"Fakta, und kein moralisches Geschwätz" - Die Fallgeschichten im "Magazin zur Erfahrungsseelenkunde" (1783-1793)

Tagung

29. - 30. Januar 2010

Senatssaal der Universität Potsdam, Am Neuen Palais 10, Haus 9, 14469 Potsdam

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Instituts für Germanistik der Universität Potsdam und der Karl-Philipp Moritz-Arbeitsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

"Fakta, und kein moralisches Geschwätz" - Die Fallgeschichten im "Magazin zur Erfahrungsseelenkunde" (1783-1793)
"Fakta, und kein moralisches Geschwätz" - Die Fallgeschichten im "Magazin zur Erfahrungsseelenkunde" (1783-1793)

„Fakta, und kein moralisches Geschwätz!“ war die Devise, mit der Karl Philipp Moritz 1783 sein „Magazin zur Erfahrungsseelenkunde“ eröffnete. In dieser ersten deutschen psychologischen Zeitschrift publizierten Ärzte und Schulmänner, Philosophen und Theologen, aber auch betroffene Laien eine Fülle von Fallgeschichten über Mörder und religiöse Schwärmer, Wahnsinnige, Taubstumme und die Opfer einer „schwarzen Pädagogik“. Die Beobachtungskunst der Autoren, ihre psychologische Ursachenforschung und literarische Darstellung wirkten formbildend auf spätere Fallerzählungen innerhalb der Psychiatrie, forensischen Medizin und Belletristik.

Ziel der internationalen Tagung ist es, die im „Magazin zur Erfahrungsseelenkunde“ (1783-1793) veröffentlichten Leidensgeschichten vor dem Hintergrund einer gegenwärtig in verschiedenen Disziplinen verhandelten Theorie der Fallgeschichte zu diskutieren.

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Instituts für Germanistik der Universität Potsdam und der Karl Philipp Moritz-Arbeitsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften mit freundlicher Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung.

Weiterführende Links:
Fritz Thyssen Stiftung 
Universität Potsdam, Institut für Germanistik 

Sonnabend, 30. Januar 2010

9.30 Uhr
Sebastian W. Stork
Berlin
Theologische Aspekte der Fallgeschichte

10.15 Uhr
Volker Hess
Berlin
Das Material einer guten Geschichte: Formulare, Reglements und Register

Pause

11.15 Uhr
Peter Sindlinger
Nürtingen
„Individuelle Erfahrungen von einzelnen Subjecten aufsuchen“ – Die Fallgeschichten von Immanuel David Mauchart aus Tübingen

12.00 Uhr
Joachim Gessinger
Potsdam
Moses Mendelssohns Analyse einer Fehlleistung Spaldings

Mittagspause

14.45 Uhr
Johanna Geyer-Kordesch
Glasgow
Spriritual Narratives and the Impossible Imperative: Know Thyself

15.30 Uhr
Yvonne Wübben
Hagen/Berlin
Nosologie und Narration. Zur epistemischen Funktion der ‚Geistergeschichten’ in K. Ph. Moritz’ „Magazin zur Erfahrungsseelenkunde“

Pause

16.30 Uhr
Sheila Dickson
Glasgow
Die internationale Rezeption der Fallgeschichten des „Magazins zur Erfahrungsseelenkunde“

17.15 Uhr
Neil Vickers
London
Karl Philipp Moritz’s English Romantic Exponent Samuel Taylor Coleridge

Programm

Freitag, 29. Januar 2010
14.00 Uhr
Begrüßung

14.15 Uhr
Nicolas Pethes
Bochum
Die Fallgeschichte als epistemische Schreibweise der Literatur um 1800

15.00 Uhr
Stefan Goldmann
Berlin/Potsdam
Casus – Krankengeschichte – Novelle

Pause

16.00 Uhr
Robert Leventhal
Williamsburg
Die Fallgeschichte zwischen Ästhetik und Therapeutik

16.45 Uhr
Christof Wingertszahn
Berlin
Die Fallgeschichte als ‚Denkwürdigkeit’

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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