vergessene Mitte“ (Stadtmuseum Berlin) hat 2010 die öffentliche Diskussion um die Wiederbebauung des Areals eröffnet. Der von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und dem Verein Architekturpreis Berlin e. V. gemeinsam veranstaltete Abend führt diese Diskussion mit der Frage fort, wie sich die Neugestaltung des Viertels als „Rathausforum“ mit dem Geist seiner Geschichte verbinden lässt.

 

Über eine moderne Stadtplanung im Zeichen des genius loci sprechen drei Stadtforscher, die bereits im Ausstellungskatalog vertreten waren:


Der Architektursoziologe Harald Bodenschatz über Aussehen und Charakter der Berliner Altstadt, sowie über deren wechselnde Rolle im stadtbürgerlichen Bewusstsein.

 

Der Literaturhistoriker Conrad Wiedemann über eine Sternstunde der europäischen Aufklärung: den Freundschaftsbund zwischen Lessing und Moses Mendelssohn, der 1754 im Altstadtviertel vor dem Rathaus geschlossen wurde und Berlin zum wichtigsten Ausgangspunkt der jüdischen Emanzipation werden ließ.


Der Stadtplaner Florian Mausbach über die Wiederentdeckung und Neugestaltung des Raums zwischen Marienkirche und Rotem Rathaus als Ort der Berliner Bürgerschaft.


Das abschließende Podium bringt die drei Redner mit prominenten Vertretern anderer gesellschaftlicher Bereiche Berlins zusammen. Zur Debatte steht die Bedeutung der Lessing- Mendelssohnschen Gesprächsutopie für die okzidentalen Metropolen von heute und deren soziokulturelle und baukulturelle Zeichenfindung.

 

18.00 Uhr

Einführung
Klaus Lucas
Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen
Akademie der Wissenschaften
 

Florian Mausbach
Präsident des Bundesamtes für
Bauwesen und Raumordnung 1995–2009
und Stellvertretender Vorsitzender des Vereins
Architekturpreis Berlin e. V.
 

18.10 Uhr

Die Berliner Altstadt im Abseits
Harald Bodenschatz
Prof. em. für Planungs- und Architektursoziologie,
Technische Universität Berlin
 

18.25 Uhr

Lessing und Mendelssohn:
Das Gespräch mit dem Fremden

Conrad Wiedemann
Prof. em. für Neuere deutsche Philologie, Technische
Universität Berlin, und Akademiemitglied
 

18.45 Uhr

Dem Rathausforum ein Thema geben
Florian Mausbach
 

19.05 Uhr

Podiumsgespräch mit
Harald Bodenschatz
Necla Kelek

Sozialwissenschaftlerin und Publizistin
Florian Mausbach
André Schmitz

Staatssekretär für Kultur des Landes Berlin
Conrad Wiedemann
Moderation: Hermann Rudolph
Herausgeber der Zeitung Der Tagesspiegel

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter nathan@bbaw.de wird gebeten.

© 2020 Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften