Helmholtz und seine philosophischen Schriften

Öffentliche Abendvorträge

27. Oktober 2022

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin

Auch wenn sich Hermann von Helmholtz nicht als Philosoph verstand, so ist seine naturwissenschaftliche Grundlagenforschung eng mit einer philosophischen Grundlagenreflexion verwoben.

Michael Heidelberger und Helmut Pulte werden die philosophische Relevanz der unterschiedlichen Kontexte und Motivationen beleuchten, die Helmholtz’ Vermessungen des Lebendigen im 19. Jahrhundert beeinflusst haben, u.a. Kants Philosophie. Jeweils im Anschluss an ihre Vorträge diskutieren die beiden mit den Akademiemitgliedern Marcus Willaschek und Martin Carrier.

Michael Heidelberger unterscheidet in seinem Vortrag für die Zeit von Helmholtz zwischen (Ver-)Messung als Nachweis naturgesetzlicher Zusammenhänge, als Bestätigung von Naturgesetzen und schließlich als Konstruktion von theoretischen Gegenständen. Für Helmholtz’ ‚Vermessung des Lebendigen‘ bildete der Energieerhaltungssatz den entscheidenden Kontext. Dabei hat er seine Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit aber nicht nur unternommen, um den Energieerhaltungssatz zu bestätigen, sondern um auf einem besonderen Gebiet nachzuweisen, dass Leben physikalischen Gesetzen gehorcht. 

Der Vortrag von Helmut Pulte thematisiert die philosophiegeschichtliche Zuschreibung Hermann von Helmholtz’ zum ‚physiologischen Neukantianismus‘. Tatsächlich gibt es neben der Physiologie verschiedene andere wissenschaftliche Beiträge dieses ‚Universalgenies‘, die zu systematischen und historischen Fragen nach seinem Verhältnis zur Kantischen Philosophie Anlass geben. Der Vortrag versucht, auf einige dieser Fragen auch Antworten zu geben.

Helmut Pulte und Michael Heidelberger haben gemeinsam mit Gregor Schiemann 2017 die Philosophischen und populärwissenschaftlichen Schriften von Hermann von Helmholtz in drei Bänden im Meiner Verlag herausgebracht. 

Eine Veranstaltung des Jahresthemas 2021|22 „Die Vermessung des Lebendigen“  der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.


Franziska Urban
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