Harlekinsmäntel und andere Bewandtnisse

Lesung

09. Dezember 2016

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin

Die von Gottfried Wilhelm Leibniz selbst veröffentlichten Schriften bilden nur einen geringen Teil der Gesamtheit seiner Ideen und Methoden ab: „Wer mich bloß aus meinen Veröffentlichungen kennt, kennt mich nicht.“ Oswald Egger versucht in einer poetologischen Untersuchung einige Aspekte der verschwiegeneren Ideen und implizit gedachten Verbindungs- und Beziehungslinien zusammenzureimen.

Harlekinsmäntel und andere Bewandtnisse
Harlekinsmäntel und andere Bewandtnisse

Die von Gottfried Wilhelm Leibniz selbst veröffentlichten Schriften bilden nur einen geringen Teil der Gesamtheit seiner Ideen und Methoden ab: „Wer mich bloß aus meinen Veröffentlichungen kennt, kennt mich nicht.“ Oswald Egger versucht in einer poetologischen Untersuchung einige Aspekte der verschwiegeneren Ideen und implizit gedachten Verbindungs- und Beziehungslinien zusammenzureimen. Die unorthodoxen Lesarten von Regeln und Ergebnissen der Physik, Metaphysik und Mathematik bilden einen Bewandtniszusammenhang aus inneren Verwandtschaftsbeziehungen – oft auch ohne offenkundige Verknüpfung. Anschauliche Modelle und Gedankenexperimente bringen dabei unentwegt zur Sprache, „wie eins zum anderen kommt“. In Form von Worten und Formen ohne Worte illustriert Oswald Egger anhand einiger Motive bei Leibniz Wegzusammenhänge, die ihn „oft selbst überraschen“. Im „poetischen Tun“ überschneiden sich Dunkles und Verworrenes oft einleuchtend und erhellend in einem eigenlosen Geflecht aus – Evidenzen. 


Das Buch „Harlekinsmäntel und andere Bewandtnisse“ erscheint bei Matthes & Seitz Berlin.

 

Prof. Oswald Egger, geboren 1963 in Lana, Südtirol, studierte Literatur und Philosophie und lebt heute in Wien. Er war Herausgeber der Zeitschriften Der Prokurist und per procura und veranstaltete die Kulturtage Lana. Zahlreiche Gedichte wurden übersetzt, unter anderem ins Amerikanische, Französische und Niederländische. 2007 erhielt er den Peter-Huchel-Preis, 2008 den H.C. Artmann-Preis, dem 2010 der Oskar Pastior-Preis folgte. 2001 erhielt er ein Stipendium in der Villa Aurora, Los Angeles, 2014 den outstanding artist award für Literatur und das Stipendium der Villa Massimo in Rom. Seit 2011 ist er Inhaber der neu geschaffenen Professur „Sprache und Gestalt“ an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel.


Prof. Günter M. Ziegler, ebenfalls Jahrgang 1963, ist geborener Münchner und Mathematiker. Seit März 2011 forscht und lehrt er an der FU Berlin. Seine Arbeit beschäftigt sich unter anderem mit der Theorie der Polyeder. Dafür wurde er 2001 mit dem Gottfried Wilhelm LeibnizPreis der DFG ausgezeichnet. Seinen ersten (und einzigen) Literaturpreis erhielt er 1993 für „Fragmente einer Legende“. Mit Martin Aigner schrieb er „Das BUCH der Beweise“, das inzwischen in vierzehn verschiedenen Sprachen vorliegt. 2009 erschien „Darf ich Zahlen? Geschichten aus der Mathematik“ bei Piper (München) und 2013 „Mathematik - Das ist doch keine Kunst!“ (Knaus, München). Er ist Mitglied des Vorstands und Sprecher des Jahresthemas 2015|16 „Leibniz: Vision als Aufgabe“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.


Eine Veranstaltung der Villa Aurora in Kooperation mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Matthes und Seitz Berlin im Kontext des Jahresthemas

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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