Das perfekte Plagiat. Ein Lehrstück über Rechthaberei

Akademievorlesung "Zitat und Paraphrase. Akademische Wissensaneignung im Wandel"

21. Mai 2015

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstrasse 22/23, 10117 Berlin

Die Vorlesungsreihe soll einen möglichst breiten Einblick in die Thematik geben und diskutiert daher die Fragen am Beispiel unterschiedlicher Epochen und verschiedener Fächer: Der Altphilologe Glenn W. Most spricht über die Geschichte der Quellenforschung, der Rechtstheoretiker Rainer Maria Kiesow liefert ein Kriminalstück zum „perfekten Plagiat“ und der Kirchenhistoriker Christoph Markschies untersucht den Wandel der Bibelzitation.

Das perfekte Plagiat. Ein Lehrstück über Rechthaberei
Das perfekte Plagiat. Ein Lehrstück über Rechthaberei

Der Umgang mit „Zitat und Paraphrase“ in der Wissenschaft wurde in den letzten Jahren in unterschiedlichen Kontexten problematisiert. Letztendlich geht es dabei um die weitreichende Frage, wie Wissensaneignungen dokumentiert werden. Diese Frage führt unweigerlich zu einer Fülle weiterer Fragen:

 

Wann gehört wem welches Wissen? Was ist eine originäre, was eine originelle Leistung und wandeln sich die Vorstellungen darüber? Wie und warum hat sich der Umgang mit Quellen verändert? Wer oder was leidet darunter, wenn fremdes Wissen als eigenes ausgegeben wird? Wie unterscheiden sich die juristische und die wissenschaftsethische Dimension dieser Problematik?

 

 

Das perfekte Plagiat
Ein Lehrstück über Rechthaberei
Rainer Maria Kiesow
École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris

 

Moderation: Christoph Markschies
Vizepräsident der BBAW
Humboldt-Universität zu Berlin

 

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe (IAG) „Zitat und Paraphrase“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften untersucht Veränderungen und Strategien der akademischen Wissensaneignung. Besonderes Augenmerk gilt dabei den unterschiedlichen Disziplinen und verschiedenen Epochen, in denen diese Wissensaneignung stattfindet.

 

 

Die Arbeitsgruppe versucht, einen Beitrag zur präziseren Beschreibung der Verschiedenheit der Regeln sowohl im Blick auf die Disziplinen als auch auf die unterschiedlichen Epochen zu liefern. Sie fragt nach präzisen Begriffsdefinitionen, problematisiert die Idee einer mathematischen Messbarkeit wissenschaftlicher Originalität und diskutiert an den Beispielen von Zitat und Paraphrase die Praktiken verschiedener Disziplinen an konkreten Fällen. Dabei werden die medientheoretische, rhetorisch-sprachliche und wissenschaftspolitische, juristische und ethisch-moralische Dimension des Themas berücksichtigt.

 

 

Weitere Informationen

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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